Talking about nothing

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Wenn Rudolf Carnap Recht gehabt hätte in seiner Analyse vom Nichts auf S. 230 seines berühmten antiheideggerianischen Artikels „Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache“ aus dem Jahr 1932 (Erkenntnis 2, S. 219-241), dann wäre der Satz „Es ist so schön, dass es dich gibt“ gleichbedeutend mit: „Es ist so schön, dass sich dein Name nicht auf die leere Menge bezieht“.

Was mich hierbei stört, ist, dass es tatächlich schön ist, wenn mein Name sich nicht auf die leere Menge bezieht, und zwar genau dann, wenn es schön ist zu existieren. Meine Leser mögen sich etwa vorstellen, ihre Namen würden sich auf die leere Menge beziehen, während sie sonst das Leben genießen🙂

Noch mehr stört es mich aber, dass es nach diesem Gedankengang unausweichlich ist zu existieren – als die leere Menge – genau dann, wenn wir nicht existieren. Da Eigennamen nämlich starre Designatoren sind, würden sich Eigennamen von nichtexistierenden Personen oder Gegenständen starr auf die leere Menge beziehen!

Da die leere Menge Element jeder Menge ist, folgt es, dass das, was wir „Bill, die Eidechse“ nennen, Element von jeder Menge ist. Ist das etwa, was wir meinen, wenn wir behaupten, „Bill die Eidechse“ referiere nicht?

Die Frage ist bloß rhetorisch. Ich stelle außerdem fest, dass Lewis Carroll zuweilen modernere logische Einsichten hatte als Carnap ein Jahrhundert später.

Mit ihren Illustrationenen aus der slowakischen Ausgabe des Jahres 1981 bereitet mir eine der DDR-Editionen von Alice im Wunderland in der Übersetzung und Nachdichtung von Lieselotte und Martin Remané, die ich kürzlich antiquarisch bestellte und bekam, eine große Lesefreude.  

Alice2ENOUGH WITH SCROLLING

If Rudolf Carnap were right in his analysis of nothingness on p. 70 of his famous anti-Heideggerian essay „Elimination of Metaphysics through Logical Analysis of Language“ (Carnap, Rudolf, “The Elimination of Metaphysics Through Logical Analysis of Language,” trans. Arthur Pap, in A. J. Ayer (ed.), Logical Positivism, New York: The Free Press, 60–81), originally published in German in 1932, the sentence „It is so nice that you were born“ would be equivalent with: „It is so nice that your name doesn’t refer to the empty set“.

An embarassing thing about it is that it is nice if your name doesn’t refer to the empty set if and only if it is nice that you exist. Imagine you enjoy life but your name refers to the empty set🙂

A more embarassing thing, however, is that, by this line of thought, you cannot fail to exist – as the empty set – if and only if you don’t exist! Since your name is a rigid designator, if you wouldn’t exist, your name would refer to the empty set rigidly – as a proper name for the empty set!

Since the empty set is an element of every set, it follows that the thing called „Bill the Lizard“ is an element of every set. But is this what we mean when we maintain that „Bill the Lizard“ refers to nothing?

The question is rhetorical. And Lewis Carroll, although one century earlier, was in some cases a logician who had more modern insights than Carnap.

2 thoughts on “Talking about nothing

  1. Achja, Gefühle in der analytischen Philosophie, ein seltenes Vergnügen. Ich frage mich, wie Philosophen untereinander wohl über Liebe kommuniziert haben? „Schatz, die Schlussfolgerung aus zwei Prämissen, das sind wir…“

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