A peer reviewer’s algorithm

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Wer meint, etwas Neues sagen zu können, bejammert die Situation. Der Rest versucht nach Krämerseelenart kleine Karrierebausteine in Form von nichtssagenden und innerhalb von Wochen in Vergessenheit zu geratenden Aufsätzen aufeinander zu legen. Denn das ist das Einzige, was man bei diesem degenerierten Peer-Review-System machen kann. Jaakko Hintikka hat die meines Erachtens schönste Beschreibung der hässlichen Realität vor fast genau fünf Jahren in einer Email an den guten Freund und wichtigen Logiker Jean-Yves Beziau geliefert.

Meine Bücher lagern in Kisten, die Nächte vor einem Umzug sind öde. Denn wo notiere ich was mit dem Bleistift auf dem e-book? Auf dem Bildschirm etwa?

Da nun unsere Bleistifte bekanntlich klüger sind als wir, habe ich einen genommen und den Algorithmus des durchschnittlichen Zeitschriftengutachters formuliert. Gleich nach dem englischen Text ist er zu finden. Viel Spaß bei der Entdeckung eines Stücks einflussreicher Wissenschaftspolitik…

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It’s much deplored by at least those scholars who have something new to say: the peer-review system is degenerate. The soberest description of the sad situation was given to my mind almost exactly 5 years ago by Jaakko Hintikka as quoted by Jean-Yves Beziau – an important logician and a good friend – here following a personal communication between them.

Since my books are all in boxes and, until we arrive at our new home, I have only e-books to read (not really an option since I can’t use my pencil on the screen…) I spent my time last evening with formulating what apparently is the algorithm of a peer reviewer. Enjoy!

Peer reviewer's algorithm

7 thoughts on “A peer reviewer’s algorithm

  1. Pingback: A peer reviewer’s algorithm. Von: philori.de |

  2. Pingback: A peer review of IIFET 2016 – Mereconomics

    • Ich versuche, dem Typus 2 zu entsprechen: „the good guy“. Es gibt auch soziale Gründe für viele der von Ward aufgezählten Typen zwischen 3 und 6. Da ist zum Beispiel der „zu-meinen-Tagen“-Typ eher ein Emeritus. Ein paar der anderen Typen sind darauf zurückzuführen, denke ich, dass der vorgesehene Gutachter keine Zeit hatte, so dass er die Begutachtung einem verunsicherten und sich profilieren wollenden Doktoranden aufgetragen hat. Ich hatte mal einen Gutachter für einen Aufsatz im Zwischenbereich von Spieltheorie und Logik – schließlich kam er in einem A-Journal raus – der meinte, es sei kein Problem, wenn eine pareto-optimale Lösung einen formalen Widerspruch nach sich zieht: pareto-optimal sei pareto-optimal, fertig aus… Nun kann ich natürlich nicht wissen, dass das ein Studi war – vielleicht bin ich da etwas paternalistisch – aber so etwas ist typisch für jemanden, der nicht genug – auch im Sinne von: nicht lange genug – über Rationalität reflektiert hat und nur ein „Handwerk“ beherrscht.

      • Ach ja, und Allan Bäck von der Kutztown University hat mir mal gesagt, er hat einen Artikel über Metaphysik Γ‘ geschrieben, also das Kapitel Gamma der Metaphysik von Aristoteles, und der Gutachter hat bemerkt, dass der Autor, Allan also, das Symbol „Γ“ nicht definiert. Das sind natürlich die ganz lustigen Sachen.

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