Epiphenomenal epiphany

Epiphanie2

(Scroll for English)

Wenn ich zum 6. Januar „Epiphanie-Tag“ höre, kann ich nicht umhin, an ein anderes griechisches Wort zu denken: „epiphainomenon“, das Nebenerscheinung bedeutet und mit „Epiphanie“ eng verwandt ist. Mit anderen Worten muss ich denken, dass die „Offenlegung“ der Göttlichkeit Christi lediglich eine Nebenerscheinung ist – eine Nebenerscheinung der körperlichen Existenz des Mannes namens Jesus. „Sich als Gott erkennen zu geben („epiphaneia“), ist für jemanden so etwas wie es für einen Körper ist, nichtphysische Eigenschaften als Nebenerscheinungen („epiphainomena“) zu haben“ – so mein (philosophisches, nicht theologisches) Verständnis der griechischen Wörter.

Ich weiß: Während sie das Wort „epiphaneia“ benutzen, lehren die Theologen etwas anderes. Aber was denn? Theologisch gesehen wollte der Mann von der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes gestern glauben lassen, er habe den getauften und als Gott erkannten Christus aus dem Fluss Jordan geborgen – so jedenfalls der Gesang, der ertönte, als der Mutige in ein Wasser sprang, in dem Anfang Januar keine hundert Kilometer von den Alpen entfernt völlig andere Temperaturen als in der lyrischen Vorlage herrschen.

Ich glaube, dass die Theologie in diesem Fall – und ansonsten sehr oft – einen Diskurs führt, der im Glaubenlassen besteht.

Every January 6th, when I hear the word „epiphany“ (Greek for something like „superimposed revelation“) my direct association is another Greek word: „epiphainomenon“: „supervenient appearance“ – NB, a word etymologically closely related with „epiphany“. Given this association, my linguistic (and philosophical, definitely not theological) understanding of „epiphany“ is that Jesus’s divine nature is only supervenient upon his body. „Being recognized as God („epiphaneia“), is for a body like having supervenient non-physical properties („epiphainomena“)“.

I know: although they use the word „epiphany“, theologians teach something different. But what do they teach precisely? From a theological point of view, the man from the Bavarian Red Cross on the picture above played in a make-believe game dictated or rather sung by the priests who stood on the bridge above him – a game according to which he retrieved the baptized Jesus from the river Jordan, although, actually, he swam in the river Isar in downtown Munich, not far from the Alps; and this in early January (yesterday)!

In fact, I believe that theology plays make-believe games quite often.

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