Realità aperta

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Strauß und Fahrkarte auf Entwerteautomat würde das Bild heißen, wenn es eine Installation wäre.

Da es sich aber dabei um kein Kunstobjekt handelt, entzieht sich die Geschichte dahinter jeder Interpretation ohne Kausalbeziehungen. Wer hat den Blumenstrauß gekauft? Für wen? Warum lässt ihn diese Person samt Karte zurück, dass jeder samt Strauß nach Liestal kann?

Das dürfte eine traurige Geschichte sein. Zum Glück weiß ich nichts darüber.

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If the picture above showed an installation, the title would be Flowers and Ticket on Stamping Machine.

Since it is not a piece of art though, any attempt to understand must be by means of causation. Who bought the flowers? For whom? Why does this person leave the flowers and a ticket to the neighbouring canton behind?

I believe that the story behind this gesture is a sad one. Fortunately, I don’t know more.

Vom Münchner Hauptbahnhof und von Blau: Ulrich Blau

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Kurzbesuch in München. Nach Jahren. Die Zentralhalle des Hauptbahnhofs – abgerissen. Endlich! Diese Fassade erinnerte mich an schlechte Momente meines Lebens.

Privation ist der Fall, wenn etwas vermisst wird. Es ist kein Fall der Privation, wenn etwas einfach nicht da ist. Offenbar vermisse ich die Zentralhalle nicht. Allerdings vermisse ich irgendeine Zentralhalle, denn ohne Zentralhalle gibt es z.B. weniger Geschäfte und einen schlechteren Zugang zu den Gleisen. Nun ist es bei den Negationen so: Wenn keine Zentralhalle da ist, dann ist die alte auch nicht da. Bei den Privationen ist diese Implikation nicht gegeben: wenn ich irgendeine Zentralhalle vermisse, muss ich nicht unbedingt die alte vermissen.

Habe ich gerade ein Gegenbeispiel zu Blaus Dreiwertiger Logik der Sprache entdeckt? Wenn ich Recht hier habe, ist die Privation nicht einfach eine “innere Negation” im Sinne Blaus. Trotzdem halte ich Blau für den wichtigsten Münchner Logiker seit Wilhelm von Ockham natürlich… Keine Frage.

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Paid a flying visit to Munich, years after we left. The main building of the Central Station, iconic in its functional facelessness, torn down. I’m so happy they did this. I associated this facade with bad memories.

You are deprived of something only if you miss it. Not simply if it is not there. Obviously then, I am not deprived of the main building of Munich Central. But I did miss the shops and the easy access to the trains when I entered the station from the side. In negative sentences there is an implication here: if there’s not any main building, then the old one is not there either. In privative sentences things seem different: if I am deprived of a main building, I am not eo ipso deprived of the old one.

Is this a counter-example to Blau’s Three-valued Logic of Language? If so, pace Blau, privation is not simply an “inner negation”. Blau remains the most important logician of Munich since Occam, so he can manage the little scratch.

Lyra angiportica

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Meine Töchter meinen, dass es eine captatio benevolentiae ist ihnen und der ganzen Schülerschaft gegenüber, wenn ich sage, dass ich die Rap-Poesie befreiend finde. Wie ungerecht sie doch sind! Ich genieße wirklich die inflationären Ausdrücke, Gesellschaftskritik vermischt mit Freundschaft und Liebeskummer und Ausweglosigkeit, das Ungeschminkte.

Für jemanden, der mit Songs großgeworden ist, deren Texte ad nauseam die poetisch uninteressante Potenzmenge von “Yeah, yeah” und “Baby, baby” wiederholten, ist Rap eine Rückkehr zur Poesie; zu einer Poesie, in der die Bezugnahme auf “Brüder” und “Schwestern” an Abaelard und Heloise denken lässt; zu einer Poesie, die sich nicht fürchtet, Sünde und Ausweglosigkeit anzusprechen; subjektiv; unzensiert; gefühlsmäßig. Diese Poesie heißt Lyrik.

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My daughters think that it’s captatio benevolentiae towards them and my students when I say that I find rap poetry liberating. They do me injustice. I really enjoy the inflationary words, the mixing of politics with love and friendship in one and the same song.

For someone like me who grew up with songs whose verses consisted of “Yeah, yeah” and “Baby, baby” and the poetically rather uninteresting powerset of these words, rap takes us back to poetry. To a poetry where the reference to “sisters” and “brothers” is reminiscent to Abelard and Heloise. To a poetry that doesn’t hesitate to address sin and despair. Also hope. Uncensored. Subjectively. Emotionally. To lyricism.

