Zombies exist

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Seit Daniel Dennett die Position vertritt, er selber und jeder andere denke oder tue nichts, was nicht durch seine Biologie durch und durch, ja notwendig determiniert ist, kontern manche Dualisten, dass sich mit logischen Mitteln nicht von der Hand weisen lässt, dass körperunabhängiger Geist besteht. Aber wenn das so ist, so der zeitgenössische Dualismus weiter, die Determinierung durch den Körper nicht notwendig. Mit anderen Worten widerlegt die bloße Möglichkeit von Geistern Dennetts Gewissheit, dass wir alle Zombis wären.

Ich bin der Meinung, dass das ein schlechtes Argument ist. Seit 2013 propagiere ich ein Gedankenexperiment, das zeigen soll, dass die logische Möglichkeit körperunabhängiger Gedanken nicht zeigt, dass wir keine Zombis sind. Denn körperunabhängige Gedanken lassen nicht auf die Existenz körperunabhängiger Wesen schließen. Mein Hauptzeuge und die Inspiration meines Gedankenexperiments ist Aristoteles. Warum soll, sagt der Stagirit in der Nikomachischen Ethik, das von mir unabsichtlich heraufbeschworene Unglück meiner Familie mein Glücklichsein post mortem nicht beeinflussen? Wenn meinem Sohn, während ich noch am Leben bin, zu meiner Unkenntnis etwas Ungutes widerfahren würde, würde nicht etwa von mir gesagt werden „o, der Arme…“?

Das ist nicht Mainstream – und Nichtmainstream-Sachen werden für gewöhnlich nicht in A-Journals veröffentlicht. Also reichte ich das Paper beim Journal of Speculative Philosophy ein. Am Samstagabend, so gegen neun.

Noch vor dem Mittagessen am Sonntag bekomme ich den Ablehnungsbescheid von einem offenbar Herausgeber namens John J. Stuhr Ph.D. etc. Mit zwei Gutachten dazu. D.h. Stuhr, oder wie er heißt, hätte noch am Samstag zwei Gutachter verständigt, die schnell über die Samstagnacht, wenn sie in den USA waren, bzw. am Sonntagmorgen, wenn sie in Großbritannien waren, die reports geschrieben haben.

Und was für reports! Einerseits sei meine Literatur bereits sieben Jahre alt, andererseits hätte ich alles berücksichtigen müssen, was in den letzten 20 Jahren zum Thema geschrieben wurde (zum Verhältnis zwischen Geistern und Zombis? Etwas schwer. Es gibt praktisch nichts).

Aber der Punkt, wo mir ein Gutachter das Grauen wünscht, kommt noch:

[In the paper] ‚thought experiments‘ seem to be substituted for empirical and broadly scientific approaches.

(der andere ist nicht sicher, ob Zombis empirische Evidenz liefern oder nicht).

Beiden Gutachtern (Stuhr & Stuhr LTD) kann ich nur sagen: Keine Ahnung, ob irgendwo empirische Daten über Zombis zu beziehen sind. Aber dahin gehe ich nicht.

Buuuuh!👻

εзεзεзεзεзεзεзεзεзεзεз

Enough with scrolling

Since Daniel Dennett thought it a good idea to entertain the thought that he’s a zombie, i.e. that he had no thoughts or actions that are not determined by his biology, dualists have been trying to counter-argue with the possibility of thoughts independent from one’s body. „If this is possible“, you hear them saying, „then determination by biology alone is, if nothing else, at least not necessary“. With other words, the mere possibility that ghosts exist makes the existence of zombies non necessary. And, of course, you can’t logically disprove that ghosts may exist independently from the organism, the machine that would normally host them, let alone in the machine.

Since 2013, I propagate a thought experiment to show that this is a bad argument against our zombieness. Disembodiment doesn’t mean the existence of disembodied persons. Aristotle claims in the Nicomachean Ethics that there is a sense in which a deceased person is said to be unlucky post mortem, i.e. disembodied but unlucky, when for example the ones she loves have to face hardships as a consequence of her actions when she was alive. But then, the unlucky dead is not a person. It is a thought experiment and an argument beyond the mainstream, which makes it less plausible to be published in an A-journal. I sent it to the Journal of Speculative Philosophy last Saturday evening. At about 9 pm.

