Fest

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Es ist also fest. Am 30. Januar 2016 wird es zum ersten Mal ohne Hans Burkhardt stattfinden, das Oberseminar, das vor einer gefühlten Ewigkeit in Murnau begann.

Wie seit Jahren üblich wird es in der Benediktinerabtei Ettal stattfinden. Christina Schneider und ich treten in die Rolle der Veranstalter. Die Schnittstelle von Ontologie und Logik bzw. Logikgeschichte wird wie gewohnt angesprochen werden. Die Vortragenden werden eine interuniversitäre Gruppe sein: LMU, Hochschule für Philosophie München, Uni Erfurt. Offiziel handelt es sich um eine Lehrveranstaltung der LMU.

Die Teilnehmerliste ist für jetzt voll. Wer allerdings im Sommer ein Projekt zu Ontologie in ihrem Zusammenhang mit der Ethik präsentieren möchte, sollte uns schon jetzt kontaktieren. Barocke Empfangsräume sind nie zu groß.

Derselbe Schnee wird mehr oder weniger bis Januar dort liegen. An sonnigen Tagen wird etwas davon wegschmelzen, bevor Neuschnee runterkommt. Es verhält sich damit wie mit unseren Projekten, mit unseren Leben, mit unseren Freunden.

Ettaler Parkplatz

ENOUGH WITH SCROLLING

It’s fixed: Hans Burkhardt’s master class  that started in Murnau some millions of years ago will meet on January 30, 2016 for the first time without its founder. 

For years now, it has been taking place in the Benedictine abbey of Ettal – and this is where it will take place again. Christina Schneider and myself are the organisers. The interface between ontology, logic and its history will be discussed again. The speakers will be from several universities: LMU Munich, Hochschule für Philosophie Munich, University of Erfurt. Officially it’s an LMU course. 

The list is closed for now. However, if you want to present a project next summer, this time on ontology and ethics, contact us now. The baroque reception of the abbey is small.

There’ll still be snow in Ettal in January, I suppose. The same quantity plus-or-minus something: sunny days make some melt, on the next day there’s new snow coming. Snow in the Alps is like our projects, our lives, our friends: something’s always left behind, something’s always coming.

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Social engineering

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Vor einigen Jahren machte ich in Brüssel die Bekanntschaft mit dem Ehepaar Klühspies. Sie waren Münchener, wir auch. Der Kontakt blieb erhalten: gegenseitige Einladungen, politische Diskussionen, russische Trinksprüche… Vor zehn Jahren haben wir uns aus den Augen verloren und erst jetzt muss ich wieder an Karl denken.

Karl Klühspies ist Stadtplaner und jemand, der mir demonstrierte, dass durchdachtes Städtebauen philosophische Konsequenzen und Motive hat. Karls wichtigste politische und städtebauliche Arbeit waren die Bürgerinitiativen (Stichwort: Münchener Forum), mit denen es ihm gelang, die Pläne des Münchener Stadtrats zur Betonierung des Leopoldparks, zur Verbreiterung der Tengstraße, zur Verwandlung der Münchener Innenstadt in eine Stadtautobahn rückgängig zu machen.

Sein Ansatz – wohlgemerkt der Ansatz eines Stadtplaners – war durchaus philosophischer Natur: Planung drohe langfristig lebensfeindliche Strukturen zu etablieren; historisch Gewachsenes ermögliche menschenwürdigen Lebensraum. Das Ziel einer Planung, die historisch Gewachsenes respektiert, müsse das Miteinander vieler Gesellschaftsschichten und -klassen in einem Viertel, das Einhergehen von Natur und urbanem Raum sein. Das ließ sich kurz und prägnant in ein paar Geboten ausdrücken: Keine Stadtviertel nur für Weißkrägen, keine Stadtviertel nur für sozial Schwache, kein Jogging, weil jeder schließlich einen Garten oder Innenhof hat, wo Klettern und Umgraben möglich ist.

Was allerdings in den 70ern unwirtschaftlich erschien – der Erhalt alter Bausubstanz und Strukturen – schaffte Werte ab den 90ern: Schwabing und die Schwanthaler Höhe, gerade durch Karls Philosophie von der finanztechnischen Raison gerettet, wurden gerade deshalb teurer, anschließend nach und nach von sozial aufstrebenden Betriebswirten, Medizinern und Informatikern erobert, das Bildungsbürgertum, die Arbeiter, die Künstler wanderten nach Hasenbergl und Feldmoching aus. Die soziale Monokultur, vor der Karl eindringlich gewarnt hatte, errang doch noch den Sieg.

