Auguste mena kai thee…

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… se senane orkizomaste,

pali tou chronou na mas vreis

sto vracho na philiomaste.

schrieb Odysseas Elytis Anfang der Siebzigerjahre (frei in etwa: “Dir, Augustus, Monat und Gott, / schwören wir, wie wir müssen, / auch nächstes Jahr am Felsen zu sein, / um uns nochmals zu küssen”).

Nicht nur für Belletristik und Küsse an Meeresfelsen, sondern auch für Sachbücher eignet sich die Muße des August. Unlängst machte etwa das Börsenblatt des deutschen Buchhandels auf die neue, von Ludger Jansen und mir herausgegebene Reihe, aufmerksam.

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Augustus, month and god,

to thee we solemnly vow

next year beside the crags again

to kiss just like now.

Elytis wrote these verses in the early seventies. They can mislead you to think that the moments of leisure in August are only for the belles lettres and for open-air kisses.

An extra reading option is given in the recent recommendation of the first title of the new series I edit together with Ludger Jansen by the periodical publication of the German bookstores association.

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Gott und Welti

New release, at the same time a new series – forthcoming titles also in English – on philosophy of religion and analytic theology at Philosophia Munich. Some pages from this book’s English abstract appear among the pictures below.

Die neue Reihe des Philosophia-Verlags: Philosophia theologica wird mit diesem Buch eingeweiht. Ich bin – es sei mir bei der Gelegenheit ein Helvetismus gegönnt – eine Art Götti desselben. Welti ist der Autor. Und Gott (und die Welt) das Thema.

Avicenna Anglicus

Just released: The أل مدخل, Avicenna’s commentary to Porphyry, translated into English by Allan Bäck (Kutztown University).

My part was much less than my mirrored face on a black, smooth cover can make you believe.

Peer-reviewed misery #2 or: all the answers and lovely dancers

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Kant erlaubt sich in seiner Schrift Zum ewigen Frieden einen Scherz: Der ewige Friede komme sowieso, ob mit der Verwirklichung des politischen Ideals, das Kriegen vorbeugt, oder auf den Friedhöfen nach dem Krieg. Ähnliches lässt sich über die Umwertung aller Werte sagen: Sie findet statt, wenn der Spießbürger schreit, es gebe zu viele Philosophen und zu wenig Normale, ebenfalls wenn jener zum Philosophen wird und die Disziplin zum Socialising, zum Jargon und zur Äußerlichkeit bagatellisiert.

In der Folge meines Mind-Watch-Postings vor fast drei Monaten wollte ich untersuchen, wie viele der publizierten Aufsätze bei Analysis von Profs oder wenigstens Ehemaligen angelsächsischer Universitäten stammen.

Ich wollte wie bei Mind die letzten fünf Jahre unter die Lupe nehmen. Nach der Untersuchung beider letzten Nummern (Januar und April 2019) von Analysis kam ich auf 100% (in Worten: hundert Prozent) und hörte auf.

Es gibt Wichtigeres zu tun, als noch weiter das Offensichtliche zu untermauern: dass Analysis einer geographisch definierten Ideenproduktion dient und dem zu Folge eine Zeitschrift ist, bei der Beiträge mit Wissen der Identität des Autors abgelehnt werden.

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There is black humour between the lines in Kant’s legendary and much celebrated work Perpetual Peace: Perpetual peace will be achieved anyway. If not by implementing the political ideal Kant propagates (a universal order to prevent war) then at least after the war: in the graveyard.

There is something similar, it seems, with the revenge of the simpleminded: The petty-bourgeois will take their revenge towards the intellectuals either by urging too many philosophers and no normal people being around (how can you tell them to shut up without feeling to be racist?) or by becoming philosophers themselves and by degrading the discipline into public relations, jargon and superficialities.

As a sequel to my Mind-watch post some three months ago, I wanted to investigate how many of the original articles and discussions (I did not bother about reviews) published in Analysis were submitted by faculty or at least alumni of Anglosaxon universities.

