Clausura

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Man nehme zwei kommunizierende Gefäße und nenne das eine “Deutschland”, das andere “Schweiz”. Oder “Frankreich”.

Die Gefäße enthalten eine homogene Flüssigkeit. Kleine Flocken schwirrlen in etwa gleicher Häufigkeit in ihnen. Nennen wir diese Flocken etwa “Kowidneunzehn” (den Namen habe ich frei erfunden).

Und jetzt sagt jemand: “Am besten machen wir die Verbindung zu. Nicht dass das eine Gefäß voller wird als das andere!”

Alle sehen das ein…

Zwischen den Dörfern Riehen in der Schweiz und Stetten in Deutschland gibt es ein Waldstück, einen Korridor schweizerischen Staatsgebietes tief ins deutsche, wo selbst im Zweiten Weltkrieg Leute in die Schweiz geflüchtet sind.

Ich kenne das Gebiet gut. Als deutscher Bürger mit schweizerischen Papieren kann ich diese Grenze auch legal überschreiten – kein Thema… Aber für einen Spaziergang, wenn ich Mathe- und Physikuntauglichkeit entfliehen will, eignet sich die Stelle gut.

Mal schauen, ob die Klausuren im April stattfinden können.

PS: Die Bundeskanzlerin ist bekanntlich promovierte Chemikerin und ehemals Forscherin der Akademie der Wissenschaften der DDR – fällt mir gerade ein… Wie konnte die Grenzschließung doch passieren? Wo die Leute doch sowieso zu Hause bleiben!

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Take two communicating vessels and name the one “Germany” and the other “Switzerland”. Or “France”.

Let the vessels contain a homogeneous fluid. There are tiny silvery flakes that whirl around in the vessels. Name them – sayyyy – “Covidnineteen” (strange name, huh?). The two vessels have the same amount of flakes per volume unit.

If you heard someone saying: “I propose the connection between the vessels to be closed in order to prevent the flakes here to be more than the flakes there”, how would you react? Moreover, how would you react if you realized that everyone around you hails the proposal?

Between the villages Riehen in Switzerland und Stetten in Germany, there is a forest in which a small corridor of Swiss territory “enters” like an appendix into Germany. In the Second World War there were people who managed to enter the corridor and arrive safely in Basel.

I know the spot quite well. Being a German citizen with a permit to work and live in Switzerland, I will not need to pass the border illegally. However, the spot is very convenient for a walk meant to escape for a few moments decisions irrespective of any understanding of maths or physics…

PS: Considering that the chancellor is a PhD in chemistry and a former fellow of the Academy of Sciences of the GDR, how could the borders closure possibly happen?

Helle leuchtet’s im ganzen Land / mit einem Zitat von Immanuel Kant

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“...Hospitalität (Wirtbarkeit) [bedeutet] das Recht eines Fremdlings, seiner Ankunft auf dem Boden eines andern wegen, von diesem nicht feindselig behandelt zu werden. Dieser kann ihn abweisen, wenn es ohne seinen Untergang geschehen kann; so lange er aber auf seinem Platz sich friedlich verhält, ihm nicht feindlich begegnen. Es ist kein Gastrecht, worauf dieser Anspruch machen kann (wozu ein besonderer wohltätiger Vertrag erfordert werden würde, ihn auf eine gewisse Zeit zum Hausgenossen zu machen), sondern ein Besuchsrecht, welches allen Menschen zusteht…”

Zum ewigen Frieden, AA VIII, S. 357-8.

(Die Gewährung eines Besuchsrechts erscheint um so erforderlicher, je klarer es ist, dass die Besucher nicht als Selbstzwecke behandelt, sondern lediglich als Mittel benutzt werden. Dabei nutzen manche von den Besuchern allerdings, wie man im untenstehenden Video sehen kann, Kinder lediglich als Mittel, was sie wohl vom Genuss des obengenannten Rechts disqualifizieren sollte. Manche Antinomien der praktischen Vernunft blieben anscheinend selbst Kant unbekannt. Wie dieser Fall moralischer Kasuistik auch immer beurteilt werden mag, sollte der Staat jedenfalls glaubwürdig den Standpunkt vertreten, dass das Besuchsrecht in kein Gastrecht verwandelt werden kann. Alles andere öffnet der Xenophobie Tür und Tor).

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[H]ospitality (a host’s conduct to his guest) means the right of a stranger not to be treated in a hostile manner by another upon his arrival on the other’s territory. If it can be done without causing his death, the stranger can be turned away, yet as long as the stranger behaves peacefully where he happens to be, his host may not treat him with hostility. It is not the right of a guest that the stranger has a claim to (which would require a special, charitable contract stipulating that he be made a member of the household for a certain period of time), but rather a right to visit, to which all human beings have a claim…”

Immanuel Kant, Towards Perpetual Peace, translated by David L. Colclasure, Yale University Press, New Haven and London, 2006, p. 82.

