Leibnizians love logic

(Scroll for English)

Das ist die Fortsetzung von „Verliebt aber null Gunstbezeugungen„.

Leibniz definierte die Liebe als Freude am Glück des anderen. So verstanden erbringt die Liebe einen Gewinn für die liebende Person – einen Gewinn auf höherer Ebene als die Ebene des Glücks der geliebten Person. Denn der Gewinn ist eben dieses Glück.

Wer Metaphysik oder Logik oder – von mir aus – Ozeanographie betreibt,  um die Disziplin gedeihen zu sehen, und Freude daran hat, liebt diese Disziplin im Sinn der Definition.

Aber bereits der Umstand, dass man beim Aufblühen eines gerechten Steuerwesens selber finanziell besser steht, macht es unmöglich, das Steuerwesen zu lieben – jedenfalls im Sinn der leibnizschen Definition. Man zieht ja einen direkten Gewinn daraus und keinen auf höherer Ebene.

Freude am Glück des anderen ist Liebe. Freude am anderen ist Konkubinat. Oder ein Zeichen des Hungers.

Leibniz

This is the sequel of the previous posting.

Leibniz defined love as being delighted by the happiness of another. Thus understood, love produces a revenue to the loving – but one of a higher order. The happines of the beloved part is at level one. The satisfaction which the loving part receives from this happiness is at level two.

Doing metaphysics, logic, oceanography – or you name it – with enthusiasm in order to see the discipline flourish is to love the discipline when the only delightment you have from this, is to see metaphysics, logic, oceanography etc. flourish.

But making your tax declaration gladly does not pass Leibniz’s test for love because its benefits are direct.

Being delighted from the happiness of another is love. Being delighted from another is concubinate. Or the satisfaction of hunger.

2 thoughts on “Leibnizians love logic

  1. Wer sagt denn, ‚dass man beim Aufblühen eines gerechten Steuerwesens selber finanziell besser steht‘? (Auf Englisch steht da etwas ganz anderes, nämlich, dass man vom fröhlichen Ausfüllen der Steuererklärung direkte orteile zieht, was sich auch bezweifeln lässt, aber nicht dasselbe ist)

    Ich liebe das Steuersystem, nach deiner Definition, denn ich empfinde Glück daran, dass der Staat seine vielfältigen Aufgaben mit meinem Geld mitstemmen kann. Manche sagen, da kann man meine norwegischen Wurzeln erkennen.

    Das nur am Rande und viel Erfolg weiterhin bei dem Steuerbescheid!

    SebRim

    • Danke für diesen durch und durch Kantischen Standpunkt, lieber Sebastian. Ich weiß nicht, ob die norwegischen Wurzeln eine größere Tendenz zum Kantianismus vorgeben, aber ich glaube es Dir gern. Als Kantianer kannst Du natürlich sagen, dass es Sinn ergibt, ein Wohlgefallen an der Erfüllung einer Pflicht zu haben. Aber selbst als norwegischstämmiger Kantianer kannst Du m.E. nicht sagen, dass dieses Wohlgefallen Liebe wäre. Du wärst z.B. nicht bereit, nehme ich an, Fehler zu deinen Ungunsten im Steuerbescheid hinzunehmen, oder? Bei der Liebe ist so etwas aber gang und gäbe. Die kleinen Macken der geliebten Person lieben wir zwar nicht, aber wir lernen, mit ihnen zu leben. Ist es nicht bezeichnend, dass wir vom „Ende einer Liebe“ sprechen, wenn wir mit diesen Macken nicht mehr leben können, wenn wir sie nicht als so klein empfinden usw.?

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