Being the others

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Das Abtun zyklischer und selbstbezüglicher Entscheidungen als Unsinn ist erleichternd. Einerseits… Andererseits ist es nicht gerade eine elegante Lösung, das Schwert zu ziehen – tja, was soll der Unsinn! – und den Knoten aufzuschneiden. Solange keine Berichte aus der Antike auftauchen, wonach Aristoteles seinem Schüler zu gordischen Lösungen riet, muss der Logiker um elegante Lösungen bemüht sein. Klar, man kann ad libitum eine Regel einführen nach dem Motto: Errichte nie eine Mautstation, die nur den Zweck hat, das Geld für ihre eigene Errichtung aufzutreiben,

und das Problem erscheint gelöst. Da kann zyklische Selbstbezüglichkeit nur in Comics passieren. Das ist im Grunde die Lösung entscheidungstheoretischer Paradoxien bei Quine, Spohn und Gaifman. Auf Verweise verzichte ich hier. Wer alles lesen will, der lese meinen Aufsatz in History and Philosophy of Logic 37 (2016), 101-113, wo ich aber auch zeige, dass die zyklische und selbstbezügliche Lösung nicht immer “Unsinn” ist.

Einen weiteren Beleg für die sehr gute Anwendbarkeit zyklischer und selbstbezüglicher Entscheidungsregeln möchte ich heute aus gegebenem Anlass politischer Natur bringen. Angenommen, ich bin ein Ministerpräsident und der Meinung – ich habe Epidemiologen und andere Experten konsultiert, ich habe eine empirische Evidenz – dass die Corona-Maßnahmen gelockert werden können. Aber ich weiß – bzw. meine zu wissen – dass alle meine Kollegen das anders handhaben und deshalb äußere ich mich gegen die Lockerung und gegen meine eigene Überzeugung. Das zeigt natürlich, dass ich besonnen bin und meinen Job als Ministerpräsident höchstwahrscheinlich behalten werde. Tun, was die anderen tun, ist eine Regel, die sich in diesem Fall bewährt.

Aber ist wirklich das die Regel? Wie ist es z.B., wenn die anderen sich ebenfalls gegen ihre Überzeugung ausdrücken, weil sie meinen, die aus ihrer Sicht anderen (deren einer ich wohlgemerkt bin!) würden die Corona-Maßnahmen verschärfen statt lockern? Die Regel ist in diesem Fall selbstbezüglich und zyklisch: Tue, was die anderen tun, bedeutet im Endeffekt: Tue, was du vorwegnimmst, dass die anderen vorwegnehmen, dass du vorwegnimmst, dass die anderen vorwegnehmen, dass du… usw.

Ein ähnliches Beispiel ist das des Aktienkäufers, dessen Gewinnstrategie darin besteht, stets rechtzeitig zu verkaufen, was die anderen verkaufen, und rechtzeitig zu kaufen, was die anderen kaufen. Wenn das die Regel auch der anderen ist, ist der Aktienkurs durch die Erwartung der Anleger von der Erwartung der Anleger bestimmt; nicht jedenfalls von Produktion und Effizienz. Sieht irgendjemand die Möglichkeit, solche Regeln rechtskräftig zu verbieten? Vielleicht mit dem Schwert? Dazu muss das geeignete Schwert erst erfunden werden.

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Cyclical self-reference generates decision-theoretical paradoxes. You can declare it to be nonsense and you finished. But do you really want this?

Since it’s extremely unlikely that long forgotten sources from antiquity will ever suggest that Alexander’s cutting the Gordian knot was due to Aristotle’s instructions, I feel justified thinking that logicians should prefer elegant solutions. No doubt, one can introduce a rule ad libitum to prohibit, say, tolls to pay off the installation of the tollbooth as their sole target.

Such rules are Quine’s, Spohn’s and Gaifman’s recommendation to get rid of paradox. (No references here, I’m afraid; read my article in History and Philosophy of Logic 37 (2016), 101-113 if you’re interested). But even if one introduces thousands of such rules, one is not justified to believe that cyclical self-reference will only happen in comics. Take the following thought experiment:

You are a politician. Say, a local prime minister of some German federal state. You’ve had consultations with epidemiologists, public health experts – in short: you have empirical evidence – to the effect of a new persuasion that the Corona measures must be gradually relaxed. At the same time, you know that your colleagues would rather sharpen the measures to conform with the very timid attitude of the wide public. Since you want to keep your post as a prime minister, you make claims towards sharpening the measures, NB against your inner conviction for the opposite. I.e. your rule to keep your job is to do what the others do.

Second thoughts, however, may exist as to whether this is really the rule you follow. What if the others follow (rather: think they follow – continue reading for the reasons I make this distinction) the same rule? Then, it is not their conviction to sharpen measures. Rather, they think it’s the others’ conviction – that includes you, of course – and this is why they make claims against the relaxing of measures against their own opinion. Just like you.

