Under too many layers

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Die Nachrichten: Die Hagia Sophia soll wieder eine Moschee werden. Das gibt mir den Anlass, meine Assoziationen zur Kirche (sorry: zum Gebäude) zu schildern. Sie sind mehrbödiger als Baklava und folgende:

Zur Moschee wurde die Hagia Sophia zunächst 1453, als die Stadt (DIE Stadt – urbs) von osmanischen Truppen im Mai überrannt wurde. Zu der Zeit war sie eine römisch-katholische Kirche im Sinne der Kirchenunion von Ferrara-Florenz des Jahres 1439. Die Orthodoxen, diejenigen jedenfalls in der Stadt, die gegen die Union waren, haben sie 14 Jahre lang gemieden, bevor sie zur Moschee wurde. Sie spielten mit dem Gedanken, Hussiten zu werden, egal…

Noch vier Jahrhunderte vorher war in der Hagia Sophia der Philosophenmeister (“hypatos ton philosophon”), Johannes Italos, vom Unterricht am Konstantinopler Hofseminar feierlich suspendiert worden. Wegen Aristotelismus. Und wegen zuviel Logik im Unterricht, wie die Kaisertochter Anna Komnena in ihren Memoiren (Entschuldigung liebe Wertneutralität, wenn ich hinzufüge: schamlos) zugibt. Noch heute wird am ersten Sonntag der Großen Fastenzeit in jeder orthodoxen Kirche der Welt das Anathema gegen die Philosophie wiederholt, das damals dort verlesen worden war. Ungefähr aus derselben Zeit stammt die Nestorchronik, welche die Christianisierung der Kiewer Rus unter Wladimir I. auf die Begeisterung der Kiewer Abgesandten in der Hagia Sophia zurückführt. Hoffentlich nicht während des o.g. Zeremoniells gegen Johannes Italos. Ein Dutzend Jahrzehnte später wurde die Kirche von den Kreuzrittern des Vierten Kreuzzugs geplündert.

Geplündert stand sie weiter, wie sie heute steht. Stehen sollte bald ihr Name, übrigens in der Landessprache als Fremdwort mit der neugriechischen Aussprache erhalten geblieben, auch für die kollektive Entität aller heiligen Menschen. Die göttliche Weisheit: Das sind wir. Dieser, ursprünglich russische, Volksglaube wäre ohne das Gebäude wahrscheinlich nicht entstanden. Auf diesen Glauben ist einer der wenigen Versuche zurückzuführen, aus der Orthodoxie eine moderne Konfession zu machen. Sergej Bulgakov, ein Wirtschaftswissenschaftler und einstiger Weggenosse Lenins, versuchte im Pariser Exil, der Kirche unserer Vorfahren eine christsozialistische Gestalt zu verleihen. Sophiologie nannte er die neue Doktrin. Die Gemeinschaft der Idioten ist weise. Das ist meinerseits nicht ironisch gemeint.

Ja, die Hagia Sophia ist eine grandiose Fortentwicklung des architektonischen Konzepts des Pantheons von Rom; einer Stadt würdig, die Neurom heißen wollte; und – trotz Johannes Italos – Symbol von Weltbürgerlichkeit. Der einstige Notre-Dame-Kanoniker Étienne Tempier, der als Bischof den Aristotelismus im Werk von Thomas von Aquin verurteilte, reicht nicht aus, um die Notre Dame zu blamieren. Die Hagia Sophia ist ebenso resistent gegen in ihr begangene Dummheiten. Das zum einen.

Zum anderen habe ich in keinem Museum der Welt so viele gelangweilte, geistig abwesende Besucher angetroffen, nach dem Motto: “Sie haben alle gesagt, zumal wir hier sind, müssen wir das besuchen. Groß ist es schon…” Oder kennen meine Leser etwa ein Museum in dieser Welt, wo die Kunstwerke nicht bewundert werden? Ich kenne eines: die Hagia Sophia. Das Augenmerk des “Ausstellers” fällt ja nicht auf die Kunst, sondern auf das historische Faktum der Eroberung. (Fremdländische Ansätze der auf Erwachsene abzielenden Museologie können mir vielleicht egal sein. Aber im Sinne der Museumspädagogik: Was ist das für eine Erziehung für die Kinder, die das Museum besuchen?)

Meine letzte Assoziation jetzt:

Es gibt überall zweckentfremdete Gebäude. Ein zweckentfremdetes Gebäude aber, wo der neue Nutzer jahrhundertelang außer Stande war, wenigstens über die Zerstörung hinwegzutäuschen; darüber zu glätten und zu polieren, so dass der Besucher nicht denken muss, dass die Zerstörung zum Stolz des neuen Nutzers gehört – ja, ich war schon in der Mezquita! – hatte ich nie gesehen. Bis ich die Hagia Sophia besuchte.

Und jetzt soll es eine wichtige Nachricht sein, dass sie wieder zur Moschee wird?

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What you see in the two last pictures are marble fencings of the empress’s gallery in the Hagia-Sophia church – oops, sorry: museum – oops again: mosque in Constantinople – oops…

Anyway, you get the idea… The new masters (“new” is more or less a façon-de-parler since they’ve been there since 1453) gouged out the Christian Symbols but left the destruction for everyone to see.

Some amount of destruction is there when you dedicate a building to another purpose than the one it originally served. The Mezquita of Córdoba is a handy example of a mosque that was rendered vice versa to a church with a vast change of the central part of the original structure. However, the new masters there did bother to make the destruction unseen, tried to embed a cathedral into the mosque without the malicious gesture: “Har, har, har: see what I did?” In the Hagia Sophia, the tidying up of the traces of the destruction didn’t happen in the last five-and-a-half centuries. Now, it will become a mosque again. This gives me the motivation to deploy my associations pertaining to the building. They have more layers than the baclava served outside it and are the following:

As I said, the Hagia Sophia was first rendered to a mosque in May 1453 when the Ottoman army conquered the city. When this happened it had been a Roman-Catholic church for 14 years, following the church union of Florence in 1439. The Orthodox, those at any rate who were against the union, have avoided the church and services given in it for a decade-and-a-half before it became a mosque.

Four centuries earlier, the Hagia Sophia had been the site of John Italos’s condemnation. John was an Italian-Norman logician who had the title of the master among the philosophers (“hypatos ton philosophon”). Accused by the emperor’s daughter Anna Comnena of too much Aristotle and logic in classroom, he was removed from office and ceremonially so in the greatest of all churches. Anna Comnena must have been a horrible student. In spite of everything, her style is not devoid of charm and I do have respect for a woman author in the Middle Ages. At the same time, it is disgraceful to make your dad, the emperor, fire the professor whose subject you failed. And then, for all of us, it is even more disgraceful to recite since then, every year on the first Sunday of the Great Lent, in every Orthodox church, for almost one thousand years now, the same anathema against philosophy that was released there and then.

It was the time when the Russian Primary Chronicle ascribed to the impressive church the decision of Vladimir I to have his subjects baptised according to the Byzantine rite. A church which was to be looted by the crusaders a century and something later.

