Squaring Crete in November – Extended deadline for submissions

6th World Congress on the Square of Opposition

Orthodox Academy of Crete, November 1-5, 2018

Final extended deadline to send an abstract is September 24

http://www.square-of-opposition.org/

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Free variables for free teens

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Die Einführung in die Algebra geschieht in der Regel in der 7. Klasse. Der Lehrer sagt das unvermeidliche „Jetzt lernen wir, mit Buchstaben zu rechnen“ und die Dreizehnjährigen sollen auf einmal „tschecken“, dass die Ixen und die Ypsilons nicht für einen Laut stehen, wie sie bisher lernten, sondern Platzhalter für mathematische Werte sind. Zwar spricht der Lehrer nicht die Wörter „ungebundene Variable“ aus – die wenigsten Lehrpersonen würden den Logiker-Jargon beherrschen – aber, dass es so etwas gibt, sollen die Teens auf einmal begreifen.

Dass das nicht auf Anhieb funktioniert, verwundert oft. Auf die Gründe, aus denen es so oft vorkommt, dass Xen und Ypsilons fatalerweise miteinander addiert werden, anstatt dass sie von hier nach da geschoben und manipuliert werden, wie es der Lehrer sagt und erwartet, kommt es vielleicht nicht so sehr an. Meine Vermutung ist jedenfalls, dass die jungen Leute im Hinterkopf haben, dass „x“ und „y“ Konstante sind. Sie haben diese Zeichen ja als Konstante für phonetische Werte kennengelernt, eben Laute, und es fällt ihnen wohl nicht leicht, sie als stellvertretend für alle numerischen Werte zu betrachten.

Es gibt vielleicht die Schüler, die nach der Neudefinition von „x“ und „y“ damit beginnen, sie anders zu verwenden als im Deutschunterricht. Definitionen sind didaktische Hilfsmittel und bereits Aristoteles sowie die griechischen Mathematiker betrachteten es bereits in der Antike als nützlich fürs Lernen, wenn Buchstaben die Variablen bezeichnen. Allerdings sind die didaktischen Hilfsmittel für Erwachsene nicht immer geeignet für Kinder und mir jedenfalls ist nie bisher ein dreizehnjähriger Bourbakist untergekommen. Da wird man didaktisch zum Konstruktivisten. Meiner großen Tochter habe ich mit Jolly Roger und Pink Panther an Stelle von „x“ und „y“ den Umgang mit freien Variablen beigebracht. Die freien Variablen definiert habe ich niemals bei ihr. Höchstens habe ich das in dieser Lehrveranstaltung in Erfurt vor Jahren gemacht, die Prädikatenlogik zweiter Stufe voraussetzte, was ich im Schnelldurchgang machte. Aber selbst da glaube ich nicht, dass die Studenten wegen meiner Definition die Zeichen korrekt manipulierten.

Jedenfalls macht es den Kids Spaß, alberne Bilder als semantisch ungesättigte – und deshalb unkalkulierbare – Symbole loszuwerden, wenn sie sie im Zähler und im Nenner desselben Bruchs vorfinden. Herzchen und Fische sind so ungewöhnlich in diesem Kontext, dass sie niemals versuchen werden, mit ihnen zu rechnen. Schnell werden sie erkennen, dass das Verhältnis 4💰/2💰 zwei zu eins beträgt. Sie sind dagegen oft nicht so sicher, wenn sie 4x/2x sehen, ob der Bruch um die Xen zu kürzen ist. Keine Ahnung warum! Vielleicht, weil man „tableaux“ nie um das „x“ kürzt, auch wenn das stumm ist.

Selbst wenn der Groschen nicht fällt, dass sie auch in der Algebra Faktoren zu eliminieren versuchen sollen, den klassischen Fehler des Addierens von 2x und 2y zum Ergebnis 4xy werden die Schüler, wenn sie komische Icons statt „x“ und „y“ haben, nicht mehr machen. 2☠️ und 2❤️ ist für sie nicht 4☠️❤️.

Ein offensichtlicher Nachteil des Ganzen ist, dass alberne Bilder unschön sind. Wer also glaubt, dass es in der Mathematik um Eleganz geht – ich z.B. – sollte schöne erfinden.

Sie sollen nur abstrakt genug sein, um den Eindruck zu erwecken, hier gehe es um Platzhalter, die viele mögliche Werte suggerieren.

