Analogieschluss

Scroll for English

Die Wissenschaftshistoriker sind sich darüber uneinig, warum alte Theorien verworfen werden. Eine unheilige Allianz aus Marxisten und Positivisten meinte früher, neue Theorien wären erfolgreicher gewesen. Die Popperianer meinen, es reicht zum Wandel, wenn die alten Theorien falsifiziert wurden. Die Kuhnianer und ein paar andere sehen die alten Theorien als Opfer eines Gesinnungswandels von Binnengruppen aus Querdenkern an.

Das aus der Vogelperspektive.

Wenn’s um konkrete Ereignisse geht, sind sich alle – na gut, fast alle, schließlich sind Positivisten und Marxisten besonders hoffnungslose Fälle – einig, dass das Neue am Anfang oft zunächst nicht so gut funktioniert wie das Alte. Kolumbus meinte, gleich mehrere Breitengrade weiter südlich zu sein, weil er unbedingt einen Kompass benutzen wollte. Kopernikus‘ Idee war unausgereift: Das ptolemäische System deckte einfach viel mehr Einzelfälle ab. Evolutionstheoretisch zu erklären, wieso der Vorgänger des Flügels einen Überlebensvorteil für den Organismus darstellte, ist schwerer als eine teleologische Erklärung.

Trotzdem bleibt die Investition ins Neue bestehen als etwas, was von ad-hoc-Hypothesen und Hypokrisie befreit.

Ich denke daran ein paar Tage nach den britischen Wahlen.



Enough with scrolling

Historians of science don’t agree on the reasons to make a scientific community abandon a theory to embrace another. Positivists and Marxists thought that this is the case when the later theory explains more and it’s verified. Popperians think that it’s enough when the old theory is falsified. Kuhn and others believe that the shift is a complex social procedure akin to religious conversion.

Where most of them agree upon – forget Positivists and Marxists: too stubborn – is that the new theory often works worse that the old one: Columbus thought he was way further in the south because he insisted using a compass; Copernicus didn’t cover many details that Ptolemaeus did; and Darwin couldn’t explain how not fully functioning wings emerge to make a difference for the survival of an organism only much later – anyway he couldn’t explain this as easily as a teleological explanation manages to do.

We simply invest into anything new bound to stop ad-hocness and hypocrisy.

These are my thoughts on the latest British elections.

A topos refuted: having (and failing) to divorce without being married

Scroll for English

Wenn die Hälfte davon, was Yanis Varoufakis in seinem neuesten Buch Adults in the Room beschreibt, stimmt – mehr oder weniger, dass alle einschließlich der Griechen in den Eurogroup-Sitzungen vor zwei Jahren eingesehen haben, dass Griechenland in einer unentrinnbaren Schuldenfalle ist, aber alle (wieder einschließlich usw.) den Staatsbankrott lediglich aus Angst vor einer irrationalen Panik der Märkte vermeiden wollen, d.h. nicht etwa aus Europatriotismus – dann ist Europa etwas Groteskes: Eine Gemeinschaft, die keine Ehe darstellt, von der du dich aber nicht verabschieden kannst, weil die Scheidung noch nicht geregelt ist.

Europa ohne GR
Enough with scrolling

Let only the half of what Yanis Varoufakis describes in his newest book on the Eurogroup meetings two years ago be true: the European establishment and the Greeks as well, all recognise that Greece is trapped in a huge debt not to be paid back until the Second Coming of the Lord, that the only rational way to solve the problem is some kind of payments‘ default, but are reluctant to say it openly because they fear an irrational panic of the markets, and NOT out of loyalty towards the European idea. If half of this is true then…

… well, then, Europe is a state of non-marriage that you can’t quit because the legal formalities of divorce are not settled.

Ἀλεξανδρινοὶ βασιλεῖς

Scroll for English

Nach den Palmsonntagsbomben in koptischen Kirchen in Alexandria und Tanta will ich meine Meinung in Sachen Arabischer Frühling und Konsequenzen hiervon schreiben. Eine Copy-Paste-Meinung ist das. Ich sehe das Ganze im Sinne einer longue durée, auf die der Dichter bereits 1912 hingewiesen hat:

Die Alexandriner hatten sich versammelt,
Um die Kinder Kleopatras zu sehen,
Den Cäsarion und seine kleinen Brüder
Alexander und Ptolemäos, die man zum ersten Mal
Ins Gymnasion führte, um sie dort
Zu Königen zu ernennen,
In einer prächtigen Militärparade.