This notwithstanding, its name, still preserved until today as a Greek loan, came up to stand also for the collective entity of all saints: wisdom is sanctity and sanctity is the mereological whole of us all. This, originally Russian, popular faith was arguably inspired by the church of the Holy Wisdom. When Sergey Bulgakov, the economist and philosopher, denounced his former comrades to Lenin’s great bitterness, and attempted from his Parisian parish to renovate Orthodoxy to be a more liberal denomination, he called the new doctrine sophiology – alluding to the aforementioned popular faith. Even if each of us is an idiot, we are wise when taken as a whole.

A bigger Pantheon in a city called New Rome and thereby a symbol of cosmopolitanism in spite of the John-Italos episode. If Étienne Tempier, the bishop of Paris who condemned the Aristoteliansm in Aquinas, is not enough to debase the Notre-Dame of whose chapter he had been the chancellor, then Hagia Sophia remains also undegraded in spite of the unpleasant episodes in it. On one hand…

On the other, in no other museum have I met so many bored people ticking off one more must-see from their tourist guide. Which is quite understandable since the focus of the Hagia-Sophia Museum is not on its art but on the historical event of the conquest. And, I mean, come on: even if I don’t care about the museological concepts in far countries, I am still concerned about the education they give to their children…

This is why I think that rendering the Hagia Sophia to a mosque is not the important news about it.

Transsubstantiatio et transpropertatio

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Die griechisch-orthodoxe Gemeinde in der Schweiz, deren Münchensteiner Sophienkirche ich sehr unregelmäßig besuche, feiert seit Anfang der Corona-Krise keine Gottesdienste. Es ist eine Kirche, wo die Heilige Kommunion typischerweise in beiderlei Naturen und zwar mit einem Kelch und mit einem Löffel gefeiert wird.

Selbst wenn es nicht offen gesagt wird, ist dieser Umstand, die Aussetzung der Gottesdienste, die ratio cognoscendi der Überzeugung, dass der Löffel und der Kommunionswein Covid-19 übertragen kann und dass diese Gefahr unverhältnismäßig groß ist gemessen am Gewinn.

Gerade habe ich allerdings über die Eucharistie im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung gesprochen. Da ist bereits ein Punkt, an dem mir viele orthodoxe Christen etwas anhaben würden. Sie würden wahrscheinlich hinzufügen, dass der Kommunionswein keine Krankheiten übertragen kann, nachdem es in Blut Christi gewandelt wurde. Sie würden diesen Ausdruck vor dem üblichen “Transsubstantiation” bevorzugen. Noch übermorgen, am orthodoxen Ostersonntag, würden sie an der Ostermesse teilnehmen und aus einem Kelch mit einem Löffel das Blut Christi zu sich zu nehmen.

Jüngst gab es in Nordserbien sowie in Georgien Fälle, in denen sich die Herde während der Sonntagsmesse außerhalb der Kirche aufhielt, um der Ansteckungsgefahr durch das neue Coronavirus vorzubeugen, allerdings aus einem Kelch und mit einem Löffel Leib und Blut Christi zu sich nahm, als der jeweilige Pfarrer auf den Kirchhof kam. Wahrscheinlich dachten sie, dass es sich bei der Verwandlung der Kirche ins Paradies um eine Metapher handelt, bei der Wandlung des Brotes und Weines in Leib und Blut Christi aber um etwas Physisches. Die Republik Griechenland – das muss ich an dieser Stelle wohl sagen – erlaubte Gottesdienste nur während der Karwoche und das durch den Gemeindepfarrer und ein Chormitglied allein hinter verschlossenen Türen. Es ist eine archetypische orthodoxe Beschuldigung gegen die Westkirchen, dass letztere eine Hostie ohne Eigengeschmack dem Hausbrot vorziehen, um nicht in Versuchung zu kommen, aus den verbliebenen Broteigenschaften wie die Konsistenz und der Geschmack zu schließen, es wäre immer noch Brot, was man zu sich nimmt. Da die Orthodoxen offenbar sehr erfolgreich die sekundären Eigenschaften des Kommunionsbrotes verdrängen, denken sie, dass das keinem sonst gelingen würde, wenn das Brot etwas – sagen wir – säuerlich wäre.

Im Gegensatz zur orthodoxen Haltung: “Es ist kein Brot, es ist kein Wein, es ist nichts von dieser Welt, also werde ich dadurch auch nicht krank” tendieren philosophisch ausgebildete Katholiken zum Nominalismus. Der Trope “Blutchristihaftes” wird immer in der Messe per Umbenennung um einen singulären Kelch Wein angereichert. Wer sich darüber im Klaren ist, wie konservativ das Phänomen Sprache ist, dem erscheint es kaum weniger wundersam, wenn alle auf einmal sowohl ihre Sprache als auch ihr Benehmen an eine Umbenennung anpassen. Aber die Umbenennung schützt einen nicht vor Infektion.

Vor Jahren pflegte ich folgendes Spiel zu spielen, immer wenn ich mit meinen Töchtern auf Fahrrädern unterwegs die Mündung der Amper in die Isar erreichte. Ich erhob meinen rechten Arm – meine Töchter waren noch im Alter, wo sie das witzig fanden – und verwandelte magisch die Isar in die Amper und die Amper in die Isar. Ab sofort war der jeweilige Fluss der andere. Natürlich blieb der linke Fluss – angenommen wir gucken nach Norden – derjenige, der von Dachau kam, der rechte derjenige, der von München und Freising kam – keine Frage! In der Paläogeographie ist es stets das Wasser, das bestimmt, um welchen Fluss es sich handelt, nicht das Flussbett. So blieb z.B. vor Millionen von Jahren ein Teil der Ur-Donau nördlich der Aare trocken. Es war ursprünglich ein Donau-Flussbett. Dass später die Wutach in dieses Flussbett hineingeflossen ist, so dass sie ihren Lauf dramatisch wechselte, bringt die Geologen nicht in Verlegenheit. Vorher Wutach – nachher Wutach, auch wenn die Richtung jetzt eine andere ist, im Flussbett eines vormals anderen Flusses.

Die Orthodoxen verstellen sich, dass die Metaphysik der Namensgebung auch anders sein könnte: am Beispiel bei der Eucharistie. Es ist ein sehr starker metaphysischer Glaube, was hinter der orthodoxen Position steckt und dem Nominalismus eines Denkers trotzt, der lange Zeit an der Isar lebte: Wilhelm von Ockham. Ein gesundheitsgefährdender Glaube in Zeiten von Epidemien ist er auch noch.

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Presently, the Greek Orthodox community of Switzerland whose church of Holy Wisdom in Basel I irregularly visit, has dispensed all services in the aftermath of Covid-19. It is a church that typically practices the Holy Communion from one single cup, with one spoon.

If you do the math you will infer that in times of an epidemic, the parish believes that the – obviously existing – risk to be infected from the Holy Communion is disproportionate to the spiritual benefit – and fairly so.