Enough with scrolling

Traditionally, algebra begins in the 7th grade. Teachers talk the obligatory „now-we’ll-calculate-with-letters“-talk and the teens are supposed to see that these letters are unbounded variables. I mean, the teacher doesn’t tell them they’re unbounded variables and she’ll rather ignore the logician’s jargon, but she understands letters to be unbounded variables and expects students to understand them this way too.

However, teens have often huge problems with this. They’ll rather want to calculate with these „x“s and „y“s – fatal mistake! – instead of trying to drag them from here to there and to manipulate them like they’re supposed to do. One reason for this highly defeasible tendency could be the fact that for six or seven years schoolchildren have been treating „x“ and „y“ and „a“ and „b“ as having one value – a phonetic, of course, but, still, one-and-only value. And now the teacher wants them to start treating them as gaps for any value? That doesn’t work. I mean, it works for mathematics and logic but here I’m talking didactics. Constructivist didactics maybe; however the more I’ve worked with teenagers – but also with university students – the less sympathetic I’ve become towards Bourbakism.

Already Aristotle and the Greek mathematicians have used letters as variables. I am fond of this huge heritage but my daughter grasped the thought behind the „x“ and the „y“ after I started to use them interchangeably with hearts, the Jolly Roger and the Pink Panther. Kids will rather try to rid these symbols off if they see them in the numerator and the denominator of the same fraction instead of calculating with them. But they’ll not try to rid off letters in analogous cases. But, I mean, you don’t get rid of „x“ in the word „tableaux“ either, do you? At any rate there is something in letters that blocks them when they’re about to amplify an algebraic fraction.

And even if they don’t get the clue behind eliminating variables as factors, by using funny icons instead of letters as symbols for variables at least you can forget the classical mistake of taking 4xy to equal the sum of 2x and 2y. No way they would sum up 2☠️ and 2❤️ to be 4☠️❤️. And, as I said, they’ll quickly recognise that the ratio of 4💰/2💰 is two to one, which is not always the case when you give them 4x/2x.

These didactical tools have at least one disadvantage: they are not beautiful. This is why, for those who believe that maths is about beauty – and I do believe so – they are suboptimal. But this is only a technical problem to be solved with the creation of beautiful icons.

One has only to take care that they’re abstract enough to suggest variables.

Brentano

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Erst wenn ich meinen Vortrag an der RSS Basel überdenke, wird mir klar, wie außergewöhnlich der Ansturm von vielen außergewöhnlichen Studenten in Franz Brentanos Vorlesungen an der TH (heute TU) Wien war: von Freud bis Husserl und von Twardowski und Meinong bis Steiner waren das die führenden Psychologen, Philosophen, Logiker und Pädagogen des 20. Jahrhunderts. Kant hatte geradezu Kiesewetter und Herder als direkte Schüler und das war’s!

Für die vorstellungsorientierten Gemüter habe ich unten eine Dokumentation des Zusammentreffens. Fake News natürlich, aber auf einer tieferen Ebene doch zutreffend.

Dilettantisch habe ich sie auch gemacht, um unvorsichtigem Fürvollnehmen vorzubeugen.

Enough with scrolling

In the aftermath of a lecture I gave at the RSS Basel I just realise that Brentano’s lectures at the back then TH (now TU) Vienna were visited by an unusually large number of people destined to be very important in psychology, philosophy, logic and education: from Edmund Husserl to Sigmund Freud and from Kazimierz Twardowski and Alexius Meinong to Rudolf Steiner. And I thought, since this circle is rather unknown to a wider public…

…well, I thought, let’s fake a documentation.

One more fake fact that’s more genuine than much bullshit around.

I mean, just compare! Kant had Herder and Kiesewetter as direct disciples and that was that!

Fake facts

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Es gibt eine nicht sofort ins Auge springende Gemeinsamkeit zwischen den drei Gemälden, d.h.:

Raffael Sanzios Schule von Athen (1511, Stanza della Segnatura, Vatikan);

Mikhail Nesterovs Philosophen (1917, Tretjakov-Gallerie, Moskau);

Johannes Grützkes Böcklin, Bachofen, Burckhardt und Nietzsche auf der Mittleren Brücke in Basel (1970, Kunstmuseum Basel).