Alexander – ihn nannte man König
Von Armenien, Medien und der Parther.
Ptolemäos – ihn nannte man König
Von Kilikien, Syrien und Phönizien.
Cäsarion stand etwas weiter vorn,
In rosa Seidenstoff gekleidet,
An seiner Brust ein Strauss Hyazinthen,
Sein Gürtel doppelreihig mit Saphiren und Amethysten,
Seine Schuhe, gebunden mit weißen Seidenbändern,
Mit rosafarbigen Perlen bestickt
Ihm erwies man größere Ehre als den Kleinen.
Ihn nannte man König der Könige.

Die Alexandriner hatten selbstverständlich begriffen,
Dass dies alles nur Geschwätz und Theater war.

Doch der Tag war warm und voller Poesie,
Der Himmel hellblau,
Das Gymnasion von Alexandria
Ein triumphaler Erfolg der Kunst.
Die Pracht der Höflinge war aussergewöhnlich
Und Cäsarion so hold und schön
(Ein Sohn Kleopatras, Blut der Lagider).
Die Alexandriner strömten zum Fest,
Gerieten in Begeisterung und jubelten
Auf griechisch, ägyptisch und einige auf hebräisch,
Berauscht von dem herrlichen Schauspiel,
Obwohl sie natürlich wussten, wie wertlos alles war
Und was für leere Worte diese Königstitel darstellten.