(Giving the right to visit appears even more imminent if you think that the prospective visitors are not treated as ends in themselves but rather as instruments alone. Some visitors use however children as instruments (see video above), which appears to disqualify them from the right to visit. As one sees, there are antinomies of practical reason which Kant failed to suspect. Anyway, politics should be able to persuade that the right to visit will not be rendered to a right as permanent guests. Anything else would give xenophobia an excuse).

Erfurt succumbs to Marx: Groucho Marx this time

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Die Kurzfassung des Plots für nichtbundesdeutsche Deutschsprachige ist folgende:

Partei, rechts wovon nur noch die Wand steht, erhält in deutschem Bundesland – in dessen Hauptstadt der Verfasser dieser Zeilen seit vielen Jahren zufällig Privatdozent ist – so viele Stimmen, dass es praktisch äußerst schwierig ist, ohne ihr Zutun eine Regierung zu bilden. Diese Partei favorisiert, wie übrigens die normalen Bürgerlichen, den Kandidaten einer kleinen liberalen Partei, der für die Deregulierung der Märkte einsteht. Dieser wird zum Ministerpräsidenten gewählt.

Am nächsten Tag tritt der Typ inmitten von Buh-Rufen wegen Strohmann und viel NS-lastigem Vokabular zurück.

Aufgrund dessen will die rechte Partei beim nächsten Mal den Kandidaten der Linken wählen, da er offenbar auch inmitten von Buh-Rufen usw. zurücktreten wird.

Auf Marx – Groucho, nicht Karl – ist das parakonsistente Politcredo zurückzuführen: “Einem Verein, der jemanden wie mich aufnimmt, möchte ich nicht beitreten”. Das heißt natürlich, dass er keiner Partei beitreten kann, außer einer, die ihn nicht aufnimmt. Damit wird die Parteizugehörigkeit zu einer contradictio in adjecto.

“Wir beteiligen uns an keiner Regierung, die von Ultrarechten gestützt wird”, kann auch zu einer Groucho-Regel verkommen. Bei der Verteilung der politischen Kräfte in Thüringen kann es schnell passieren – übrigens auch den Linken, nicht nur der FDP – dass die Mehrheit mit dem Kopf durch die Wand bzw. mit Stimmen von sehr nah an derselben erreicht wird. Im Grunde macht es diese Regel zur demokratischen Pflicht, keine Regierung zu bilden.

Groucho stammte väterlicherseits vom Elsass ab. Im heutigen politischen Kontext erscheint das eher überraschend.

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The most recent story with which the German “Land” at whose capital I am adjunct professor, attained negative publicity goes thus:

Far-right party took a part of the popular vote so considerable that, practically, no government can be formed without their tolerance or support. OK, the conservatives could also vote the candidate of the communists, but we’re not talking about surrealistic scenarios here. Anyway, the far-right supported the candidate whose main ideological stance is deregulation of the market – like the other conservatives also did. The guy was elected prime minister. He resigned on the next day booed a lot and loudly as new Hitler.

The paraconsistent political credo was expressed by a thinker called Marx. Groucho Marx: “I refuse to join any club that would have me as a member”. Ergo, the only political party he would join would be one that would not have him as a member. According to this rule, a party membership appears to be a contradictio in adjecto.

The Thuringian rule: “We are not forming a government supported by the far right” can turn out to be a Groucho rule. Just imagine: the 29 communists and the 21 conservatives would never vote each other. And neither the former nor the latter can have a majority with the help of any parties other than the far right.

The Thuringian situation makes it a democratical duty to form no government at all.

This is as Groucho as it gets…

Phthinousa euthyne

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Was im Titel dieses Postings nach Zungenbrecher klingt, ist der griechische Ausdruck für “schwindende Verantwortung”. Es ist ein Ausdruck, der mir gefällt und jedenfalls zeigt, was der nächste und der übernächste Bürokrat gegenüber der Bildung in einer aufgeklärten Gesellschaft im Stande ist aufzubringen. Gleichzeitig ist mein heutiger Titel fast der Name des jahrzehntelang führenden bayerischen Experten für frühkindliche Pädagogik.

Keinen besseren Titel hatte ich für meine Gedanken zu Schulen, die de jure privat sein sollen, de facto allerdings Träger von nationalen Ideologien sind, die schließlich wie Staaten im Staat fungieren. Das neueste Beispiel für solche liefern die Verhandlungen der BRD und der Türkei für die Einrichtung dreier Schulen im Bundesgebiet, deren Pädagogik und Personal nicht den deutschen Bildungsministerien unterstehen sollen.

Solange eine Privatschule frei zur Auswahl von Methoden, Lehrmitteln und Lehrern ist, solange auch Eltern eine echte Wahl haben, ihre Kinder diese oder jene Schule besuchen zu lassen, kann es, denke ich, keine Einwände gegen Schulen dieser oder jener Couleur geben. Was aber die Presse bisher über die o.g. Verhandlungen berichtet, ist die Anerkennung von Schulabschlüssen nichtfreier und nur pro Forma privater türkischer Schulen, die faktisch dem Bildungsminister eines anderen Staates unterstehen werden. Das verurteile ich politisch als einen Rückschritt hinter die Werte der Aufklärung und der offenen Gesellschaft.

