Gestalt floristry

Scroll for English after the second picture with flowers

Der Unterschied zwischen einzelnen Schnittblumen und Blumensträußen ist ein mereologischer: hier die Einzelnen ohne Ganzes, da das Ganze. Begründet sehe ich besagten Unterschied in der Anordnung der Teile. Damit ist die Anordnung kein Teil von vielen Blumen einzeln betrachtet, sehr wohl aber Teil des Ganzen in einem Blumenstrauß. Da aber auf dem Boden der empirischen Wahrnehmung nur Blumen und Grünzeug erkennbar sind, ist die Anordnung von Blumen und Grünzeug ein Metateil. Damit hat der Blumenstrauß einen Metateil als Teil.

Unsere Große hat ihre ersten vier Theatervorstellungen hinter sich. Es geht jetzt zurück in den Alltag.

Enough with scrolling

The difference between flowers taken individually and bouquets is one of mereology. The individual flowers don’t make up a whole, the flowers of a bouquet do.

The reason for this appears to be an intended structure of flowers and greenery in the case of the bouquet, a lack thereof in the case of individual flowers.

From this I conclude that the intended structure is a part of a bouquet. If I’m right in this, a bouquet has as its parts not only flowers and greenery but also an intended structure. Thereby it has metaparts as parts.

Our elder daughter was on stage – four inspiring performances. Now we return to normal.

Advertisements

Pizzas, pittas, quiches and their pieces

Scroll for English

Wer nach der griechischen Pitta (etwa der Tyropitta, der Lachanopitta, der Tsuknidopitta) oder der südserbischen Gibanica googelt, bekommt als Treffer Fotos eines deftigen (meistens mit hauchdünnem Nudelteig hergestellten) runden Blätterteigkuchens, der meist wie Pizza angeschnitten ist. Dieses Anschneiden ist nur in TV-Kochsendungen oder im Internet anzutreffen. Als Element kultureller Hybridität ist es auf die in Griechenland und Serbien wahrgenommene Überlegenheit der italienischen und französischen Küche zurückzuführen; insofern postkolonial. Keine Oma aus Ioannina oder Leskovac schnitt ihre Pitta oder Gibanica wie eine Pizza oder eine Hochzeitstorte! Vielmehr bestand der Anschnitt aus zwei sich senkrecht schneidenden Durchmessern und Parallelen zu diesen beiden. Die Randstücke waren nach diesem, dem einzig traditionellen Anschneiden, kleiner oder größer als die Stücke weitab vom Rand. Das Verteilen der epirotischen Pitta, eines für Generationen fast täglichen Essens in den Dörfern Nordwestgriechenlands, war kein Fall der distributiven Gerechtigkeit. Die Welt ist ungerecht und so waren auch die Stücke.

Viele würden sagen, dass ich hier übertreibe, dass früher eine ausgleichende Gerechtigkeit gewahrt wurde („Dieses große Stück für dich, weil du den ganzen langen Tag nichts gegessen hast“), dass die Verteilung eventuell individuellen Vorlieben entsprochen hat („Ich mag sowieso keinen Spinat, dafür knusprigen Blätterteig“), aber ich weiß ganz genau, dass die Fälle, wo einer unzufrieden mit seinem Stück war, nicht wenig waren. Ungerechtigkeit wurde hingenommen.

So ungerecht allerdings, dass ein Randstück nur aus Blätterteig bestand, keine Spur von Feta, Brennnessel, Spinat hatte, war die Verteilung selten. War das Randstück so klein geraten, dass gar keine Füllung drin lag, dann pflegte man zu fragen: „Warum hast du mir kein richtiges Stück gegeben?“

Daraus wird klar, dass die Ganzes-Teile-Beziehung einer traditionell angeschnittenen Pitta oder Gibanica anders als bei Quiche oder Pizza eine mereologische war und zwar eine auf die Mengenbeziehung nicht reduzierbare! Während nämlich alle Pizza- oder Quichestücke sowohl echte Teilmengen als auch echte mereologische Teile sind, war es möglich, Pitta- oder Gibanicastücke zu haben, die „nicht richtig“ waren: nur Teig. Diese waren zwar echte Teilmengen aber keine mereologischen Teile einer Pitta oder Gibanica, sondern nur Teile von deren Teigblättern.