Alexandrinische Könige, aus: Konstantinos Kavafis, Das Gesamtwerk, aus dem Griechischen übersetzt und herausgegeben von Robert Elsie, Ammann, Zürich, 1997.

~~~~~~~~             ~~~~~~~~


Enough with scrolling

After the Palm-Sunday bombings in the Coptic churches in Alexandria and Tanta, I felt that I had to write my opinion on the aftermath of the Arab Spring. Since I have a longue-durée perception of the whole thing, I only need to copy and paste the poet’s words from the year 1912:

The Alexandrians turned out in force
to see Cleopatra’s children,
Kaisarion and his little brothers,
Alexander and Ptolemy, who for the first time
had been taken out to the Gymnasium,
to be proclaimed kings there
before a brilliant array of soldiers.

Alexander: they declared him
king of Armenia, Media, and the Parthians.
Ptolemy: they declared him
king of Cilicia, Syria, and Phoenicia.
Kaisarion was standing in front of the others,
dressed in pink silk,
on his chest a bunch of hyacinths,
his belt a double row of amethysts and sapphires,
his shoes tied with white ribbons
prinked with rose-colored pearls.
They declared him greater than his little brothers,
they declared him King of Kings.

The Alexandrians knew of course
that this was all mere words, all theatre.

But the day was warm and poetic,
the sky a pale blue,
the Alexandrian Gymnasium
a complete artistic triumph,
the courtiers wonderfully sumptuous,
Kaisarion all grace and beauty
(Cleopatra’s son, blood of the Lagids);
and the Alexandrians thronged to the festival
full of enthusiasm, and shouted acclamations
in Greek, and Egyptian, and some in Hebrew,
charmed by the lovely spectacle—
though they knew of course what all this was worth,
what empty words they really were, these kingships.

Alexandrian Kings, from: C.P. Cavafy, Collected Poems, translated by Edmund Keeley and Philip Sherrard, edited by George Savidis, revised edition, Princeton University Press, New Jersey, 1992.

Jesuit

Scroll for English

Elfi war, kann man sagen, eine Schülerin und ganz bestimmt eine gute Freundin. Ihre Spuren habe ich vor vielen Jahren verloren und ich hoffe, dass sie dieses Posting in guter Gesundheit und überschwänglichem Glück liest.

Gestern, in der Mondadori-Buchhandlung in Verona, musste ich plötzlich an sie denken. „Bin ich verrückt, Gramsci zu lesen?“ hatte ich mich zu beherrschen versucht im Untergeschoss, wo die Sonderangebote sind. Das hatte an sich nicht mit Elfi zu tun, aber dann dachte ich an ihre Erklärung zum Thema ihrer Doktorarbeit über Anarchismus. Sie hatte sie bei den Jesuiten eingereicht, diese seien immer an Sachen interessiert, die sie hassen.

Da dachte ich gestern, wieder aus der Erinnerung kommend, ich könnte etwas jesuitisch gegenüber Gramsci verfahren – erst recht, wenn er reduziert ist.

Der Kassierer hat mit den Augen gerollt, als er das Buch sah, dazu gab ich ihm aber die Buntstifte, die ich für meine Töchter kaufte und rettete die Partie.



Enough with scrolling

„You get 50% off but is this a reason to read Gramsci?“ I thought to myself yesterday in the basement of the Mondadori bookstore in Verona, Italy. And suddenly I had to think of Elfi Huber.

Elfi learned Greek with me and was a good friend before I lost her traces. If she’ll ever pass across my site, I hope that she reads this in good moods and health. But the reason I had to think of her wasn’t personal. It was rather philosophical.

Back in the nineties she had explained to me that her PhD on anarchism at the philosophical institute of the Jesuits in Munich was on the right topic with the right people. „Jesuits love to discuss what they hate“.

Back from my recollection of Elfi’s words I decided that I could be a bit of a Jesuit towards Gramsci.

The cashier rolled his eyes at the sight of the book. Then he noticed the colourful pens I wanted to buy for my daughters, which saved my skin alright…

Nubes Aristophanicae


Scroll for English

Per Facebook verkündete der Leipziger Kollege, er sei im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens, trete gleich einen Flug nach Athen an.

Was er nicht wusste: Gerade eben war meine Maschine von Basel-Mülhausen in Frankfurt gelandet, sein Flug war mein Anschlussflug. Das zufällige Treffen beider wichtigsten analytischen aber antipositivistischen, ursprünglich Athener Philosophen aus den Neuen Bundesländern (je mehr unsere Attribute, desto mehr unsere Chancen, die besten zu sein) fand über den Wolken statt.

Die Disputationsthemen:

Ist die Intelligenz unabhängig von der Tugend? (alias: Gibt es einen Politiker namens Ioannis Varoufakis?)

Kann jemand autoritär aber lächerlich sein? (alias: Gibt es einen Politiker namens Alexios Tsipras?)

Kann der Philosoph naiv sein? (alias: Gibt es griechische Philosophen heute?)

Auf einmal lautete es im Flieger: „Ladies and gentlemen, this is the captain speaking, welcome to Venizelos-Airport Athens“.

Das Ende der philosophischen Reflexion war buchstäblich und metaphorisch eine Landung. Das kann natürlich laut Davidsons Metapher-Lehre nicht sein: Keiner Sache kann gleichzeitig buchstäblich und metaphorisch ein-und-dasselbe Prädikat zugeschrieben werden. Vielleicht hatten wir ein Gegenbeispiel da.


Enough with scrolling

I liked a colleague’s post in facebook: Nikos Psarros flies from Frankfurt Airport to Athens. He liked the fact that I liked the fact that he was about to fly but he didn’t know why I liked the fact etc.

