Educating educators

Novemberhimmel

(Scroll for English)

Der Titel dieses Beitrags ist eine Bezeichnung dessen, was ich fürs Leben mache. Das macht Spaß und es verspricht, dass die schwarzen Novemberwolken der Unbildung über unseren Köpfen sich nicht ausbreiten, vielmehr dem klaren Himmel weichen.

Ohne mit Politik direkt zu tun zu haben, ist es eine politische Arbeit. Denn sie schließt die Zerstreuung zweier Missverständnisse der Öffentlichkeit in puncto Bildung mit ein.

Ich muss darauf bestehen, dass Bildung und Ausbildung zwei verschiedene Sachen sind und auf keinen Fall Synonyme. Guido Westerwelles unerträgliches Unwort: „Bildung-Ausbildung“ gehört in den linguistischen Mülleimer.

Ich muss mich ferner, wenn ich meine Tätigkeit nur halbwegs ernstnehme, in den auch politischen Kampf gegen diese verbreitete Barbarei einbringen – ich meine die Vorstellung, dass die heutige Schule eine Institution im Dienst des Survival of the Fittest wäre. Das sage ich ganz besonders mit Hinweis auf die von Thilo Sarrazin aufgerollte Diskussion über völkische IQ-Tests oder wie auch immer er sie nennt. Die Schule ist vielmehr eine Institution in der Tradition der Aufklärung. Die darwinistische Pädagogik, so wie sie von Elsbeth Stern und Henning Scheich vertreten und unterstützt wird, die statt mehr Inklusion ein soziales Apartheid einrichten will, ist kein akademisches Fach, sondern ein Kategorienfehler, dessen Wurzeln im Unwissen über das aufklärerische Wesen der Schule liegen.

Die neue PISA-Studie, die geradezu unter Liberalen und Linken in Deutschland als Gallionsfigur zur Verbreitung dieser beiden Missverständnisse dient, erscheint in ungefähr einem Monat. Ich kann die aufkommende Hetze schon jetzt nicht ertragen und muss die Lehrer bilden.

The title of this posting is a description of what I’m doing for living. It’s fun and it promises that the dark November clouds of ignorance above our heads will give way to clear skies.

It’s a job which doesn’t have directly to do with politics, nevertheless a „political“ job. It involves the attempt to dissolve two misconceptions of the public concerning education.

In my job I have to insist that education and qualification are two distinct things and that the two terms are no synonyms. Guido Westerwelle, the German foreign minister, loves to pronounce the two as if they were one single German word which in English would sound like „educationqualification“. I hope that he will find no imitators in this.

Further, if I take my job only a bit seriously I have to be engaged in the struggle against a very barbaric view – I mean the idea that the school today is an institution which serves the survival of the fittest. I’m writing this under the impression of the suggestions of the member of the German Socialdemocrats Thilo Sarrazin for an „education“ which helps the German population to „beware“ of the minorities of Germany… The school is an institution in the tradition of enlightenment. Darwinist pedagogics in Germany, supported nowadays by Elsbeth Stern and Henning Scheich, scholars who demand less diversity and less inclusion and a kind of social apartheid, is not an academic discipline! Category mistakes cannot be academic disciplines! And when we’re talking about a democratic institution whose roots are in enlightenment, it is a category mistake to argue (explicitly – this is not a façon de parler!) for raising more hurdles in form of IQ-tests for students in the age of 12 and for artificially increasing stress to make the human organism release more dopamine and achieve learning by biological manipulation…

The new results of the Programme for International Student Assessment which are traditionally used in Germany by Liberals and Leftists to back and put forth these misconceptions will be published in about one month. I see it coming, the smear campaign of those who want the German schools to resemble the German highways – speedy, aggressive, dull. And I have to educate the educators.

One thought on “Educating educators

  1. Fragt mich doch mein Mann gerade heute morgen: „Wie kann es sein, dass trotz dieses Novemberhimmels die Sonne scheint?“ Und ich: „Ist das nicht wunderbar?“ Er: „Das kann aber eigentlich gar nicht sein…“ Und ich: „Das ist ja gerade das Wunderbare.“
    Und so einer bist du, lieber Philori…😉
    Wir lassen uns doch von Novemberwolken nicht vernebeln – nur, weil etwas oft wiederholt wird, wird es deswegen nicht wahrer. (Nur sind die Guido Westerwelles dieser Welt leider zu ungebildet, um dies zu verstehen. Oder: sie haben andere, handfeste Interessen…)

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