Some Orthodox however would not only consider it sacrilegious to speak of the Eucharist in terms of a cost-benefit analysis. They would also say that communion wine is not virulent as a consequence of its being rendered to blood of Christ. They would go to church and partake in the Holy Communion with one spoon without realising the risk.

In recent cases in Northern Serbia and in Georgia, the corresponding parishes avoided entering the church out of fear of infection, however they did partake in the Holy Communion from one cup and with one spoon when the priest sought his people outside, in the churchyard. They presumably thought that the transformation of the church into the kingdom of God during the mass is symbolic while the transformation of wine to Christ’s blood is a natural, physical process. To prevent similar situations, the Hellenic Republic allows services to take place during the Corona crisis only in the Holy Week and this behind closed doors, only with one priest and one choir member. Let me just mention here that there are Orthodox who blame Roman-Catholics of preferring consecrated wafers to everyday bread because the latter allegedly reminds of the properties remaining there as before the consecration. Since the properties remaining there is the very idea which the Orthodox repress – and this very successfully – they think that everyone else has issues with it.

In contrast, learned Roman Catholics often come up with a nominalist understanding of the Holy Communion: communion wine is, they’ll tell you, the blood of Christ in the sense that the trope “blood-of-Christ-like” is enhanced with a new individual – a cup of wine. After the transsubstantiation, they’ll tell you, the properties of the wine are remaining because transsubstantiation is only an act of renaming. Ergo, you can be infected.

Years ago, my daughters and I played a game – if you want to call it a game – whenever we journeyed with our bikes along the riverbanks of the Isar until its confluence with the Amper. Reaching the point – the girls were young enough to find this witty back then – I used to raise my right hand and made the one river be the other. But even after I renamed the rivers, the one to the left when we looked northwards was the one whose waters came from Dachau, the one to the right was the one which came from Freising and Munich. I had not changed this, of course. I am informed that in palaeogeography, when a riverbed is dried off and another river finds its way through it, it is the waters, i.e. the new river, which determines which river this is.

The Orthodox pretend during the Eucharist that this could be otherwise. This is a strong metaphysical belief, of course, and a much stronger one than the nominalism launched in Christian faith by a person who was actually very familiar to the river Isar: William of Ockham. But if you are an Orthodox in times of an epidemic, this issue of the philosophy of language can cost you your health.

 

Die Musik und die Botschaft

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Zu meiner Freisinger Zeit konnte sich noch die Sonntagsmessenherde im Dom an meiner Stimme ergötzen. Ebenfalls an den Stimmen des restlichen Chors natürlich, aber in dieser Erinnerung spielt allein meine Stimme eine Rolle.

Es war Winter, vielleicht 2006. Alle zweiten Tenöre bis auf mich hatten an dem Sonntag wunde Lungen, wunde Kehlen oder auch Seelen – jedenfalls musste ich mein Stimmfach allein vertreten.

Und es weiß doch jeder, der die Gesangspartitur von Carl Maria von Webers Messe in Es-dur kennt, dass die Verse des Credo “et ad spiritum sanctum dominum qui ex patre filioque procedit” von den zweiten Tenören allein gesungen werden. Ich muss jetzt eine musikalische Sünde beichten: Wenn die anderen zweiten Tenöre da waren, habe ich beim Wort “filioque” nie mitgesungen. Und das, um einer ekklesiologischen – andere würden sagen: dogmatischen – Sünde vorzubeugen. Wie hätte ich nur als orthodoxer Christ das Paradebeispiel päpstlicher Willkür legitimieren können?

Nun waren aber die anderen nicht da. Also musste ich an der Stelle solo singen und zwar entweder einen Affront im vollen Freisinger Dom wagen (“qui ex paa-aatre procedit” – womit jetzt ehrlich, liebe römisch-katholische und protestantische Leserschaft, das Versmaß endlich nicht verunstaltet wird) oder das “filioque” nach gewohnt papistischer Manier in den Vers hineinzwängen in einer Kirche und auf einem Berg, wo Ratzinger, damals tatsächlich Papst, noch als junger Dozent zu Hause gewesen war.

Ich entschied mich für Letzteres.

Ich entschied mich aber auch, zu Kostas Nikolakopoulos’ byzantinischem Chor zu wechseln, um mit dem eigenen Gewissen im Reinen zu sein. Kostas kannte ich in seiner Eigenschaft als Theologieprof an der LMU. Die byzantinischen Vierteltöne kannte ich auch, nachdem ich das erste Vierteljahrhundert meines Lebens in einem Land verbrachte, wo solche in jeder Kirche – gut, ich meine nicht die katholischen und nicht die evangelischen – gesungen sowie von jedem Handwerker bei der Arbeit gesummt werden – ebenfalls ausgenommen Katholiken und Protestanten. Die Entscheidung für den Wechsel musste allerdings noch etwas reifen – so orthodox bin ich auch nicht. Es musste sich zuerst zutragen, dass ich in einer Generalprobe in der Römer Santa Maria dell’ Anima falsch gesungen habe, da das Programm aus Geiz – kein günstiger Organist zur Verfügung – in letzter Minute gegen mir unbekannte a capella-Stücke ausgetauscht worden war. Ich: “Ihr Geizhälse”, die anderen: “Du nix vom Blatt lesen, du” – habe ich die Freisinger verlassen.

Für Kostas’ byzantinischen Chor, wo ein Organist sowieso nie benötigt wird. Denn nach dem Abmontieren der Orgeln in Konstantinopel des 13. Jh. durch die Kreuzritter singt in byzantinischen Chören die eine Chorhälfte (seit acht Jahrhunderten!) sowieso das, was von der linken Orgelhand gespielt werden sollte.

In einem byzantinischen Chor allerdings nicht falsch zu singen, kann sich – mir jedenfalls – als noch schwieriger erweisen denn das Singen prima vista bei irgendeinem Westmusikchor. So kam es auch. Denn bei all meinem Griechesein hatte ich mich nie darum gekümmert, wie die byzantinische Musik geschrieben wird. Ohne die moderne Musiknotation war ich aufgeschmissen. Ich habe Kostas’ Chor wieder verlassen. Ich musste zu lange üben. Ungefähr wie jemand, der Deutsch in indischer Schrift zu lesen versucht.

Meine damaligen Schwierigkeiten sind eher ein Grund, das nächste Konzert von Kostas’ Chor wärmstens zu empfehlen. Er ist ein mittelalterlicher Chor ohne Wenn und Aber: Einer, der die alte Notation verwendet; einer, der im Streit zwischen der griechischen und der anatolischen Interpetation für die anatolische optiert; einer, der vor jeder Probe, jeder Messe und jedem Konzert betet, die Darbietung möge gelingen. Dieser Chor ist echt.

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Normally, this blog recommends no concerts in Munich. No concerts period. But this is a special case.

While living in Freising and commuting between this Bavarian Canterbury and Erfurt (obviously a kind a German Northampton, i.e. a mediaeval university, dissolved, re-established in recent times), I used to sing in a choir with a mostly religious repertoire.

Singing religious repertoire in Freising is a very Roman-Catholic endeavour. The city is the seat of the archbishop of Munich, the abbey was founded by St. Corbinian in the 7th century, no less than the Pope Benedict XVI took here the first steps of his academic career as professor of theology in the not so remote times of the Freising Seminary.

