Artificial art

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Patrick Tressets Malroboter können die Konturen von Gesichtern zeichnen. Trotzdem sehe ich sie von der künstlichen Intelligenz weit entfernt.

Eine intelligente Maschine sollte in der Lage sein, sich zu entscheiden, dem als wahr, gut, schön Empfundenen zu entsprechen oder nicht. Sie sollte sich täuschen, sündigen, das Thema verfehlen können, damit man zelebrieren kann, wenn sie sich doch nicht täuscht, wenn sie doch nicht sündigt, wenn sie das Thema doch nicht verfehlt. Intelligenz und Fehler gehen wie Verfehlen und Lernen Hand in Hand.

Maschinen geben aber immer das als Output, was man von ihnen erwartet.

Wenn wir jemals intelligente Maschinen bauen, werden diese zum Scheitern fähig sein. Daher werden sie auch moralisch scheitern, unehrlich sein können. Sie werden z.B. lügen, uns Sachen vorgaukeln können. Dem zu Folge werden sie uns dermaßen ähnlich sein, dass wir keinen Vorteil von ihnen haben werden, ergo auch keinen besonderen Anreiz, sie zu bauen.

Patrick Tressets „Pauls“ (so nennt der Künstler seine drei Computer samt Tool zum Malen) fertigen Porträts an, die mal mehr, mal weniger gelungen sind. Aber gelungen im Sinne, dass sie das darstellen, was die Maschine kann, sind sie immer. Das ist zu geradlinig und ehrlich, um intelligent zu sein.

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Patrick Tresset’s drawing machines can draw the outlines of faces. Nevertheless I would not call them cases of artificial intelligence.

An intelligent machine should be able to decide whether to conform with what you and me say it is true, good or beautiful. This could be the intelligent machine’s error as much as it could be, of course, ours, but an error does not make you any less intelligent. In contrast, being intelligent means learning from one’s own mistakes. We are justified to celebrate our intelligence only because we pass close to mistakes, logical ones, moral ones, artistic ones or you name it, but our intelligence prevents us from committing them. If a machine is unable to make mistakes anyway, there is no point to rejoice for its not making any.

If we ever find ourselves in the position to construct intelligent machines, these will be akin to us in their disposition to fail as well as in their ability to avoid or – since moral failure, lying, can give you an advantage – in fact to use failure to deceive.

Who would have any interest to construct them then? What would the benefit be?

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Eurovisionaries

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Am Sonntagmorgen hat Marta festgestellt, wir haben am Samstagabend die Eurovision verpasst. Ach, tat das weh!

Jedes Jahr lästere ich nämlich auf Twitter mit Fachkollegen aus ganz Europa und Australien – komischerweise meist Wissenschaftstheoretiker – über den Abend, an dem Europa den Rest der Welt volltrollt. Die erfolgreichsten Sprüche vom letzten Jahr:

„- Ein paar Millimeter weiter unten und wir hätten die Schamhaare jetzt gesehen.

– Oder eben nicht.“

„- O, die haben jemanden geschickt, der echt singen kann.

– Voll geschummelt eigentlich.“

„- Endlich, das griechische Votum jetzt!

– Du meinst wegen der Pinkelpause.“ (Es ist nämlich klar, welche Noten an welche Länder gehen)

Wie kann ich nicht traurig sein, wenn ich den europäischen Abend verpasste, der als gesamteuropäisch gilt? Den (ich paraphrasiere)

Seufzer der bedrängten Visionen, das Gemüth einer herzlosen Bürokratie, … das Feigenblatt des Volkes!

Ein Beispiel, das die Marx-Paraphrase rechtfertigt: Versuchen Sie mal als außerhalb Bayerns (aber innerhalb der EU) Staatsexaminierter irgendwo in Bayern Ihr Staatsexamen geltend zu machen, und dann werden Sie feststellen, wie groß die Heuchelei des „d“ nach dem „m“ und dem „w“ in der Ausschreibung Ihres Traumjobs war. Europa ist der Kontinent, wo ein Lehramtskandidat, der ein Bisschen andere Seminare besucht hat, eine unüberwindbare Barriere vor sich sieht, von der aber eine Teilbarriere abgezogen wurde, sollte unser Kandidat dieses Millionstel der Hermaphroditen darstellen.