In other words, a generalised rule to do what others do, results to the rule: do what the others anticipate you to anticipate them to anticipate you to anticipate them … to do.

A similar example is that of the investor whose winning strategy is to timely buy what “the others” buy and to timely sell what “the others” sell. The more people act according to this rule, the more you have stock prices depending on the investors’ expectations of investors’ expectations instead of the the investors’ expectations of production and efficiency. And now draw the sword and prohibit such rules – ha, ha, ha…

Oleat!

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Die UBS erhebt neuerdings Negativzinsen für sehr Reiche, die keinen Baukredit bei der Bank haben. Etwas überinterpretiert, kommt das dem Spruch des realexistierenden Sozialismus gleich, Geld arbeite nicht (warum soll es also automatisch mehr bringen?)

Ist das aber überinterpretiert oder eher verharmlost? Negativzinsen bedeuten sogar Wertverlust, was mindestens seit Kaiser Vespasian als absurd abgetan wird, manchmal mit dessen Worten: Pecunia non olet – Geld stinkt nicht, selbst wenn es mit dreckigen Arbeiten verdient wurde. Die UBS könnte einen Paradigmenwechsel einleiten.

Andererseits sind die Negativzinsen ein banaler Hinweis darauf, dass die Bank auf die Deflation mit einem Agio für Arbeit, für Investitionen reagiert. Was will man mit sich anhäufenden trägen, sehr wertvollen Geldsummen machen, die deshalb von allen gehalten werden? Kann man sie essen?

Bei einer Inflation vermindert sich das Vermögen. Bei einer Deflation im Endeffekt dann auch, wenn Negativzinsen am Ende des Weges stehen. Also vermindert sich das Vermögen immer. Das ist ein Paradox, dessen Namen ich nicht kenne. Gleichzeitig glaube ich nicht, dass dieses Paradox gerade passiert, obwohl ich es passieren sehe. Dies ist wiederum ein Metaparadox, dessen Namen ich kenne: Moores Paradox.

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UBS, the Swiss bank, introduces negative interest rates for the very rich – unless they have their mortgage loan with the bank.

With some poetic freedom, this is what the slogan of real socialism claimed: Money does not work (so, why ought interest to be paid?)

I gave this some thought though, to doubt that this freedom is poetic. Since emperor Vespasian (and this is a long time!) we have the ultimate expression of how absurd is the thought that the value of money would diminish: “Money does not stink” – Pecunia non olet, even if it was earned in filthy business. It is rather accurate to say that UBS changes that.

The bank would probably tell you that negative interest rates trivially apply to the fact that in times of deflation, labour is more important than capital since everybody keeps their too-valuable money but also realise they cannot eat it. So, why not introduce a premium for labour?

If this is how they think, the situation is paradoxical: in an inflation capital melts away. In a deflation sometime too by the introduction of negative interest rates. So, capital diminishes. Seeing that a paradox is the case but not believing what you see is another paradox: Moore’s paradox.

Psychobankers

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Die Steilvorlage für ein wunderbares Tor liefert der Psychoanalyse die Basler Kantonalbank mit ihrem neuesten Spot. “Die Werte des Vaters” fallen wohl mit dem Geldwert der Finanzanlagen des Vaters zusammen.

Ob als moralische oder als pekuniäre Werte interpretiert, drängen solche Werte zur gleichzeitigen Lektüre von Piketty, dessen Buch ich angefangen hatte, und von Freuds Drei Abhandlungen. Eine Seite hier, eine da; eine hier, eine da.

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I stood at the shop front when I noticed on the screen why this commercial-clip character chose this bank to administer her portfolio, her mortgage loan, you name it. It’s for “her father’s values”. The ambiguity is none when dad’s moral values and the exchange value of his money are supposed to coincide.

I’ll have to continue reading Piketty whose book I interrupted after page 200. And I have to put it beside the bed next to Freud’s Three Essays. One page here, one page there; one here, one there…

Miss Behaviour

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Wörter wie “Fräulein”, “miss”, “despoinis” waren nie Bestandteil meines Idiolekts. Sie setzen voraus, unverheiratete junge Frauen wären aufgrund ihres Ungebundenseins anders wahrzunehmen als unverheiratete junge Männer. Der moralische Anspruch an eine Miss ist altmodisch. Ich gebrauche das Wort auch gegenüber meinen Töchtern, die 13 und 15 sind, nur selten; meistens als unseriöse Zierde, wenn das Lob nicht zu ernst werden darf.

“Misbehaviour” hat auch altmodische Allüren. “Misbehaviour” setzt voraus, das richtige Verhalten gebe es wirklich. Richard Thaler, dem Nobelpreisträger für Wirtschaft des Jahres 2017, ist zu verdanken, dass die Ökonomie und die Sozialpsychologie näher kamen, da er Fehlverhalten im Ökonomischen entdeckte. Er nannte das “misbehaving” in den 80ern, als rationales Verhalten noch generell als a priori deduktiv-monoton und konsistent aufgefasst wurde.