Ich muss wie gesagt an ihn denken in der letzten Zeit. Nicht wegen des Prozesses, den ich gerade schilderte. Der ist längst vollzogen und wir haben ihn auch gemeinsam beweint. Der Grund, aus dem ich letztlich an Karl denken muss, ist vielmehr ein aktueller – das Hallenser Paulusviertel: ein erschwinglicher, innenstädtischer Raum, in dem das Bildungsbürgertum seinen Platz neben Theatern und Uni erhält und Studis und Proletarier kleine und gute Altbauwohnungen aus der Gründerzeit beziehen können.

Die Städte, die ihrem Namen eine Ehre machen, d.h. die Diversität und soziale Mobilität ermöglichen – die gibt’s noch. Für das, was in den letzten Jahren aus Schwabing und dem Prenzlauer Berg wurde, muss freilich noch ein Name gesucht werden. „Euro-Palanka“ vielleicht? Nur so ein Vorschlag…

GütchenstraßeENOUGH WITH SCROLLING

In Brussels, many years ago I met two very interesting people whose names were mr. and mrs. Klühspies. They lived in Munich and so did we. Invitations, political discussions, humorous Russian toasts until we lost contact about ten years ago. And only now I have to think of Karl again.

Karl Klühspies is an urban planner and someone who showed to me that intelligent urban planning has philosophical consequences and motives. Karl’s main political and planning work consisted in organizing citizens to oppose to plans of the Munich city council in the 70ies according to which parks and alleys lined with trees would be sacrificed to make city highways in the historical heart of Munich.

Karl’s approach had a philosophical constraint. Planning, he thinks, creates new structures that become inhuman in the long run. By contrast, historically developped structures are worthy of giving human beings a place to live. The goal of an urban planning which remains urban, i.e. makes diversity and social mobility possible, is to have members of one social group or class living next door to members of another social group or class.

Let me resume some of the social principles which are present in Karl’s thought: no city districts only for white collars, no city districts only for the socially deprived, no jogging since everyone has a garden to climb on their own trees and to work in their own gardens.

In the 70s, these and such were the principles that preserved architecture and condemned cities to stagnation. Although now Karl managed to save some Munich neighbourhoods from „development“ by propagating these principles, these were later exactly the neighbourhoods that became more expensive and the favourite places for up-and-coming people to live – managers, medical doctors, IT-people. The intelligentsia, the working class, the artists, had to leave. Social monoculture, Karl’s enemy, would win just because the preservation of the historical character of the rescued neighbourhoods would create new values.

The fact that I think of him often lately is not the procedure I just described. Everyone has learned to live with it in the meanwhile. The reason to think of Karl lately is Halle’s St.-Paul’s neighbourhood: the Paulusviertel. It’s an affordable location in downtown Halle, where most of the university and cultural facilities and buildings are situated.

Despite of what it seems when you have the west of Germany in mind, in the east of the country, the cities which deserve being called thus: multicultural urban spaces which make diversity and social mobility possible, are still existing. And, for the sake of justice and linguistic precision, I would suggest the social-monoculture areas that emerged from the 80s on in downtown Munich and Berlin to be called „europalankas“ instead of city districts.

The logic of optatives again

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Langsam wird es zu einer fixen Idee und ich muss mich mit dem Formalismus der Idee endlich beschäftigen: Auch am Samstag konnte ich nicht umhin, über die Logik der Wünsche nachzudenken.

Wir waren im Pink-Martini-Konzert in der Münchener Philharmonie. Philharmonie hin oder her haben wir getanzt. Getanzt hin oder her, musste China Forbes „Let’s Stop Falling in Love“ singen, was zwar nicht zum Tanzen einlädt aber ein grandioser Song ist. Grandioser Song hin oder her hat mich der Text zum Nachgrübeln gebracht:

I wish a falling star could fall forever
And sparkle through the clouds and stormy weather
And in the darkness of the night
The star would shine a glimmering light
And hover above our love

Please hold me close and whisper that you love me
And promise that your dreams are only of me
When you are near, everything’s clear
Earth is a beautiful heaven
Always I hope that we follow the star
And be forever floating above

I know a falling star can’t fall forever
But let’s never stop falling in love

Sie weiß es also, dass Sternschnuppen nicht ewig fallen können und trotzdem wünscht sie es sich. Wünsche sind Möglichkeiten. Dass sie sich das bekannterweise Unmögliche wünscht, ist ein Indiz dafür, dass sie eine multimodale Logik voraussetzt. Das konkretisiert meine bisherigen Vermutungen betreffs Logik der Wünsche.

Ich muss die Zeit finden und eine Monographie darüber produzieren. Die natürlich bei Philosophia München erscheint. Wir haben vor, eine Reihe von Kurzmonographien zu lancieren: zu lang für einen Artikel, zu kurz für ein Buch. Das ist die Chance. Chancen müssen sofort genutzt werden. Dar Fall einer Sternschnuppe kommt ja nur kurz zum Vorschein.

ENOUGH WITH SCROLLING

It takes the dimensions of an obsession and I won’t be relieved unless I’ll write something on the formalism of this obsession. Last Saturday I couldn’t think of anything but the logic of wishes.

