Soritic problems in mereology

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Die philosophischen Probleme, über die du beim nächsten Spaziergang stolpern wirst, sind nicht vorauszusehen. Der Call for Papers ist draußen und plötzlich: diese Felder!

Homogen oder grob homogen nennen wir ein Ganzes, wenn es aus mehreren Teilen besteht. Ein Gerstenfeld ist homogen. Was ist aber mit drei oder vier Gerstenähren? Der Blick verlagert sich plötzlich auf die Unterschiede in den Details: hier die Grannen, da die Körner, oder? OK, aber fünf Gerstenähren? Sechs? Der Sorit liegt auf der Hand. Auch wenn wir eine Thematik im Call for Papers nicht erwähnten, würden wir (guido_imaguire[at]yahoo.com; gero[at]philori.de) gerne darüber lesen. Voraussetzung: Das Thema wird im HoM nicht behandelt.

Enough with scrolling

You can’t predict the philosophical issues you will come across in your next walk. The Call for Papers is issued and suddenly: these fields!

We call wholes (largely) homogeneous when their parts are many. But we don’t call them thus if the parts are few. A field of barley is homogeneous. But a bunch of two or three burley ears is a heterogeneous whole: here the awns, there the seeds. A bunch of four? Of five? The sorite is obvious. Even if we (guido_imaguire[at]yahoo.com; gero[at]philori.de) didn’t mention the or that issue in the Call for Papers, feel free to express your interest. The condition is: we didn’t discuss it in HoM.

Immer fehlt jemand

Mit der Begründung, man könne vielleicht feststellen, was wo existiert, aber nie, was wo fehlt (denn wie lässt sich Nichtsein feststellen?), wurde die Privation, der Mangel an etwas, aus dem Wissenschaftsvokabular in der Neuzeit verbannt.

Das ist unvernünftig, meine ich. Denn Privation lässt sich ohne Schwierigkeiten in einem Fragment der n-wertigen Prädikatenlogik erster Stufe von Łukasiewicz formalisieren (vgl. meinen Entwurf in: Beziau/Jacquette, Around and beyond the Square of Opposition, Basel: Birkhäuser, 2012, 229-239). Aber vor allem habe ich immer besser gewusst, was mir fehlt, als was ich habe.

Das Wetter kann nochmal so sonnig, die Kinder nochmal so glücklich und die Ehefrau nochmal so unbesorgt sein: Übers Wochenende fehlen mir meine Studenten. Es gibt da Abstufungen – also mehrere Privationsstärken. Meine Studenten würden mir anders fehlen, wenn ich vor Ort in Erfurt wohnen würde, wo ich die Hoffnung hätte, ihnen zufällig über den Weg zu laufen, anders, wenn ich in Weimar wohnen würde, wo ich immerhin die Hoffnung hätte, ihren Weimarer Freunden über den Weg zu laufen, und anders in der Münchener Peripherie, wo das Durchschnittsalter – gefühlt jedenfalls – 60 ist. Anders fehlen sie mir jetzt, wenn ich weiß, dass nur ein paar Stunden bis zum nächsten Seminar sind, und anders im Juli…

Im Juli wiederum fehle ich wenigstens hier nicht:

Bild

Im Moment aber schon. Ich frage mich, wie es mein Strand ohne mich, ohne meine Fischernetze, ohne mein Tauchen aushält. Gerade an solchen Wochenenden wie das jetzige.