Damit mir jetzt keine typisch griechische Haltung gegenüber dem Staat Türkei unterstellt wird, möchte ich lieber über die doch ganz ähnliche Situation der griechischen Schulen in Bayern bis in den 90ern sprechen.

Franz-Josef Strauß war offenbar der Meinung, dass die Griechen in Bayern nicht ganz Ausländer sind. Ich war mein halbes Leben in oder bei München wohnhaft – ich muss es also wissen. Schulen, Kirchen, öffentliches Auftreten und Wahrnehmen vor allem der Münchner Community ergaben seit Mitte des 19. Jh. eine münchengriechische Mischidentität. Sie feierte (wie sie immer noch feiert) den Maler Nikephor Gyzis, den Mathematiker Konstantin Caratheodory, den Musikwissenschaftler Theasyboulos Georgiades, den Biologen Wassilios Fthenakis als ihre herausragendsten Mitglieder über die Jahrzehnte. Sie beging (wie sie immer noch begeht) die Karfreitagsprozession zwischen Odeons- und Marienplatz, bevor sie Ostern in der Salvatorkirche feiert, ein paar hundert Schritte von der Frauenkirche entfernt. Sie spielte (wie sie immer noch spielt) Musik in der Innenstadt. Auch Mischkulturen in München können nicht umhin, den Hang Bayerns zu einem tiefen Konservatismus zu bejahen. Gyzis war ein Vertreter der akademischen Schule der Malerei; Caratheodory Münchner Lehrstuhlinhaber für Mathematik zwischen 1924 und 1944. Kein Nazi. Aber bestimmt ein stiller, vielleicht verbissener Bourgeois.

À propos verbissen: Vor dem genannten Hintergrund ließ Franz-Josef Strauß die griechischen Schulen seinerzeit griechisch sein, in einer Grauzone zwischen griechischem staatlichem Bildungswesen und bayerischem Privatschulgesetz. Wenn die Leute doch gefühlt nicht ganz Ausländer sind… Bloß: Bayerische Privatschulen waren sie nie wirklich. Der griechische Staat hatte die absolute Kontrolle über sie. Als Schulalternative zur “deutschen” Schule keine ganz schlechte Idee, inmitten doch eines von biologischem Determinismus geprägten Systems, in dem die Zahl der Abiturienten einen konstanten Prozentsatz auf die Gesamtbevölkerung ausmachen musste. Das ging sogar aus Sicht der bayerischen Regierung gut, bis Papandreous Sozialisten in Griechenland an die Macht kamen. Plötzlich entdeckte der vorgenannte Professor Fthenakis, ein Genetiker und Pädagoge, dass die griechischen Schulen zwar griechisch bleiben aber endlich selbstverwaltet werden sollten. Auch eine gute Idee, bedenkt man doch den ganzen Politmüll, den der griechische Vitamin-B-Lehrer aus der Heimat mit sich brachte.

Damals arbeitete ich fürs Griechische Haus Westend und, da wir einen kirchlichen Träger hatten, fühlten wir uns unabhängig genug, alle guten Ideen für eine neue abzulehnen: griechische Geographie, Geschichte und Sprache als Wahlfächer an den bayerischen weiterführenden Schulen. Auch eine gute Idee, bedenkt man doch, dass die CSUler d’accord waren mit der Ghettoisierung ihrer griechischen, fast einheimischen Exotik, solange diese CSU-lastig blieb. Unsere Propaganda gegen die Pläne von Fthenakis (eine, eigenständige griechische Privatschule) sowie gegen die Pläne der griechischen Sozis (eine, vom griechischen Staat kontrollierte Schule) wären allerdings nutzlos gewesen, hätten sich die Anwohner der entstehenden griechischen Schule (“Palladion” war der angedachte Name) nicht beschwert wegen zu vieler Griechen in der Nachbarschaft usw. Die Bauarbeiten in Berg am Laim zogen sich endlos hin, irgendwann wurde nicht mehr gebaut. Als ein Zaun verschwand, sah sich die Stadt München verpflichtet – ergo legitimiert – den Rohbau abzureißen, was nach zwanzigjährigem Hin-und-her vor ein paar Tagen geschah. Wie so oft in der Politik ergibt sich das Gute aus dem Kampf des Bösen gegen das Böse – was natürlich ein kantischer und aufklärerischer Gedanke ist.