Ein solches Verständnis der Rationalität gilt heute als altmodisch. Heute gibt es Wissenschaftstheoretiker, die nichtmonotone Entscheidungsprozesse und inkonsistentes Verhalten nicht etwa für fehlgeschlagen im Sinne Thalers, sondern für rational unter gegebenen Bedingungen halten. Wenn sehr viele Menschen zum nächsten Supermarkt fahren, um beim Reis einen Euro zu sparen, niemand aber nochmal ins Auto steigt, um für eine Stereoanlage einen Euro zu sparen, dann ist das nicht etwa ein erwartetes Fehlverhalten des Menschen im Gegensatz zum homo oeconomicus im Sinne Thalers, sondern: das eine rational zum Kauf von Reis, das andere rational zum Kauf von Stereoanlagen. Dass Partner einander zum Geburtstag Sachen kaufen, die jeder für sich selber als nutzlosen Luxus abgetan hätte, ist plötzlich nicht inkonsistent, sondern in Ordnung für die gegebene Situation. Aus der einen, apriorischen Rationalität werden mehrere situative: eine Rationalität des Stereoanlagenkaufs, eine der jungen rote-Schuhe-Käuferin, eine des Löwenzahnverkäufers im Gegensatz etwa zum Kaninchenverkäufer. Die Grundlagenforschung im Sinne der nichtmonotonen Überzeugungsrevision und der Parakonsistenz ist eine, die auf den normativen (eigentlich nomologischen) Aspekt der Logik verzichtet und einer Fusion von Logik und empirischer Marktforschung zustrebt. Rational wäre demnach das, was die meisten in der gegebenen Situation tun. Wenn die meisten nichtmonotone Entscheidungsprozesse für rational halten, muss das OK sein: “Spinat ist da drin? Dann nehme ich was anderes. Hier? Feta? Ufff! Gibt’s nix Essbares? Und was ist in dem da drin? Feta und Spinat? Von dem zwei Stück, bitte”.

Lassen sich aber damit allgemeingültige Empfehlungen für Anleger, Marktstrategen, Ethiker formulieren? Wohl kaum. Wenn die moderne (eigentlich postmoderne) Belief-Revision-Theorie die Entscheidungstheorie zu beeinflussen anfängt, dann wird keiner der Marktstrategen oder Ethiker irgendeinem Anleger etwas Aussagekräftiges sagen können, nachdem sie nämlich an der Uni gelernt haben werden, dass die Wissenschaft nicht in der Lage ist, menschliches Verhalten vorauszusagen oder zu lenken (egal, was von beiden der Fall ist). Damit werden wir damit auf ein Niveau vor Adam Smith und David Ricardo zurückfallen…

Jedenfalls bekam ich am Freitag bunte Kleidung, vielversprechende Getränke und Leckerli zum Geburtstag. Unsere Töchter haben mir zwar zwei Artikel, die um ihres Selbst Willen geliebt werden sollen, solche allerdings, die entweder nichts oder sehr wenig kosteten. Moderne (eben postmoderne, parakonsistente, pluralistische) Wissenschaftstheoretiker würden sagen, dass unser Verhalten als Familie, auch das unserer Freunde größtenteils deduktiv-monoton und konsistent ist, aber dass das auch keine Rückschlüsse auf das Verhalten (sogar “auf die Rationalität”) anderer bieten sollte. Ich sage es anders: Wir müssen sparen und zwar nicht aus einer inneren Einstellung, sondern aus der Notwendigkeit heraus. Die Peano-Arithmetik, Ockhams Rasiermesser, die Mengenlehre, die Bivalenz sind Grundsätze des Sparens. Traditionelle Logiker und rationale Geschenkemacher haben das, was Miss Piggy ein “gift-giving gift” nennt.

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My idiolect doesn’t include words like “Fräulein”, “miss”, “despoinis”. These words presuppose an old-fashioned view on young females as juxtaposed to bachelors. I don’t use them towards my daughters who are 13 and 15 either, with the exception of moments I praise them wishing not to sound too serious.

“Misbehaviour” has also old-fashioned associations. Richard Thaler (Nobel Prize for economics in 2017) coined once as misbehaving (meaning: acting irrationally) your being likely to go to the next supermarket if rice there is 50 cents cheaper but not bothering to do so if they sell TV sets that are 50 cents cheaper; your not buying an item because it is useless luxury, one, however, which you buy for another member of your own family. Back in the 80s, when Thaler had the idea to bring economics and social psychology closer, rationality was generally understood as a priori deductive-monotonic and consistent. Therefore he thought that what enters economy with these cases is misbehaving or irrationality.