Being myself neither a Roman-Catholic nor a Protestant, when we sang Carl Maria von Weber’s Mass in E-flat, during the Credo I refrained from singing the word “filioque” in the passus “et ad Spiritum Sanctum dominum qui ex patre filioque procedit“. I mean, forget all the dogmatics: how could I possibly sing what in my eyes and my ears is a symbol of Papal arbitrariness?

You might think that one voice more or less for this half of a second would never make a difference. This is what I also thought.

On this Sunday of the year 2006, I think, the cathedral was almost full as well as the chorus – almost full, that is, if you take it as a whole. But everybody who sang tenor 2 was ill. Everybody but me.

Now, I don’t know who among my readers has the vocal score of von Weber’s Mass in E-flat at home. In the extremely improbable case that you have it, open it and go to the end of the Credo. You will find out that the passage about the Holy Spirit is sung by the tenor 2 alone. This meant, of course, that absenteeism among the tenor-2 Fach compelled me to sing the passage as a solo. Volens nolens the soloist of the day, keeping silence for half a second because of the word “filioque” (my strategy until then) was not an option. There were exactly two options remaining. The one would be to sing “qui ex paa-aatre procedit” (if you ask me, artistically the more elegant option which preserves a metre badly strained by the addition “filioque“), the other was to sing the Roman-Catholic version as prescribed in the vocal score. Which I, finally, did.

This was one moment that made me think: “What the heck! If I were some agnostic I wouldn’t care. Since I care, I’m not agnostic after all and I’ll have to go to Kostas Nikolakopoulos’s Byzantine Choir in Munich”.

I knew Kostas as a professor of theology. And I knew the quarter tones of the Byzantine music for reasons of my socialisation in a country where quarter tones are sung in every church and murmured – sometimes more than that – by every worker in a construction site during work. Except of Roman-Catholic and Protestant institutions and individuals, of course.

Dogmatics was however not the sole and not the main reason I eventually joined Kostas’s choir. I’m not that pious! The definitive decision was during a rehearsal of my Freising choir in the Santa Maria dell’ Anima of Rome. The arranged organist lost his plane, there was someone there to cover him but he wanted – what else? – to be paid, the others said that we should sing a capella and save our money, I didn’t know the a-capella pieces they wanted to sing, the others growled that I had problems to sing at sight, I called them Scrooges…

In a Byzantine choir there’s no chance to have an organist who misses his plane. Since the 13th century, there has been no chance to have an organist period. This is when the crusaders looted Constantinople and took the organs with them. Since then the thought to equip a church with an organ hasn’t crossed any Orthodox Greek’s mind, the organist’s left hand being replaced by one half of the choir; the other half singing the canto.

My passage from Kostas’s choir was short. I had never imagined that the task to read music written with the Byzantine notation would be so demanding. It was like having to read a poem by Yates you have read hundreds of times but which someone wrote down in an Armenian transliteration.

I’m mentioning this to underline my recommendation to go to the Greek Orthodox Church at the metro station Nordfriedhof if you happen to be in Munich on November 23rd. This is a medieval choir without compromise. They use the old notation, they prefer the Anatolian to the Greek interpretation of the old music, they believe that praying before the concert helps. These guys are genuine.

Sacral architecture with profane messages

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Unsere erste Familienautoreise von Mitteleuropa durch den Westbalkan bis Euböa und Athen und wieder zurück war, wenn ich mich nicht ganz täusche, im Sommer 2013. Ich weiß noch, wie ich mein erstes Posting von unterwegs für dieses Blog in der damaligen Dienstwohnung meines Bruders an der Neubelgrader “Straße der Spanienkämpfer” – ulica Spanskih boraca – machte, indem ich vom ungeschützten Netzwerk des Nachbarn aus eine Email an meinen Domänenemailserver schickte. Heute nutze ich solche abenteuerlichen Methoden nicht mehr. Zum einen gibt es überall WLAN, zum anderen ist die WordPress-App viel handlicher.

Vieles hat sich in Südosteuropa in den letzten sechs Jahren und nach fünf Balkanautoreisen geändert. Griechenland lässt ein schwarzes Kapitel seiner Wirtschaftsgeschichte hinter sich, Serbien ist in den Städten voller Witz, voll in der Moderne und – das meine ich durchaus positiv – mit seinem ländlichen Raum durchaus im Reinen.

Ein paar Eskapaden der letzten Jahrzehnte beeinflussen noch das religiöse Feld, insbesondere dasjenige links und rechts der 820 Kilometer der E75 zwischen Leskovac in Südserbien und Athen. Das religiöse Feld sowie das links und rechts der Straße sind beide weit und breit und – wie wir seit den Neunzigerjahren wissen – politisch brisant.

Wo früher die Kirchen nicht zur Propagierung von Stereotypen gebaut wurden, sondern mit der weltlichen Architektur harmonierten – Basiliken und kreuzförmige Ziegelbauten mit Kuppel in den Gesamtlandschaften Makedonien und Südserbien, klassizistische, mit wenigen Rokokoelementen versehene in Serbien, wie die oben abgebildete Michaelskathedrale in Belgrad – protzt nun neobyzantinischer Kitsch, gern auch mit dorischen (!) Ornamenten wie unten die neue Kirche im nordgriechischen Paralia Katerinis. Die südserbischen kirchlichen Neubauten sind zwar weniger schrill, aber ihre imperiale Architektur ist nicht weniger fehl am Platz. Jüngst errichtete Moschees an der Autobahn, in Südserbien wie in Nordmakedonien, könnten wiederum in ihrem mediterranen Weiß, hunderte von Kilometern von der Küste entfernt, ihre politische Pointe kaum stärker unterstreichen.

Hoffentlich geht das gut aus.

Oder eher: Hoffentlich ist es aus.

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The first time we dared to set off in Central Europe to cross as a whole family the Western Balkans and to reach Euboea and Athens in our car was probably in 2013. I still remember that in my brother’s Belgrade lodging at the “Street of the Spanish-Civil-War Volunteers” (Spanskih boraca) there was no WiFi and I used the neighbour’s open network to send my domain server an email to be posted in this blog. These adventurous methods are history now since you find everywhere WiFi and the WordPress app is much preferable to the email feature.

In six years and five family journeys by car, much has changed in Southeast Europe. Greece leaves the ghost of misadministration behind. Serbia has cool cities and despite its modern urban landscape it remains Balkan in the countryside – which, at least in my perception, is a lovely thing to happen.

However, the escapades of the last decades persistently influence the religious field. This can be observed here and there along the 500 miles of the European highway E75 between Leskovac in Southern Serbia and Athens. Both fields, the religious as well as the geographical on either sides of the road, are broad and – as we know from the 90s – politically sensitive.