Die Eurovision ist dagegen gelebte Diversität. Da sind die Chancen reell und zwar nicht nur für Kranke an ovotestikulärer DSD, sondern auch für Untalentierte, sogar für Australier. Wer die Eurovision verpasst, verpasst den großen europäischen Abend der Feigenblätter!

Aber ich will heute mit einer positiven Nuance abschließen: Am kommenden Sonntag kommt die Folgeveranstaltung, die denselben Trosteffekt wie die Eurovision hat! Die verpassen wir nicht!

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Last Sunday, Marta realised very early in the morning that we had forgotten the Eurovision Song Contest. That hurt!

The EST has been for years now our sarcasm Saturday evening. „Our“ means of philosophers on twitter. Last year’s best comments were the following:

„- If this had been an inch lower, we would have seen the singer’s pubic hair!

– Or not…“

„- Oh, they sent somebody who can sing!

– This is what I call cheating.“

„- A very good invention, the results of the Greek vote: They give everyone the opportunity to have a toilet break.“

The only Paneuropean evening of the year is not only about the jokes. It is also a symbolism of (I paraphrase)

the sigh of the oppressed visions, the heart of a heartless bureaucracy … It is the fig leaf of the people.

A motivation to paraphrase Marx here comes from the following example: imagine that you are a teacher with a teacher’s degree earned somewhere in the EU. Imagine still that your German is perfect. In fact, you can imagine that you are German. Imagine, moreover that, for some reason, you want to live in Bavaria although you did not earn your degree in Bavaria. Imagine, finally, that there is this advertisement for the position, the position of your dreams, at a Bavarian lake: „Teacher (male/female/diverse)“ as the German standard for diversity affirming policies prescribes. Of course, under the above conditions you will never be hired since your classes at, say, Bristol were insignificantly different from the description of subjects required from alumni of Munich or Augsburg but – rejoice – if you had been one of the 500 individuals in this world with ovotesticular disorder this wouldn’t have been the problem. What a hypocrisy!

Do you know any better consolation for this hypocrisy than the Eurovision? In this contest you are given a chance to win a European prize not only if you lack an identifiable sex. You also get a chance if you lack talent, and you even get one if you are Australian. Failing to watch the Eurovision is failing to celebrate the top fig-leaf event of the continent.

If you missed the Eurovision anyway and you are a European citizen, at least don’t miss the sequel next Sunday, one with almost the same consolation effect: the European Parliament elections take place on May 26.

Totgesagtes lebt länger #2

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Die plötzliche Kälte, die einen Teil der Schweiz wieder in Schnee verhüllte, macht wieder den Trachanas aktuell.

Wirklich aktuell ist ein egal wie legendäres Relikt der byzantinischen Küche wohl nie. Aber die Kälte legt die bulgurähnlichen Krümmel aus getrocknetem Ziegenmilch-und-Mehl-Porridge näher als sonst. Wer Ungarn und seine Küche kennt, kennt wohl das ähnlich klingende Tarhonya. Tarhonya ist nicht Trachanas, sondern es wird in gleicher Größe und Gestalt aus Nudelteig gemacht. Allerdings zeugt der Name von einem gemeinsamen Ursprung.

Wenn zwei verschiedene Sprachen verwandte Wörter für unterschiedliche Dinge haben, dann sind lexikalische Entlehnungen und Bedeutungsverschiebungen der Fall wie bei Pitta im Griechischen und Pizza im Italienischen. Wird dieselbe Sache dagegen unterschiedlich bezeichnet, kann höchstens von Kulturtransfer die Rede sein. Im Fall von Trachanas/Tarhonya haben wir Beides. Kulturtransfer war der Fall als die mittelalterlichen Ungarn den Trachanas höchstwahrscheinlich von oströmischen Soldaten adoptierten, worauf die Bedeutungsverschiebung folgte: Beibehalten wurde aus der ursprünglichen Bedeutung die Gestalt des Gebrösels, das Rezept wurde umgewandelt.