Like I did with Mind, I wanted to take the last five years into account. I began with the last issue, April 2019, the figure being 100%, and continued with the one before the last, the figure remaining 100%. This is where I stopped.

There are so many more important things to do than to provide more evidence for the rather obvious claim that Analysis is a journal of a certain geographical area and eo ipso not affirming anonymised peer-reviewed submission.

Gründe für Gott

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Neuer Titel in neuer Reihe, herausgegeben von Ludger Jansen (Uni Rostock) und mir.

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A new title (in German) in a new series (featuring also English books in philosophy of religion), edited by Ludger Jansen (University of Rostock) and myself.

Philosophia theologica – mox ventura

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Die neue Reihe des Philosophia-Verlags mit einem Teilschwerpunkt analytische Theologie wird bald nach etwas Wohlfeilen am ersten Band eingeweiht. Meine Aufgabe ist hier erledigt, nur noch Layout-Fragen bleiben übrig; auch Verhandlungen darüber, ob Dudens kleingeschriebenes “christlich” zu wenig ist.

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Like everything in Philosophia Publishers it will be a series with German and English monographs. The first book – forthcoming after minor corrections, my job is done – just happened to be in German.

From my side, there will be an interest to have analytic theology in the series. Stay tuned!

Peer-reviewed misery #1, or: never mind the “OX” in the postcode

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Mind ist das Flaggschiff dessen, was Barry Smith, Peter Simons und Kevin Mulligan “anglosaxophone philosophy” genannt haben. Eine Publikation in Mind ist der endgültige Beweis, weltweit in der Philosophie etwas zu sagen zu haben. Allerdings erweckt Mind trotz globaler Reichweite ernsthafte Bedenken, wenn man die Ausbildungs- und Arbeitsstätten der Beitragsleistenden näher untersucht.

Es war meine Vermutung, dass in einer Zeitschrift, in der die erste Fußnote manch eines Aufsatzes drei und vier Vorträge des Autors in St. Andrews, Cambridge und CUNY oder was weiß ich aufzählt, es sehr wahrscheinlich macht, dass einer der Gutachter – Anonymisierung hin oder her – ein Zuhörer dieser Vorträge war. Es war meine Vermutung, dass eine Zeitschrift, die seit 1959 keinen Aufsatz eines Deutschen ohne Affiliation in einem englischsprachigen Land gebracht hat (das war Günter Patzigs Aufsatz über Schlüsse mit falschen Prämissen und wahrer Schlussfolgerung – Volker Halbach publizierte seine beiden Aufsätze 1999 und 2009 in seiner Oxforder Zeit und nicht als Münchner Kindl); wo der letzte Aufsatz eines Griechen 1967 erschien (Raphael Demos, immerhin eines Harvard-Profs) Binnenkreise, Jargons, Moden bevorzugt.

Hier ist mein Befund: In den letzten 5 Jahren waren 46 von 51 Autoren der Mind-Artikel (ausgenommen Rezensionen) Menschen, die in angelsächsischen Ländern studierten oder gegenwärtig lehren (90,19%).

Die 41 haben auch jetzt eine britische, nordamerikanische, singapurische oder australische Affiliation (80,39%). Die restlichen 5 angelsächsischen Bildungsinländer lehren in Frankfurt am Main (Wheeler, vormals in Rochester – einen deutschen Philosophieprofessor kann man ihn nicht nennen), Hong Kong (David McCarthy, vormals in Oxford und Southern California) Göteborg (Graham Leigh, vormals in Oxford, gemeinsamer Artikel mit Horsten aus Bristol), Tel Aviv (Dresner and Kovacs – vormals in Berkeley und Cornell respektive) – alles Leute, die durch und durch Briten oder US-Amerikaner sind. Von den fünf Übrigbleibenden ist der eine Manuel Garcia-Carpintero (Barcelona, er verbrachte aber lange Zeit in Oxford als Gast) und der mir unbekannte Davide Carguello mit einem Artikel über Hegel (wegen der absoluten Ablehnung der Hegel-Forschung durch Mind ist es erstens sensationell, dass sich ein Mind-Gutachter Hegel zutraute, zweitens wohl der Grund für die Entscheidung für einen Außenseiter).