The place where Ernst Bloch is definitely on the shelf

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Die Einrichtungshäuser kämpfen gegen den Diebstahl von Büchern, die in ihren Ausstellungsräumen als Deko dienen. IKEA Deutschland hat z.B. schwedische Bücher. Bei so wenig Sprechern des Schwedischen in der Bevölkerung hat die Firma das Problem gelöst.

Vitra Design hatte eine andere Idee. Bereits Platon, Politeia, 373a-374d, argumentiert gegen Luxusmöbel, um eine militaristische Pointe zu machen. Ich bin mir nun nicht sicher, ob Platon diebstahlsicher im Einrichtungshaus wäre. Zu berühmt… Aber Bloch, der im Prinzip Hoffnung, Suhrkamp, FfM, 1976, S. 577, Jahwe einen Luxusgott nennt, ist anscheinend vor Diebstahl durch Vitra-Design-Kunden gefeit. Die Kunden brauchen nicht die kollektivistische Polemik zu lesen, um mit ihrem Kaufverhalten eine individualistische Aussage zu treffen.

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To prevent stealing, IKEA Germany has Swedish books as decoration. Vitra Design had another idea: they put Ernst Bloch on the bookshelves. Already Plato made a militaristic point against luxurious furniture in Republic, 373a-374d. But Plato is too famous to be secure from stealing. In contrast, Bloch, who calls in Prinzip Hoffnung, Suhrkamp, FfM, 1976, p. 577, Jehova a God of luxury, runs no danger to be stolen by customers of Vitra Design. Customers don’t need to read the collectivist critics of their individualist practices to execute the latter properly.

Laus monocausalitatis

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Ein Graffito in der Stadt gab mir sehr viel zu denken. Es mahnte, dass es bei der Corona-Krise um Kontrolle und nicht um ein Virus geht.

Gesundheitspolitische Konflikte bedingten den Gesellschaftswandel auch in der Vergangenheit. Die Sozialhygiene-Bewegung in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts setzte darauf ab, dass Tuberkulose-Erkrankung mit einem bestimmten Lebensstil umgekehrt korrelierte: fleißig, viel in der Natur, früh aufstehen, früh ins Bett… Die noch heutige Vorstellung, dass geregeltes Leben in dieser Form gesundheitsfördernd sei, basiert auf einer Bewegung, die nicht wusste, dass die Tuberkulose durch eine Bazille entsteht; auf einer Bewegung, die meinte, soziale Bräuche würden Seuchen verursachen. Physikalisch gesehen!

Ob eine obskure multikausale Lehre wie die “Sozialhygiene” oder das vorherrschende wissenschaftliche Paradigma: die Kontrolle war immer das Ziel.

Gegen das vorherrschende Paradigma mit Gegenevidenz vorzugehen, ist – T. S. Kuhn hin oder her – eine gute Idee. Nicht dass es eine schlechte Idee wäre, die wissenssoziologische Frage nach der Gesundheit als Kontrollmechanismus zu stellen. Dann sollte man allerdings auch die Frage stellen, ob das militärische Einhalten von sieben Uhr (nicht dreizehn nach sieben! Nein! Sieben!) als Bettgehzeit für die Kleinen nur ein Überbleibsel einer unwissenschaftlichen Lehre ist, eben der Sozialhygiene, die lediglich eine Ausgeburt der Tuberkulosepanik darstellte.

Auf dem Gipfel der Sozialhygiene-Bewegung beschwerte sich Maria Montessori, Kinder getroffen zu haben, die nachts nie den Mond gesehen hatten. Dass es keine Autoren mehr gibt, die sozialen Trends widersprechen, ist auch ein Zeichen von Kontrolle und gewissermaßen Gleichschaltung. Ich wage vorauszusagen, dass die Kontrolle, der die Covid-19-Krise verursachte, lange verschwunden sein wird, bevor die Spätfolgen der Sozialhygiene-Bewegung ausgelöscht sind. Erstere basiert nicht zuletzt auf einer monokausalen Theorie, deren Fehler leicht identifiziert und ausgemerzt werden können. Im Vergleich jedenfalls zu einer multikausalen…

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The graffito above was food for thought. Also in the past, public health issues have triggered social change. The movement “Social Hygiene” in the early 20th-century Germany focused on the resonance of certain lifestyles and low tuberculosis infection rates in the relevant groups. The fact that still today going to bed early and waking up early is associated with physical health goes back to a movement that was unaware of the fact that tuberculosis results from a bacillus and not from social habits. Control is an issue whether by means of a spooky nonmonocausal teaching like “Social Hygiene” or of the virus theory, NB a part of the dominant monocausal paradigm. If one wants to falsify the theory, one points out the counterevidence, if any exists, not the consequences for society. Drawing the attention to too much control is, in principle, not bad, but why do not people at the same time reflect on the clock’s domination over their kids’ and their own happiness as a nonscientific relic of panic in the time of tuberculosis?