Churches in the Balkans were once in agreement with their profane surroundings. The old basilicas and cross-in-square churches with exposed-brick walls of Macedonia and Southern Serbia as well as the classicist churches with Austrian rococo in Northern Serbia (cf. my pictures of Belgrade’s St Michael’s cathedral on top of this post) are witnessing this still today. Neobyzantine kitsch is definitely new and suspect of a political agenda that most of us would hate to see empowered. The new church in Paralia Katerinis in Greek Macedonia (with Doric columns as ornaments!) is the most appalling example I could detect. The churches that were erected in the last years along the E75 in North Macedonia and Southern Serbia are not so grotesque, but their imperial architecture makes them phoney.

Once you pass the Greek border northwards you cannot fail to see also mosques, antagonistic to the aforementioned churches, in a Mediterranean white hundreds of miles away from the coast.

The hope is that it will all end well.

Or rather: that it has already ended.

Agnus dei et idea leporis

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Wer irgendwo im Gebiet zwischen Basel und Freiburg wohnt und Lamm- oder Ziegenfleisch kaufen will, ist gut beraten, in der Markthalle von Mulhouse einzukaufen. Das klingt wie ein Werbespot, ist aber der Beginn unserer jüngsten theologischen Familiendebatte. Da der heutige Ostertag nach dem julianischen Kalender nahte, wollte ich jedenfalls obigem Rat folgen.

Theologisch gesehen war meine Position, Lamm zu kaufen, fundiert, finde ich: Zu Ostern töten wir den “agnus Dei qui tollit peccata mundi“, um ihn symbolisch zu uns zu nehmen. Voller Schuld daran, nach vierzigtägiger veganer sowie Krusten- und Weichtiere-Diät Fleisch zu essen, wollen wir Versöhnung. Bringt uns das nicht etwa bei, Tierleben zu schonen und reflektierter zu essen?

Zunächst fragte ich die Verkäuferin also, ob das halbierte, kleine Jungtier da – wir brauchten nicht viel, wir haben niemanden eingeladen, als ich die Osterfeste in München mit fünfzig Gästen feierte, musste ich am nächsten Tag nicht unterrichten – ein agneau war, ein agnus.

Daraufhin äußerten meine Kinder den Wunsch, Hasen zu essen. Das irritierte mich. Der Osterhase ist doch germanisch, wandte ich ein, wir feiern nun die Auferstehung in orthodoxer Tradition. Ein Hase komme an unserem Osterfest nie auf den Tisch.

Da fühlte sich die elsässische, alle Sprachen der Region beherrschende Verkäuferin berufen, uns aufzuklären, das sei “ein Kitz, ein chèvreau” (damit war meine Agnus-Dei-Symbolik dahin), außerdem könne man von Hasen nicht reden: “Da wilde Haas, le lièvre” dürfe erst im Oktober wieder gejagt werden, das sei ein lapin. Damit war auch die von mir unterstellte germanische Osterhasensymbolik dahin.

Es ist bitter, einen Argumentationskampf gegen Gemeinplätze zu verlieren. Die Situation glich der Niederlage des FC Barcelona gegen Steaua Bukarest in jenem legendären Endspiel für den Pokal der Landesmeister… Im Nachhinein finde ich, dass ich nicht klein beigeben durfte. Ein chèvreau steht näher zum agneau als ein lapin, was seinerseits eine Nähe zur elsässischen (und sonstigen germanischen) lièvre-Symbolik hat.

Seit Theodor Studites im 9. Jh. lautet die orthodoxe Lehre zum Symbol einer Person, etwa zu einer Ikone, diese sei nicht die abgebildete Person, könne aber an ihrer Stelle verehrt werden, denn die abgebildete Person die Ursache des Abbildes sei. Zicklein haben eine größere genetische, damit ursächliche Ähnlichkeit zu Lämmern als Kaninchen. Also…

Nach Descartes kann die idea leporis, die Hasenvorstellung, zwar unabhängig von der Existenz des Hasen sein, so dass man im Endeffekt alles mit allem symbolisieren kann. Allerdings soll man dabei aufpassen, keine unklaren oder diffusen Symbole zu benutzen. Solange Vorstellungen clarae et distinctae sein müssen, können cuniculi wie lepores nicht den Agnus Dei symbolisieren.

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The marketplace of Mulhouse in France is the best place to buy lamb or goat also if you happen to live between Basel in Switzerland and Freiburg in Germany. This sounds like a commercial but it was the beginning of a theological dispute with my family.

Today, according to the Julian calendar, is Easter. The Greek custom is to eat lamb and the hymn “Agnus Dei qui tollis peccata mundi” (we sing it in Ancient Greek of course) guarantees that you will feel guilty for eating meat after forty days of vegan diet plus molluscs and crustacea. You will feel guilty for existing at the lamb’s expence. After this you seek atonement. This can teach you to be more modest when taking the death of other creatures as a consequence of your own living.

Like Strasbourg and Colmar, Mulhouse is in the region of Alsace. Alsatians (that is: real Alsatians) speak French of course but they also speak Alsatian, a German dialect nearly incomprehensible to normal speakers of standard German. And in some cases they can understand standard German. If they want to… This butcher wanted to.

She wanted to intervene into my family’s debate carried out in standard German, me saying: “What? A hare you want me to cook on Easter? Now, let me put things clear: The easter bunny is Germanic. Proof: the only place they have it in France is Alsace. We celebrate an orthodox day. There is a symbolism in having lamb.”

Well, she said, the halved animal I wanted to have was a goat, not a lamb. So no Agnus Dei symbolism there. And the animal which my family had spotted instead was a rabbit, not a hare. So, no Germanic symbolism here. Hares are protected until October.

The more trivial this last piece of information was, the more bitter it made losing the argument on its behalf. It felt like FC Barcelona’s defeat to Steaua Bucharest in this one European Champions’ Cup final decades ago.

Since Theodore of Studion, a Byzantine theologian of the 9th century, the Orthodox view on symbols is that representations of persons, say icons, on one hand and the represented person on the other may, of course, not be confused except of one and only attitude towards the icon: i.e. veneration. Theodore argues here with the causal relationship between the representation and the represented. Now, I do see a causal relationship between a goat and a lamb and one that is closer than the other between a rabbit and a lamb. Not to mention the causal relationship between a rabbit and a hare which is certainly closer than the one between a goat and a hare. So, if for the sake of symbolism you do not want a lièvre, a lepor, a haas, a hare but an agnus for God’s sake, and you do not have the opportunity to get a lamb, a goat is its next kin.

This was not the kind of argument I could bring in a butcher’s shop…

Of course, there are authors who have more elaborated arguments on this. Take Descartes. As if he had predicted my problems with Germanic hares on Easter, he said that the idea leporis is independent from the existence of the hare. In a way, you can take anything to symbolise anything else. A symbol of a hare does not have to look like one and, accordingly, a symbol for the Agnus Dei does not have to be an agneau or a chèvreau or any other ovine.

Well, yes, this is true. But also Descartes would demand the ideas to be clarae et distinctae. Animals like cuniculi and lepores would have to symbolise just the Agnus Dei and nothing else on the liturgical level. And this is not the case.