Ich sehe hinter der Beibehaltung des Terminus folgende Haltung der Sprecher des mittelalterlichen Ungarisch: Die Gestalt ist das Wesentliche (von mir aus das Wesentliche für dieses Gericht) der Originalteig aus Ziegenmilch sekundär.

Wenn es Leser dieser Zeilen gibt, die sich fragen, ob morphologische Eigenschaften als Teile des mereologischen Ganzen genommen werden können, dann kommt hier die Moral von der G’schicht‘: Nicht nur können sie das, sondern sie können auch die essenziellen Teile sein!

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The sudden cold that covered much of Switzerland with snow in May, allowed me to have the original dish again: trachanas: wheat cooked in goat’s milk and dried and broken into bulgur size is a legendary historical fossil of Byzantine kitchen. Those familiar with Hungarian kitchen know the similarly looking and sounding tarhonya. Tarhonya is not trachanas. It is simply pasta in bulgur shape. But the name bears witness to a common origin.

When in different languages like here in Greek and in Hungarian, you have a similar name for something different, then it is a lexical loan and a semantic shift that you have – like when you compare the Greek pitta and the Italian pizza. When you have, in contrast, the same thing by different names, then you can have a cultural transfer. In the case of trachanas/tarhonya you have both phenomena: an original transfer when the medieval Hungarians adopted trachanas as it was used probably by Eastern Roman soldiers, followed by a semantic shift: they retained the form but replaced the recipe, which probably shows that they considered the form to be substantial, the dough as of secondary importance.

Just an idea for those who ask themselves if morphological properties can be considered to be parts of mereological wholes. Not only are they, but can also be essential parts of the whole.

Stimulus meaning and self-reference

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Nachdem ich 1993 in München nach einem Semester als Zuhörer von Davidsons Seminar zum Wahrheitsbegriff kein Anhänger der Stimulus-Meaning-Theorie geworden bin, werde ich es wohl nie werden. Nicht, dass ich ihr etwa jede Relevanz absprechen würde. Sie ist schon relevant, allerdings nicht für die Semantik als Teilbereich der Logik.

Viele Beispiele kann ich anführen, eines ist aber frisch: Die Buchstaben „b.s.l.“ an der Tafel sind eine übliche Abkürzung von Waldorflehrern für: „Bitte, stehen lassen“. Freche – sehr freche – Schüler tendieren dazu, die drei Buchstaben als selbstreferentiell zu verstehen, wischen also alles außer denselben ab. Wer es richtig macht, obwohl es ihn reizt, Lehrer zu reizen, macht das wegen des Stimulus-Meaning: Der Lehrer wird sich aufregen und kann unangenehm werden. Spätestens die Konsequenzen lassen die Schüler einsehen, dass die Selbstreferenz normalerweise keine intendierte Interpretation einer Zeichenreihe ist.

Aber so verinnerlichte Semantik basiert auf der Pragmatik, insbesondere auf der Ungleichheit der Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Nun ist die Pragmatik fürwahr eine wichtige Disziplin, allerdings kein Teil der Logik.

Deshalb kann auf der Stimulus-Meaning-Theorie keine Wahrheitstheorie basieren.

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Not having been a convert to the stimulus theory of meaning in 1993, while attending Donald Davidson’s Munich lectures, is proof enough that I am never going to be. A convert I mean.

I do not claim the stimulus theory of meaning to be unimportant. I only doubt its relevance for semantics.

Well, I have doubted this since ages but now I have a new example. Teachers of Waldorf-Steiner schools in German-speaking countries use the abbreviation „b.s.l.“ to indicate that this figure on the blackboard has to remain there („Bitte, stehen lassen“ meaning „Please, let [it] stand [there]“).