Enough with scrolling

If you google to get pictures of Greek pittas (I mean real pittas: spinach pies, cheese pies, nettle pies, not the thing Greek eateries would serve with kebab), also pictures of South Serbian gibanicas (pronounced „gheeb-an-etsas“), you will find mostly unreal, improbable pictures: pies cut in a way you would cut a pizza or a wedding cake but not the traditional way a non-professional cook from Niš or Ioannina would cut the pie. Pizza-like cuts demonstrate a cultural superiority of French and Italian kitchen towards the Southeast European periphery, are postcolonial, hybridical forms created by TV shows or for the internet – they are fake servings.

The real thing is served when you cut the pie in little squares. Since the baking pan, however, is round, the pieces at the edge are smaller or bigger than those that are not at the edge. Serving a cheese or a spinach pie, for generations an almost daily dish in the villages of Nordwest Greece, wasn’t a case of distributive justice. The world’s unjust and this was something you had to cope with also during lunch.

You’ll say I’m exaggerating.

You’ll say it’s justice after all, restorative justice, when the one who’s been working all the day gets the middle pieces. You can also see individual preferences respected here: „I hate spinach anyway, but I love crispy pastry“.

Whatever you say, I know that the cases people are disappointed from their piece are many.

No piece was supposed to be so unjust however that it would consist only of fyllo, only of pastry: no spinach, no feta cheese, no nettles, no nothing… Would this be nevertheless the case, the reaction would be prompt: „Why, am I supposed to eat a piece that’s not real?“

„Nonreal piece“ means, in this context, something that doesn’t deserve to be called a piece of pitta. Maybe a piece of the pitta’s pastry but not a piece of the pitta itself: with its spinach and its sheep’s cheese!

„Nonreal pieces“ are such that they are reminiscent to injustice in the world but also evidence of mereology’s nonreducibility to set theory. „Nonreal pieces“ are genuine subsets of the pitta in question but not genuine mereological parts thereof. Maybe of its pastry but not of itself. A genuine part of a pitta must contain something under the fyllo.

The teacher and the detached

Scroll for English

Die nicht abgetrennten Teile eines Ganzen unterscheidet von den abgetrennten der Umstand, dass die Grenze der ersteren zum Rest entweder scharf ist, oder soritische Probleme erzeugt. Bei abgetrennten Teilen ist der Grenzverlauf dagegen irrelevant. Nie stellt sich bei der Präsentation abgetrennter Teile eines Ganzen die Frage, wie weit weg die Teile voneinander zu stellen sind. Bei integren Ganzen ist es dagegen immer wichtig zu wissen, wo das eine aufhört und das andere beginnt. Wie fein die Grenze ist. Gibt es eine Pufferzone? Wie breit ist diese? Sind Abweichungen in der Pufferzone tolerabel? Ähnlich damit entspringen die soritischen Probleme der Art eines Slippery Slopes, eines Präzedenzfalls, einer Versicherungspolice mit unscharfen Begriffen aus dem Umstand, dass die Unterscheidung zwischen verschiedenen Geltungsbereichen nicht scharf vorgenommen wurde.

Juristen ist es wie Ärzten und Politikern wichtig, wo eine Grenze verläuft – gleich Landvermessern, die wissen müssen, wo sie einen Pflock in die Erde stecken.

Für den Museumspädagogen des Athener Nationalen Archäologischen Museums ist dagegen die Frage, wie weit weg er einen Arm der Zeusstatue von deren Kopf platziert, zweitrangig. Wie Museumspädagogen ignorieren Lehrer oft das Angrenzende, um in das Nächste überzugehen. Das pflegen sie, wenn es das Angrenzende nicht gibt, oder wenn es als Erkenntnisgegenstand nicht zweckmäßig ist.

Disjecta membra sind des Lehrers. Dass er in ihnen Ordnung schafft, ist mehr eine Sache seiner Poesie als seines Fachwissens.Enough with scrolling

The museologist of the National Archeological Museum of Athens doesn’t care much about how far away from Zeus’s head the arm is to be placed. When the statue was intact, there was an invisible, yet clear borderline between the limbs and the torso, the torso and the head. But after the destruction, it is pointless to try to put the arm to its exact place compared to the head. If the parts are detached, exactness is not the issue.