Sie stellen Begegnungen dar, die in der abgebildeten Form nicht stattfanden. Gleichzeitig Begegnungen, die im übertragenen Sinn genau so stattfanden. Platon und Aristoteles unterschieden sich darin, ob die Allgemeinbegriffe von oben kommen, oder ob sie konventionelle Abstraktionen des Gegebenen darstellen. Aber nebeneinander argumentierend – Raffael säumt sie sogar mit einer anachronistischen Schar von Akademikern und Peripatetikern in einer römischen Halle, die vom technischen her nur in der Spätantike, vom ästhetischen her nur in der Renaissance möglich wäre – waren sie nicht zu sehen.

Sergej Bulgakov und Pawel Florenskij, die von Nesterov abgebildeten Philosophen, waren im Silbernen Zeitalter Mitstreiter im nichttraditionalistischen Verständnis eines orthodoxen Glaubens, der mit den nomologischen sowie den Sozialwissenschaften im Gespräch bleibt. Später sollten sie Dissidenten des Sowjetregimes werden. Aber im Wald unterwegs waren sie nie. Vielleicht haben sie sich kurz in Moskau kennengelernt.

Bachofens Mutterrecht, Nietzsches Kulturkritik, Burckhardts Betonung der Kulturgeschichte für die Zeitgeschichte und aller drei Antimodernismus passen zueinander unabhängig von ihrem Zusammenfallen im Basel der 1870er Jahre. Die Vogel-Gryff-Prozessions-Pose lässt eine Nähe vermuten, die allerdings nur in ihrer Korrespondenz und in ihren Schriften spürbar wird.

Fotos sind nicht Gemälde. Sie bilden nur stattgefundene Begegnungen ab, so z.B. die vieldokumentierten zwischen Einstein und Gödel an der Princeton Uni. Allerdings sind beide Theorien, die Relativitätstheorie und die Unvollständigkeit von formalen Sprachen, kein bisschen einander näher gekommen dadurch. Wenn man mich fragt, welches der Bilder oben oder unten am meisten „Fake“ ist, würde ich sagen: das Foto.

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The three paintings of this post have something very interesting in common. Especially juxtaposed to the photograph.

The first painting is Raffael Sanzio’s School of Athens (1511, Stanza della Segnatura, Vatican).

The second is Mikhail Nesterov’s Philosophers (1917, Tretyakov-Gallery, Moscow).

The third is Johannes Grützke’s Böcklin, Bachofen, Burckhardt and Nietzsche on the Middle Bridge in Basel (1970, Kunstmuseum Basel).

They represent encounters that, factually, never took place. At least not in this form. Encounters, at the same time, that did take place in an ideal form. Plato and Aristotle did have a dispute on whether universals were real entities from above, at least in a sense of „above“, or conventional abstractions. But Raffael depicts the disputants anachronistically surrounded by all possible academics and peripatetics in an architectonical environment that was technically possible only in late antiquity and aesthetically desirable only in the Renaissance.

Sergei Bulgakov and Pavel Florensky, Nesterov’s figures in the countryside, were encouraging each other with their life and work. Both were champions of a new reading of Eastern Orthodoxy and scientists: the former an economist, the latter a mathematician. The former managed to be admired by Lenin before writing books on a religious understanding of national economy and fleeing the USSR already ordained a priest. Lenin expressed his disappointment about Bulgakov’s conversion in a series of malicious comments found in his letters to his sister and his mother. Florensky managed to be powered by Trotsky as an expert in electromagnetism for the Soviet state electrification company to always go to his office in a cassock similar to the one in the painting, to write books on mysticism and contradiction, finally to be eliminated under Stalin’s terror regime. The two of them had had probably short encounters in Moscow but there is no way Nesterov could have seen them walking together in the countryside.

Bachofen’s matriarchy hypothesis, Nietzsche’s Kulturkritik, Burckhardt’s emphasis of culture in history and the entire triad’s hostility to modernity would fit together also if the three of them hadn’t coincided in Basel in the 1870s. They were probably never seen all together on the old bridge in the depicted way – but they can be read in that way.

Photographs are not paintings. They only depict real events, e.g. Einstein’s well documented walks with Gödel at the Princeton campus. These walks never brought relativity and incompleteness together, the two core concepts of the most famous theories of the two giants. If you ask me which of the four pictures above is the most fake of all, I’d say the photograph.

