Last debt to a dead friend

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Gerade eben korrigierte ich Hansens Beitrag in UNILOG 2013 in Rio de Janeiro fertig. Die Kongressakten mit dem wenig bescheidenen aber akkuraten Titel: The Aftermath of the Logical Paradise, hg. von Béziau et al., werden bald erwartet.

Hans wollte noch vor der Publikation des logischen Paradieses lieber schnell das himmlische Paradies erleben.

Enough with scrolling

I just finished the proof-reading of Hans’s contribution in UNILOG 2013 in Rio de Janeiro. The Aftermath of the Logical Paradise, ed. by Béziau et al., is expected to be shortly published and to give a picture of the event.

Hans, unfortunately if you ask me, preferred to see the heavenly paradise before the logical one.

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TeX and rust

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Nach Jahren der Pause arbeite ich wieder mit TeX. Ich kämme Hans Burkhardts Text aus Jean-Yves Béziaus Universallogik-Kongress in Rio de Janeiro. Ein letzter Dienst an den toten Freund.

Nun, es ist unglaublich, wie schnell ich verrostete. Ich gucke die ganze Zeit nach! „Hmmm, wie war jetzt noch mal die TeX-Syntax dazu?“


Enough with scrolling

Years after, I’m working with TeX again. Just proofreading Hans Burkhardt’s paper from Jean-Yves Béziau’s Universal-Logic congress in Rio de Janeiro. A last service to the friend who passed away.

And it’s ridiculous how fast I got rusty. I have to check for the syntax of TeX features I had been using constantly.

Die bestmögliche Welt

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Es ist vielleicht eine Welt, für die wir dankbar sein sollen, aber sie ist nicht die bestmögliche.

Gestern vor 239 Jahren starb Voltaire, der scherzte, seine Schrift über die apriorische Durchsetzung des Optimums aus dem Deutschen übersetzt zu haben.

Wie Voltaire ist es mir nicht klar, wieso es einen Widerspruch zur Güte Gottes darstellen würde, wenn ich nach dem Unterricht nach Hause segeln würde.

Widersprüche lassen sich doch nicht abbilden!


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As Voltaire would say – yesterday was his 239th death anniversary – the actual world is obviously NOT the best of all possible worlds.

Like Voltaire, I fail to see why the idea of me sailing home after class should contradict God’s goodness. Because, you see, contrary to my idea of a nice conclusion of the day, contradictions can’t be depicted.

Glück, Raum und Erdbeeren

Deutsch zuerst, dann Englisch

German version first, English version follows


Für diejenigen, denen die Stelle in „Strawberry Fields“ zu ungenau war – ob die Stelle im Song oder die Stelle im Raum – singt John Lennon in „Glass Onion“ (F7-Am-F7 auf der Gitarre):

I told you about the strawberry fields / you know the place where nothing is real

Unterschwellig in Lennons Text ist eine leibnizsche Raumkonzeption. Wenn Leibniz Recht damit hatte, den Raum als Beziehung zwischen Individuen zu verstehen, dann ist jeder Ort, der ausschließlich durch unwirkliche Erdbeeren definiert wird, auch unwirklich (Erdbeeren sind dreidimensional, d.h. eine einzige, egal ob wirkliche oder unwirkliche, kann bereits einen Raum definieren).

Nach Newton wäre dagegen kein Ort unwirklich. Unwirkliche Erdbeeren befänden sich nicht in unwirklichen Räumen, sondern ihre Koordinaten wären im wirklichen Raum zu finden – aber eben nur die Koordinaten, nicht die Erdbeeren selber.

Überhaupt hatten Definitionen im gestrigen Kindergeburtstag Hochkonjunktur: Die Definition unwirklicher Räume durch unwirkliche Erdbeeren war das eine Thema. Das andere war die Definition des Glücks. Das ist dornig.

Unwirkliche Erdbeersträuche können genauso dornig wie wirkliche Himbeerstauden sein. Die Früchte können türkisblau sein – sie sind ja unwirklich. Sie würden nach Leibniz unwirkliche Räume und unwirkliches Glück begründen.

Ich finde es gut, wenn Kinder wissen, dass es so etwas gibt wie unechtes Glück. Und ich fände es deshalb verwirrend, wenn es dabei keine unechten Räume gäbe.

Beatles-Songs sind genau das Richtige für Kindergeburtstage. Auch philosophisch gesehen.



Enough with scrolling

The passage in „Strawberry fields forever“ is not quite unambiguous. Fortunately, in „Glass Onion“ John Lennon returns to the topic and makes it precise:

I told you about the strawberry fields / you know the place where nothing is real

You can find the information useful that the chords here are F7-Am-F7, but, most of all, keep in mind that „topic“ comes from the Greek word for „space“.

Lennon was not aware of the fact that his lyrics imply a Leibnitian understanding of space. If Leibniz was right in conceiving space as a relation between individuals, an unreal place is any place defined by unreal individuals alone. Since strawberries are three-dimensional, one unique unreal strawberry would be sufficient to define an unreal place.

Newton would rather object that the space or the place are never unreal – just the strawberries in it. The coordinates of all strawberries would be given in real space. Real strawberries would be where their coordinates point at, unreal wouldn’t. One unreal strawberry wouldn’t define an unreal place.

Definitions were an issue in yesterday’s children’s party. Do unreal strawberries define unreal places? Is there a definition of real happiness? The latter is a thorny issue.

Talking about thorns: unreal strawberry fields can be as thorny as raspberry bushes. Unreal strawberries can be turquoise. According to Leibniz they would ground unreal spaces and unreal happiness.