Fortunately rather rarely, obnoxious students wipe out the whole blackboard leaving the three letters alone standing there. By this, they interpret „b.s.l.“ as self-referential. Here, I will not bother to analyse their semantic setting and set of mind. Much more important is to me what the others think: the ones who eventually do not commit to self-reference although they would love to commit the crime. Probably they have learned from stimuli that an angry teacher can be nasty enough to give them a bad mark. The consequences make them realise that self-reference is normally not the intended interpretation of signs.

Their learning is based on pragmatics, mainly on the inequality of the relationship between teachers and students. Pragmatics is important alright but not a part of logic.

This is why I do not hold the stimulus-meaning theory to be suitable as a foundation of a theory of truth.

Britannia omnia correxit

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Während die deutsche Presse in der Berichterstattung über die Geburtswehen um den Brexit in traditionell kriegsdepeschenartigen Hohn verfällt, ist es wohl zu erwarten, dass jeder selbstkritische Moment wegfällt. Für Leser, die diese Selbstkritik aus EU-Sicht vermissen, für Leser, denen das „Wir haben alles richtig getan, die Briten dagegen alles falsch“ zu billig ist, ist dieses Posting geschrieben.

Man kann sich fragen, was Fotos von Basler Trinkbrunnen damit zu tun haben. Nun ja, Basler Trinkbrunnen sind außerhalb der EU und sie ermöglichen meinen Kindern und mir, unseren Durst zu löschen. Jeden Tag. Jederzeit. Gratis. Auch in Zukunft. Auch nachdem die EU die neue Trinkwasserverordnung beschlossen hat.

Da Trinkwasser im gesamten Kontinent in sehr guter Qualität vorhanden ist, erscheint dem Leser eine EU-Richtlinie für sauberes Trinkwasser wie ein Feigenernteverbot auf Grönland. Dem ist nicht so.

Jede – tolerable! – Abweichung von der Wasserqualitätsnorm wird der Totengräber einer Nische hier (Filter für herkömmliche Verschmutzung) und Entwicklungsmotor einer anderen da (meinetwegen Geräte zum Reinigen von kleinsten Kunststoffpartikeln – das Problem mit Plastik war, dass es nicht abbaubar ist, oder? Wieso ist das Problem jetzt, dass es abbaubar ist? Aber egal…).

Ich wende mich nicht gegen Strukturwandel in der Wirtschaft aufgrund veränderter Bedürfnisse des Verbrauchers. Ich wende mich gegen zentral gesteuerten Strukturwandel.

Warum? Ich denke mal wegen dieses uralten Exemplars des Weges zur Knechtschaft in meiner Bibliothek. Erste Ausgabe. Ein steinzeitliches Billett des Tube dient als Lesezeichen drin.

Eben des Tube, nicht der Berliner U-Bahn…

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Pictures of tubes are unlikely to give food for political thought. But these are not ordinary taps. They are in Basel, Switzerland, and a few miles from the country’s border to the EU. Eo ipso, they will remain unaffected from the new EU regulation concerning the quality of drinking water – and still my kids and I will continue to use the Swiss water for free and without second thoughts. If EU-wide regulations concerning a good to be found in best quality throughout Europe make you think of laws against planting fig-trees in Greenland, well, rethink!

Every regulation kills a production branch here and opens one there. Imagine what will happen in the next case of (tolerable) plastic microparts in the drinking water: The ordinary filters (and the factory that produces them) will give way to filters that clean such plastic away (and another factory that produces these). Until now, everybody complained that plastic is not decomposable. Suddenly, the problem is that it is decomposing.

I have nothing against structural change in economy due to the consumer’s new preferences. But this change that makes you buy new filters, new light bulbs or you name it because of new regulations, is centrally planned.

My problem with this now? Probably only this copy of the first edition of Hayek’s Road to Serfdom. In it I find the reasons why central economic planning is central social planning. And, in it again, I find an ice-age ticket of the Tube that the person who first read the book used as a bookmark.