Coffee parts

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Der „deconstructed coffee“ soll, so eine stets sehr gut informierte Freundin, der neue australische Trend sein. Ich hatte keine Ahnung davon und, wenn ich keine Ahnung über einen Trend habe, fühle ich mich alt. Serviert werde er in verschiedenen Behältnissen. Eines ist für den Kaffee, eines für die Milch, eines für den Zucker, eines fakultativ für extra heißes Wasser.

Mir geht es hier nicht um australische Geschmäcker, sondern eher um sprachliche Akkuratheit.

Es ist nämlich fraglich, ob hierbei von einem zerlegten Kaffee die Rede sein kann, da die wie oben servierten Zutaten nie Teile eines Ganzen waren. Nun kann der Freund des Ausdrucks „deconstructed coffee“ einwenden, dass von einem Ganzen ausgegangen werden muss, nachdem der zerlegte Kaffee ein chronomereologisches Ganzes von etwas ist, was spätestens im Magen vereint ist. Das wäre zwar nicht mein Verständnis von der Regionalontologie der heißen Getränke, aber heute bin ich gut drauf.

Aber ist es überhaupt Kaffee dann? Wer in Italien einen Cappuccino und ein Tiramisu bestellt und fünf Minuten später den Kellner fragen hört: „Chi voleva un caffè e un tiramisù?“ ist gut beraten, sich nicht zu melden. Das ist, um zu vermeiden, dass der Kellner abweisend mahnt, bei der Arbeit durcheinander gebracht zu werden. Denn wer Cappuccino und Tiramisu bestellte, wird doch wissen, dass derjenige, der caffè und Tiramisu bestellte, jemand anders sein muss.

Es ist außerdem kein langes Argument nötig, um zu zeigen, dass ein ungesüßter Espresso oder Ristretto nicht „zerlegt“ werden kann. Ein solcher hat nämlich nur solche echten mereologischen Teilmengen (= Teile), die homogen sind: nichts als Kaffee – im Sinne der traditionellen Mereologie ist ein Kaffee ein homogenes Ganzes! Man kann zwar homogene Espresso-Teilmengen in viele Tassen teilen, zerlegt den Espresso aber dadurch nicht in seine Zutaten und schnell kalt wird er dann auch noch!

(Das letzte ist kein philosophisches Argument, jedoch lag es mir auf der Zungenspitze).

Und gesüßter Espresso? Das Kaffeesein kann ihm jedenfalls nicht abgesprochen werden. Und man kann den Zucker getrennt reichen.

Aber wurde er jemals etwa anders serviert?

Ich schließe daraus, dass es, recht verstanden, keinen zerlegten Kaffee geben kann.

Von Dekonstruktion kann sowieso nur gesprochen werden, wenn die Ordnung auch als (herausgetrennter) Teil des Ganzen genommen wird. Das ist ein sehr interessanter Gedanke, der hier beileibe nicht zutrifft.

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Talking about deconstruction takes for granted that the order of a whole is a part of it and that you can take this part out of the whole. Which shows that material wholes also have non material parts. But there are cases in which you can’t distort the order. In fact, these are trivial cases!

I’m told that the „deconstructed coffee“ is the new trend. Served in the parts it consists of, say coffee, sugar and milk, in different cups, cans, bowls.

I have various concerns however about whether talking of a „deconstructed coffee“ is an adequate description of the beverage in question.

The ingredients thus served have never been one whole, so they can’t be said to be served as deconstructed parts thereof.

But even if one grants that they are a deconstructed whole, this whole is no coffee! If you order a cappuccino and a tiramisu in Italy and five minutes later you hear the waiter asking „Chi voleva un caffè e un tiramisù?“ DON’T raise your hand! It’s a cappuccino you wanted, not a coffee. If you ordered a cappuccino and a tiramisu, it’s another customer who wanted caffè and tiramisu, not you. So, don’t be offended when the waiter urges you not to confuse him.

The same argument holds of caffè latte etc.

Finally, the ones who drink unsweetened espresso or ristretto can’t have their coffee deconstructed: an unsweetened espresso has one nonproper part: itself (and if you serve it like this it’s not deconstructed), and proper parts that, according to traditional mereology, are taken to be homogeneous. Of course you can serve an espresso dividing it in several cups but you don’t deconstruct it this way. And, what is even worse, the tiny amounts of coffee in the cups will get cold much faster.

(The last is not a philosophical argument but still…)

I left sweetened espresso last in this consideration. It is coffee alright, and you can serve it with the sugar on a side dish.

But this is how it has always been served!

I conclude from all this that there is no deconstructed coffee in the literal sense.

