Repräsentation

Der Bundespräsident repräsentiert die Bundesrepublik Deutschland. Ein Gemälde von Gauck repräsentiert Gauck. Aber kein Gemälde von Gauck repräsentiert die Bundesrepublik Deutschland. Das hat einen Grund: Das Gemälde repräsentiert die Person nicht unter demselben Aspekt, unter dem die Person die Institution repräsentiert. Die Repräsentationsbeziehung scheint intransitiv zu sein, weil es eigentlich um verschiedene Repräsentationen geht.

Ein anderes Beispiel ist die lebende Statue: Sie repräsentiert eine Statue. Statuen repräsentieren berühmte Menschen. Aber die lebende Statue repräsentiert keinen berühmten Menschen.

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Anders herum repräsentieren die Körper der vier Kinder unten den Buchstaben E. Der Buchstabe E repräsentiert einen Vokallaut. Und die Kinderkörper repräsentieren einen Vokallaut.

ABC

Eine Jesusikone repräsentiert – was denn sonst? – Jesus. Aber repräsentiert sie das Göttliche? Sollte die Person Jesus eine Repräsentation des Göttlichen sein, dann sicherlich nicht unter dem Aspekt, dass Jesus Haare, Augen, Kleidung usw. hatte. D.h. selbst wenn angenommen würde, dass Jesus Gott ist, repräsentiert eine gegenständliche Jesusikone zwar Jesus, nicht jedoch das Göttliche. Aber wenn die Jesusikone nichtgegenständlich, etwa expressionistisch ist, kann es sein, dass sie Attribute repräsentiert, die wir als göttlich wahrnehmen: Allgüte, Ewigkeit usw.

Das nehme ich am heutigen Sonntag als eine starke Bestätigung meiner Überzeugung, dass eine Kirche keine gegenständlichen Gottesbilder enthalten soll.

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