But if the parts are undetached, exactness is the issue. In case it fails to be, this happens at the price of soritic problems. Imagine state borders without exactness. Where does your state begin? Here? Two yards further? Two hundred yards further? Two hundred yards which way? Already two yards, let alone two hundred,  are too large a deviation? But two inches we wouldn’t mind, would we? Three inches? Four? Five? Where is the limit after which we would mind?

I see the difference between detached (body) parts (say, of statues) and undetached parts (say, of a continent) in the fact that, once you don’t clearly determine the border between the undetached parts, you have soritic problems, which you don’t have if you have detached parts.

Slippery slopes, precedents that give rise to counter-intuitive jurisdiction, fuzzy insurance policies have this one thing in common: they don’t clearly determine where the norm becomes invalid. Lawyers, politicians, physicians should be like topographers: they should be able to draw exact limits.

Teachers shouldn’t bother to be the same. By contrast, they try to present detached parts, scattered pieces of knowledge, in an ordered way. When they succeed in doing so, it is art rather than expertise they demonstrate.

It is the museologist’s job.

Wholes that host holes

Scroll for English

Schneidet man vom abgebildeten Stück Emmentaler eine Scheibe oben ab, bekommt man eine obere Scheibe ohne Loch (dafür eine mit einer „Einbuchtung“) und eine untere mit Loch. Die obere Scheibe ist dann kein Träger eines Lochs, die untere schon.

Diese Bemerkung ist aus folgenden Gründen mereologisch relevant:

1. Das Gedankenexperiment ist auch ohne Messer möglich, d.h. ohne zu schneiden.

2. Man kann sich die „linke“ Lochseite beliebig dünn oder dick vorstellen.

3. Ebenfalls die obere Scheibe.

Bei vielen Alternativen eines Schnitts hat man also die Intuition, dasselbe Loch zu haben, nicht jedoch dasselbe Ganze als Träger des Lochs.

Ist das mit der – von Achille Varzi geprägten – Mainstream-Vorstellung von Löchern konform, die durch ihre Träger definiert werden, da sie selber (angeblich) nicht existieren? Wenn der Träger eines Lochs mehr variiert als das Loch, wäre es nicht der nächste Gedanke, vielmehr die Träger durch die Löcher und den sie umgebenden Raum zu definieren (eventuell auch als großes Loch aufzufassen) als umgekehrt?

Skurril? Wieso ist es nicht skurril, die Zahlentheorie auf die leere Menge zu basieren?

(PS: Bevor ich in ein tiefes Loch falle, weil ich Geburtstag habe, oder – noch schlimmer – Geburtstagsplatitüden schreibe, schreibe ich lieber über etwas, was zwar eine Luxuskunst für Leute ohne Existenzsorgen ist, aber mich stundenlang beschäftigen kann. Das ist ehrlich. Das ist meins. Oder ich mache meine Leser auf die Kunst eines wirklich talentierten Menschen aufmerksam, der denselben Geburtstag hat).

Enough with scrolling

Having the birthday other no-name people have is to Dmitri Shostakovich one of his Cambridge properties. Having the birthday Dmitri Shostakovich has is to me a way to avoid platitudes and resolutions in my blog.

But still, it’s not my way, it’s Shostakovich’s. My way is philosophical analysis of problems people have when they have neither acute needs nor existential concerns.

Take for example mereology, the discipline of this book, and one to which the following thoughts pertain:

If you take a knife and cut a top slice from the Emmental above then you’ll have one upper slice without a hole (with an indentation instead) and a lower slice with a hole. From one whole with a hole you made two wholes, the one with a whole, the other without one. You can make the same thought experiment without a knife. It’s more secure and philosophically as interesting.

Without a knife you can imagine the left side of the hole very thin or thick as well as the top slice. To make a long story short, with many possible cuts you’ll have the intuition of having the same hole but different wholes als hole hosts.

If this intuition is somehow justified, I can’t see why we keep – in line with Achille Varzi – defining holes by their hosts instead of, vice versa, defining hosts by virtue of their holes and the space around – eventually to be also interpreted as a big hole.

Don’t say it’s surreal. The theory of numbers is also based on the empty set and you don’t say it’s surreal.