Alltagseschatologie

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Griechische Jugendliche würden einen Telefonanruf durch die angebetete Person oder das Tor in der neunzigsten Minute, vielleicht nicht ohne Selbstironie eine “Auferstehung” nennen. Nicht von ungefähr! Wer die ostkirchliche Rhetorik bezüglich Tod und Auferstehung verfolgt, wird feststellen, dass die alljährlich wiederkehrende Passion als A. Hinweis auf ein historisches Ereignis und als B. Allegorie für unser eigenes Golgatha und unsere eigene Überwindung desselben gilt.

In diesem Sinn sehe ich heuer keinen Link als angemessener an denn den, in dem Fairouz, die ehemals griechisch-katholische, später orientalisch-orthodoxe Muse Syriens, das Auferstehungstroparion ihres Landsmanns Romanus Melodus singt, das seit dem sechsten Jahrhundert die Orthodoxen und auch die Christen griechischen Ritus den ganzen Mai und vielleicht auch im April unter der Dusche zwar nicht, dafür aber in jeder Kirche, in der Einsamkeit ihrer Wohnungen oder etwa beim Arbeiten an einer nachhallenden Baustelle laut singen.

Auf die Auferstehung Syriens und auch auf die Freude unabhängig von Ländern und Zeiten!

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Fairouz, the originally Greek catholic, later orthodox Syrian diva sings in the above link her compatriot’s Romanos the Melodist’s Paschal troparion from the 6th century AD. If there were musical charts from 14 centuries, Christos anesti would be a springtime hit and an evergreen. Every priest has to sing it in the night of the Good Saturday. But also every construction site has echoed it if it only had the honour to host one semi-pious worker. Admittedly, this is not something you’d sing in the shower but it’s sung everywhere else.

For this year’s Easter, I don’t know of a better way to wish Syria’s and everyone’s Golgotha to come to an end than this.

I do this as an adherent of the Greek rite and an Orthodox Christian after all. For us, you see, the passion and the resurrection are not only about the historical events concerning Christ. They’re also about an everyday eschatology: about the little crucifixions and resurrections throughout the year: phonecalls of beautiful people, liberations from tyranny, goals in the ninetieth minute – really whatever!

Stên ekklêsia, K.P. Kavafis, 1912

Scroll for Sherrard’s/Keeley’s translation of C.P. Cavafy’s poem

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IN DER KIRCHE

Ich liebe die Kirche – ihre sechsfach geflügelten,

Cherubim, ihre silbernen Gefäße, ihre Leuchter,

Ihre Lichter, Ikonen und Kanzeln.

Wenn ich sie betrete, die Kirche der Griechen,

Mit dem Duft ihres Weihrauchs,

Den Gesängen und liturgischen Chören,

Der feierlichen Erscheinung der Priester,

In prächtige Gewänder gekleidet

Und mit dem ernsten Rhythmus ihrer Gesten,

Wird mein Geist von der Größe unseres Volkes erfüllt,

Vom Ruhm unseres Byzanz.

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Übersetzt v. Robert Elsie

Der nicht oströmische Leser wird meinen, dass das heutige Posting entgegen dem in diesem Blog Gewohnten nicht ökumenisch ist. Recht wird er haben. Eine oströmische Woche der Pönitenz in einem Jahr voll weltbürgerlichen Eifers wird doch verzeihlich sein.

Meine Dankbarkeit für die kurzzeitige Wandlung gilt der Basler Hagia-Sophia-Kirche.

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In the Passion Week, in the Orthodox Church there’s space for every one of Her scattered children. I chose Sherrard’s translation of Cavafic verse not only because of our common Euboean and Anglogreek identity – NB, the second property being one of the poet as well – but mainly because of the literary merit. Whereas… I’m not quite sure whether the two things, merit and being an Anglogreek, are really independent from each other.

IN CHURCH

I love the church: its labara,

its silver vessels, its candleholders,

the lights, the ikons, the pulpit.

Whenever I go there, into a church of the Greeks,

with its aroma of incense,

its liturgical chanting and harmony,

the majestic presence of the priests,

dazzling in their ornate vestments,

the solemn rhythm of their gestures—

my thoughts turn to the great glories of our race,

to the splendor of our Byzantine heritage.

Translated by Edmund Keeley/Philip Sherrard

Tribalism and vegetables

Arkas 1

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Eine wichtige These in Pierre Bourdieus einflussreichem Werk Die kleinen Unterschiede lautet, dass Binnengruppen (und im allgemeinen Gruppen) sich von Außenseitern dadurch unterscheiden, dass sie entweder Grenzen zwischen dem Innen und dem Außen ziehen, die Außenseitern unsichtbar sind, oder die Gruppenzugehörigkeit von Kriterien abhängig machen, die von Außenseitern nicht kopierbar sind. Essensvorschriften können solche Kriterien sein.

Koscheres Essen ist eine solche Vorschrift. Nehmen wir das Verbot, ein Lamm in der Milch seiner Mutter zu kochen – der Milch also, die vielmehr des Lammes Nahrung denn des Lammes Sauce als unsere Nahrung sein sollte. Dass sich daraus im späteren Judentum das Verbot ergab, Kalbsschnitzel mit Feta als Beilage zu essen, verstehe ich als immer mehr und mehr verallgemeinerte – auch metaphorische – Interpretation des ursprünglich eng zu verstehenden Verbots durch Binnengruppen, die die Außenseiter schließlich entweder absorbierten oder verdrängten.

Das christlich-orthodoxe Fasten – bald erreicht es seinen Höhepunkt – ist ebenfalls eine Binnengruppen-Essensvorschrift im kultursoziologischen Sinn. Es fällt auf den ersten Blick auf, dass es zum Ausschluss von Juden maßgeschneidert ist. Gemüse ohne pflanzliches Fett zubereitet (Butter und Käse sind natürlich no-go) ist zwar OK für Juden, aber die Proteine-Lieferanten vieler Griechen, Russen, Melkiten usw. in der Fastenzeit – Krusten-, Weichtiere und Meeresfrüchte – schließt die jüdische Essensvorschrift aus. Abgesehen davon können beide Gemeinschaften nicht gemeinsam feiern, da Paskha mit Pessach nicht zusammenfallen darf.

So verstandener Tribalismus ist einerseits alles andere als “fein”, um bei Bourdieu zu bleiben, andererseits würde selbst der Versuch von Konversionswilligen, in die andere Gemeinschaft aufgenommen zu werden, an der Umsetzung von diätetischen Feinheiten misslingen. Die Zeit zu lernen, hätten die Konversionswilligen jedenfalls nicht. Schuld daran wäre der Tribalismus, der wahrscheinlich jede Heiratsmigrantin und jeden Heiratsmigranten zum Verlassen der Hölle bringen würde, bevor jene auf den Geschmack kämen bis ins exotische Paradies der Anderen hinein.

Gläubige stellen sich oft das Paradies als einen Ort vor, wo sie, selbstverliebte Heimatpatrioten, für ihre Lebensweise und Diät belohnt werden. Andersgläubige, Analytiker und Nouvelle-Cuisine-Leute würden keine Freude dort haben.