Today, quite a few philosophers of science consider nonmonotonic belief revision to be OK. “What’s in this? Spinach? No way, I hate spinach! In that? Feta-cheese? Disgusting! What’s in this one? Spinach and feta you say? Just give me two”. If many people think according to this scheme, you must learn to consider it rational, they’ll tell you. Modern (rather postmodern) belief revision theory assumes the existence of different “rationalities”. This is still no problem. But if pluralistic logic starts affecting other disciplines like economics and the latter starts tagging as “rational” whatever many people do, also what “misbehaving” Humans as opposed to professor Thaler’s Econs do, the traditionally normative (actually nomological) aspect of decision making will give way to a fusion of logic and social statistics in immensely many special situations. Should logical pluralism and paraconsistency enter the scene of decision making, what recommendations can ivestors expect from fund managers or ethicists alike? The answer is: none. If science is in the position to predict or to guide our behaviour, then we are after 300 years on a level Adam Smith und David Ricardo had left behind…

The biggest part of the presents last Friday, my birthday, consisted of things to wear, to eat and to drink. Only our daughters gave me things to be liked for their own sake – but again things that cost no or almost no money. Modern philosophers of science would say that the behaviour of my family and friends is grossly deductive-monotonic and consistent but this cannot be taken as an indication of other people’s behaviour (to “other people’s rationality” they would even say). I have another explanation: We have to save our money and this is not a disposition but a necessity. Peano arithmetic, Ockham’s razor, set theory, bivalence are economic principles. Classical philosophers and economists, also rational present makers have what Miss Piggy calls a “gift-giving gift”.

Forthcoming…

… in BankArchiv, Vienna

“Selbstverschuldet” (self-incurred) is an adjective known from Kant, of course. If you fail to draw your own conclusions from experience with your own reasoning, your immaturity is self-induced:

Collectively bounded rationality

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Am Anfang hat es mich erschreckt. Mit einem Schreiben vom 26. Mai informierte mich mein Krankenversicherer, dass meine Beiträge, fällig 11 Tage vorher, ausstünden. Hat die Bank nicht überwiesen? Wegen der Grenzschließung oder was? (Meine Bank ist nicht im selben Staat wie meine Versicherung) Habe ich einen Fehler beim Online-Banking gemacht? Wie konnte das passieren? Das in den ersten Sekunden. Dann überlegte ich aber: Wieso verlangen sie dann nur acht Euro? Mein Beitrag beträgt ja mehr als das Hundertfache.

Anrufen. Die Dame will die Details:

– Ja, von wann ist die Forderung?

– Vom 26.

– A, ja, hier sehe ich’s. Inzwischen ist das Geld eingetroffen. Aber am 15. war es noch nicht da.

– Was heißt “inzwischen”? Der 26. war gestern! Hat meine Bank denn erst heute überwiesen?

– Nein, am 16. Also nicht am 15. Die acht Euro sind ein Säumniszuschlag.

Ich erspare meinen Lesern die Fortsetzung einer Diskussion zwischen jemandem, der einen Punkt über soziale Pathologie bringen will, und einer Person im Call Center. Im Grunde ist es ungerecht, dass solche Diskussionen überhaupt stattfinden. Für die Leute im Call Center ungerecht und für basale Standards der Kommunikation ebenfalls ungerecht. Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit größer, meine ehemaligen Philosophie-Masterstudenten im Call Center als etwa in einem Klassenzimmer zu treffen. Solange jedenfalls die Wirtschaft keinen Bedarf an Leuten meldet, die das Argumentieren gelernt haben. Demnach sollte und könnte ich gerade erst mit der Person im Call Center argumentieren und mit niemandem sonst.

Das Resümee ist, dass es seit 10 Tagen feststand, dass die Zahlung terminnah eingegangen war, als die Mahnung verfasst wurde. Eine Firma, die aus quasireligiösem Eifer Satisfactio im theologischen Sinn für eine geringfügige Verspätung verlangt und Strafgelder für symbolische Übertretungen verhängt, hätte auf keinem Markt, wo der homo oeconomicus agiert, eine Chance in einer Million, nicht pleite zu gehen – vorausgesetzt, es gibt kein Monopol und der Zahler – eben homo oeconomicus – bringt ein Mindestmaß marktrationalen Verhaltens auf. Wenn ich für ärztliche Dienstleistungen bezahle und nicht um die Dienstleistung, den innerweltlichen Poenitenten zu spielen, dann gehe ich zu jemandem, der mir die Dienstleistung ohne missionarische Allüren bezüglich meiner Zahlungsmoral bietet.

Aber wenn das Publikum es mit sich machen lässt? Wenn das Publikum es als moralisch gerechtfertigt ansieht, für das Scheitern an militärischer Termintreue Geld zu zahlen? Wenn das Publikum eines ist, das von Kind an kein Eis im Sommer aß, bevor das mit einer kalvinistischen Tugend verdient wurde? Na dann hast du ein Publikum, das keine Regeln und Fristen als Mittel zur Erfüllung von höheren Zielen ansieht, sondern allesamt als Selbstzwecke.