Meinongian events

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1970 kaufte Wittgenstein ein Appartement in der Athener Innenstadt. Die Wohnung an sich war ein Horror, die wenigen Leute, die sich vor Ort mit seinem Werk beschäftigen, waren Doxographen, die anderen, ebenfalls Doxographen, stritten sich darüber, ob Marx in der Deutschen Ideologie einen bestimmten Ideologiebegriff favorisiert.

Aber der Blick vom Balkon entschädigte für alles.

PS: Das, was nie passierte, hat stets Ähnlichkeiten mit dem, was der Fall ist, sonst würden wir es nicht voll als Ereignis akzeptieren, sei es als Meinongianisches.

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In 1970 Wittgenstein bought a flat in Athens. The place was a dump and it turned out that the few who read him there, were doxographers. Also the others were doxographers who quarrelled whether Marx in the German Ideology favoured some kind of ideology next to the one he criticised.

But the view from the balcony was a compensation for all this crap…

PS: Even Meinongian events have somehow to resemble real events.

The maths and logic of coming on to somebody, or: Truth values and gender

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Der Spaß ist nur halb (oder viertel) so viel, wenn man den Text nicht oder halb so gut versteht. Lo-&-Leducs „079“ (ausgesprochen: Null-siebä-nüün) ist ein fetziger, lustiger Song sowohl musikalisch als auch vom Text her, gleichzeitig der größte schweizerische Hit aller Zeiten. Er besingt den Versuch eines Mannes, eine attraktive Frau telefonisch zu erreichen. Da letztere allerdings ihm gegenüber nur ihre Handyvorwahl preisgibt – die sehr übliche schweizerische Natel-Vorwahl 079- – grenzt der Songtext an eine absurde Kombinatorik-Anwendung. Zunächst berechnet nämlich der Junge, dass „numma no zah Millione Kombinatione“ übrig bleiben. Daraus erkennt man, dass erstens der Kerl eine Annäherung versucht (in jedem Sinn des Wortes, ob beziehungsmäßig oder mathematisch) und dass zweitens die Telefonnummer ohne die Vorwahl siebenstellig sein muss. Von 0 bis 9.999.999 gibt es nämlich genau zehn Millionen Zahlen, aber man darf nicht so rechnen, denn keine Telefonnummer beginnt mit einer Null nach der Vorwahl. Es liegt vielmehr folgende Berechnung nahe: Bei einer siebenstelligen Telefonnummer ergeben die sechs letzten Stellen eine Million Kombinationen, was mal neun (d.h. mal die Zahlen 1 bis 9) neun statt zehn Millionen Kombinationen macht.

Kleiner Exkurs: Das kommt mit Sicherheit als Übung in meiner Algebra-Nachhilfestunde: „Wie viele Stellen hat die Telefonnummer der tüüt-tüüt-Dame im Song „079“?“. Die Mädels und die Jungs werden das garantiert lieben, weil sie den Song mögen.

Zurück zur Analyse: Der nach der Telefonnummer nachhakende Kerl kalkuliert, dass er, nachdem er die Vorwahl kennt, nur noch maximal sechseinhalb Jahre verschiedene Telefonnummern auszuprobieren hat, um irgendwann auf die Nummer der Dame zu kommen, deren Vorwahl er gerade erfuhr. Vorausgesetzt sind dabei drei abgehende Telefonate pro Minute. Der Typ versucht also auf diese abgefahrene Art, eine Person auf sich aufmerksam zu machen, obwohl diese bereits eine Absage erteilt hat. Ist das nicht der Inbegriff der sexuellen Belästigung?

Jedenfalls ist jetzt der Song durch die Vorsitzende der Schweizer Jusos als sexistisch bezeichnet worden, wodurch eine kleine, lustige Debatte entbrannte.

Es ist einerseits klar, dass sich der Songtext des rhetorischen Mittels der Übertreibung bedient. Andererseits geht es in der Debatte ums Prinzip. Stalking beginnt selbstverständlich mit einem Nein, das einen unbeeindruckt lässt. Wie oft oder wie plakativ dieses Nein ausgesprochen werden muss, damit die Ablehnung als definitiv gilt, ist eine Ermessensfrage – eine, mit der zwar die meisten Individuen vertraut sind, aber eben nicht alle. Man hat durchaus Grund zur Annahme, dass unerfahrene oder psychisch labile Individuen mit diesem Song eine falsche Vorstellung dessen bekommen, was erlaubt ist. Dieses Thema beschäftigt mich allerdings nicht.