On the peak of “Social Hygiene”, Maria Montessori complained to have met kids who had never seen the moon at night. Having no authors anymore who would complain for this is also control. My prediction is that the control pertaining to Covid-19 will be gone before the influence of “Social Hygiene” has finally ceased to exist. The former is, finally, based on a monocausal theory which can at least be easier sorted out if it didn’t work. Unlike a multicausal theory, that is.

The mereology of words

Seen mereologically, words often enable multiple readings. This for example:

Or this:

You even don’t have to worry about the Liar Paradox if you see the sentence “I am lying” mereologically”. “I am” – NB a part of the Liar Sentence – is always true when uttered or used, so the sentence “I am lying” is false since one of its mereological readings (“I am”) is true.

I’m not joking. Gordian problems have to be solved in a Gordian way.

Digital matchmakers

Scroll for English until after the pic. This time the posting is a lungo, not a ristretto.

Wenn ich die Dating- und Partnerschaftsapps wie Tinder, Lovoo, Bumble, Parship etc. erst nach langem Zögern thematisiere, dann ist es wegen der Diskussionsanregungen von Freundinnen und Freunden, die diese nutzen. Ich dachte, dass sie es mir übelnehmen, wenn ich hier Sachen aus unseren persönlichen Gesprächen preisgebe, was schlecht für die Freundschaft wäre. Ein Irrtum, bei dem ich drei Jahre lang verweilte. Jetzt denke ich anders. Sie sollen es mir ruhig übelnehmen.

Eine Online-Bekanntschaftsherstellung erfolgt über die Angabe von Eigenschaften: “Brünette, 45jährig, finanziell abgesichert usw.”, im Grunde also nicht anders als die Bekanntschaftsanzeigen in einer Zeitung oder im Dorf durch den Kuppler (“Ich kann mir vorstellen, dass ihr ein passendes Paar wärt von dem her, was sie will und was du willst”), allerdings mit größeren Möglichkeiten zum Eruieren, zum Herstellen von möglichst großen mengentheoretischen Schnitten der Vorlieben zweier beliebiger Personen im Bereich der mehrstelligen Kombinatorikrechnung, mit Fotos usw.

Fotos sind natürlich etwas, was in den Spalten einer Zeitung nur zu teuer wären, aber sind sie wirklich nützlich? Meine Leserschaft sollte versuchen, ein Foto von mir im Internet zu finden, wo ich müde aussehe. Ich behaupte, dass es keines gibt. Mehr Daten viel billiger also, aber der Date ist deshalb nicht unbedingt empfehlenswerter. Mehr Daten ermöglichen hier und da einen “Persönlichkeitstest”. Die Lächerlichkeit der Behauptung allein, ein paar Fragen könnten die “Persönlichkeit” beleuchten, muss zwar diejenigen als Nutzer abschrecken, die ein halbwegs seriöses Psychologiestudium hinter sich haben, aber diese Zielgruppe ist wohl sehr klein. Es bleibt aus Sicht der Logik der Sache, dass die Nutzer höchstens Eigenschaften angeben, die das eigene Selbstbild wiedergeben, das also, was man selber sein will (aber: ich würde bezweifeln, dass “Grieche” oder “blond” genaue Angaben sind; geschweige denn “kinderlieb” oder “humorvoll”); gleichzeitig das, worauf man denkt, Wert zu legen. Dabei hätte ich von den Eigenschaften meiner Frau viele schon damals als unerwünscht angegeben – bloß im Nachhinein haben sie mich gereizt. Gewiss, nicht die ideale Beziehung und Ehe, allerdings eine, die ein Vierteljahrhundertlang hielt.

Aber es gibt wohl Menschen, die gerade für die Ehe eher Ruhe als Leidenschaft und Herausforderung schätzen und letztere lieber ohne Bindung suchen. Würde ich für solche Gemüter die Partnerschaftsonlinedienste nicht als eine gute Alternative bezeichnen? Ich meine, außerhalb des Klosterlebens und im Sinne behaltend, dass “Lebenspartner” eine Teilmenge von “Sexualpartner” ist?