We visited the Pink-Martini concert at the Munich Philharmonic Hall. Philharmonic Hall doesn’t mean that we didn’t dance. Dance doesn’t mean that China Forbes didn’t sing „Let’s Stop Falling in Love“, not the best dancing hit but a huge song. Huge song doesn’t mean that I didn’t have to reflect on the logic of the lyrics.

I wish a falling star could fall forever
And sparkle through the clouds and stormy weather
And in the darkness of the night
The star would shine a glimmering light
And hover above our love

Please hold me close and whisper that you love me
And promise that your dreams are only of me
When you are near, everything’s clear
Earth is a beautiful heaven
Always I hope that we follow the star
And be forever floating above

I know a falling star can’t fall forever
But let’s never stop falling in love

She knows obviously that it’s impossible for a falling star to fall forever. However, she still wishes that this would be the case. Wishes are possibilities. Wishing what she knows to be impossible is an indication that she has a multimodal logic in mind. This makes my working hypotheses concerning the logic of wishes much more precise.

I have to find the time and write a monograph on this. It has to get published by Philosophia Munich. We’re about to launch a series of short monographs: too long for an article, too short for a book. This is the chance. Chances must be used immediately. Because falling stars don’t fall forever.

Opening the black box

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Und schon wieder habe ich den Flugschreiber entdeckt.

Der Flugschreiber heißt „black box“ auf Englisch und Verhaltenspsychologen nennen auch die Seele „black box“, meinend: das Undurchsichtige. Letzteres wäre die falsche Assoziation. Mit dem Titel des heutigen Beitrags meine ich eher das Gegenteil. Erinnerungen an liebe Verstorbene sind bei mir wie das Auffinden des Flugschreibers nach einem Flugzeugabsturz im Sinne, dass mir alles viel durchsichtiger, strukturiert, in seiner rechten Ordnung vorkommt. Hier die Witze, da die Bitterkeit, hier die politischen Überzeugungen, da das Persönliche. Das ist mir ein paarmal passiert – ich sehe nicht ein, warum ich schon jetzt Freunde für immer verlieren soll – und es passiert abermals mit meinen Erinnerungen an Hans Burkhardt, der vor einer Woche plötzlich verstarb.

Doppelpromoviert als Mediziner und Philosoph, an der LMU Modalontologie und Leibniz lehrend, in Mereologie publizistisch tätig, für mich war Hans zunächst fachlich, später auch als Freund unersetzlich.

Medizin hatte er im München der 50er Jahre studiert, Philosophie bei Bocheński im Fribourg der 60er. Später schloss er sich dem Erlanger Institut für Philosophie an und verbrachte lehrreiche (in jedem Sinn des Wortes) Jahre just zu der Zeit, als der Erlanger Konstruktivismus weltweit bekannt und von München aus bekämpft wurde. Menschen, die ich in meinen Studentenjahren als graue Eminenzen und lebende Legenden las, waren seine Lehrer oder seine Kommilitonen oder er selber.

Skurrile Geschichten über diese Menschen erzählte er gern, wenn er mal seine Blackbox öffnete: Es waren die Geschichten mit Bocheński in der Rolle des Helden als schrulliger Dominikaner in seinem VW-Bus vor der NATO-Zentrale oder in seiner Mönschskutte im Gespräch mit sowjetischen Diamat-Philosophen. Dann waren die Geschichten mit Paul Lorenzen in der Hauptrolle eines Umwerters aller Werte. Lorenzen, der von Hans mit den Worten zitiert wurde: „Hier machen wir Geometrie, nicht Philosophie“. Warum das ein Witz war, erforderte Insiderwissen. Aus dem Lorenzen-Deutsch wohlwollend übersetzt hieß nämlich diese Aussage so etwas wie: „Hier machen wir konstruktivistische Grundlagen der Wissenschaft, nicht Mystik“. Aber wer Hans kannte, wusste, wie er das Lorenzen-Deutsch verstand. Etwa so: „Hier machen wir konstruktivistisches Abrakadabra, nicht Grundlagen der Wissenschaft“.

Aus den Erlangern war Hans in den späten Jahren nur Wilhelm Kamlah gegenüber noch wohlgesonnen. Kamlah war Wissenschaftstheoretiker und Religionshistoriker – „ein besserer Religionshistoriker als Wissenschaftstheoretiker“. Wie Kamlah, so lehrte auch Hans bis ins hohe Alter. Und wie Kamlah, so respektierte auch Hans die kritisch überdachte Theologie.

