Auf der Flucht

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2003, als ich zum zweiten Mal in meinem Leben Griechenland für Deutschland verließ, tat ich das vordergründig, um Berufungsverfahren zu entgehen, in denen wurmstichige Argumente und Kuhhandel eins sicherten: Das Obsiegen eines Lieblingskandidaten. Das und nichts anderes war mein Hauptgrund! Damals war in Griechenland keine Krise und der Verlust des Blickes auf den Golf von Patras vom Department aus war das Hauptargument gegen meine schließlich gefallene Entscheidung.

Aber ich hab‘ kein Glück! Wenn ich einem Missstand zu entgehen versuche, kommt dieser mir hinterher, als gäbe es keine andere Person auf der ganzen Welt, die zu verfolgen wäre. Inzwischen bin ich so erfahren, dass es mir leicht fällt, lange vorher zu erkennen und vorauszusagen, wo die ganz dicke Hausberufung bevorsteht. Heute hab‘ ich wieder eine einschlägige Ausschreibung im Stellenmarkt der Zeit gelesen.

Die universitäre Laufbahn macht einen zwar nicht reich aber wenigstens zum Propheten…

Rio PatronI loved the view from the department hall in the year 2003, when I preferred Germany to Greece for the second time in my life. But I hated something else, and I hated it deeply: appointment processes with fishy arguments and horse trading to guarantee only one thing: that some protegé would be the winner.

However, my bad luck is unparalleled. I try to escape maladministration and it follows me as if there were no other person in the world to follow. In the meanwhile I’m so experienced that I can predict the morally and in Germany also legally highly controversial success of an internal candidate over the external candidates already when I see the advertisement for the position.

The university career doesn’t make you rich but it does make you a prophet!

Today I prophesized something when I was reading the academic jobs in the webpage of the German weekly Die Zeit. Of course, you can say that I can’t be sure that my prophecy is accurate until I’ve seen it verified.

Like I’m not sure if bears wee in the woods?

3 thoughts on “Auf der Flucht

  1. Tja, lieber Philori, es gibt nichts Neues unter der Sonne… Manche Dinge wiederholen sich (und pflanzen sich fort). Hin und wieder frage ich mich, ob sie systembedingt sind oder gar an der menschlichen Natur liegen…
    Und dann stelle ich mir noch diese eine Frage: Können wir daran – durch noch mehr Regeln – im Wesentlichen etwas verändern oder heisst die Devise, diesem Treiben eine entschieden andere Gegenkultur der Qualität entgegenzusetzen, die dann letztlich doch mehr überzeugt?

    • Bei der ersten Alternative (Veränderung) wüßte ich, wie diese zum Schluss aussehen soll, nicht aber, wie ich sie zustande bringe. Bei der zweiten Alternative (Gegenkultur der Qualität) wüßte ich weder was ich suche, noch wie ich’s erreiche. Ich nehme zwar an, ich müsste mich mit dem Schönen zufrieden geben, was mich umgibt, und mit diesem arbeiten. Guter Gedanke, aber ausgerechnet die Vorweihnachtszeit eignet sich nicht dafür. Statt mich aufs Wesentliche aufmerksam zu machen, erreicht sie das Gegenteil.

      • Ich kenne dieses Ohnmachtsgefühl nur zu gut…😦
        Und die Gegenkultur, die lebst und kommunizierst du doch schon, oder? Ich habe bei verschiedenen festgefahrenen Systemen festgestellt, dass es dann erst zur Veränderung kommt, wenn sich genug Menschen, die unter den Systemfehlern leiden, zusammentun, um etwas zu verändern. Sich mit ein wenig Schönem zufriedenzugeben ist dabei sicher nicht mein Anliegen – aber es ist schon mal ein Anfang dem Guten Raum einzuräumen: es könnte doch die Keimzelle der Veränderung werden…
        „Kopf hoch, so lange er noch dran ist!“ (wie mein Onkel zu sagen pflegte)

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