Nun, auch nicht! In sehr vielen Situationen ist stichhaltiges Schließen nichtmonoton. Rote Schuhe finde ich etwa toll, Sportschuhe auch, aber mit roten Sportschuhen kann man mich jagen. Es ist vorstellbar, dass jemand ein mundartliches Deutsch beim Partner als erwünscht angibt und ebenso eine explizite Sprache im Bett, aber die Verbindung von Mundart und Liebesgeflüster als abtörnend empfindet. Der Tinder- oder Parship-Algorithmus würde nun im Sinne der klassischen, monotonen deduktiven Logik vielzuviele mundartliche Dirtytalker rausspucken, sobald der Nutzer “Mundart” und “Dirty Talk” als prinzipiell erwünscht angibt. Frage also: Selbst wenn ich nicht die große Leidenschaft für die Andere oder den Anderen haben will, sondern ein einfaches Erlebnis oder Leben mit irgendeiner Person mit vorgegebenen Eigenschaften: Kann ich eine im Sinne des monotonen Schließens entstandene Treffermenge als nützlich ansehen? Wohl kaum.

Praktische Menschen würden mir hier entgegnen: “Du musst die Leute sowieso daten, treffen, erleben”. Ja, wunderbar; das weiß ich natürlich selber. Wenn jedoch die erhoffte Erhöhung der Chancen, den Richtigen oder die Richtige kennenzulernen, nicht aufgrund des monotonen Schließens gewährleistet werden kann, warum soll ich’s bei einer deduktiv-monoton entstandenen Datenbasis erst überhaupt versuchen? Um einen Kompromiss auf dieser schlechten Basis zu machen? Warum nicht auf irgendeiner anderen Basis?

Abgesehen von der Zuverlässigkeit des Eigenschaftenangebens für die Eingrenzung der Kandidatenmenge, sind sehr große Zweifel daran zu hegen, ob Eigenschaften in Sachen Liebe (naja: “wahre Liebe” wie man sagt) überhaupt aussagekräftig sind. Vielleicht begreift die Liebe – bekanntlich blind – nur individuelle Eigenschaften, Tropen also, und keine Eigenschaften im traditionellen Sinn. Manuelas betörender Blick, wenn sie sagt “Meinst du das ernst?” kann mich bei Adele stören. Nach allgemeinem Verständnis ist es nicht die Kombination von Eigenschaften, in was man sich verliebt, sondern der Träger derselben – d.h. es gibt, so eine versteckte Annahme, wenn man von Liebe spricht, einen Träger, eine quidditas. Indem ich das außer Acht lasse, lasse ich mich auf Dates per Kupplerapp ein, bei denen die Kandidatenmenge aus Adeles und nicht aus Manuelas besteht.

Ich bezweifle nicht, dass Kupplergeschäfte gut funktionieren können. Ich bezweifle, dass sie der philosophischen Grammatik des Wortes “Liebe” genügen. Mein Hauptzeuge ist die zugrundeliegende Logik und Ontologie: die Nichtmonotonität unserer Gedankengänge und die Tropen.

Heirate die Frau, nicht was ihr eigen ist

war ein altgriechisches Sprichwort. Heute wird es im Neugriechischen nicht mehr benutzt, weil der altgriechische Imperativ für “heirate” im Neugriechischen obszön ist. Tja, “gamei” bedeutet im heutigen Griechisch “Hab’ Geschlechtsverkehr”. Ich würde jedenfalls das Sprichwort unter der neuen Bedeutung weiter gelten lassen.

Ein weiterer Grund gegen die digitalen Kuppler ist eine Klugheitsangelegenheit: Im sehr wahrscheinlichen Fall, wo die Nutzer deshalb auf die Liebessucherdatenbanken zurückgreifen, weil sie analog, in der wahren Welt, in ihrer Umgebung, Gefühle für eine Person haben, die diese nicht erwidert, oder auch einfach Gefühle, die aus Zaghaftigkeit heimlich bleiben, sind beide über Parship etc. Verliebten nur des anderen zweite Wahl; eine in der Not gemachte auch noch. Das ist moralisch nicht verwerflich natürlich, aber die Frage ist, ob man so etwas will. Wie gesagt: eine Frage der Klugheit, nicht der Moral.

Bei unter solchen Voraussetzungen gewonnenen Emotionen von “Liebe” zu reden, ist jedenfalls ein Kategorienfehler.

