Experimentelle Philosophie

Das vor anderthalb Monaten elektronisch veröffentlichte Paper von David Chalmers und David Bourget mit dem Titel „What Do Philosophers Believe?“

http://philpapers.org/archive/BOUWDP

stellt einen (schon wieder) vor die Frage, was man von der experimentellen Philosophie halten soll. Warum ist es für die Beantwortung philosophischer Fragen wichtig, Intuitionen „normaler“ oder auch philosophisch qualifizierter Personen zu sammeln? Nicht dass Chalmers und Bourget explizit diese Frage stellen würden. Aber im Paper (S. 2) besprechen sie eine für die experimentelle Philosophie programmatische Idee (ohne sie zu befürworten). Diese besagt:

…the prevalence of views among philosophers can serve as a guide to their truth

Da bin ich skeptisch und wohl altmodisch. Ich denke, dass unsere Aufgabe mit der Formulierung von adäquaten Intuitionen zwar beginnt, dass sie allerdings erst mit der Untermauerung von Positionen erfüllt ist.

Das scheint der experimentellen Philosophie die Legitimation zu entziehen. Dabei bin ich der Entwickler eines Experiments zur Lösung von Zenons Achilles-Paradox! Hier ist ein Foto der Versuchsvorrichtung:

Salingaros

Nur soviel kann ich von den Resultaten preisgeben (sie sind noch nicht publiziert): Mit Schnecken bewahrheitet sich Zenons Behauptung nicht! Der Läufer überholt die Schnecke! Zugegebenermaßen habe ich es mit Schildkröten noch nicht ausprobiert…

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