Es bleiben übrig alles in allem drei Bildungsausländer: Luc Lauwers (Löwen), Kjell Johan Saebø (Oslo) und Chunghyong Lee (Südkorea) bzw. 5,88% aller Autoren. Beide ersteren internationale Kapazitäten, die wenig gemeinsam mit den albionischen Doktoranden haben, die schon jetzt ihre Karriere durch ihre zehn Mind-Seiten gerettet wissen.

Wohlgemerkt lohnt sich die Einreichung eines Artikels von vornherein nicht, wenn Sie, lieber Leser, deutscher, französischer, italienischer, schweizerischer, österreichischer Philosoph sind und in Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz oder Österreich leben und arbeiten. Bei einer Zeitschrift, die 95% aller Artikel ablehnt, betragen Ihre Chancen als Bildungsausländer zur Publikation 0,3% – optimistisch berechnet, wenn etwa der Artikel ein Luc-Lauwers- oder Kjell-Johan-Saebø-Niveau hat.

Bei einer Zeitschrift mit dem Peer-Review-System und doppelter Anonymisierung will ich wohlwollenderweise ausschließen, dass das Paper absichtlich zur Begutachtung gerade an den Fachbereich gesandt wird, wo der Autor zuletzt vorgetragen hat. Aber die Annahme, dass die Anonymisierung nicht untergraben wird, stellt Mind in ein noch schlechteres Licht. Bei der Auswahl der Artikel aus einem sehr beschränkten Kreis, wo doch die analytische Philosophie heute den philosophischen Mainstream in Deutschland, Frankreich, Italien, Lateinamerika ausmacht, zeugt davon, dass Oberflächlichkeiten wie Jargon und britische Modethemen die Aufnahme des Artikels beeinflussen.

Als jemand, der ich Griechenland verließ, weil ich feststellte: “Entweder sind an dieser Uni nur verbeamtete Philosophen Mitglieder des SYRIZA – aber dann, warum nur die? – oder nur SYRIZA-Mitglieder werden an dieser Uni verbeamtet”, finde ich Mind unerhört für die Disziplin. Das, was Mind propagiert, finde ich im Grunde als nichts anderes denn kulturchauvinistischen Tribalismus. Denn analog zur Situation in meinem Heimatland gilt für Mind, dass entweder alle klugen Leute an einer Handvoll Unis herangezogen wurden, oder, dass nur Oxbridge- bzw. Ivy-League-Leute als klug gelten sollen. Ersteres wäre wahrscheinlichkeitstheoretisch sonderbar, außerdem gebäude- und unterrichtstechnisch unmöglich. Letzteres… – hm, naja…

Die höhere Legitimation einer Institution erhöht natürlich die Versuchung, die Institution zu missbrauchen. Aber der Missbrauch vermindert die Legitimation. Die Institution davor zu bewahren, ist etwas, was Mind und das Peer-Review-System vor Jahrzehnten hätten machen müssen. Ich bezweifle, dass die Anglosaxophones noch lang genug werden spielen dürfen, um ein vermasseltes Konzert retten zu können.

Denn die sehr vielen Leute ohne eine affiliation an Oxbridge oder in der Ivy League, die den Großteil der Lehre und Forschung weltweit tragen, werden bald über ihre Publikationspolitik umdenken und die Kulturkolonialisten isolieren.

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Mind is the flagship of – to quote the triumvirate Barry Smith, Peter Simons and Kevin Mulligan – “anglosaxophone philosophy“. An article in Mind is the ultimate proof that you have something to say in philosophy. Internationally…

However, the affiliations of the authors of the papers in Mind in the last five years – no time to search further back – nourish huge concerns concerning Mind‘s integrity.

Here are my findings: 46 out of 51 authors of original research articles and discussions (reviews not included) presently teach or have an alma mater in GB, the USA, Australia or Singapore (90,19%).