Die philosophische Frage, die ich in der Debatte sehe, ist, ob hier, wie in anderen Bereichen des Lebens auch, ein einziges und wie auch immer geartetes Nein reichen soll, um eine Absage definitiv zu machen. Wer einen Posten in einer Firma nicht bekam, fragt nicht etwa nächste Woche noch einmal. Wer ein Einfahrtsverbotsschild sieht, kontrolliert nicht, ob noch ein zweites und ein drittes dahinter stehen, um das Verbot ernst zu nehmen. Ein einziges „Nein“ bedeutet in diesen Lebenslagen etwas, was niemals gegen ein Ja ausgetauscht werden kann. Bivalenz ist die Losung.

Ich vermute allerdings, dass die Zweiwertigkeit beim Sexualverhalten nicht immer der Fall ist. Gerade hier erfüllt ein Nein manchmal den pragmatischen Zweck herauszufinden, wie ernst es dem Anbetenden ist. Ich erinnere mich vage, dass es im 4th Panhellenic Logic Symposium vor 15 Jahren einen Vortrag über ein logisches System gab, wo ein Nein sehr schwach verneinte, zwei Nein etwas stärker, drei Nein noch stärker usw. Indem ich dieses Konzept griechischen Logikern entnehme, bediene ich wohl eine Reihe von Vorurteilen. Das wäre schade! Die mehrwertige Logik mit mehreren Verneinungen ist vielleicht eine südländische Sache, da es viele südeuropäische und lateinamerikanische Beiträge dazu gibt. Sie soll allerdings nicht demnach beurteilt werden, sondern nach ihrer Adäquatheit.

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„079“ is a song in German but it’s not comprehended any better by Germans and Austrians than by Britons, Americans or Australians. The reason for this, is the Swiss dialect in which Lo & Leduc sing it. However incomprehensible in the beginning, it becomes very funny if you have some basic knowledge of Swiss-German phonetics, grammar and syntax. The „greatest Swiss hit of all times“ tells about a man’s attempt to (inductively) dial a telephone number of a lady who has only told him her prefix number 079 – a very common one for Swiss mobile phones.

By considering that the combinations he has to dial are at most ten millions (there are, of course, 10 millions seven-place combinations of numbers if you allow also for small numbers to be written with seven digits and to begin with one or more zeros, which becomes nine millions if you disallow beginning with a zero) the boy calculates that in six-and-a-half years at the latest he will have dialled the girl’s number. The assumption is that he manages to dial three numbers every minute. Now, this is, of course, monomanic but since it’s a song and not the real life, I’ll give my algebra class an exercise to calculate how many digits the girl’s number has. Bet, they’ll love it?

But guess what happened next: the president of the Swiss Social Democratic Party’s youth organisation denounced the song as propagating sexism.

I’m not interested in stalking as a problem of moral philosophy although there would be much to say about it. Also, I’m not interested in defining stalking vis-à-vis, say, showing much interest as a soritic problem – probably because there are much better examples of sorites out there. But I’m very interested in negation.

The social democratic feminist has a point there when she says that a single „no“ has to be accepted. When you’ve been unsuccessful to get this professorship you don’t call the head of the department every Monday to ask if she’s thought it over. If you see a no-entry sign at the corner of the road you want to use, you don’t check if there’s a second and a third no-entry sign behind it in order to decide whether you’ll take the restriction seriously or not. Isn’t sexual behaviour according to this pattern?

I appear to recall that in the 4th Panhellenic Logic Symposium 15 years ago, there was a paper on a logic in which one no negated weakly, two less so, three nos negated strongly.

I know that by referring to a theory of double and triple negation launched by – of all people – Greek logicians I’m feeding stereotypes. It’s true that multi-valued, multi-negational logic is adored by Latin American and Mediterranean logicians who – for other reasons probably – are feared for their stubborn way to ignore a woman’s no. But theories are not to be judged by pragmatics. They’re to be judged for their adequacy. And, frankly, I always thought that there are cases in which a no – not in your life as a professional and not in traffic but, for example, for your next date – has the power of saying: „Do you really want to go out with me so badly? I’m not persuaded“.

Logical pluralism is not there because of the logic. It’s there because there’s a part of linguistic behaviour that really escapes bivalence and other classical notions!