Die Schule wird immer eine fehlerbehaftete Institution sein, die – aufklärerisches Gedankengut hin oder her – Indoktrination betreibt. Nur viele, alternative, echt freie Privatschulen, die ausnahmslos wahre Optionen für die Eltern sind, würden die Wahlfreiheit garantieren, die dem aufklärerischen Gebot entgegenkommt, jeder wähle seinen Lehrer. Ideologisch stark gefärbte Minderheitenschulen würden ohne vom Staat geförderte Alternativen (sprich freie Privatschulen) alles aushöhlen, was Deutschland seit Lessings und Kants Zeit gelernt hat. Ist ein ABC der politischen Bildung zu viel verlangt von der deutschen Bürokratie?

Bedenkt man die neuesten Geschehnisse in (Vorsicht! – nicht München jetzt…) Mannheim, offenbar!

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The tongue twister in the title is Greek for “diminishing responsibility”. I like this expression because it shows what happens when bureaucrats manage ideals of philosophical importance. And it is almost the name of a Greek-Bavarian expert for preschool education.

I found no better title for my thoughts about German schools de jure private, de facto public in the service of another state and its national ideology.

Germany, you see, the Federal Republic, its institutions, presently negotiate with Turkey with the purpose to found three schools administered by the Turkish state. The press reports about private schools, ones, however, that will not be free to choose learning methods and curriculum. And, what is more, whose dependence will not be on the state in whose territory they will operate.

Since I do not wish to be attributed a typical Greek attitude towards Turkey, I, on the issue of quasi-private schools suspect of ghettoisation, would rather discuss the pre-90s Greek schools of Bavaria, i.e. the school form which the three planned Turkish schools aspire to imitate.

Following the presence of a Bavarian on the Greek throne in the 19th century, the Greek-Bavarian relationship has been a very special and, indeed, a close one. When the first Greek immigrants arrived in Munich in the 50’s they found, unlike people who ended up working in Frankfurt or Stuttgart, a Greek parish using a medieval church with only Orthodox services in Greek language situated just a few hundred yards away from the city’s iconic Roman-Catholic cathedral of Our Beloved Lady. A privilege – there’s no doubt about that! The Greeks of Munich are a community that gave its city a couple of painters of the Munich School (curiously, the English Wikipedia article on the Munich School cites the name of the School in Greek but not in German) as well as a couple of university professors, whose most important – the mathematician Constantine Caratheodory – held the chair for mathematics at the University of Munich and was a lay officer to the aforementioned church during the Third Reich. Without wanting to make any allusion to Caratheodory’s being a brilliant mathematician but not a hero, being attracted to conservatism has been characteristic of the Greek elites of Munich.

They have been rewarded for this. When other Greek communities throughout West Germany were anxious about schooling and the role of the Greek language in the curricula, the federate German state of Bavaria allowed in 1969 the opening of Greek schools administered by Athens. Calling them “private” did not reflect a sense of humour but it could have done so. They were Greek state schools, which jeopardised the sovereignty of the Bavarian state in cultural matters. However, this jeopardy was intended from both sides. As long as the young Greeks spoke pidgin German, their ascending the social ladder in Germany was out of the question. And as long as the parents of the young Greeks felt uncomfortable in German schools, their willingness to consider a German school for their kids remained low. Chauvinists of different nations can always agree on one thing: they dislike each other. As long as the Bavarian side used biological determinism to back their policy of not allowing highschool students to exceed a certain percentage of the general population, the Greeks, despite their being a part of the local culture, utilised a traditional leftist scheme of Greekness (also on biological grounds) to bypass the obstacle that the Bavarian schools presented in their eyes.

The struggle of the evil against the evil was a good idea but…

…but the Greek-Bavarian folklore started to present signs of a ghettoisation.

Rather its leftist allures than the ghettoisation per se appalled the biologist and pedagogics professor of Munich, Vassilios Fthenakis. In the 90s he propagated the view that the Bavarian jeopardy should continue and the schools remain Greek. But they should be removed out of the control of the Greek state. Which, in itself, was also a good idea. Who could trust teachers sent to Bavaria by a nepotistic ministry of another state in a place more than one thousand miles away?

When Fthenakis launched his campaign to ensure that the Greek schools would become really private while retaining their very Greek character, I was still a PhD candidate and worked for the so-called Greek House. The Greek House was a church organisation and we felt independent enough to support a third idea, apart from the Greek schoolish imperium in imperio and Fthenakis’s idea of a schoolish ghetto: Greek geography, history and language as optional subjects in Bavarian schools. Today, all these ideas are abandoned and no one knows what the future will bring. The neighbours of the construction site of the private Greek school protested, you see… The city council threatened to stop the construction if this would begin. Against all odds, the works began. But very soon they stopped. Years passed.

Recently a part of the fence disappeared for the municipality of Munich to tear down the erected walls under the pretext of risks for the public. Just before last Christmas, the construction site of the Greek school of Munich ceased to exist after twenty years of legal conflict. The good may result from the struggle of the evil against the evil, which is a Kantian and optimistic thought.