Freilich verbesserte die Sympathie für Kamlah nicht das Urteil des Logizisten und Ontologen für den Erlanger Konstruktivismus. Als ich meinen Artikel „The Byzantine Liar“ publizierte, scherzte er, auf die Idee habe man kommen müssen, konstruktivistische Ansätze zur Logik in „byzantinisch“ umzutaufen, um sie lesenswerter zu machen. Es störte ihn an der konstruktivistischen Wissenschaftstheorie die Vermengung von Epistemischem, Heuristischem und Assertorischem – so wie man so etwas von einem Münchener erwartet.

Münchener Linientreue kann ihm aber ebensowenig attestiert werden. „Schelling-Nachfolger“ nannte er scherzhaft die Leute, die nach den 90ern seine Münchener Kollegen waren, wohl wissend, dass das erstens Sprachanalytiker erzürnt; zweitens Schellingianer ebenso, wenn Sprachanalytiker damit gemeint sind.

Wenn du dein ganzes Leben über den Kausalitätsbegriff schreibst und im Vortrag ganz nebenbei zugibst, du weißt nicht, was die Kausalität ist, dann ist das kein Fall des persönlichen Versagens. Es ist ein Fall der schlechten Philosophie.

Hans erforschte, was Erfolgschancen hatte: Mereologische und ontologische Begrifflichkeiten wie „Grenze“ oder „Essenz“ in ihrer Anwendung auf den Organismus und unser Verständnis davon.

– Weißt du, warum es unzählige körperliche Krankheiten gibt, aber unter den Psychosen nur die Schizophrenie und die Depression?

– …

– Schäm‘ dich! Die wichtigste Literatur dazu hast du bereits gelesen und weißt es trotzdem nicht.

– Freud?

– Ach wo! Thomas von Aquin! Die Seele ist einfacher als alles andere. Im Vergleich zum Körper hat sie eben eine einfachere Struktur.

Ich weiß nichts über die Struktur eines Flugschreibers. Ich vermute ein relativ einfach gebautes Gerät, damit es nach einem Absturz intakt bleibt. Ich meine das im Anschluss an Francisco Suárez, der meinte, die Einfachheit der Seele sei ein Indiz für ihre Unsterblichkeit.

Wenn es nicht Hansens Einfluss gewesen wäre, hätte ich nie Suárez gelesen.

hans-burkhardt

I recovered the black box once again.

Now, if you have to think of the behaviorists‘ black-box metaphor for the psyche, this is the wrong association. It’s rather the opposite I mean. Like in the black box after a plane crash, whenever I think of a dear person who passed away, my memories are clear, structured, ordered like a documentary – unlike other memories that is. Here the jokes, there some bad feelings, here politics, there private matters. It has happened a couple of times with my memories of friends after their death – I’m not already in an age in which I would be supposed to start losing friends for ever, am I? – and this is the way I think of past moments with Hans Burkhardt who passed away last Saturday.

Hans was a PhD. in medicine and a PhD in in philosophy, taught at the University of Munich (LMU) modal ontology and Leibniz and published on mereology. All this made him indispensable in my eyes – as a scholar intially, as a friend eventually.

He studied medicine in the 50s in Munich and philosophy in the 60s in Fribourg with Bocheński. Later, in a period very crucial for the positon of the Erlangen constructivism worldwide, for its rivalry with Munich, in a period in which he learned a lot – in every sense of the word – he joined the Lorenzen institute. People whom I read as a student as living legends or éminences grises were his teachers or his colleagues or himself.

He loved tellings stories about these eminent people whenever he opened his black box. Stories about Bocheński as the strange Dominican monk in his Volkswagen bus in front of the NATO headquarters in Brussels or discussing in his cassock with Soviet dialectical materialists. Then, there were the stories about Paul Lorenzen as a revaluator of all values, being quoted with the following words: „We’re doing geometry here, not philosophy“. This was meant to be a joke from Hans’s side. In Lorenzen’s usage namely the benevolent translation of these words would be: „We’re doing constructivist grundlagen here, not mysticism“. Knowing Hans, however, you knew how he translated Lorenzen’s dictum: „We’re doing constructivist hocus pocus here, not grundlagen„.

In the late years of his criticism against the Erlangen program, he had some respect for Wilhelm Kamlah. Kamlah was a philosopher of science and a historian of religion – „better in the role of a historian of religion than in the role of a philosopher of science“. Like Kamlah, Hans taught until very late in his life. And, again like Kamlah, he was sympathetic towards a self-critical theology.

But even when he expressed a sympathy for Kamlah, Hans was too much of a logicist and an ontology scholar to have a positive judgment towards the Erlangen program. When I published my paper titled „The Byzantine Liar“ his joke was that it’s a perfidious idea to rename constructivist approaches to logic „Byzantine“ in order to make them worthier to be read. What annoyed him in the constructivist philosophy of science was the mixing of epistemic, heuristic and assertoric elements – just like any scholar from Munich is supposed to be.