Of the Tube, not of the Berlin U-Bahn…

This is why I avoid reading German daily newspapers lately! How can’t it be cheap to boast that the British voter had been irrational and you yourself made everything right?

Ökoaskese

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Auf den ersten Blick erscheint es sympathisch, das Anliegen, nichts Überregionales zum Essen zu kaufen, auch nicht nach Übersee zum Urlaub zu fliegen. Beides erhöhe die CO2-Emissionen. Erste Hintergedanken kommen erst, wenn man bedenkt, dass dieses Anliegen niemals wegen des Transports (bzw. Exports) von Industrieprodukten laut wird, sondern immer wegen des Transports (wohlgemerkt Imports) von Agrargütern und Dienstleistungen.

Noch mehr Hintergedanken kommen auf, wenn man bedenkt, dass Agrarprodukte und die Dienstleistung Tourismus dort produziert werden, wo Industrieprodukte nicht produziert werden und umgekehrt.

Der Religionsersatz Ökologie ist keineswegs neu. Dazu müsste er im Sinn der Religionssoziologie und -wissenschaft einen Geist ausdrücken, der einen erstmals auftretenden Idealtypus darstellt. Aber hier ist ja der Geist der alte protektionistische Frühkapitalismus von Industrienationen. Webersche, protestantisch-innerweltasketische Momente treten dabei gehäuft auf.

Ich finde das mehr als nur altmodisch.

Frühling ist in der Luft – was soll’s… Ich will mich genausowenig darüber auslassen wie die deskriptive Ebene verlassen…

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The arguments in favour of these two closely interconnected desiderates: to avoid travels by plane and to buy food only from the region in which one lives, sound sound. The main premise is the reduction of carbon-dioxide emissions.

I hope though that the arguments in favour of train travels and apples will start appearing fishy to you as they did to me once you recall that the desiderates are directed against the transport (i.e. import) of exotic food and services like tourism, never against the transport (NB an export) of industrial goods.

And they’ll even smell fishier once you keep in mind that the former are typically produced where the latter are not produced and vice versa.

Ecology, in its evolvement as a religious ersatz, has, as one sees, features of a Weberian inner-worldly asceticism reminiscent of protestant ethics that is by no means a new ideal type. It wouldn’t be the first time protectionist capitalism has religious and ideological allures.

But while only few days remain for April to come, it’s foolish to grouse and to depart from the descriptive level. Or isn’t it?

Sophistici elenchi 166a23-32

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Obiges Foto schoss ich vor einem Monat an der Avenue des Champs Élysées. Ich wollte es mit Hinblick auf den Trugschluss des Brunnenvergiftens posten. Mittlerweile denke ich, dass ein Spruch auf dem gelben Transparent vielmehr eine Instanz des Kompositionstrugschlusses ist. Ich erkläre mich:

Dass ein Arbeitnehmerverband das Gesetz des Stärkeren befürwortet, ist möglich – allerdings nicht zwingend. Es erscheint ferner, dass ein Teil des Wahrens von Eigeninteressen biologistischen Suprematismus nahelegt. Gilt das aber flächendeckend? Auch etwa für das Urheberrecht? Erfinder sind intelligent. Intelligenter als andere jedenfalls. Man könnte meinen, Patentschutz würde die weniger Intelligenten benachteiligen. Wäre das plausibel? Meine Antwort darauf ist: nein. Während wir uns einig sind darüber, dass das Gesetz des Stärkeren angewandt auf die sozialen Sachen ein zivilisatorischer Rückschritt wäre, ist es nicht vernünftig anzunehmen, dass jeder Schutz von Interessen eines Stärkeren Sozialdarwinismus darstellt. Wäre das so, dann würden wir zustimmen, wenn der Vorstandsvorsitzende der Münchner Löwen Schiedsrichter einer Partie des FC Bayern gegen Sechzig sein möchte. Aber wenn unser Rechtsgefühl das zuließe, wäre dann der TSV München 1860, nicht der FCB der Stärkere! Es ist, wie man sieht, petitio principii anzunehmen, dass jede und nur die Wahrung eines Interesses eines Stärkeren das Gesetz des Stärkeren bestätigt, denn es desavouiert denjenigen, der – egal wie – Recht bekommt. Entweicht man der petitio-Falle und sieht Recht und Stärke als gründlich verschiedene Sachen, sieht man ein, dass der Arbeitnehmerverband nicht deshalb sozialdarwinistisch ist, weil es ihn gibt. Vielleicht gibt es ja eine moralisch vertretbare Wahrnehmung von Interessen! Aber selbst wenn ein Arbeitnehmerverband seine Macht ausnutzt, ist dieses von mir aus unmoralische Handeln gleich zivilisationsverneinend? Das behauptet jedenfalls das gelbe Transparent. Da es nichtzwingende Teilfacetten zu Merkmalen des Ganzen erhebt, ist das Transparent ein Fall des Kompositionsfehlschlusses.