Schools are institutions which propagate ideologies even if they frankly attempt not to do so. Only a pluralism of many, free, alternative schools which are real options for parents guarantee the free choice of teachers – a desiderate of the age of Enlightenment.

But the country of my discussion is called Germany, not Enlightenment. A country, that is, far too hostile to a pluralistic landscape of didactic and educational methods. During the tearing down of the construction in Munich, the other big southern state of Germany, Baden-Wuerttemberg, prohibited a 42-years-old Greek curriculum run by a local Steiner-Waldorf school.

Germany appears to prefer state ideologies to free schools. Since the school as we know it today is an institution which at least attempts to remain free of ideological chains, given the recent development I take it to be very likely that large parts of German bureaucracy are manned by philosophically illiterates.

When I think of the difficulties of our alumni in Erfurt to find decent jobs and a recognition for what a philosophical department taught them, this doesn’t come as a surprise.

It’s a kind of Grexit

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2020 wird das Brexit-Jahr sein. Boris Johnson ist es gelungen, am Beispiel von Fischereirechten und Umweltschutz, an dem bestimmte Lokalökonomien zugrunde zu gehen drohen, die Legitimität einer als Lobby-Treibhauses wahrgenommenen EU in den Augen des britischen Wählers zu untergraben.

Damit hat er ein Verständnis des Wesens der Politik bewiesen, das seinen routinierten Widersachern auf kontinentaler Seite nicht im Traum zuerkannt werden kann: In der Politik geht es um Autorität mehr als um faule Kompromisse, mehr um Streit als um Diplomatie, mehr um Achill und Agamemnon als um Habermas, mehr um Fairplay als um Buchhaltung.

Das Bedenken, wenn ein enthusiastischer, in Humanwissenschaften versierter Mensch statt der üblichen Buchhalter und Spießer an die Macht kommt, ist, dass er in den Kategorien: traditioneller Freund versus traditioneller Feind denkt. Man denke etwa an Helmut Kohl. Jedenfalls geht es bei solchen Leuten oft um ein traditionelles Politikverständnis. Dasjenige Johnsons ist ein griechisches. Explizit so, wie das nachfolgende Video dokumentiert.

https://youtu.be/mQKRAJTgEuo

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Boris Johnson’s understanding of politics is, as the video above documents, more Achilles versus Agamemnon than Habermas versus Popper. More about conflict than about compromise. More about authority than about horse trade. Whenever people with a profound knowledge of the classics or humanities in general come into power, the concern is that they will think in political categories like: traditional friend versus traditional enemy. Think for example of Helmut Kohl. The advantage is that they are visionaries – more anyway than any of the philistines and bookkeepers who surround them.

If it were for bookkeeping, 2020 would not be the Brexit year. The fact that it is after all, is owed among others to the other fact that Boris Johnson undermined EU’s legitimacy by demonstrating that it supports lobbyism. He did not need much to make the case for this: just a few stories about fisheries and Norwegians and measures that destroy existences today and promise to face environmental issues that will be acute in centuries from now. The way these and similar stories were exaggerated shows that politics is more about trust now than middle-term pecuniary considerations.

Or, to state it more poetically: the ethos of the “gennaioi” is more political than any numbers.

Betting Dodds or the sleep of reason

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In meiner Studizeit (in Athen musste ich genauso viele Philosophie-Semesterwochenstunden wie klassische Sprachen belegen) hasste ich Dodds’ berühmtes Buch Die Griechen und das Irrationale. Die nietzscheartige Analyse barg ein Religionsverständnis in sich, das für mich damals nicht charakteristisch altgriechisch war. Heute hasse ich das Buch nicht mehr. Damit ist nicht gesagt, dass ich es mag. Bloß behaupte ich im Sinne der Rational choice-Theorie, dass religiöses Verhalten rational ist, was die Hauptthese des Buches, die Griechen hätten sich mit ihrer Religion auf die Unvernunft bezogen, hinfällig macht, wenn ich und die Rational choice-Theorie nämlich Recht haben sollten. Es gibt nichts originär Unlogisches oder Widersprüchliches in Mysterien, Chimären und Gefühlsregungen. Für widersprüchliche Konsequenzen aus Geschichten mit solchen Elementen sind nicht diese Elemente verantwortlich zu machen. Wenn ein Wesen, das halb-Frau-halb-Vogel ist, den Täter eines Mordes quält, den ein lokaler Brauch verlangte, dann gibt es nichts Absurdes daran. Es gibt keinen formalen Widerspruch darin, halb-Frau-halb-Vogel zu sein. Es gibt auch keinen formalen Widerspruch, wenn zwei verschiedene Moralsysteme Gegensätzliches fordern. Ein formaler Widerspruch kommt erst dann zustande, wenn jemand behauptet, beim göttlichen und beim menschlichen Gesetz würde es sich um ein-und-denselben Codex von Gegensätzen handeln. Aber so etwas hat meines Erachtens nie ein griechischer Autor der Antike behauptet.