I had just landed in Frankfurt myself coming from Basel and heading to Athens. His flight was my connecting flight. The two most important analytic but anti-positivist philosophers of Greek origin and faculty members in the former GDR (the more our attributes, the greater our chances to be number one) met above the clouds.

We had brainstormings on the following topics:

Can an intelligent person lack virtue? (alias: Is there a politician named Ioannis Varoufakis?)

Can a ridiculous person be authoritarian? (alias: Is there a politician named Alexios Tsipras?)

Can a philosopher be naïve? (alias: Is there a thing like a philosophy authored by Greeks today?)

Suddenly, we heard the captain speaking, welcoming us to Venizelos-Airport Athens etc.

We called the end of our philosophical reflection a landing. Literally and metaphorically. Perhaps this is a counter-example to Davidson’s theory of metaphor. If Davidson is right, nothing can have literally AND metaphorically the same predicate.

Das Elend der akademischen Religionswissenschaft

Scroll for English

Es gibt Lieblingsrepliken in der Philosophie: Die Kritik der reinen Vernunft hat Kant selber mehrfach repliziert. Ein Trend kam sonach ins Rollen: „Kritik des einen“, „Kritik des anderen“ – sogar Wilhelm Busch verfasste eine Kritik des Herzens. „Das Elend des XY“ ist eine ebenfalls bekannte Nachahmung. Marx titulierte seine Kritik an Proudhon Das Elend der Philosophie und Popper konterte ein Jahrhundert später mit dem antimarxistischen Elend des Historizismus. Wenn ich mich des Klischees bediene und wegen des Elends der Religionswissenschaft aufrege, dann muss mir ein langatmiges Argument in Buchform vorschweben – könnte man denken – ja eines, das mich womöglich berühmt macht. Aber ich denke nicht so: Ein Blogeintrag ist mehr als genug. Man schießt nicht mit Maschinengewehren auf Schnaken. Denn erstens werden sie nicht getroffen und summen weiter, zweitens sind sie mit bescheideneren Mitteln durchaus zu bekämpfen.

Es geht mir in einem Sinn durchaus um Schusswaffen – vor allem um die frappierende Unfähigkeit des Personals teuer dotierter Institute für Religions- und Islamwissenschaft, sich über die Motive derer an die breite Öffentlichkeit zu wenden, die neuerdings den Kontinent in Angst und Schrecken versetzen.

Ausnahmen wie Bassam Tibi, der irgendwelche allgemeinverständlichen Analysen immerhin zu formulieren weiß, sind sozialwissenschaftlich alphabetisiert. Nicht so die Mehrheit.

Was das Publikum in der aktuellen Lage braucht, sind keine volkskundlichen Diss à la Magma cum laude in post-etwas-Hinsicht, von denen ein Doktorvater und drei seiner Freunde befanden, sie zählen mehr als tausend international zitierte Fachpublikationen. Die breite Öffentlichkei braucht das, wozu die verwöhnten Burschen und Mädels der deutschen akademischen Religionswissenschaft außerstande sind: Analysen des Phänomens radikaler Islam im Sinne einer Theoriebildung!

Damit sind keine Infos zu diesem oder jenem Ritual, dieser oder jener heterodoxen Gruppe oder was-weiß-ich gebraucht, sondern Antworten auf die Fragen, auf die es ankommt: Ist die religiöse Radikalisierung grundsätzlich anders als eine sonstige ideologische Radikalisierung? Ich z.B. behaupte, dass das nicht der Fall ist. Ich habe empirische Beispiele dafür.

Die meisten kontinentaleuropäischen RWler betrachten solche Fragen als „phänomenologisch“ und das ist in ihrem Jargon etwas Schlechtes. Gleichzeitig konnten sie in den letzten Monaten nichts von Belang   zur Situation sagen – egal in welchem Jargon.

—–

Enough with scrolling

If I leave Bassam Tibi aside, I can’t think of any continental religious-studies scholar who would make serious efforts to formulate something of some analytic merit to explain islamism, let alone able to inform the general public. By information I don’t mean descriptions of this or that ritual, thoughts on this or that side topic. I mean big issues like the question whether religiously motivated radicalism is inherently different from radicalism out of any other ideological motivation. I have empirical evidence that religion resembles in this respect to any other ideology but this is not my point here.

The point is that continental religious-studies scholars would call such issues „phenomenological“ – a pejorative term in their vocabulary – and would insist that their discipline should be post-something and form a denial to social science. The aftermath of this line of thought is their silence when it comes to the big issues. Or their repetition of predictable trivialities.

This is theoretical poverty. „The poverty of this-and-that“ is a mime, of course, and one set in motion by Marx’s Poverty of Philosophy – a criticism of Proudhon – to be replicated by Popper’s anti-Marxist Poverty of Historicism.

Since I use the mime to complain for the poverty of academic religionswissenschaft one could think that I have a critique (a critique of some kind – another mime) in bookish format in mind.

However, you don’t need longish arguments against the poverty of academic religious studies in the continent. They would be too much: like taking a machine gun and firing at flies. Flies don’t care about people with machine guns.