Of these 46, only five have presently an affiliation that is not British, US, Australian or in Singapore. Which means that 80,39% of the entire sample have a British, US, Australian or Singapore affiliation. Now, these five who haven’t one presently teach in Frankfurt – but you don’t call Wheeler of Rochester a German philosopher – in Hong Kong – but you don’t call David McCarthy of Oxford and Southern California a Chinese – Göteborg – but you don’t call Graham Leigh of Oxford who submitted a common article with Bristol’s Horsten, a Norwegian philosopher – finally Tel Aviv – but the fact that Dresner and Kovacs are Israelis due to being Jewish makes them no less Americans who studied at Berkeley and Cornell respectively…

That leaves five people who have neither an Anglosaxon ancestry and alma mater nor an Anglosaxon affiliation. These are Manuel Garcia-Carpintero of Barcelona who has spent long periods as guest around the world, among others at Oxford, further a completely unknown guy named Davide Carguello who published on Hegel (for ages Mind‘s guidelines for authors explicitly made fun of people who write articles on “GDP” or “Great Dead Philosophers” which could give us a clue on why they chose an outsider here) and three more: Luc Lauwers of Leuven, Kjell Johan Saebø of Oslo, and, finally, Chunghyong Lee of South Korea. These three (5,88% of the entire sample) are the only ones who deserve the predicate: of no Anglosaxon affiliation.

In a journal like Mind, whose rejection rate is 95%, this 5,88% of the published papers is less than 0,3% of all submitted papers. So, if you’re French, German or Italian and live in France, Germany or Italy and think that Mind could be a platform for your scholarly work, keep that in mind or never mind – it’s one and the same. Keep also in mind that Lauwers, Saebø and Garcia-Carpintero are absolute leaders in their countries who have little in common with the Oxbridge PhD candidates who get their career settled with a paper in Mind. Take me for example. I’m Greek by ancestry and a German citizen. My alma mater is Munich and my affiliation is to the University of Erfurt in East Germany. The last Mind paper of a German without a British affiliation was in 1959 (Günter Patzig’s article on true conclusions out of false premises – Volker Halbach published his two Mind papers in 1999 and 2009 while at Oxford, not while at the LMU Munich). And the last Mind paper of a Greek was in 1967 (Raphael Demos, a Harvard professor, which I’m not).

Since the articles that are submitted to Mind are peer-reviewed and anonymised, I have to be benevolent and not to think of the chances John Smith’s article comes to be reviewed at, say, Edinbourgh, after he accidentally had taken the train from Glasgow to present exactly this paper in Edinbourgh last month. However, it’s this benevolence that undermines Mind‘s reputation even more. Think how fixed in their own jargon, their own fashion, their own mind set people are who eventually appear to understand (or to pretend to understand) only things that are discussed in their vicinity. Of course, it is possible (in terms of modal logic) that there are no intelligent people away from Oxbridge and the Ivy League. How likely is this?

Many years ago, I left Greece when I realised that one of two things had to be true: Either only tenured colleagues were members of the Eurocommunists (a fact that would provoke our understanding of statistics) or only Eurocommunists were eligible to be tenured. It’s up to my readers to guess what is more likely when it turns out that I have in fact been friends with three of Tsipras’s cabinet members. Mind changes this dictum into: either the intelligent people of our discipline are all of a sudden with very minor exceptions Oxbridge or Ivy-League alumni and employees (probability theory is alive and watching you!) or Oxbridge or Ivy-League alumni and employees are intelligent by default. The second is an attitude very close to cultural chauvinism and tribalism – and I didn’t say it’s the only interpretation…

If you run a highly legitimate institution, the temptation to misuse it in order to put forth your own agenda is huge. Misuse, of course, reduces legitimacy, and this might make you think of ways to repair the short-circuit. My feeling is that Mind and the peer-review system should have done this decades ago. A concert in which the anglosaxophones have been playing out of tune for some time now, is a failed concert even if they would be starting to play music from now on. The huge majority of scholars over the world apart of Oxbridge and the Ivy League, those who make the pioneering job, don’t write articles about articles of close friends, but address the real problems and educate the vast majority of the humanities students all over the world must find ways to publish that would isolate colonialists.