It would be the wrong impression, however, to say that he toed the line of the Munich institute, to which he moved only in the 90s. He called his Munich colleagues „successors of Schelling“ – the joke makes analytic philosophers angry; and it also makes idealists angry when they know that you also mean analytic philosophers by it.

When you occupy yourself for your whole life with causality only to say in passing that you don’t know what causality is, then no personal failure is the issue. In that case, only bad philosophy is the issue.

Hans investigated questions which had in his mind chances to be solved. Lately he was obsessed about mereological and ontological notions like „limit“ or „essence“ as applied on living organisms and our understanding thereof.

– Do you know why we have a very large number of infections but only two kinds of a psychosis: schizophrenia and depression?

– …

– Shame on you! You’ve read all the essential literature on the matter and you still don’t know.

– Freud?

– What are you talking about? Thomas Aquinas! The soul is more simple than anything else. It’s simply of a simpler structure than the body.

I know nothing about the structure of a black box. I assume that it’s a rather simply structured instrument in order for it to remain useful after a plane crash. My analogy to this would be Francisco Suárez’s view that the simplicity of the soul makes it reasonable to assume that it is immortal.

If it weren’t for Hans’s influence, I’d never have read Suárez in my life.

Sir Idris Bell

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Vor mir hat er gesessen. Typischer Münchener Grieche, d.h. Rentner; allein, auf der Suche nach jemandem, dem er seine Lebensgeschichte erzählen konnte. Die Kirche war noch leer.

Unvermittelt dreht er sich um, der mir Unbekannte, und fragt, was ich denn meine, wie alt der „Bischof Bartholomaios“ sei.

– Der ökumenische Patriarch Bartholomaios, meinen Sie?

– Ja, der ökumenische Patriarch halt…

– Über 70. Mit Sicherheit.

– Letztes Jahr – fuhr er fort – war Bartholomaios in München (ich wusste, ich habe sogar einen Blogeitrag darüber geschrieben) und ich bin zu ihm, um ihm zu sagen „Weißt du, ich konnte noch kein Deutsch als du Diakon hier, in unserer Salvatorkirche warst“.

– Per Du sind Sie mit seiner Allheiligkeit? scherzte ich.

– Er ist zwar nicht so gealtert wie ich, der ich ja einfacher Arbeiter war, aber das ist lange kein Grund zum Siezen.

Das war’s: Er hatte ein Gesprächsthema. Oder eher ein Monologsthema. Mich hat der Beginn der Abendmesse „des Bräutigams“ gerettet. Trotzdem war es, mir war es klar eineinhalb Stunden später in der abendlichen Luft, eine wichtige Begegnung. Denn dieser Gastarbeiter hat eine für tot geglaubte, griechische longue durée an den Tag gelegt. Ich zitiere aus sir H. Idris Bells Egypt from Alexander the Great to the Arab Conquest: A Study in the Diffusion and Decay of Hellenism, Oxford: Clarendon Press 1948, 125-126.

Here … is the beginning of [a petition] written about the year 243 B.C.: „To King Ptolemy, greeting, Antigonus. I am being unjustly treated by Patron, the superintendent of police in the lower toparchy.“ It is a minor official in a village of Middle Egypt petitioning the all-powerful Ptolemy III Euergetes; yet he addresses the king without servility of verbiage, as man to man. Now compare a petition addressed in the sixth century by a colonus of the Apion estate to his landlord: „To my good master, lover of Christ, lover of the poor, all-esteemed and most magnificent Patrician and Duke of the Thebaid, Apion, from Anoup, your miserable slave…“ … In such a world what place could there be for Hellenism, the civilization of free men, with free minds?

Wenige wissen, dass Immanuel Kant in den 1790ern ein Vorwort zu einem deutsch-litauischen Lexikon schrieb, in dem er genau das allgemeine Du unter Litauern pries, da es eine demokratische Haltung verraten habe. Die Menschen hielten Ende des 18. Jahrhunderts viel vom Einfluss der Anredeformen; ebenso in den 1950ern, als Milovan Djilas sich die Zeit nahm, in der Borba darauf hinzuweisen, dass „Genosse“ und nicht „Herr“ die sozialistische Anrede sei; genauso in den 1960ern, als mein genannter Gesprächspartner in einem liberalen Verständnis der griechischen Kirche sozialisiert wurde.

Ob Symbole tatsächlich eine demokratische Gesinnung zum Ausdruck bringen können, weiß ich nicht. Aber dass sie Hierarchien verdecken können, davon bin ich mir sicher. Neuerdings wird im Berufsfeld das Du als eine Art neumodische Firmenidentifikation eingeführt. Zu sagen, dass es das Innenleben der Organisation transparenter macht, klingt in meinen Ohren als die Behauptung, Jesus und Pilatus wären ebenbürtig gewesen, weil sie duzten.

salvator

He sat just in front of me. A typical Greek from Munich – grey-haired. Alone. Seeking to tell the story of his life. To anyone. The church was almost empty.