Before lunch on Sunday, 15 hours later, I got a rejection by a guy named John J. Stuhr Ph.D. etc. With two peer reviews. I mean, I can manage to get my friends agree to read a text in 15 hours. But this doesn’t mean they read it. And definitely it doesn’t mean they wrote a report. Not at any time but definitely not in a weekend.

The reports were contradictory as reports often are. On one hand deploring that the newest article in my references was written in 2010, on the other urging to include the last 20 years‘ bibliography. Now, I don’t know what the last 20 years have to offer to the topic zombies, ghosts and what the ones mean to the others, but the most horrible task the reviewers want to set me at, follows from the following:

[In the paper] ‚thought experiments‘ seem to be substituted for empirical and broadly scientific approaches.

The truth is, I don’t know where I could get empirical data concerning ghosts and zombies, but, nope, I won’t go for this.


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Zombies cannot fall in love

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Ich fand den Ausdruck „verliebte Zombis“ witzig und wollte darüber etwas schreiben. Aber daraus ist etwas über wahre Liebe geworden – was allerdings zum Frühling und zu den Frühlingsgefühlen passt.

Mito bekrijo, den legendären Starogradski-Song aus den 70ern, habe ich unzählige Male gehört. Der interessierte Leser findet nach dem deutschen Text einen youtube-Link dazu. Jedes Mal, wenn ich ihn höre, mache ich mir dieselben Gedanken über die Bedeutung der wahren Liebe – ich muss zugeben, dass ich den Song zuerst hörte, nachdem ich eine philosophische Grundausbildung gehabt hatte.

Im Titel des Songs erfahren wir, dass der Typ trinkt, was das Zeug hält – er ist ein „bekrija“. In der ersten Strophe erfahren wir, dass sie auf ihn wartet. In der dritten Strophe erfahren wir, dass er gerade dann trinkt, was das Zeug hält, wenn er sie ignoriert, indem er mit Freunden ausgeht. Im Refrain erfahren wir, dass sie ihm ihr Herz geben und nach seiner alten Mutter gucken will…

Songtexte beschreiben fiktive Situationen. Aber Fiktionen können informativ sein. Z.B. können wir daraus lernen, wie Durchschnittsmenschen das Wort „Liebe“ benutzen. Die Ergebenheit der jungen Frau erhöht ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie ihre Gefühle kundgibt. Statt zu sagen: „Das ist doch lächerlich“ (das wäre doch einen Gedanken wert, wenn die Liebe etwas gewesen wäre, was bei Vorliegen bestimmter Bedingungen erklärbar wäre), tendieren wir eher die Äußerung der Gefühle der Dame gerade deshalb als glaubwürdig einzuschätzen, weil sie extrem ist. Offensichtlich erwarten wir dabei, auf keine Erklärung der Liebe der jungen Frau bei Vorliegen bestimmter Bedingungen zu stoßen. Vielmehr denken wir, dass wahre Liebe bedingungslos ist.

Mit anderen Worten behauptet die Dame im Song nicht, ihn zu lieben, weil bla-bla-bla. Im Gegenteil macht sie ihre Gefühle dadurch glaubhaft, dass sie beteuert, dass sie ihn liebt, obwohl bla-bla-bla – obwohl die Bedingungen für eine vernünftige Beziehung also nicht vorliegen.

Wenn der Song die Bedeutung der wahren Liebe aus Sicht des Durchschnittsmenschen widerspiegelt, dann ist die wahre Liebe nicht kausal bestimmt und die kausale Bestimmung („Ich liebe dich, weil du so reich bist!“; „Ich liebe dich, weil du so nett bist!“; „Ich liebe dich, weil du so ’ne Barbie bist“) hat nichts mit wahrer Liebe zu tun.

Ich komme endlich zu den Zombis: Philosophische Zombis sind kausal durchgängig bestimmte, physische Handlungssubjekte – Körper ohne Geist. Wenn aber die wahre Liebe nicht kausal bestimmt ist, können sich Zombis nicht verlieben. Dass sie Sex haben können, ist dabei irrelevant.