Ablehnung ist es nur noch, kein Hass, was ich Dodds’ Buch entgegenbringe. Lediglich ein kleines Flämmchen des alten Hasses glimmt noch, wenn mir Dodds’ museumspädagogische Ausgeburten begegnen. Siebzig Jahre nach der Erstveröffentlichung des Buches tut es nämlich weh, wenn es immer noch Kuratoren gibt, die alles auf Dodds’ These setzen, was es in einem Museum zu gewinnen oder zu verlieren gibt. Letztens flackerte das kleine Feuer in mir vor Vitrinen mit grandiosen Exponaten. Der alte Reeder Nikos Goulandris hatte eindeutig ein besseres Gespür für antike Kunst als seine Epigonen für die Auswahl des Personals in seinem Museum für Kykladische Kunst. Sphinx, Greifen, Pan usw. finde ich viel weniger monströs als die dortigen Begleittexte, wonach jene das “Irrationale” darstellen würden. Wie ich immer wieder sage, verschandelt und bagatellisiert die in Griechenland praktizierte Museumspädagogik jedes Exponat.

Dazu eine Geschichte: Ende der Neunzigerjahre haben ein paar bayerische Molkereien die länger haltbare frische Milch lanciert. Ohne Zusatzstoffe. National und international war das neue Produkt ein Renner. In Griechenland verlangte aber der Gesetzgeber, dass egal wie lang ultrahocherhitzte Milch nicht als “frische Milch” in den Regalen stehen durfte und, als das weiterhin geschah, wurde jede länger als drei Tage haltbare “frische Milch” von den Supermärkten konfisziert. Als die deutsche Seite beteuerte, diese Milch sei nicht ultrahocherhitzt, verhöhnte die griechische Presse die widernatürliche bayerische “Superkuh”, deren Milch “frisch” war, aber von der Haltbarkeit her eher der H-Milch entsprach. Ein erstes Expertentreffen wurde vereinbart und ich – damals Doktorand in München und für jeden Pfennig froh – wurde als einer der Dolmetscher angeheuert. Im Treffen waren außer den üblichen Botschaftsattachés und IHK-Heinis Leute des griechischen Fremdenverkehrsamts dabei. Auf den ersten Blick komisch. Auf den zweiten komisch. Auf den dritten nicht mehr. Wo es Kühe gibt, gibt es auch Kuhhandel – und in diesem Fall sogar einen Superkuhhandel.

Nach zweitägigen Gesprächen hatten die Griechen versprochen, etwas für die widernatürliche Kuh zu tun, wenn die Gegenseite aufhörte, sich gegen die griechischen Fremdenführer zu beschweren. Quid pro quo. Es gab nämlich Beschwerden. Und ob es welche gab! Nicht gegen die Verwendung des Begriffs “irrational” durch die museumspädagogischen Fachkräfte – das nicht… Aber laut griechischer Gesetzgebung musste (und muss weiterhin), wer durch ein griechisches Museum führt (es geht dabei nicht einmal um den Berufsstand des Fremdenführers, sondern um den Akt des Erklärens vor einer Menschengruppe) Grieche sein. Das verstößt mit Sicherheit gegen die Freizügigkeit in der EU und eventuell gegen die Meinungsfreiheit. Nun war die deutsche Seite um Ersteres besorgt. Immerhin! Und sie hat ihre Sorge gegen die Lockerung der griechischen Haltung zur Superkuh eingetauscht. Quid pro Kuh. Mensch, so ein sympathisches Tier doch…

Ich war wie gesagt noch Doktorand und brauchte diese Menschen nicht, denn ich war bekanntlich für Höheres vorherbestimmt. Also lästerte ich in der Mittagspause über den griechischen Protektionismus, als Stephanos Tsochatzopoulos, Bruder eines notorischen sozialistischen Ministers und damals Leiter des Münchner Büros des Griechischen Fremdenverkehrsamtes, mich rügte, die Sache, welches Griechenlandbild die Touristen mitbekommen, sei doch von nationaler Bedeutung.

So hat die Politik einer militanten Zunft ein langes Wirken in den griechischen Museen ermöglicht; einer, die bereit ist, dich zu zerren und verbal anzugreifen, wenn sie dich in fremder Sprache vor Familie und Freunden – Gruppen! – etwas über Poseidons Frisur erklären hören. Vor einem Jahr passierte es einem Freund in Akropolis, vor zwei mir im Nationalen Archäologischen Museum.

Die usurpierte Deutungshoheit der Museumsexponate ist eine Sache. Die Deutung eine andere. Die Protegés des griechischen Staates deuten so: “Die Griechen hatten keine Mythen, sondern eine Mythologie, das heißt eine mythische Logik”. Oder: “Für uns heute sind Pegasus und Medusa irrational (sic). Die Griechen sahen das anders”. Der Schlaf der Vernunft bringt Ungeheuer hervor hieß es zu Goyas Zeiten, was aber damals nicht auf die Fähigkeit des griechischen Staates gemünzt wurde, abgefahrene Berufssparten zu erzeugen.

