Kalo Paskha

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Ausgerechnet heute spiele ich den advocatus diaboli bzw. Quinei (Ich latinisiere mal Willard Van Orman Quine als „Villardus de Ormano Quineus“). Ein Außenstehender hätte heute Morgen bei uns in der Großfamilie keine Möglichkeit gehabt herauszufinden, wer welchem Glauben anhängt. Wir haben Vertreter aller drei großen christlichen Konfessionen. „Frohe Ostern“ benutzten also heute meine Frau, ihre Schwester und deren Mann in dem Sinne: Heute ist Ostern, also freut Euch; die Kinder und ich dagegen in dem für Ostchristen am Palmsonntag typischen Sinn: Auf das große Fest nächsten Sonntag sollen wir uns gut vorbereiten.

Da wir alle den Wunsch als etwas sehr Natürliches für den heutigen Tag akzeptierten und weitergaben, gibt unser Verhalten Quine (Word and Object ist der Ort, wo er die Theorie ausführlich darstellt), Recht, wenn er meint, unsere Äußerung (ich wiederhole: „Frohe Ostern“) sei in allen Fällen heute Morgen gleichbedeutend gewesen, jedenfalls bis die Westchristen der Familie Capuccini bestellten, während der Ostchrist sich in der Fastentugend des Ristretto übte – die Kinder trinken natürlich keinen Kaffee.

Allerdings wurde nach Quines Ansatz die Äußerung „Frohe Ostern“ heute in der Früh bei uns gleich gemeint, während sie klarerweise nicht von allen gleich verstanden wurde. Wir wissen ja voneinander, dass für die einen Ostern heute ist, während es für die anderen erst in einer Woche gefeiert wird.

Quine hätte wohl hier gesagt, die Bedeutung habe nichts damit zu tun, wie die Leute etwas meinen oder verstehen.

Bei Aussagen könnte ich da ein Auge zudrücken. Aber bei Optativen?

Letztlich polemisiere ich sehr gegen stimulus meaning. Ich finde den Ansatz La-Mettrie-mäßig und fühle mich gerade vor Ostern stets veranlasst, ihn zu hinterfragen.

Enough with scrolling

Of all days, today I’ll be devil’s advocate. In fact Quine’s.

Today in the morning, outsiders would be clueless about which member of our clan is an adherent to which faith. As a group of representatives of all three of the major Christian denominations we wished each other a Happy Easter. Protestants and Catholics, my wife, her sister, my brother-in-law, wished so in the moment speakers of German typically say „Frohe Ostern„: on Easter. The kids and I however wished so on the day the Orthodox wish „Happy Easter“: on Palm Sunday, which, for us, is also today! On Easter, the Orthodox never say „Happy Easter“. They say „Christ is risen“ instead.

But since our behaviour was quite agreeing in using the words „Frohe Ostern“ and in taking them as the most natural thing to say today, Quine’s argument would be (open his Word and Object for details) that we all meant the same thing until we started to order: the Occidentals cappuccino, one still fasting Oriental espresso – the kids do not drink coffee.

But how can we mean the same thing when we don’t understand the same thing? Quine would say that what words mean is not how people understand what they say.

I grant this view when it pertains to statements. But when it pertains to optatives?

Lately, I’m very critical towards Quine’s stimulus meaning. It appears to me as an account on zombie language, on language of agents without mental states. In the time before Easter it seems less tenable than in the rest of the year.

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