I think it’s the right thing to show children that there is something like unreal happiness. And for this reason I find the Newtonian claim confusing that there are no unreal places. Which makes me find Beatles songs mostly appropriate for children’s parties – for philosophical reasons.

Was machte Leibniz in einem Wagen unterwegs von Wien nach Hannover vor genau 300 Jahren?

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Die Antwort lautet: Er verfasste die Monadologie!

Indizien dafür, dass er das Werk in einem Wagen verfasste, soll die eigenartige Handschrift bieten. Im Wagen unterwegs von Wien nach Hannover war er aber Anfang September 1714. Also verfasste er das Werk genau 300 Jahre vor dieser und nächster Woche. Wenn ich mir allerdings das Manuskript angucke, dann denke ich, dass entweder die Straße richtig glatt gewesen sein muss oder der Wagen eine ausgesprochen gute Federung gehabt haben wird. Meine in einem Auto oder im Zug entstandene Handschrift sieht ganz anders aus.

Handschrift Monadologie

How did Leibniz spend his time in a carriage on the way from Vienna to Hannover exactly 300 years ago ?

He wrote the Monadology!

The handwriting contains some indications that Leibniz wrote the book in a carriage. And he was in this carriage from Vienna to Hannover in early September of the year 1714. Consequently he wrote the book exactly 300 years before this and the next week. When I look at the manuscript though, I cannot help myself thinking that it was either a very smooth street or a carriage with an excellent suspension. My handwriting when I’m in a car or in the train looks differently!

Leibnizians love logic

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Das ist die Fortsetzung von „Verliebt aber null Gunstbezeugungen„.

Leibniz definierte die Liebe als Freude am Glück des anderen. So verstanden erbringt die Liebe einen Gewinn für die liebende Person – einen Gewinn auf höherer Ebene als die Ebene des Glücks der geliebten Person. Denn der Gewinn ist eben dieses Glück.

Wer Metaphysik oder Logik oder – von mir aus – Ozeanographie betreibt,  um die Disziplin gedeihen zu sehen, und Freude daran hat, liebt diese Disziplin im Sinn der Definition.

Aber bereits der Umstand, dass man beim Aufblühen eines gerechten Steuerwesens selber finanziell besser steht, macht es unmöglich, das Steuerwesen zu lieben – jedenfalls im Sinn der leibnizschen Definition. Man zieht ja einen direkten Gewinn daraus und keinen auf höherer Ebene.

Freude am Glück des anderen ist Liebe. Freude am anderen ist Konkubinat. Oder ein Zeichen des Hungers.

Leibniz

This is the sequel of the previous posting.

Leibniz defined love as being delighted by the happiness of another. Thus understood, love produces a revenue to the loving – but one of a higher order. The happines of the beloved part is at level one. The satisfaction which the loving part receives from this happiness is at level two.

Doing metaphysics, logic, oceanography – or you name it – with enthusiasm in order to see the discipline flourish is to love the discipline when the only delightment you have from this, is to see metaphysics, logic, oceanography etc. flourish.

But making your tax declaration gladly does not pass Leibniz’s test for love because its benefits are direct.

Being delighted from the happiness of another is love. Being delighted from another is concubinate. Or the satisfaction of hunger.

Matrimonium et pandaemonium

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Ich publiziere das trotz der reellen Gefahr, dass meine Frau es liest:

Descartes und Leibniz und Gödel – ich nenne nur die wichtigsten Vertreter dieser Denkrichtung – analysieren den Gottesbegriff so: Gott ist das Wesen, das alle positiven Eigenschaften und keine negative Eigenschaft verkörpert.

D.h. wenn Gott eine Eigenschaft hat, dann ist diese positiv, und wenn eine Eigenschaft positiv ist, dann hat sie auch Gott.

Ich dachte während meiner jahrelangen Beschäftigung mit Descartes und Leibniz und Gödel, dass das eine Begriffsbestimmung ohne einen für mein Leben praktischen Wert wäre. Aber so sind die plötzlichen Einsichten: Sie verblüffen unverhofft. Vor Kurzem ist mir nämlich eingefallen: Gott ist nicht verheiratet!

Wem wiederum nicht nur positive Eigenschaften zugeschrieben werden, der kann wohl wie die alten Götter verheiratet sein. Lassen wir überdem Annibale Carracci über Heras Gestalt annähernd richtig gelegen haben (annähernd, sage ich…), dann besaß Zeus mit seinen großen Momenten samt Gattin sicherlich eine weniger negative Eigenschaft als bei seinen Eskapaden mit in Kühe verwandelten Frauen!

Unter’m Strich muss ich wohl den Ehestand doch noch bejahen…

Annibale Carracci - Jupiter et Juno

I’m posting this notwithstanding the risk that my wife reads it:

Descartes and Leibniz and Gödel – to mention only the few most important representatives of this line of thought – analyse the concept of God in the following way: God is the entity who possesses all positive properties and no negative property is possessed by God.

In other words, if God has a property then this is a positive property, and if a property is positive then God has it.

I thought during my long occupation with Descartes and Leibniz and Gödel that this is an analysis withouth a practical value for my life until I realised only today that there must be some connection between this analysis and the fact that God is not married!

Those to whom not only positive properties are attributed, like the old Gods, may be married of course. And if Annibale Carracci was right in his depiction of Hera’s body (to some extent, she didn’t need to be that gorgeous…), then having great moments with his spouse was to Zeus a property definitely not as negative as having these other moments with women turned to cows!

So, I suppose that I’m affirming marriage after all…