Arkas 2

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One of the basic statements in Pierre Bourdieu’s La difference is that ingroups (groups generally) distinguish themselves from outsiders along lines that, for outsiders, are invisible or by criteria that, for outsiders again, are impossible to copy. This can be also by means of religious prescriptions concerning food.

Take kosher cuisine. How comes that a prescription to avoid cooking a lamb in its own mother’s milk – NB, milk that was supposed to serve as the lamb’s food, not as a sauce to the lamb when the latter is your food – becomes the prescription not to have sheep’s feta as a side dish to a beef steak? I can only understand the process as an ongoing radicalisation that begins in an ingroup that uses no sheep’s butter (yes, it exists!) to cook a lamb, to end with the same ingroup’s using no dairy products in combination with any meat – and excluding the outgroups from the community altogether.

Christian-Orthodox fasting – soon to be on its peak – would be another example of ingroup-forming diet. It seems rather clear that the fasting prescriptions of the Eastern Church are tailored to exclude Jews: you may eat vegetables without any oil, let alone butter, and as a source of proteins you may take oysters, shrimps and octopuses – that are not kosher. Additionally, Orthodox Christians would postpone Easter if it would coincide with Jewish Passover, so that the communities would never celebrate at the same time.

Tribalism is not invisible, of course, but what follows is: any member of another community who is willing to convert, would find it very hard to copy the dietetic rules. Additionally, tribalism would make her or his life like hell. The newcomer would leave this hell before being able to conform to the complicated rules to lead to an alleged paradise.

Is what people hold to be paradise after all any more than a provincial place for narcissistic villagers? And would a person of another tradition, an analytic, a friend of nouvelle cuisine ever get the chance of having joy there? The questions are rhetorical.

Kleine Religionssoziologie des Fastens

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Sie bekamen die Krise, unsere Mütter und Großmütter und Tanten, wenn sie uns ausgerechnet zu dieser Zeit, kurz vor Ostern, mit einer leeren Schokoladenhülle in der Hand entdeckten. Unser Seelenheil stand auf dem Spiel und – was folgenschwerer wäre – ihr Ruf als Mütter und Großmütter und Tanten, die während der Fastenzeit keine Milchprodukte, keinen Fisch, kein Fleisch anbieten.

Die Schokoladenverpackung haben wir, damals bei Istiäa herumstreunende Kinder einer Großfamilie, von einem der ganz seltenen Sünder bekommen. Sünder aßen freilich ihren Schokoriegel allein. Der Schokoriegel war uns aber sowieso egal – wir wollten ja nicht das Fasten brechen. Es war uns genug, wenn wir unsere Eltern mit der Verpackung der Schokolade eines Fastensünders nerven durften.

Man kann wohl sagen, dass ich mit zehn, elf, zwölf die Fastenzeit nicht mochte. Das änderte sich spektakulär. Die Fastenzeit wurde in der Pubertät eine erstklassige Gelegenheit, um ohne Umschweife und Gewissensbisse Austern, Fischrogen, Seeigel und Oktopus als Wünsche für das Mittagessen zu äußern. Das hat zwar mit Verzicht zu tun, Verzicht auf Milchprodukte, Fleisch und Fisch, nicht allerdings mit Verzicht aufs Genießen. Als wir, die ehemalige Kinderschar, die mit einem leeren Schokoladenpapier in der Hand früher Fastensünde anzudeuten gepflegt hatte, gar entdeckten, wie gut der gekochte Löwenzahn oder die gekochte Bryonia schmeckt, wurde das Fasten zum Spaß.

Das Fasten als Verzicht aufs Genießen halte ich für eine masochistische Übung und den Masochismus für einen selbstreferentiellen Unsinn. Der richtige Masochist genießt es, den Hintern versohlt zu bekommen, und genau weil er es genießt, verzichtet er darauf. Aber dieser Verzicht bereitet dem Masochisten Lust, wohlgemerkt die Lust des Verzichts auf die Lust des Geschlagenwerdens bzw. die Lust des Nichtgeschlagenwerdens. Diese muss wohl mit Geschlagenwerden bekämpft werden, da es schließlich etwas Gutes ist, nicht geschlagen zu werden und der Masochist will den Schmerz usw. Es ist ein Widerspruch zu sagen, man verzichtet gern auf etwas, was man gern tut. Der Fastende, der um seiner Tugend Willen auf den Genuss verzichten will, sollte auf die Erfüllung seines Wunsches, tugendhaft zu sein, verzichten wollen – “Wer denke ich, wer ich bin, mit meiner Tugend zu protzen?” – was einem Dialetheisten vielleicht Genuss bereitet, aber nicht jeder ist ein Dialetheist. Stopp! Habe ich gesagt “Genuss bereitet”?

Lange Rede, kurzer Sinn – halte ich das römisch-katholische Verständnis des Fastens als Verzicht auf Genuss für ein logisches Looping. Da logische Loopings im Sinn des Dialetheismus neuerdings hoffähig wurden, will ich das nicht anprangern. Aber eine Frage möchte ich doch noch stellen: Wie fühlt sich der Katholik dabei, der kein Dialetheist ist?

Der Orthodoxe befindet sich einerseits in einer leicht besseren, andererseits in einer viel schlechteren Lage. Ersteres, weil er fastet, ohne Tugenden an den Tag legen zu müssen (Garnelen, Austern, Wein – alles zulässig!). Letzteres, weil er fastet, ohne angeben zu können, warum… Und wieder Ersteres, weil er keine funktionale Legitimation für sein Fasten erdichten will, die letztendlich selbstreferentiell wäre. Der Katholik ist ein tugendhafter Mensch, der beim Fasten eine Überraschung im Sinne einer Rationalitätslücke erlebt. Der Orthodoxe ist ein Poet, der beim Fasten eine Überraschung im Sinne der Amoralität – obwohl nicht Immoralität – seines Handelns erlebt.

Der Katholik versucht sich in die Rolle der Legislative zu versetzen: “Übung zur Tugend wird die Begründung meines Fastens sein”. Der Orthodoxe ist die Exekutive. Das ist nicht automatisch schlecht. Sokrates trank sogar aus dem Schierlingsbecher, weil er sich nicht anmaßen wollte, die Legislative zu kritisieren.

Wenn ich beim Thema bin: Beim Saubermachen des Löwenzahns muss man freilich aufpassen, dass der Sammler nicht aus Versehen Schierling mitgepflückt hat. Außerdem sollte man eher im Wald pflücken und nicht auf dem Unicampus. Aber das versteht sich.

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We made them mad in case we held demonstratively chocolate wrapping paper in our hands just before Easter. And, yes, it’s this time of the year again – for the orthodox. Moms, grandmoms, aunts were worried about the salvation of our souls and – what was more serious – about their reputation as fasting-families-affirmative females. From our side, it was just a childish joke. We, the lads of the Gerogiorgakis-and-Agapitos clan – let’s call it a clan – of the glorious Istiaea municipality, didn’t belong to these lost souls who’d really buy a chocolate on Good Friday. We just spotted the sinners who ate chocolate while the church was full of people singing the 6th-century chants of the passion and asked them for the wrapping paper to shock our parents and grandparents. And the sinners gave us the wrapping paper with the contempt of the one who’s held a benefactor with peanuts.