(Birthdays are difficult days)

Coffee parts

Scroll for English

Der „deconstructed coffee“ soll, so eine stets sehr gut informierte Freundin, der neue australische Trend sein. Ich hatte keine Ahnung davon und, wenn ich keine Ahnung über einen Trend habe, fühle ich mich alt. Serviert werde er in verschiedenen Behältnissen. Eines ist für den Kaffee, eines für die Milch, eines für den Zucker, eines fakultativ für extra heißes Wasser.

Mir geht es hier nicht um australische Geschmäcker, sondern eher um sprachliche Akkuratheit.

Es ist nämlich fraglich, ob hierbei von einem zerlegten Kaffee die Rede sein kann, da die wie oben servierten Zutaten nie Teile eines Ganzen waren. Nun kann der Freund des Ausdrucks „deconstructed coffee“ einwenden, dass von einem Ganzen ausgegangen werden muss, nachdem der zerlegte Kaffee ein chronomereologisches Ganzes von etwas ist, was spätestens im Magen vereint ist. Das wäre zwar nicht mein Verständnis von der Regionalontologie der heißen Getränke, aber heute bin ich gut drauf.

Aber ist es überhaupt Kaffee dann? Wer in Italien einen Cappuccino und ein Tiramisu bestellt und fünf Minuten später den Kellner fragen hört: „Chi voleva un caffè e un tiramisù?“ ist gut beraten, sich nicht zu melden. Das ist, um zu vermeiden, dass der Kellner abweisend mahnt, bei der Arbeit durcheinander gebracht zu werden. Denn wer Cappuccino und Tiramisu bestellte, wird doch wissen, dass derjenige, der caffè und Tiramisu bestellte, jemand anders sein muss.

Es ist außerdem kein langes Argument nötig, um zu zeigen, dass ein ungesüßter Espresso oder Ristretto nicht „zerlegt“ werden kann. Ein solcher hat nämlich nur solche echten mereologischen Teilmengen (= Teile), die homogen sind: nichts als Kaffee – im Sinne der traditionellen Mereologie ist ein Kaffee ein homogenes Ganzes! Man kann zwar homogene Espresso-Teilmengen in viele Tassen teilen, zerlegt den Espresso aber dadurch nicht in seine Zutaten und schnell kalt wird er dann auch noch!

(Das letzte ist kein philosophisches Argument, jedoch lag es mir auf der Zungenspitze).

Und gesüßter Espresso? Das Kaffeesein kann ihm jedenfalls nicht abgesprochen werden. Und man kann den Zucker getrennt reichen.

Aber wurde er jemals etwa anders serviert?

Ich schließe daraus, dass es, recht verstanden, keinen zerlegten Kaffee geben kann.

Von Dekonstruktion kann sowieso nur gesprochen werden, wenn die Ordnung auch als (herausgetrennter) Teil des Ganzen genommen wird. Das ist ein sehr interessanter Gedanke, der hier beileibe nicht zutrifft.

Enough with scrolling

Talking about deconstruction takes for granted that the order of a whole is a part of it and that you can take this part out of the whole. Which shows that material wholes also have non material parts. But there are cases in which you can’t distort the order. In fact, these are trivial cases!

I’m told that the „deconstructed coffee“ is the new trend. Served in the parts it consists of, say coffee, sugar and milk, in different cups, cans, bowls.

I have various concerns however about whether talking of a „deconstructed coffee“ is an adequate description of the beverage in question.

The ingredients thus served have never been one whole, so they can’t be said to be served as deconstructed parts thereof.

But even if one grants that they are a deconstructed whole, this whole is no coffee! If you order a cappuccino and a tiramisu in Italy and five minutes later you hear the waiter asking „Chi voleva un caffè e un tiramisù?“ DON’T raise your hand! It’s a cappuccino you wanted, not a coffee. If you ordered a cappuccino and a tiramisu, it’s another customer who wanted caffè and tiramisu, not you. So, don’t be offended when the waiter urges you not to confuse him.

The same argument holds of caffè latte etc.

Finally, the ones who drink unsweetened espresso or ristretto can’t have their coffee deconstructed: an unsweetened espresso has one nonproper part: itself (and if you serve it like this it’s not deconstructed), and proper parts that, according to traditional mereology, are taken to be homogeneous. Of course you can serve an espresso dividing it in several cups but you don’t deconstruct it this way. And, what is even worse, the tiny amounts of coffee in the cups will get cold much faster.