Da ich sehr scharfzüngig gegenüber Griechenland war, wobei die bayerischen Interessenvertretungen glimpflich davongekommen sind, möchte ich den letzten Schluck dieses etwas längeren Ristrettos nicht ohne eine tu quoque nehmen. Ich weiß, dass ich es nicht darf, dass es gemogelt ist, aber ich kann der Versuchung nicht widerstehen.

Der erste Französischlehrer meiner Kinder war ein Franzose, Staatsexamen Französisch. Absolviert in Paris. Er wollte halt’ in München leben. Irgendwas Privates, Freundin, Ehefrau…

Es war eine Privatschule. Privatschulen finanziert der Freistaat Bayern mit, was eine gute Sache ist. Es gibt daher auch Auflagen, was die Ausbildung der Lehrer dort anbetrifft. Ebenfalls eine feine Sache, würde ich sagen. Diese Ausbildung soll dem bayerischen Staatsexamen äquivalent sein. Ich wurde an der LMU promoviert, weiß also, dass die Qualität dort gut ist. Aber jetzt aufpassen, wie Qualitätssicherung interpretiert werden kann: “Für das erste bayerische Staatsexamen muss die Gleichwertigkeit sichergestellt werden. Wenn Sie z.B. in Paris eine Stunde weniger Spezialdidaktik hatten, muss in Bayern eine Lehrveranstaltung Spezialdidaktik mit einer oder mehr Semesterwochenstunden noch absolviert werden. Dann muss das Referendariat absolviert werden. Selbst dann ist die Übernahme davon abhängig, ob Ihr Fach ein Mangelfach ist”. Die Gefahr, den Kindern in Ismaning ein unbayerisches Französisch beizubringen hat ihn zu einem Unterstufen-Halbdeputat, wohlgemerkt an einer Privatschule, eingeschränkt. Dieser protektionistischen Hölle konnte ich im außereuropäischen Ausland der Confoederatio Helvetica entgehen.

Der Leser kann sich vorstellen, wie ich mich fühle – ein Bundesbürger doch – wenn ausgerechnet Markus Söder in der Rolle des Hoffnungsträgers der Konservativen stilisiert wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

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As a student (the philosophy degree in Athens required almost as much classics as it did philosophy) I hated Dodds’s famous book The Greeks and the Irrational. It shed a Nietzschean light on the Greek understanding of religion which, for me back then, was not distinctive of Greek culture. Today, after having encountered the rational choice theory, I claim that religion is a rational form of behaviour and I do not hate the book anymore. Rather, I take Greek rituals in it to be just ill-conceived. There is nothing generally illogical or contradictory in mysteries, chimaeras and emotion as such, at least not as long as they have no contradictory implications. There is nothing absurd in a half-woman-half-bird not letting you sleep if you committed a murder that the local custom required you to commit. There is no formal contradiction in being half woman and half bird and there is no formal contradiction between two different moral codes. Where there is a formal contradiction is when you happen to claim that the human and the divine are the same system of morals. I know of no Greek author who claimed this.

However, even if I can now identify my attitude to Dodds’s book as rejection rather than as hatred, I do hate to see museums place their bets on a 70 years old book. This can also happen in a museum whose collection is as remarkable and worth seeing as the Museum of Cycladic Art. The collection Goulandri-Horn on which the museum was based, is remarkable. But no tycoon is to blame for how museologists educated with Dodds interpret the exhibits they collected. What a monstrosity to say that the monsters of Greek culture and religion: Sphinx, Oedipus, Pan etc depict the “irrational”!

Museology in Greece is a vast assault to the art! I’ve already had the opportunity to opportunity to deplore nationalistic and provincial rhetoric in a Greek museum. But the reader of this post only needs to read the following story: in the late 90s the Bavarian dairies promoted the long lasting fresh milk without preservatives. Greek law demanded it not to be tagged as “fresh”, since it was (and remains) drinkable after two weeks. When the package continued to talk of “fresh milk”, the Greek state reacted by confiscating the product from the supermarkets, Greek officials mocking that the Bavarians obviously claimed to have invented the super cow. It was the time to bargain, but the trade pertained more to horses than to cows: the Greeks gave up their stance towards Bavarian fresh milk still drinkable after two weeks, demanding as a quid pro quo that only Greek citizens will be allowed to guide groups in Greek museums – obviously an assault against free movement in the EU, arguably also against the freedom of expression. I know about the quid pro quo because I happened to be one of the interpretors in the negotiations in Munich. I was still a PhD student, didn’t need them to hire me any more – I was going to become the most exalted professor of philosophy the world has ever seen, wasn’t I? – and in the midday break I referred ironically to Athens’s protectionism in favour of Greek tourist guides, for Stephanos Tsochatzopoulos, brother of a notorious socialist minister and back then director of the Munich bureau of the Greek National Tourism Organisation to reprimand: “Don’t be recalcitrant! The issue is of national importance”. For this issue of national importance politics created a group of militants acting in Greek museums who would drag you and attack you if they hear you using a foreign language in the museum towards the members of your family (a group of people, no doubt) since they do not recognise you as one of the ethnically conform people affiliated to the museum. Last year it happened to a friend in Acropolis, two years ago to me in the National Archaeological Museum.