Das ist kein Argument für den Dualismus, sondern nur ein Argument dafür, dass der Dualismus in unserer sprachlich vermittelten Auffassung von mentalen Zuständen verankert ist – selbst in einem Fall wie die sexuelle Liebe, in der das Mentale vordergründig über eine Körperfunktion zum Ausdruck kommt und sei diese nur das Herzklopfen.

ENOUGH WITH SCROLLING

I wanted to write something about zombies in love because I thought that the topic is fun but I ended up with a piece on the meaning of love – which fits into spring and its fever.

I have listened to Mito bekrijo, the legendary starogradsko song from the 70s, many million times. And every time I hear it I make the same thoughts on the meaning of love – I confess that I heard the song for the first time after I had received a basic training in philosophy.

In the title we learn that the guy drinks like hell – he’s a „bekrija“. In the first stanza we learn that she’s waiting for him to come. In the third stanza we learn that he drinks like hell while hanging out with friends and ignoring her. And in the refrain we learn that she wants to give him her heart and to look after his old mother…

Of course, song lyrics describe only fictions, but these fictions can be informative. For example they can be informative about the meaning of the word „love“. The girl’s dedication to someone who doesn’t deserve it, increases her reliability when she expresses her feelings. Instead of saying: „This is not serious“ (which would be justified in a way if love were something which should be explained on the basis of certain conditions), we rather tend to say: „This is very serious“. Obviously, we don’t expect love to be explained on the basis of any conditions. By contrast we appear to think that real love is conditionless.

Back to the song: She doesn’t say that she loves him because bla-bla-bla. Rather, she becomes reliable by saying that she loves him despite bla-bla-bla – that is although the conditions to feel comfortable about him are not fulfilled.

If the song reflects the meaning of real love like real people understand the word, real love is not causally determined and anything causally determined („I love you because you’re so rich!“; „I love you because you’re so kind!“; „I love you because you’re so Barbie!“) is not real love.

Let’s go to zombies at last: given that love is causally not determined, since zombies are totally causally determined physical agents – bodies without a soul – they cannot feel love – at least in the way in which real people understand the word „love“. They can still make love but this is irrelevant.

Far from being an argument for dualism, this is an argument for how embedded dualism is in our comprehension of the mental – even in a case like sexual love in which the mental is closely connected with a function of the body.

Don’t get me wrong, I mean the heartbeat.

 

Normale Leute und paranormale Leute

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Wer im Fasching als Geist auf die Straßen geht, gibt mir Anlass zu folgenden Überlegungen:
„Aha, der Typ (die Type) kann sich vorstellen, als Geist unabhängig von seinem/ihrem Körper zu existieren. Tatsächlich ist er/sie im Moment ein Geist mit Körper. Wenn ich also behaupte, dass sein/ihr ja vorhandener Geist notwendig eine Verbindung mit seinem/ihrem Körper eingehen muss, um zu existieren, leugne ich eine Vorstellung, die er/sie ja hat!
Also ist die Verbindung Körper-Geist nicht notwendig“.

Nun bin ich insofern ein Aristoteliker, als ich glaube, dass die Seele eine Disposition des Körpers darstellt. Cartesianische Argumente für die Trennung von Körper und Geist sind mir suspekt.

Deshalb maskiert Euch, bitte, lieber als Zombis. Die sind keine Geister ohne Körper, sondern umgekehrt Körper ohne Geist. Ganz normale Leute also, deren Existenz keine ernstzunehmenden philosophischen Konsequenzen nach sich ziehen.

IT’S ENOUGH WITH SCROLLING!

If you think that being disguised as a ghost is a good idea for the Carnival ball, please think of the philosophical consequences. It would mean that you can imagine that your soul can survive your body. And since you obviously believe that there is something like your soul, you believe that you are a ghost with a body.

But then you make it impossible for me to maintain that a soul must be linked with a body. Because in this case I should have to deny that you have a representation – your soul surviving your body – which you are justified to have.

This implies that the link between your body and your existing soul is not necessary.

Is this bad? Of course it is if you hold the Aristotelian view that the soul is a disposition of the body. And this is what I do. I’m very suspicious against Cartesian arguments for dualism.

Why don’t you disguise yourselves as zombies instead of ghosts? Zombies are not souls without bodies. They’re vice versa bodies without a soul – normal people as it were. The existence of normal people has no spooky philosophical consequences.