Bei dem Wortschwall und dem Nahelegen eines unsäglichen Verbrechens vergiftet das Transparent außerdem den Brunnen, selbst wenn es nicht ad hominem ist.

Die Gelben Westen kommen aus dem Westen, weil dort alles Emanzipatorische gedeiht. Das erste Tageslicht kommt allerdings aus dem Osten. Versteht man das wörtlich, so ist der Grund dafür die Rotation des Planeten gegen den Uhrzeigersinn. Metaphorisch kommt man nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass Aristoteles im Osten zu Hause war.

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These are two pictures I made last month at the Champs-Élysées.

I had thought that I should be needing them for a post on the poisoning-the-well fallacy. A clue why I had thought so, you can get if you focus on the lengthy yellow banner depicted in the upper picture. There, you can see what the Yellow Vests think of France’s main employer organisation: they accuse them of propagating might-makes-right and of supporting a civilisationary regression eo ipso.

First of all, it is question begging to say that all and only those things that safeguard interests of the mightier make might make right. I have an example for the last claim: should Liverpool FC accept Fulham’s CEO to be the referee in their next match against Fulham FC? If no, Liverpool will very probably win and remain mighty but the Robin Hoods out there will complain that it was might that made right in this case because you can have bias to help the weak – at least they’ll say so. But if by this argument you let Fulham’s CEO do the job, it is Fulham who will be the mighty after all, so the Robin Hoods will have to support Liverpool instead – which is absurd. „This redistribution of wealth was trickier than I thought“ says John Cleese in a legendary sketch. The only way to escape the question-begging trap of considering all and only the ones who are right as social Darwinists, is to see justice as something in its own right, as something that is independent of might, even in case it lets the mighty prevail. Despite the Robin-Hood analogy I shall avoid reference to Nottingham Forest instead of Fulham – mainly because the Greek oligarch who owns this club has been repeatedly accused of manipulation for his Greek club. There, in Greece, it is him who is the mighty and it is might-makes-right after all. But, of course, no one knew this in advance. In order to give rise to rumours, he had to do things other than just insist on his right. So, even if the Yellow-Vests claim is not the question-begging „Might makes right and right is might“ but rather „Some mighty can manipulate justice“, even then it doesn’t go without an argument that France’s employers associations are of this kind. You see, even if it’s not ad hominem, the slogan poisons the well since it makes believe that the sin you commit as a rich lobbyist is much bigger than the sin in which you would be inclined to indulge: it’s a slogan that denounces every little sin as a civilisationary setback.

Above all however, the slogan I photographed is an instance of the fallacy of composition. Let me explain this point: The Yellow Vests target at an association that could under circumstances take actions to make might make right but they understand the association as actually saying that might does make right. And they read this as Darwinism, which is not necessarily the case even if the employers association acts selfishly.

Aristotle, Sophistici elenchi 166a, analyses the case without residues! Which is astonishing!