Out of a sudden, he turns to me and asks how old „bishop Bartholomew“ could be.

– You mean the Ecumenical Patriarch?

– The Patriarch, alright…

– More than 70. Definitely.

– Last year, he continued, he was in Munich (I knew, of course. I also posted a short message in this blog) and I went to him and told him „You know something? I didn’t speak a word of German when you served in our Saviour’s Church as a deacon“ (while he was talking to me about his meeting with the Patriarch we were in the „Saviour’s Church„, a gothic church in downtown Munich used by the Greek Orthodox since the early 19th century).

– Are you so familiar with His all-holiness? – I said rather as a joke.

– He’s not as clearly aged as someone from the working class like myself, but this is not a reason to use the Greek plural ’n‘ stuff.

Automatically, he had a topic for discussion. Or rather for a monologue. The beginning nymphios-mass saved me. One-and-a-half hours later, in the cold Munich breeze, it was clear to me that this gastarbeiter was the living proof for a Greek longue durée. I’m quoting from sir H. Idris Bell’s Egypt from Alexander the Great to the Arab Conquest: A Study in the Diffusion and Decay of Hellenism, Oxford: Clarendon Press 1948, 125-126.

Here … is the beginning of [a petition] written about the year 243 B.C.: „To King Ptolemy, greeting, Antigonus. I am being unjustly treated by Patron, the superintendent of police in the lower toparchy.“ It is a minor official in a village of Middle Egypt petitioning the all-powerful Ptolemy III Euergetes; yet he addresses the king without servility of verbiage, as man to man. Now compare a petition addressed in the sixth century by a colonus of the Apion estate to his landlord: „To my good master, lover of Christ, lover of the poor, all-esteemed and most magnificent Patrician and Duke of the Thebaid, Apion, from Anoup, your miserable slave…“ … In such a world what place could there be for Hellenism, the civilization of free men, with free minds?

It is not widely known that Immanuel Kant wrote a foreword to a German-Lithuanian dictionary in the 1790s. There, he praised the absence of politeness forms in spoken Lithuanian because he thought this as affirming republican ideas. In the late 18th century, linguistic forms were considered to be politically important. In the 1950s when Milovan Djilas, back then the second man behind Tito, took the pains to explain the readers of the Belgrade daily Borba that the correct socialist way to address someone is „comrade“ and not „sir“, it was again because he thought that language is important. Language was considered to be important also in the 1960s when the old man who talked with me was socialized in a probably liberal understanding of the Greek Orthodox church.

I don’t know whether symbols help develop democratic views. But I’m certain of the fact that they are used in order to make hierarchical structures more implicit. In their jobs, more and more people use the first names of people who stand above them. To say that this makes the inner life of the organisation more transparent is to claim that Jesus and Pilate were equals because they spoke quite colloquially with each other.

Of zeros and nows

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Marta, meine Ältere, fragte mich heute, ob Jesus im Jahr 0 zur Welt kam. Kommt es nun darauf an, zwischen wahr und falsch zu unterscheiden, dann ist „nein“ wohl eine angemessene Antwort. Allerdings sind Fragesteller, Kinder oder Erwachsene, in der Regel nicht daran interessiert, irgendwas Wahres von irgendwas Falschem zu unterscheiden, sondern sie wollen bestimmte Zwecke erfüllen. Antworten, die über diese pragmatische Komponente des Fragestellens hinwegsehen, laufen Gefahr, nutzlos oder zu detailliert zu sein.

„Jesus wurde im Jahr 6 vor unserer Zeitrechnung geboren und es gibt kein Jahr 0“ klingt wiederum angemessen, zieht allerdings eine Vielzahl an weiteren Fragen nach sich. Gut, Kinder können verstehen, dass ein Geschichtsschreiber des Mittelalters sich um 6 Jahre irrte, als er die Geburt Christi datieren wollte.

Aber warum gibt es kein Jahr 0? Nun, eine Antwort könnte sein, dass es zweckmäßig ist, die Weihnachten des Jahres 1 nach Christus genau ein Jahr und nicht zwei Jahre nach Christi Geburt festzulegen. Ebenfalls zweckmäßig erscheint es, wenn der 1. Januar des Jahres 1 vor Christus ein Datum ungefähr ein Jahr und nicht ungefähr zwei Jahre vor Christi Geburt ist. Beides kann nur erzielt werden, wenn es kein Jahr 0 gibt.

Aber wie kann man den Umstand erklären, dass es keinen Tag oder keine Stunde 0 gibt? Nun, einerseits ist so etwas vor dem Hintergrund der Lehre des Aristoteles in der Physik 218 a gut nachvollziehbar: Dort sagt der Philosoph, es gebe eine lange Vergangenheit, ebenfalls eine lange Zukunft, aber die Grenze zwischen Vergangenheit und Zukunft sei ein Jetzt ohne Umfang, ohne Dauer. Wollte das Mittelalter den Anfang unserer Zeitrechnung als ein besonders herausragendes Jetzt auszeichnen, dann sollte dieses Jetzt ohne Umfang sein.