No, we didn’t love Great Lent when we were children. The joy about the time without dairy products, without meat, without fish came only afterwards when we discovered how cool it was to dive into the cold waters for oysters and sea urchins and to ask the neighbor for lemons to eat them. Fasting is not about exercising extraordinary virtues. It’s rather about changing an attitude towards food. For a couple of weeks.

This is not the mainstream view. Most Christians see fasting as an exercise of virtues – for example against acrasy. But the struggle against acrasy can degenerate into masochism. Masochism can be stultifying. If you enjoy being spanked because it’s suffering, sooner or later you start prolonging the time until you’ll get spanked again because this is also suffering – you need to get spanked… And you end up enjoying the prolonging and, therefore you long not to prolong because this is also suffering etc. Avoiding what you enjoy in fasting is very similar to this. If you eat vegetables during Great Lent because you enjoy eating lamb, and you enjoy fasting, you have to end up not fasting because fasting is something you enjoy during Great Lend and you don’t want to enjoy during  Great Lent. This is alright if you’re a dialetheist and enjoy logical loopings. But – wait! – did I say enjoy loopings?

Anyway, I believe that most fasting Roman-Catholics fast for virtue. The orthodox are in a slightly better situation since their motive to fast is not virtue. I mean, eating oysters, caviar, gambas, octopuses while drinking raki is not exercising any particular virtue, is it? But the orthodox are, in a sense, also in a much worse situation than Roman-Catholics: giving an excuse for fasting – virtue – is at least an explanation even if it entails a rationality gap. Roman-Catholics are fasting rationalists who experience a surprise on the theoretical level. The orthodox are fasting poets who experience their own vice on the practical level as a blessing.

Roman-Catholics try to understand the legislation and to carry the responsibility: this is why we fast from luxury rather than anything else. The orthodox don’t even attempt to feel the role of the legislative. They rather feel they have to be the executive. This is OK, I think. Socrates drank the conium in order to show that you shouldn’t pretend you’re the legislative when you’re not.

Talking about Socrates: if you’re fasting the orthodox way, then do keep an eye open for conium when you’re cleaning the dandelion for the vegetable stew. And do find a less urban place to gather it than the university campus.

Ad quandam narrationem pictam commentarius sub titulo: Theologia oeconomiae artis annis Dei 1316 et 2016 (germanice et anglice)

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Das Szenario vorab: von George Soros angetrieben erreicht Yanis Varoufakis in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Frankfurt am Main auf seinem Motorrad, um Mario Draghi nach Rom zu Disputationen über das thomistische Zinsverständnis zu verbannen, um in der EZB-Zentrale einen noch von der  Silvesterparty nicht voll einsatzfähigen Wolfgang Schäuble zu erpressen, schließlich um neuer EZB-Chef zu werden. In keynesianischer Allmacht wähnend lässt anschließend Yanis Geld, Geld und noch mehr Geld drucken, um es den Bürgern zu verteilen. Bloß mit der Korruption wird er nicht fertig, die zum Schluss das Projekt der Erhöhung der Staatsausgaben in eine große Party für die Superreichen verwandelt. Yanis tritt ab und zum zweiten Mal im Jahr 2016 wechselt die EZB ihren Kurs fundamental: diesmal vom byzantinischen Hesychasmus, der vorsieht, der Staat liefere und der Bürger bleibe apathisch, zum tibetischen Hesychasmus: der Bürger liefere, der Staat bleibe apathisch. Denn nach Yanis wird der Dalai Lama neuer EZB-Chef. Yanis findet dagegen Erleuchtung in einem buddhistischen Kloster.

So die Prognose der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fürs Jahr 2016 im Comic “Der Putsch”.

Jetzt im Ernst:

Für die Zinstheologie des Thomas von Aquin soll nicht Mario Draghi beraten, sondern meine Habilitationsschrift gelesen werden, die im Jahr 2016 bei Peter Lang herauskommt. Dort stelle ich unter vielen anderen Sachen einen Vergleich zwischen Sünden- und Zinsverständnis in lateinischen und griechischen mittelalterlichen Quellen her. Ich komme zu dem Schluss – aber zuerst, bitte, das Argument und meine Belege lesen! – dass das ostchristliche Verständnis von Gottes Allmacht es zuließ, dass letzterer Sünden wie Zinsen ohne Weiteres erlassen kann. Das westchristliche Verständnis von Allmacht ließ allerdings keinen Gott zu, der sich über seine eigenen Spielregeln hinwegsetzen kann, um Forderungen im Sinne von Buße oder Rückzahlungen zunichte zu machen, um Neuwerte per fiat zu erschaffen, um Geld zu drucken…

Da sich die Geister östlich und westlich der Adria nach wie vor über die Grenzen von “Allmacht” scheiden, wird das Europa des Jahres 2016 – im Sinn der politischen Theologie jedenfalls – dem Europa des Jahres 1316 ähneln, als der griechische Gegenpart des Thomas von Aquin und großer Verfechter einer ruhig sich selbst aufhebenden Allmacht Gottes, Gregor Palamas, Erleuchtung in einem Kloster fand.

FAS Dez 2015

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The plot: George Soros persuades Yanis Varoufakis to jump on his bike and ride like a lightning all the way from Athens to Frankfurt where he blackmails Wolfgang Schäuble who looks wasted in the aftermath of a new year’s party, to expell Mario Draghi from the ECB. Draghi goes to Rome where he disputes with pope Francis and ex-pope Benedict on the Thomistic understanding of interest rates and Yanis succeeds him in the ECB to print money, money and more money to be distributed to the pure. However, Yanis underestimates corruption, which turns high public spending into a big party for the rich. Yanis resigns and the course of the ECB is changed for a second time in 2016 from Byzantine hesychasm (delivering state, citizens in apathy) to Tibetan hesychasm: delivering citizens, state in apathy. The Dalai Lama succeeds Yanis as the new head of the ECB and Yanis seeks illumination in a Buddhist monastery.

This is what the German weekly Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung predicts for 2016 in the Comic “Der Putsch” (The Coup).

Reading “Der Putsch” is great fun and it contains some insights into political theology. Of course, if you want to have a reliable source pertaining to Aquinas’s understanding of interest rates, you’ll not have to ask Draghi in 2016. You’ll be able to read my second monograph (i.e. Habilitationsschrift) that will be published in 2016 instead. Among other things, I compare there the understanding of sinning and generally “paying debts” in Latin and Greek medieval sources. Whereas Christians in the East thought that God’s omnipotence can create values, devaluate valuables or cancel debts without restrictions, the West thought that God cannot cancel His own rules to make the poor rich or to relief debts. You have to read my argument and the documents first, of course, but this is the conclusion of the corresponding chapter in outline.

The Adriatic still divides two very different ways to understand power and this is why I think that 2016, at least as much as political theology is concerned, will resemble the year 1316: the year in which Gregory Palamas, Aquinas’s Byzantine rival, sought illumination in a monastery.