Was machte Leibniz in einem Wagen unterwegs von Wien nach Hannover vor genau 300 Jahren?

SCROLL FOR ENGLISH

Die Antwort lautet: Er verfasste die Monadologie!

Indizien dafür, dass er das Werk in einem Wagen verfasste, soll die eigenartige Handschrift bieten. Im Wagen unterwegs von Wien nach Hannover war er aber Anfang September 1714. Also verfasste er das Werk genau 300 Jahre vor dieser und nächster Woche. Wenn ich mir allerdings das Manuskript angucke, dann denke ich, dass entweder die Straße richtig glatt gewesen sein muss oder der Wagen eine ausgesprochen gute Federung gehabt haben wird. Meine in einem Auto oder im Zug entstandene Handschrift sieht ganz anders aus.

Handschrift Monadologie

How did Leibniz spend his time in a carriage on the way from Vienna to Hannover exactly 300 years ago ?

He wrote the Monadology!

The handwriting contains some indications that Leibniz wrote the book in a carriage. And he was in this carriage from Vienna to Hannover in early September of the year 1714. Consequently he wrote the book exactly 300 years before this and the next week. When I look at the manuscript though, I cannot help myself thinking that it was either a very smooth street or a carriage with an excellent suspension. My handwriting when I’m in a car or in the train looks differently!

Advertisements

A bit of poetry to express what cannot be clearly said

SCROLL FOR ENGLISH and MODERN GREEK

 

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

Rilke und Rodin

Autumn Day

Lord: it is time. The summer was immense.
Lay your long shadows on the sundials,
and on the meadows let the winds go free.

Command the last fruits to be full;
give them just two more southern days,
urge them on to completion and chase
the last sweetness into the heavy wine.

Who has no house now, builds no more.
Who is alone now, will long remain so,
will stay awake, read, write long letters
and will wander restlessly up and down
the tree-lines streets, when the leaves are drifting.

Rainer Maria Rilke in Edward Snow’s translation with one small correction

Tsarouchi Phthinoporo

Φθινοπωρινὴ μέρα

 

Κύριε καιρὸς ἦταν καὶ τὸ θέρος μέγα πολύ.

Ρίξε τὸν ἴσκιο σου στὰ ἡλιακὰ ρολόγια,

στὰ χέρσα ἂς τὸν ἄνεμο νὰ ξεχυθῇ.

 

Πὲς νὰ μεστώσουν οἱ ὄψιμοι καρποὶ,

δώσ’ τους δύο ἀκόμη μέρες νότου,

κάν’ τους να ὡριμάσουν πιὰ ἀφ’ ὅτου

θέσῃς τὴν τελευταία γλύκα μὲς στὸ βαρὺ κρασί.

 

Σπίτι ὅποιος δὲν ἔφτιαξε δὲν θὰ τὸ χτίσῃ πιά.

Μονάχος ὅποιος ἔμεινε θὰ μείνῃ γιὰ πολύ,

θὰ ξαγρυπνᾷ, θὰ μελετᾷ ἢ θὰ γράφῃ καμμιὰ μεγάλη ἐπιστολὴ

καὶ στὶς ἀλέες θὰ περπατῇ

ἀνήσυχος μὲς στὴν φυλλοροή.

 

Ράινερ Μαρία Ρίλκε σὲ δική μου μετάφραση

 

Overlapping holes and shadows

SCROLL FOR ENGLISH

Der Sommer ist vorbei und mit ihm die schön konturierten Schatten.

Schatten werden von Casati als “Löcher im Licht” bezeichnet. Dabei unterscheiden sich die Schatten von den Löchern in einem wichtigen Punkt: Es gibt sich überschneidende LÖCHER, deren Schnitt natürlich die Stelle oder Stellen ihrer Überschneidung ist. Wenn aber nur eine Lichtquelle vorhanden ist, können sich die SCHATTEN zweier Gegenstände nicht überschneiden.

Nehmen wir z.B. zwei Personen, einen Erwachsenen und ein Kind, die nebeneinander auf einem Bahnsteig stehen. Wenn die Lichtquelle, der Erwachsene und das Kind IN DIESER ANORDNUNG auf derselben Geraden liegen, so dass das Kind voll im Schatten des Erwachsenen steht, wirft das Kind keinen Schatten.

Wenn das Kind nun einen Arm seitlich ausstrecken würde, dann würde es sich freilich auf dem Gesamtschatten bemerkbar machen, es gäbe allerdings KEINE zwei sich überschneidenden Schatten, etwa des Kindes und des Erwachsenen, dessen Schnitt der Kindesschatten minus den Kindesarmschatten gewesen wäre. Was es gäbe, wäre eine Vereinigung aus Kindesarmschatten und Erwachsenenschatten, denn das sich voll im Schatten des Erwachsenen befindende Kind-minus-Arm wieder keinen Schatten werfen würde.

Das heißt, dass zwei oder mehrere Löcher in einem Gegenstand sich sehr wohl überschneiden können, aber es ist Unsinn, von zwei oder mehreren sich überschneidenden Schatten bei einer Lichtquelle zu sprechen.

Schatten

The summer is gone. And the beautifully contoured shadows went with it.

Casati calls shadows “holes in the light”. I don’t find his terminology fitting. Shadows differ from holes in a very crucial point. There is a possibility for two or more holes to overlap. The overlapping parts of two holes are the cut of the same holes. But there are no overlapping shadows of you have only one light source.

Take for example two persons, an adult and a child, standing beside each other on a platform at the railway station. When the light source, the adult and the child are on the same line and the child is wholly in the shadow of the adult, then the child has no shadow.

When the child, now, raises one arm to her shoulder’s height, of course she makes herself seen in the shadow. But the shadow to be seen, then, is not the shadow of, say, one adult and one child with a cut which would be the child minus her arm. No! What you see then, is the union of the adult’s shadow and the child’s arm’s shadow. The child-minus-her-arm remains in the shadow of the adult.

This shows that, while there are overlapping holes in one thing, it’s nonsense to speak of overlapping shadows as holes in the light, when you have only one light source.