Allerdings hätte jeder Aristoteliker gleichzeitig gewusst, dass Aristoteles oft keine ultimative Doktrin mit absoluter Gültigkeit verkündet. Im Gegenteil machte Aristoteles des Öfteren seine Theoriebildung davon abhängig, welche Zwecke durch die Erkenntnis erfüllt werden. Während die Topik zum Teil für Leser bestimmt ist, die vor einem politischen Gremium argumentieren wollen, stellt sich die Analytik dagegen die Aufgabe, den Leser zur Verteidigung einer Gelehrtenmeinung gegenüber Gelehrten zu befähigen.

Aristoteles‘ Lehre von der Zeit verstehe ich als eine enzyklopädische Präsentation mit folgenden Schwerpunkten: Ein Mathematiker sollte die Zeit als bestehend aus einer sich nach hinten ins Unendliche erstreckenden Vergangenheit und aus einer sich nach vorne ins Unendliche erstreckenden Zukunft verstehen. Aber die Gegenwart sollte er als eine umfanglose Grenze zwischen Vergangenheit und Zukunft verstehen. Nun beschäftigt sich der Mathematiker mit dem potenziell Unendlichen und dem potenziell Infinitesimalen als einem Reich, in dem das Phänomen der Bewegung unbekannt ist – man denke hierbei an Zenons Paradoxien. Anders als der Mathematiker beschäftigt sich der Physiker ausschließlich mit der Bewegung: mit einer endlichen Vergangenheit, einer endlichen Zukunft und einem Bereich, eher einer Pufferzone als einer Grenze zwischen ihnen ähnlich, der konventionell „jetzt“ genannt wird.

Gerade diese allerletzte Vorstellung war sehr beliebt im Mittelalter – erwartungsgemäß, wenn man an den Glauben an Schöpfung und Jüngsten Tag denkt. Vor dem Hintergrund dieser Vorstellung hätten die mittelalterlichen Historiker durchaus eine Zeit null postulieren können. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es verwirrend für sie war, Aristoteles einerseits als die größte Autorität anzuerkennen, ihn andererseits als jemanden kennenzulernen, der die Fragen „Was weiß ich?“ und „Welchen Zweck will ich damit erfüllen?“ als zusammenhängend betrachtete.

Es bleibt bis dato irreführend! Stewart Shapiro, Geoffrey Hellman und Øystein Linnebo arbeiten über eine Geometrie im Geiste des Stagiriten. Die besagte Geometrie verzichtet auf aktuelle Unendlichkeit und Punkte, aber die Grenzen zwischen angrenzenden Strecken haben keinen Umfang. Das ist – Entschuldigung! – ein Durcheinander. Ein Aristoteliker muss zweierlei raten: Mathematikern muss er nahelegen, Pythagoreer und Platon zu lesen, Physiker muss er dagegen mahnen, alles, was sie in Geometrie über den Begriff Grenze lernten, zu vergessen. Aristotelische Mathematiker sind Platoniker; aristotelische Physiker sind Finitisten.

Während seines Vortrags am 18. Dezember 2014 in München betrachtete Shapiro sein Publikum kritisch und behauptete: „Ich meine, dass unsere Theorie aristotelisch ist, aber es gibt im Publikum keine Aristoteliker!“

Ganz und gar nicht! Aristoteles misfielen ultimative Ergebnisse, die an den Zwecken vorbei formuliert wurden, die diese Ergebnisse erfüllen sollen. Ein Formalist sieht das als Verrat an der Mathematik an. Ich glaube allerdings, dass die Mathematik wie die Pädagogik, die Politik  etc. die mit der Theorie zu erfüllenden Zwecke mit einbeziehen sollte.

Mit dieser Meinung bin ich in der ausgesprochen guten Gesellschaft von Aristoteles und meiner Tochter Marta.

nows

My daughter Marta asked me today if Jesus was born in the year zero. If you’re interested in giving the correct information you just answer „no“. However, children – and people in general – don’t raise questions just in order to get a correct information. They raise questions in order to serve their purposes. If you answer regardless of this pragmatic constraint then the danger is that the answer is either inadequate or too detailed.

„Jesus was born in the year 6 BC and there is no year 0“ sounds adequate – but it invites innumerable questions. Of course, children can understand that some medieval historian made a mistake when he determined Jesus Christ’s birth 6 years later.

But why isn’t there a year 0? Well, an answer could be that we want the Christmas of the year 1 AD to be one year after Christ’s birth instead of two and we want the 1st of January of the year 1 BC to be roughly one year before Christ’s birth instead of – again – two. This can be achieved only if we don’t have a year zero.