Dass der pietistische Fundamentalismus von Parareligiösen sich zu einer sozialen Haltung von Areligiösen säkularisierte, war wohl aus religionssoziologischer Sicht zu erwarten. Es sind nun die Kognitions- und die Wirtschaftswissenschaft gefordert – aber nach Thaler und Tversky sind sie auch auf einem guten Weg – die Übertretung von Rationalitätsstandards als vorherrschendes Verhaltensmuster zu beschreiben. Nach Webers Zweckrationalität gibt es nun viel zu tun in der Erforschung der Zweckirrationalität.

Repro of Grant Wood’s American Gothic in a typical middle-class interior; courtesy of otto.de (but do continue scrolling…)

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This letter of May 26 made me very concerned and surprised, at least in the beginning. I am supposed not to have paid my healthcare insurance? Did the bank not pay? Because of the border closure or something? (My bank is in one country, my insurance in another).

A due payment for 11 days? That is a long time. Did I commit a mistake while doing online-banking? 5 seconds passed…

Just a moment. Why do they demand only eight euros? My monthly contribution is more than one hundred times this!

Let’s call them. The lady wants me to indicate more precisely.

– What is the date of our reminder?

– May 26.

– Right, that’s it. You’ve paid your insurance in the meantime. You hadn’t on May 15 though.

– What do you mean “In the meantime?” When is the valuta day?

– May 16. Which is not May 15. You have to pay an eight-euros penalty for this.

I spare you the details of a discussion between someone who addresses social pathology and a person in the call center. It is unjust in a way to have such discussions. Unjust for the telephonist and unjust if you consider the basics of communication. From another point of view though, as long as people who had an academic training in argumentation are not needed in the job market, the probabilities to come across my master students in Erfurt are larger in the call centre than anywhere else. In that sense you can conduct rational discussions only with people in the call centre.

To make a long argument short, when the “reminder” was released, the payment had been made and acknowledged by the company that issued the “reminder”. Ten days ago. The justification of the penalty was not that I hadn’t paid but that I hadn’t had paid until a few hours after midnight of the day due. A company that charges a customer who pays huge amounts of money, eight euros for a delay of hours (essentially a delay of his bank abroad, but for the sake of argument let’s say that I should have predicted this delay), a delay, on top of everything, discovered ten days later, when everything had long been settled, has no chance of going bankrupt – given it’s not a monopoly and the customer has a minimum rationality. If my choice is between someone who gives me a product and someone who gives me the product plus demands a quasi-theological satisfaction due to militant Kalvinist fanaticism, I will choose the former. Do I pay in order to have the access to healthcare service or to play the role of a masochistic penitent?

Why don’t they get bankrupt though? I suppose because the customers are masochistic penitents – and gladly so… If your parents never bought you an ice cream just because you fancied one and asked them but only after your conforming with some of the things they considered virtuous, then you learn to consider everything in life a response to a military discipline. You learn to consider every rule and deadline as being for their own sake.

The transformation of pietist fundamentalism from a lunacy of the parareligious to a secularised attitude of the areligious is not surprising. After Weber’s efforts to understand means-end rationality, we have much to do in order to understand means-end irrationality. After Tversky and Thaler, cognitive and social scientists have made great progress in that.

Britannia omnia correxit

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Während die deutsche Presse in der Berichterstattung über die Geburtswehen um den Brexit in traditionell kriegsdepeschenartigen Hohn verfällt, ist es wohl zu erwarten, dass jeder selbstkritische Moment wegfällt. Für Leser, die diese Selbstkritik aus EU-Sicht vermissen, für Leser, denen das “Wir haben alles richtig getan, die Briten dagegen alles falsch” zu billig ist, ist dieses Posting geschrieben.

Man kann sich fragen, was Fotos von Basler Trinkbrunnen damit zu tun haben. Nun ja, Basler Trinkbrunnen sind außerhalb der EU und sie ermöglichen meinen Kindern und mir, unseren Durst zu löschen. Jeden Tag. Jederzeit. Gratis. Auch in Zukunft. Auch nachdem die EU die neue Trinkwasserverordnung beschlossen hat.

Da Trinkwasser im gesamten Kontinent in sehr guter Qualität vorhanden ist, erscheint dem Leser eine EU-Richtlinie für sauberes Trinkwasser wie ein Feigenernteverbot auf Grönland. Dem ist nicht so.

Jede – tolerable! – Abweichung von der Wasserqualitätsnorm wird der Totengräber einer Nische hier (Filter für herkömmliche Verschmutzung) und Entwicklungsmotor einer anderen da (meinetwegen Geräte zum Reinigen von kleinsten Kunststoffpartikeln – das Problem mit Plastik war, dass es nicht abbaubar ist, oder? Wieso ist das Problem jetzt, dass es abbaubar ist? Aber egal…).

Ich wende mich nicht gegen Strukturwandel in der Wirtschaft aufgrund veränderter Bedürfnisse des Verbrauchers. Ich wende mich gegen zentral gesteuerten Strukturwandel.