Since ages Greek tourist guides have conducted the tourists saying deeply erudite stuff like “The Greeks had no mythical teachings, they had a mythology, that is a mythical logic”; or: “For us today it is irrational (sic) to have winged horses or snake-haired women, but the Greeks had no issues with the irrational”. The sleep of reason produces monsters claimed Goya ignorant of the potential of the sleep of reason to produce Greek tourist guides. In fact, ignorant of the ability of politics to create monsters in general.

Since I have been nastier to Greek than to Bavarian politics, let me finish with a tu quoque. I know, I am not allowed to, but I cannot resist. With the Greek policy in mind to allow only Greeks to guide groups in Greek museums think of the following story, the story of my kids’ first teacher of French: until four years ago, we have lived in Bavaria and he was, as I said, my daughters’ teacher of French. A native speaker of the language he was teaching, he had come to Bavaria from France where he had gained his teacher’s degree because of his wife. Something personal anyway… It was a private school alright, but the State of Bavaria co-finances private schools. And since it does so, it legally demands that holders of non-Bavarian teacher degrees – French, Greek, i.e. EU degrees, but also degrees of other German states – either have them acknowledged in Munich (“You had one hour weekly less special didactics in Paris, so you have to go to the university of Munich to re-sit for this, pass the exam there and then accept one year’s apprenticeship wherever we send you for 1.200 euros monthly and your colleagues there have to grade your efforts and then you will be hired only if Bavarian universities cannot cover the demand for your subject”) or accept a contract as a cover for small classes. Succumbing to the state’s scepticism towards French teachers who threaten to teach Bavarian kids an un-Bavarian French, he did the latter. We did something else: We locked the door of our house and said goodbye to it to come to Switzerland – NB, a non EU member.

This said, the reader can imagine how it feels seeing – of all people – the leader of the Bavarian Christian Social Union as the promising new candidate of Mrs Merkel’s party. But this is another story.

Radio gaga

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“Johnson wäre nicht Johnson, wenn er kein Verwirrspiel spielen würde” meinte die Stimme auf BR2 (“aktuell”), kurz nachdem ich aufgewacht war. Damit war der Akt des britischen Premiers gemeint, dem nach dem Letwin-Amendment verfassten Brief (“Brexit-Vertrag erst nach Eintritt der Gesetze ratifizieren, welche die Umsetzung des Vertrags garantieren”) ein Begleitschreiben anzufügen, worin er erklärt, warum ein Aufschieben des Brexits eine schlechte Idee sei.

Nun hatte ich zwischen 2003 und 2005 in der HR-Auslandsredaktion durchaus die Gelegenheit festzustellen, wie leicht die harmoniebedürftige Journalistenseele bei Unkonventionellem, auch Philosophischem aus dem Gleichgewicht zu bringen ist. Ich gebe ferner zu, dass Johnson gemäß der alten Unterscheidung (Kant, “Was heißt Aufklärung”) zwischen privatem (als Amtsinhaber) und öffentlichem Vernunftgebrauch (“meine Meinung unabhängig von meiner Position, Leute!”) den Brief ohne Begleitschreiben und dann einen diesem widersprechenden Artikel in den gestrigen Times hätte schreiben sollen. Hätte diese taktische Variante die Journalistenseelen weniger irritiert? Wohl kaum und zwar aus Gründen, die mit dem Stellenwert des Philosophieunterrichts in Deutschland zusammenhängen.

Enough with scrolling

“Unless there’s cheating going on, it’s not Johnson” said the man from the radio. What he meant by this was the British PM’s cover letter that accompanied the other letter he sent Donald Tusk and the EU according to the Letwin Amendment. The Letwin Amendment is about taking time to make the laws required first and then considering the Brexit deal, the cover letter is about not hesitating.

In the remote two years’ period I was co-producing the news in foreign languages for a state-owned radio station in Frankfurt, often, I had the opportunity to realise that unconventional or philosophical notions irritate a journalist more likely than other professionals. Since journalists have normally visited high school this speaks against the quality of the philosophy classes there. Furthermore, I do confess that I would find it tactically more Kantian of the British PM to write, instead of a cover letter, an article for yesterday’s London Times. This tactic would be more obviously in accordance with Kant’s request to do what the office makes one do (“private use of reason”) and to write what one’s conscience dictates (“public use of reason”). The contradiction, put forth in the aforementioned way, would irritate unphilosophical journalists not less with the result for them to ask – in essence – the British PM to be a zombie devoid of a free will.