Aber Halt! Wer bin ich, so ein harsches Urteil zu treffen? Platon stellt im Symposion die Liebe von Eigenschaften einer Klasse von Personen versus Liebe zu dieser einzigartigen Person als die sokratische Haltung. Also dürfte mein Urteil nur für solche Charaktere gültig sein, die Aristophanes’ und Diotimas Genealogien der Liebe ebendaselbst einleuchtender finden: Unerwartet trifft es dich; grundlos auch; sie oder er ist sogar nicht “dein Typ” aber trotzdem: Es gibt was Unerklärliches. Aber was soll’s: wer den Weg zum Glück über Online-Dienste fand, wird sich nicht fragen, ob es das Glück ist. Vielleicht war es nur Glück und keine Planung, aber wer trotzdem das Glück fand, hat keinen Zweifel daran, glücklich zu sein. Sichverlieben ist kein Neujahrsvorsatz. Wer sich tatsächlich verliebt, weiß, ob es der Eros ist oder die Zahl 2019 von hinten fotografiert…

(Ich habe wirklich lange gezögert, das zu posten…)

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It was late in the year 2018 when I had for the first time a discussion on Tinder, Lovoo, Bumble, Parship with friends who used these services. On my way home I was bewildered from the New Year’s decoration in this little French community. It seemed to match the conversation I had just had. I made a picture. Certainly, it wasn’t really the Greek word “eros” but rather the back then new year, which – ridiculously! – had been my contention in the conversation: falling in love is not a matter of a new year’s resolution, let alone one to be facilitated by social media specialised in dating. Back then, I knew only about Parship from its billboards in German train stations: “Fall in love using Parship”. I held this to be a category mistake and I still think so. I have hesitated three years to write this posting. Friends could be offended. Now I made up my mind: they should…

Social media to look for an important other or a sexual partner (the former is, of course, a subcase of the latter) are essentially like traditional matchmaking (“From what I know about you both, you’d be a very good couple”) or like personal ads (“Brunette, 45, good looking, independently wealthy, seeks correspondence…” etc). The possibilities to impress e.g. by adding extra data like pictures, are obviously much bigger now than in previously three lines of a newspaper column, but the idea is the same old one. What is new is only the amount of data. Nevertheless, more data doesn’t mean more enjoyable dates. I see the point with checking pictures, but, come on, do you believe that my pictures on the internet are not an extra selection? I have a challenge for you: try to find one in which I look tired! Big data makes it also possible to offer a personality test, like some sites do, to make matching appear as one on the background of a deeper agreement of characters. But let’s face it: the contention that not only a Mickey-Mouse app but any questionnaire would give you reliable predictions about anyone’s personality is ridiculous to everyone who has had one or two classes of psychology. Obviously this target group is so small that business can continue neglecting it.

The users will mention properties of which they think to be important features of themselves, also what they content to be the demanded features of eligible candidates. But properties as criteria will most probably fail. Is “Greek” a precise property? Is “blond” one? And if these are vague, imagine what happens with properties like “children-loving” or “humorous”. Besides, what we think important for us, is not always what proves to be important. Many of my wife’s properties I found interesting in the course of experimenting and I wouldn’t have indicated them as desirable if back in 1996 it had been possible to contact women via matchmaking platforms. Not the ideal relationship and marriage maybe, but one of a quarter of a century.

However, perhaps one should consider dating apps as an option for those who dislike challenge. Maybe they are Stoics, maybe they cover their need for adventure otherwise. What about them?

Well, the dating apps are arguably not good even for them. In many situations, sound inferring is nonmonotonic. The fact that I generally like red shoes and I also generally like tennis shoes, doesn’t mean that I like red tennis shoes.

The deductive-monotonic algorithm of Tinder and Parship etc. however would present me many pairs of red tennis shoes as long as I enter “red” and “tennis shoes” as generally desirable. Loving Texas and loving dirty talk is not necessarily loving dirty talk in Texan dialect. Obviously and ridiculously, however, every deductive-monotonic algorithm would recommend you Texan dirtytalkers once you indicate Texas and dirty talk as generally desirable. This poses the following question: if I don’t search for the big passion and the immortal love for otherness but simply convenience instead, convenience supposed to be secured if standard properties apply, are the platforms in question at least useful? Well, I dare say not even that. Granted I don’t look for the person who’ll make the formidable showdown in my life but rather someone who incorporates certain properties, how can I, a person whose reasoning is eventually nonmonotonic, trust a hit list brought about by monotonic-deductive inference?