Warum? Ich denke mal wegen dieses uralten Exemplars des Weges zur Knechtschaft in meiner Bibliothek. Erste Ausgabe. Ein steinzeitliches Billett des Tube dient als Lesezeichen drin.

Eben des Tube, nicht der Berliner U-Bahn…

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Pictures of tubes are unlikely to give food for political thought. But these are not ordinary taps. They are in Basel, Switzerland, and a few miles from the country’s border to the EU. Eo ipso, they will remain unaffected from the new EU regulation concerning the quality of drinking water – and still my kids and I will continue to use the Swiss water for free and without second thoughts. If EU-wide regulations concerning a good to be found in best quality throughout Europe make you think of laws against planting fig-trees in Greenland, well, rethink!

Every regulation kills a production branch here and opens one there. Imagine what will happen in the next case of (tolerable) plastic microparts in the drinking water: The ordinary filters (and the factory that produces them) will give way to filters that clean such plastic away (and another factory that produces these). Until now, everybody complained that plastic is not decomposable. Suddenly, the problem is that it is decomposing.

I have nothing against structural change in economy due to the consumer’s new preferences. But this change that makes you buy new filters, new light bulbs or you name it because of new regulations, is centrally planned.

My problem with this now? Probably only this copy of the first edition of Hayek’s Road to Serfdom. In it I find the reasons why central economic planning is central social planning. And, in it again, I find an ice-age ticket of the Tube that the person who first read the book used as a bookmark.

Of the Tube, not of the Berlin U-Bahn…

This is why I avoid reading German daily newspapers lately! How can’t it be cheap to boast that the British voter had been irrational and you yourself made everything right?

Classical and bounded rationality in one and the same action

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Für heute habe ich ein kleines Beispiel für die unsichtbare Hand. Auch dafür, dass es zwei unsichtbare Hände gibt, von denen die eine nicht weiß, was die andere tut.

Wer in der Nordwestschweiz lebt und arbeitet, wird gut beraten sein, viele Waren in Deutschland und Frankreich einzukaufen. Fisch, Wein und Käse vom französischen Supermarkt sind in Preis und Qualität unerreichbar für die schweizerische und deutsche Konkurrenz. Die Franzosen sind bei solchen Produkten ein Kennerpublikum und die Ware ist entsprechend.

Für Elektronik und Baumaterialien gibt es keine Alternative zu Deutschland.

Verhalten sich aber die Nordwestschweizer so, dann sind sie oft in Läden, wo die schweizerischen Sachen, die sie brauchen, viel teurer sind als zu Hause. Sie trotz allem dort, im Ausland um die Ecke, wo sie teurer sind, zu kaufen, nur weil die Lust fehlt, noch einen Halt nach dem Zoll einzulegen, zeugt von eingeschränkter Rationalität – während die Nordwestschweizer wohlgemerkt nur deshalb im ausländischen Laden sind, da sie klassisch rational sind. Welcher Volkswirt würde denn ahnen, dass sich schweizerische Produkte in Deutschland von Schweizern gekauft werden?

Spätestens wenn der Volkswirt die schweizerische Abteilung des Baumarktes auf deutschem Boden besucht, weiß er, warum die Wirtschaftswissenschaft kein Zweig der Mathematik ist, sondern empirische Sozialwissenschaft. Rationalitätslücken sind mathematisch schwer zu erschließen.

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This is an example for the invisible hand. Or, rather, for two invisible hands neither of which knows what the other does.

If you work and live in the northwest of Switzerland, it is classically rational to go to Germany or France for shopping. In France you get fish and wine and cheese in a quality and prices that German and Swiss discounters can’t (and will never have the know-how to) compete. In Germany it’s electronics and construction materials that no neighbour will offer.

But by doing so, you go to a place where Swiss products are more expensive than at home. Buying them there because you don’t have the nerve to make one more stop on your way home after the state borders is boundedly, restrictedly rational if not irrational. Who would imagine that this would happen to individuals in a context that demonstrates classical rationality? There’s no way an economist would predict this.

Well, just visit the Swiss section of German shops at the border. I’d say they know better.

Harmlos oder angekommen?

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Wenn Karl Marx nicht von John Lennon auf dem Albumcover von Abbey Road unterscheidbar ist, dann ist eine von zwei Sachen gegeben: Entweder ist er harmlos, oder man kann bestimmte Facetten des Marxismus in den modernen Kapitalismus – etwa à la Piketty – im Stil einer großen Synthese einbauen.

Das Trierer Unbehagen über die neue Marx-Statue verstehe ich insofern nicht. Kein Vergleich mit Chemnitzer Symbolik.

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Trier is a town in Germany, near the border to Luxemburg and Karl Marx is its most famous son. Marx’s statue there caused much protest in this year’s two-hundred-years anniversary since the most famous son’s birth. I found the piece of art harmless. Or rather, I couldn’t tell if it’s Karl Marx or John Lennon on the Abbey-Road album cover. You really can’t compare it to the back then Marx iconography behind the iron curtain.