Neither do academics specialised in religion.

Ristrexit

Scroll for English

Die Frage lautet: Wenn die EU beweist, dass ein Binnenmarkt zu protektionistischen Betrügereien hinter der Fassade führt, wo hat man keine protektionistischen Betrügereien? (Kleine Hilfe: logische Kontraposition!)

Vor der Beantwortung der Frage möchte ich allerdings einem Missverständnis vorbeugen: Trotz des Titels dieses Beitrags bleiben die Philosophischen Ristretti, wo sie gerade sind: unter http://www.philori.de mit einem „.de“ am Ende und bei WordPress. Meine Leser brauchen keine Lesezeichen zu ändern oder Ähnliches. Und es wird sogar meistens in Deutschland gepostet werden. Untertags wird aber der Autor dieser Beiträge in der Schweiz lehren – nach wie vor Grundlagen der Mathematik und Ethik und Religion.

Das ist natürlich keine politische Entscheidung – keine jedenfalls im herkömmlichen Sinn von „politisch“.

Und trotzdem…

In den letzten Jahrzehnten erlebte ich die EU aus meiner Berufsperspektive des Uni- und Gymnasiallehrers als eine Kulturlandschaft, die zwar bunt ist, deren Bewohner aber am liebsten eine Monokultur einrichten würden. Das Englisch meiner Aufsätze war immer stilistisch und grammatikalisch richtig, fanden die britischen Peers, bloß auf dem Flur eines britischen Philosophiedepartments habe man idiomatische (Mode-) Ausdrücke, die ich nicht verwende. Oder der Kandidat aus Oxford, den ich präferierte, hatte – wie schrecklich! – keine Note auf der Doktorurkunde, sagte der Erfurter Kollege. Es gab auch die besonders Kranken: den Kontinentalphilosophen der Fernuni Hagen etwa und das bayerische Schulamt: ersterer attestiert analytischen Philosophen – eigentlich mir – ein „korruptes Deutsch“, letzteres wollte feststellen, ob meine Semesterwochenstunden an der Uni Athen genau mit denen in München übereinstimmen, sonst keine Lehrgenehmigung in Bayern. Der bisherige Französischlehrer meiner Töchter darf in Mittel- und Oberstufe bayerischer Staats- oder Privatschulen nicht unterrichten, weil er kein bayerisches Staatsexamen im Fach Französisch hat. Da könnte ja jeder französische Französischlehrer mit Staatsexamen in Marseille nach Bayern kommen und bayerischen Kindern ein unbayerisches Französisch beibringen, oder? Ich muss zugeben, dass meine Karten mit griechischer Lehrgenehmigung und zwei Erfurter veniae natürlich schlechter als seine waren. In den bayerischen Behörden weiß man wenigstens, wo Marseille liegt. Aber Athen… Oder – noch schlimmer- Erfurt! In diesem Blog habe ich auch von meinen Erfahrungen in Griechenland berichtet.

Fazit: wo die Bauernschläue zum Staatsprinzip erhoben wird, da ist es nur heuchlerisch, von „Europa als Friedensprojekt“ zu reden.

Wir erleben den Untergang eines Transvestiten: einer als Friedensprojekt verkleideten Werbemaßnahme auf einer Party von Marktprotektionisten.

Auch deshalb trinke ich in der Früh meinen Ristretto woanders und zwar sehr gern.


Enough with scrolling

The question is: when the EU is the living example that the common market implies fraudulent protectionism behind the curtain, what’s the case when you have no fraudulent protectionism? (I’m giving you a hint: I just negated the consequent)

But first, I’d like to avoid a misunderstanding: despite the title of this post, Philosophische Ristretti, the blog, will remain at http://www.philori.de (with a „.de“ at the end) and at WordPress. Don’t change your bookmarks or anything else.

However, while you’ll be reading my posts, I’ll be in Switzerland- at least if you read during the day. Teaching maths and ethics and religion there, instead of Germany is not a political decision – not in the usual sense of „political“. But it’s also not out of the blue. In fact, it is due to the political culture in the EU.

In the last two decades, my impression of the EU vis-à-vis my profession is that of a big place where people pretend to affirm diversity but have a hidden agenda to promote their microinterests in the name of big ideas. The two things are complementary: affirming diversity is a big idea and pretending to do so serves the hidden agenda. Oxford is a great place to study, so I learned in Erfurt, but Erfurt PhDs are better because they’re graded on a scale from 1 to 4. And papers written by non British scholars can be inspiring – so you can see peers of English philosophy journals write – but the language should be more idiomatic for them to be publishable. And there are also the cases of sick provinciality: the continental philosopher from Hagen who calls analytic style „corrupted language“ or the Bavarian Ministry of Education that prohibits French teachers of French to teach French at Bavarian schools because they took one didactics module less than the Bavarian norm when they studied for their teacher’s degree in France. Try to persuade Bavarian ministries that the common market was established for things other than the BMWs…

The chancellor talked today about Europe as a „peace-making project“. This is inflationary language. Call it a marketing policy for industrial products in a party held by market protectionists but don’t call it a „peace-making project“… Not the EU… OK, call it what you like, but you can’t make it resemble what you call it.

You can call my morning espresso a poison. I’ll still enjoy it. Every morning. On the other side of the border.