Practical people will object here that dating a person is what is decisive for flirting and further interaction, not the recommendation of the person by the algorithm. One meets the candidate after all, spends time together before a relationship is possible. Which, of course, goes without saying. My argument is not that it is impossible to fall in love with someone recommended to fall in love with. Rather, my claim is that hoping to raise the chances of a good match by using standard properties is a false hope if your statistical basis is a selection made by deductive-monotonic inference. If your reasoning is nonmonotonic anyway, which is something you know from experience, why do you take the machine’s and not any other basis?

Independently of the efficiency of methods for restricting reasonably the number of candidates eligible for a viable relationship or an exciting adventure, it is doubtful if properties are suitable to determine eligibility. At least eligibility concerning love and desire. Or, as people say, “true love”. Arguably, love, being obviously blind, regards only individual properties, i.e. tropes. It’s not about green or brown eyes in general. It is about her eyes. It’s not about this or that shape but about her shape whatever it is like, whatever its changes, whatever the imperfection. Loving is when the imperfection is the standard because it’s her imperfection. And it is when the imperfection even fails to be the standard because other women could have the same imperfection, but you don’t love them because of this. You only love her. Generally, being in love with people is not about loving their qualities. It’s about loving them or: their quidditas. Beauty is in the eye of the beholder.

I don’t doubt that online mating can function. What I doubt is that it corresponds to the philosophical grammar of the word “love”. Tropes theory is one of my major witnesses.

Marry the woman, not her property

was an ancient Greek proverb. Today it’s not used after the ancient Greek imperative for “marry” came to mean an f-word. I’d use the proverb also in this meaning. And I take “property” to mean also: features.

Apart of my logician’s objections to online mating, I have also what you could call a common sense objection of a proud lover: it is very probable that the person you finally end up with via Tinder etc. had in your first dates dreams towards someone analogously, nondigitally but, say because of shyness, unavailability etc. these dreams remained unfulfilled to make Tinder etc. the alternative – well then you’re most definitely a second choice. Or one made out of lack of other alternatives. Now, this is really not the philosopher speaking: who wants to be this? It is not only a mistake to talk of love in this context. It is a category mistake. There is no love felt perforce.

All this sounds admittedly harsh and when I re-read what I wrote I think that I am unjust to people who have a certain understanding of love, and a legitimate one. In Symposium, Plato discusses love of properties of a whole class of persons as the Socratic ideal and as juxtaposed to love of this one person. My judgment is valid only for those who love like Aristophanes and Diotima. Love strikes. Unexpectedly. No reason why. She’s the one. He’s the one.

It wasn’t so in your case? You planned to fall in love with a person with given qualities? And you succeeded in this? I would say that you owe your happiness to chance, not to the app or to your planning. But at the end of the day, it doesn’t matter what made you happy. If you really feel happy, happiness leaves you no doubt. The happy ones shouldn’t care about what made them happy.

Probably it is the unhappy who entertain thoughts about doubts and reasons.

Wining and whining – the French way

For those who are about to celebrate…

Für solche, die feiern werden…

…there are the serious French wine tags (what, where, when, by whom – Aristotelian categories allowed only):

…gibt es die seriösen französischen Etiketten (was, wo, wann, durch wen – nur aristotelische Kategorien drauf):

Then you have the ones of which you don’t know if they’re really serious. I mean, the surname of this Alsatian producer means “horny” in German and these people really speak a German dialect at home:

Dann gibt es diejenigen, die ernst aussehen, aber, naja… Es kann schließlich sein Nachname sein, aber ein Elsässer sollte eigentlich das Gespür haben. Was soll’s:

Then you get Voltairian wines:

Dann gibt’s Weine nach Voltaire:

Bayesian wines:

Wissenschaftstheoretische Weine mit Bezug auf Carnaps Divisionsprinzip:

Britney-Spears wines:

Weine ohne zugrundeliegende Kausalitätstheorie:

Judith-Butler wines:

LGBT Ardeche und Umland e.V.:

Et finalement:

Weihnachtsgeschenke II: Indeterminismus und angewandte Ethik

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Die Entwicklungshilfeorganisation Helvetas erinnert heuer daran, dass moralisches Handeln im allgemeinen und Weihnachtsspenden im Besonderen in einem deterministischen Rahmen sinnlos wären.

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Helvetas is an independent development aid organisation whose current ad reminds donors that moral agency in general and more precisely donating don’t make sense in a deterministic setting.

They do so by pointing out that being born a woman in a country where women are discriminated is accidental and it makes sense to do something to prevent accidents.