Farben

Das Gedankenexperiment kurz vorgestellt (ausführlich natürlich in der klassischen Darstellung von Frank Jackson, “Epiphenomenal Qualia”, Philosophical Quarterly 32 (1982), 127–136): Mary ist eine geniale junge Frau, die aber zeitlebens eine Kaspar-Hauser-Existenz geführt hat: Sie hat in Isolation und Halblicht alles über Farbenphysiologie gelernt, was ein Mensch lernen kann. Irgendwann kann sie aber rauskommen und die Farben im Tageslicht sehen. Hat sie etwas Neues erfahren/gelernt? Wenn ja, so diejenigen, die das Gedankenexperiment als eine Bestätigung des Dualismus verstehen, dann sind Marys Empfindungen nicht restlos auf die Physiologie reduzierbar. Denn sie wusste ja laut Annahme bereits alles, was die Physiologie über die Farben lehrt, so dass sie eigentlich nichts Neues hätte erfahren/lernen sollen, wenn alles, was wir erfahren, physiologisch erklärbar wäre.

Kein Themawechsel: Gestern Mittag konnte man am Moosburger Münster Einiges über Farben lernen; vor allem etwas über die Farben Weiß und Rot:

Farben

Was ist nun, wenn Mary bei ihrer Freilassung zwar etwas über die Farben dazulernt, das aber von der Art der Sache ist, die man heute Mittag am Moosburger Münster über Weiß und Rot lernen konnte? Eher so etwas also wie die Assoziation: „Weiß steht für Keuschheit, Rot für Sexappeal“? Spricht das Gedankenexperiment immer noch für den Dualismus?

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