This can mean two things: either Marx turned out to be domesticated – like you can hear the Beatles in concert halls – or (think of Piketty) he’s in again.

Summer stories IV: Antigonus

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Es ist vielleicht die tragischste griechische Tragödie: Die Königstochter hat Sorgen, die weit über die Trauer um ihre beiden Brüder hinausgeht. Es ist, so denkt sie, bereits schwer zu ertragen, wenn zwei Geschwister einander töten, aber dem Befehl des Königs, der auf ihren Vater Ödipus folgte, nur der eine Bruder solle bestattet, der Leichnam des anderen möge dagegen von Geiern und Füchsen zerfleischt werden, kann sie nicht gehorchen. Sie häuft Erde über das Kadaver auf und ist bereit, für ihren Ungehorsam mit ihrem Leben zu bezahlen.

Sophokles’ Meisterwerk bietet einen Blick in den Querschnitt zwischen Politik und Ethik und wirft die Zuschauer in einen Dschungel voller Dilemmata.

Antigone, die Hauptgestalt und Titelgeberin, die „Elternvergeltende”, soll in Theben gelebt haben. Ein paar Kartoffelfelder und eine Autobahnbreit von dort entfernt liegt das Meer, das an dieser Stelle sehr eng ist – wegen der vorgelagerten Insel.

Die nordeuböische Bucht hatte ich an diesem letzten elften August zum dritten Mal im selben Jahr überquert. Die ersten beiden waren ferienbedingt. Das dritte Mal war darauf zurückzuführen, dass mein Vater am zehnten August zwar in Athen verstarb, allerdings nie aufgehört hatte, ein Nordeuböer zu sein, weshalb wir den Leichnam zu unserem Inseldorf transportieren ließen. Da waren wir also am Spätnachmittag des elften August, die ganze Trauergemeinschaft, wohlgemerkt an einem Freitagabend sehr kurz vor Mariä Himmelfahrt – und das erwähne ich nicht aus Gründen des Glaubens, sondern einzig und allein deshalb, weil vor Mariä Himmelfahrt Behörden, Unternehmen, alles dünn belegt ist.

Da kommt der Bestatter vorbei: tiefe Stimme, sechzig Jahre auf dem Buckel, sechzig tausend Bier im Bauch und – in diesem numerischen Zusammenhang muss ich aufatmen – nur drei offene Knöpfe am Karohemd. Er befindet: „Ausweis – OK; Erklärung über eine Leichnamsüberführung – OK; Gemeindepfarrer hast Du kontaktiert; gib mir nur noch die Steuernummer vom Papa…”

– Die – was?

– Die Steuernummer doch. Wie sollen wir ihn ohne seine Steuernummer bestatten?

Die Geschichte war älteren Datums, die Steuernummer-Masche allerdings neu. Schon vor 2009 hatte der griechische Staat Schwierigkeiten, aufgrund der Personalien eines Verstorbenen zu kontrollieren, ob Renten oder Zusatzrenten den Verwandten zukommen sollen und in welcher Höhe. Betrüger haben jahrelang die Rente verstorbener Großeltern und Eltern weiterkassiert. Dann kamen die Hilfspakete und die Bildzeitung, woraufhin die Republik Griechenland die Meldung der Steuernummer zur Bedingung für die Erteilung einer Bestattungsgenehmigung machte. Anhand der Steuernummer kann jetzt der Staat vorerst Renten und Dienstleistungen streichen. Etwaige bestehende Anrechte Hinterbliebener sollen neu angefochten werden – Neuantrag usw.

Alles sehr unfair und lästig natürlich: Auf einmal haben Witwen und Witwer keine Bezüge mehr, damit Axel Springer seiner Kundschaft nicht erzählen kann, wie glücklich der Nichtgrieche ist… Aber vorerst stresste mich der Umstand, dass mir an einem Freitagabend auf der Insel, kurz vor dem fünfzehnten August keiner sagen konnte, wie eine Nummer hieß, die ganz banal und unansehnlich auf zahllosen Dokumenten in vielen Schubladen und Ordnern in einer abgesperrten Wohnung eines Athener Vororts lag. Ratlos dachte ich, dass es ein Gesetz gibt, das das Umbringen von Bestattern verbietet, selbst wenn diese einem eine wichtige Information bis kurz vor der Bestattung nicht geben. Ein guter Freund und ausgerechnet einer, der mir das Austernsammeln beibrachte, hat noch dazu die eine Tochter des Typen geheiratet…

Killing him being out of question, musste ich meiner Rolle als Antigonus gerecht werden: gefangen in einer Situation, die Außergewöhnliches von mir verlangte, damit die unbestattete Leiche des Vaters unter die Erde dürfte – die Erde eines Landes, das seine größten Tragödien heute nochmal als Parodien erlebt. Der Sprachwitz klingt im Griechischen besser…

Die Telefongesellschaft war meine letzte Hoffnung.