In fact, there is no day zero or hour zero. This doesn’t come as a surprise if you have read Aristotle’s Physics 218a where the philosopher appears to argue that there is an extended past and an extended future, but the present, which he thought to be the limit between the past and the future, has no extension. If the medievals wanted the beginning of our chronology to be a very special „now“, then this „now“ should be without extension.

However, a good Aristotelian knows that Aristotle often gave no ultimate answer as to what we would call today a-state-of-the-art knowledge on a topic. Instead, he often made his answers dependent on the purposes which knowledge serves. Parts of the Topics are written for people who formulate arguments to be presented in political assemblies, but the Analytics are written for people who want to persuade scholars.

I understand Aristotle’s views on time as an encyclopaedic framework stating the following: for a mathematician, time consists of a past which is backward infinite, and of a future which is forward infinite, the limit between past and future being an extensionless now. But mathematics is the realm of the potentially infinite and the potentially infinitesimal. Mathematics does not describe movement – Zeno’s paradoxes being the best witness to this. By contrast, physics describe nothing but movement: a finite past and a finite future and a vague time segment between them – a buffer zone rather than a limit – misleadingly also called „now“.

The medievals were fond of the latter view for reasons which had to do with their bias in favour of creation. In this sense, it’s rather strange that they didn’t postulate a time zero – and an extensive one. I suppose that it was irritating for them to realize that their greatest authority was a liberal who encouraged them to see knowledge as depending on the purposes which one serves with it.

And it’s still irritating! Stewart Shapiro, Geoffrey Hellman and Øystein Linnebo work on a geometry which is supposed to be Aristotelian in spirit. It has no actual infinity, no points, but it has limits between adjacent line segments. To my understanding of Aristotle, this is a hodgepodge. Aristotle would advice two different things: he would advice mathematicians to read the Pythagoreans and Plato, but he would advice physicists to forget about limits. The Aristotelian mathematician is a Platonic; the Aristotelian physicist is a finitist.

Shapiro, in his lecture on December 18, 2014 in Munich looked at the audience and assumed: „I say that my account is Aristotelian but there are no Aristotle people here!“

No, it’s not Aristotelian. Aristotle didn’t launch an ultimate doctrine regardless of the purposes which the doctrine serves. But to state this, is for formalists to stop talking mathematics. For me, however, in mathematics, like in pedagogics, in politics etc. the purposes which the person who raises a question wants to serve must be taken into account.

And for Aristotle too. And for my daughter Marta.

Mapping, classes, functions, icons 78 years after

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Gestern vor 78 Jahren wurde der Mathematiker und Theologe Pawel Florenskij nach einem Schauprozess bei Sankt Petersburg hingerichtet. In diesem Semester leite ich ein Seminar zu seinem Werk und in der gestrigen Sitzung ging es um seine Ansichten zur Malerei, insbesondere zu den byzantinischen und altrussischen Ikonen.

Eine Ikone ist für Florenskij eine Abbildung einer erlebten Realität. Bei der Abbildung kommt es nicht auf Realitätstreue an, sondern es kommt einzig und allein darauf an, welche Funktion mit der Abbildung Ausdruck findet. Der Naturalismus ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten.

Das Thema passte zum Gedenktag. Florenskij ist mittlerweile selber eine Ikone geworden.

In der Quellsprache, dem Griechischen, benutzt man allerdings das Wort „Ikone“ niemals metaphorisch, bezogen auf eine Person. Ikonen sind im griechischen (und im altrussischen) Sinn Darstellungen, die niemals mit dem Abgebildeten zusammenfallen.

Schon wieder ist es spät geworden und ich muss die morgige Vorlesung zu Theodor von Studion und seinen sic-et-non Argumenten gegen die Ikonoklasten vorbereiten – so ein Zufall aber…

Deshalb höre ich jetzt mit diesem Beitrag auf und klicke ein anderes Icon an.

orththeol

78 years before yesterday, Pavel Florensky, the Russian mathematician and theologian was executed near Saint Petersburg after a show trial. Yesterday, my Florensky class was dedicated to Florensky’s views on painting, particularly to Byzantine and Old Russian  icons. For Florensky, an icon is a map of a perceived reality. A map is not supposed to be faithful to the original. The mapping is only supposed to represent a certain function. Naturalism is only one of many options.

The topic was very suitable for the anniversary. Florensky himself has become an iconic figure.

In the language, however, from which the word „icon“ originates, i.e. in Greek, „icon“ never refers metaphorically to a person. An icon in the Greek (and the Old Russian) sense of the word is a map which never coincides with the mapped thing.

But now it’s late and I have to prepare tomorrow’s lecture on Theodore Studite’s sic-and-non arguments against the iconoclasts – an unbelievable coincidence. I’m hurrying up to post this and to click on another icon.