(The last is not a philosophical argument but still…)

I left sweetened espresso last in this consideration. It is coffee alright, and you can serve it with the sugar on a side dish.

But this is how it has always been served!

I conclude from all this that there is no deconstructed coffee in the literal sense.

Behold! The Handbook of Mereology!

Scroll for English

Der Autor und der Herausgeber müssen die Bücher wie mit dem Schleudersitz verlassen, wenn es nicht noch weitere zehn Jahre dauern soll.

Das machte ich vor Kurzem als letzter Mitherausgeber vor der Drucklegung und Serienherausgeber. An meiner Stelle hätte ein mittelalterlicher Bischof seine Unterschrift unter die Worte nihil obstat und imprimatur gesetzt.

Vorbestellungen mit Preisnachlass beim Verlag. Publikationstermin: 20.10.2017


Enough with scrolling

Unless they want it to have a delay of ten more years, authors and editors abandon a book with the ejection seat instead of seeking the absolutely secure landing.

This is what I just did as the last co-editor and the managing editor of the series. If I were a medieval bishop I would put my signature under the words nihil obstat and imprimatur

Order now for 15% off and keep the publication date in mind: Oct 20, 2017.

Summer stories I: Germanisms in the Mediterranean

 Scroll for English

Das ist der erste Beitrag aus einer Reihe über den vergangenen – eher gerade unnachgiebig vergehenden – Sommer.

Meine Tochter befindet sich im Meer. Ich bin noch an Bord, allerdings nur ein paar Meter von der Küste entfernt. Sie ruft, ich solle auch rein, sie wolle mit mir rausschwimmen. Dabei spricht sie Griechisch und benutzt die griechischen Wörter für „schwimmen“ und „raus“.

Damit beging sie einen Germanismus, der im Griechischen das Gegenteil davon bedeutet, was sie meint. Es ist also semantisch falsch. Nicht die Semantik an sich ist aber hier die Ursache des Fehlers, sondern die Mereologie! Wenn der Grieche „rausschwimmt“, dann tut er das im Sinne: das Nasse verlassend, Richtung Badetuch. Ins Tiefere, vom Smaragdgrünen ins Dunkelblaue, schwimmt er vielmehr „‚rein„. Meine Tochter benutzt nicht das griechische Wort für „‚rein“, sondern das Wort für „raus“, will allerdings nicht an die Küste, sondern im Gegenteil ins Tiefe.

Das Meer ist im Griechischen das mereologische Ganze, dessen Innenteil das hohe Meer ist, dessen Außenteil wiederum das Schelfmeer ist.

Vorstellungen über die „richtige“ Mereologie (und damit über die „richtige“ Ontologie) Beziehungen drücken sich, wie man sieht, in der Semantik der Indexikalausdrücke (z.B. „raus“) der natürlichen Sprachen aus. Nach Tarski modellieren wir die Sprache stets mengentheoretisch, ohne mereologische Begrifflichkeiten.

Das ist offensichtlich stark vereinfacht!

Über weitere Beispiele wäre ich froh.



Enough with scrolling

This is the first of a series of posts about stuff this summer brought about.

My daughter was swimming. I was on board, however only few yards ashore. She begs me to jump into the sea. Not that I was not willing but I wanted to know the reason.

I forgot to mention that we were communicating in Greek at this moment. Her mother tongue being German she uttered a Greek sentence whose literal translation into English would be the following:

– „I want to swim out with you“.

I know my daughter, I know her usage of Greek and her Germanisms. She obviously wanted to swim into deeper waters with me.

In Greek, however, when you want to swim to deeper waters you go „in“, not „out“ – and this is in contrast to German that prescribes the usage of the German expression for „out“, when deeper waters are the destination.

The difference between German and Greek semantics of indexicals in a special situation is not the primary issue here. The primary issue is a difference in ontology.

In Greek (this is the notion you see embedded in the Greek meaning of indexicals) the sea is a mereological whole made of an inside and outskirts that are, roughly speaking, the shelf sea. In German you don’t have this view on sea parts.

As one sees, ideas about what the „right“regional („maritime“) mereology are expressed in language.
After Tarski we always model language (natural language forms no exception in this) in terms of set theory, without the use of mereological instruments. But if you want to capture the difference in the semantics I just highlighted Tarski-like analysis is too simplistic.

I would be grateful for more examples.