– Guten Abend, ich bin der Sohn des Teilnehmers mit der Nummer 211…… Ich möchte wissen, wie die hinterlegte Steuernummer heißt.

– Sie endet auf 338.

– Nein, ich brauche sie ganz.

– Ich darf sie Ihnen nicht rausgeben.

– Wissen Sie, der Teilnehmer, mein Vater, ist seit gestern tot. Er kann aber nicht bestattet werden, bevor ich diese Nummer angebe. Ich bin auf Euböa. Die letzte Fähre ist bereits weg, also kann ich nicht nach Athen. Die Beerdigung soll morgen stattfinden.

– Nehmen Sie Papier und Stift.

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Perhaps the most tragic among Greek tragedies, Sophocles’ Antigone, leads you into an asylum of dilemmas and leaves you there. A daughter of king Oedipus, she is in the position to forget the pain that the mutual killing of her two male siblings caused, this however only for the reason that she will not obey to the new king’s order to leave the one brother unburied. She covers the corpse with earth to pay with her life for it.

Antigone was a native of Thebes in Boeotia, Greece, whence, a couple of potato fields and a highway further towards the seaside, the island of Euboea can be seen, across the narrow channel.

Being myself of Euboean descent, having property and family there, it’s a channel I know very well – more than even the Saronic Gulf where I grew up for the most part.

Normally, I cross the channel twice a year on board of ferry boats: one time to visit the island and one to leave it a week later.

The story I’m telling happened just after the third crossing this year. Unlike the two first occasions, it wasn’t in order to visit my father’s soil but rather in order to bury the former into the latter.

So, there I was, with many family members, islanders and migrants to Athens alike, and with the only one who really migrated about to be transported home to the island (in patria as the Latins who once possessed it said). Plausibly enough for the eve of a burial, the undertaker  – a guy with sixty years on his back and sixty thousand beers in his stomach but only three open buttons at his shirt – came with his check list.

It’s Friday. Afternoon. Before the Dormition.

Now, even if you have no experience of how things work or rather don’t work in Greece, you can imagine that on a Friday evening before the Feast of the Dormition, just about three or four people work in the entire country: hopefully an officer in the NATO headquarters in Larissa, one guy at the border to Albania, perhaps one guard or two in front of the parliament in Athens. I’m saying this because lighthouses are automatised and ships have GPS…

“Your dad’s ID card  – OK; declaration of transport for a corpse – here; you said you’ve talked with the priest; just give me your dad’s tax number”.

– What was that?

– Tax number. You can’t bury someone who hasn’t got a tax number.

According to Greek legislation, for a number of reasons it’s prohibited to kill undertakers who happen to remember their check list few hours before the ceremony. And if you have been friends with the person’s son in law, have dived for oysters and have drunk gallons of tsipouro together, it’s also morals that prohibits drastic measures.

Killing the undertaker being out of question, I had only one option: think!

And I thought that, knowing the prehistory of the Greek crisis, it was clear what the state intended. Since before 2009 they have had difficulties in controlling if a pension should be further paid after the death of the beneficiary and to what amount.  Fraudsters have been paid their grandparents’ benefits for years by simply leaving undisclosed their death towards the Greek taxation authority. Then the bailouts came and with them tabloids from Central Europe, the latter with sarcastic headlines that insinuated that a small number of cases would be representative. Of course, this is how tabloids normally exaggerate. And I usually do remain cool when their readers long to read about superlatives, be that Germany’s laziest gardener, Europe’s most useless academic, and different other topics full of bitterness, envy, ignorance or any set made of these three elements. But with an unburied family member in the backround, my coolness reached its end.

I had to think. And to find this number, at the time in some hundreds of documents in an Athens apartment, with the last ferry gone, and any one of my father’s acquaintances away from the city – to spend the feast of Dormition at the place their family came from; like, essentially, I did. I had to retrieve a number that would serve to stop my father’s pension, leave my mother broke behind, and make me re-apply the benefits for her, in order for tabloids to stop feeding their readers with sensational news supposed to make them feel happy for not being Greeks…

In the parody of the Greek tragedy I played (the parechesis sounds better in Greek) I was Antigonus: a son trying to bury his father and bear the disadvantage. I picked up the phone.

– Good evening, I am the son of the owner of the telephone number 211… My father had to give you his tax number when he signed for his telecommunications connection at your company.

– Good evening, that has to be the case, sir.

– May I have this number?

– Ahem… Well, it ends with 338.

– I need the whole number.

– I can’t give you this information.

– Please do! You see, the person, my father, is dead since yesterday. Tomorrow is the funeral. But there can be no funeral without the number. Right now I am in Northern Euboea where the funeral should take place, the number is in Athens and the last ferry boat has already gone!

– Then, sir, I would say, take a pen and a piece of paper.