Die Rätsel sind immer multimodal

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Dass niemand von mir verlangen kann, etwas zu tun, was verboten ist, ist eine Intuition, die sich im von Hughes und Cresswell D genannten modallogischen System widerspiegelt: Lp->Mp.

Aber was passiert, wenn ich das Gebotene aus nichtdeontischen Gründen nicht tun kann? Etwa wenn ich mich wegen der Hunde vor mir nicht in Sicherheit vor der Gefahr hinter mir bringen kann? Dieser Art, multimodal, sind moralische Dilemmas und die Modallogik hat keine Antwort darauf.

Wie kann man Italien nicht lieben? Dieses Land bringt zu Gedanken und ist schön noch dazu.



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Blame me ‚cause I love Italy for making me see.

That no one can request that I do what’s prohibited, is the intuition – in fact the characteristic axiom – of the modal system Hughes and Cresswell call D: Lp->Mp.

But this is not what deontic or moral dilemmas are made from. What if I can’t run from a fire behind me because of the dogs in front of me? NB, fleeing from the fire can be a deontic prescription while being afraid of the dogs is not. Modal logic is not the algorithm to settle dilemmas of this kind and Italy is the country to teach you that, probably, there’s not such an algorithm.

Reality is too much of a „mid-shapen chaos of well-seeming forms“, to be captured by logic (Romeo and Juliet, act 1, scene 1).

Zombies exist

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Seit Daniel Dennett die Position vertritt, er selber und jeder andere denke oder tue nichts, was nicht durch seine Biologie durch und durch, ja notwendig determiniert ist, kontern manche Dualisten, dass sich mit logischen Mitteln nicht von der Hand weisen lässt, dass körperunabhängiger Geist besteht. Aber wenn das so ist, so der zeitgenössische Dualismus weiter, die Determinierung durch den Körper nicht notwendig. Mit anderen Worten widerlegt die bloße Möglichkeit von Geistern Dennetts Gewissheit, dass wir alle Zombis wären.

Ich bin der Meinung, dass das ein schlechtes Argument ist. Seit 2013 propagiere ich ein Gedankenexperiment, das zeigen soll, dass die logische Möglichkeit körperunabhängiger Gedanken nicht zeigt, dass wir keine Zombis sind. Denn körperunabhängige Gedanken lassen nicht auf die Existenz körperunabhängiger Wesen schließen. Mein Hauptzeuge und die Inspiration meines Gedankenexperiments ist Aristoteles. Warum soll, sagt der Stagirit in der Nikomachischen Ethik, das von mir unabsichtlich heraufbeschworene Unglück meiner Familie mein Glücklichsein post mortem nicht beeinflussen? Wenn meinem Sohn, während ich noch am Leben bin, zu meiner Unkenntnis etwas Ungutes widerfahren würde, würde nicht etwa von mir gesagt werden „o, der Arme…“?

Das ist nicht Mainstream – und Nichtmainstream-Sachen werden für gewöhnlich nicht in A-Journals veröffentlicht. Also reichte ich das Paper beim Journal of Speculative Philosophy ein. Am Samstagabend, so gegen neun.

Noch vor dem Mittagessen am Sonntag bekomme ich den Ablehnungsbescheid von einem offenbar Herausgeber namens John J. Stuhr Ph.D. etc. Mit zwei Gutachten dazu. D.h. Stuhr, oder wie er heißt, hätte noch am Samstag zwei Gutachter verständigt, die schnell über die Samstagnacht, wenn sie in den USA waren, bzw. am Sonntagmorgen, wenn sie in Großbritannien waren, die reports geschrieben haben.

Und was für reports! Einerseits sei meine Literatur bereits sieben Jahre alt, andererseits hätte ich alles berücksichtigen müssen, was in den letzten 20 Jahren zum Thema geschrieben wurde (zum Verhältnis zwischen Geistern und Zombis? Etwas schwer. Es gibt praktisch nichts).

Aber der Punkt, wo mir ein Gutachter das Grauen wünscht, kommt noch:

[In the paper] ‚thought experiments‘ seem to be substituted for empirical and broadly scientific approaches.

(der andere ist nicht sicher, ob Zombis empirische Evidenz liefern oder nicht).

Beiden Gutachtern (Stuhr & Stuhr LTD) kann ich nur sagen: Keine Ahnung, ob irgendwo empirische Daten über Zombis zu beziehen sind. Aber dahin gehe ich nicht.

Buuuuh!👻

εзεзεзεзεзεзεзεзεзεзεз

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Since Daniel Dennett thought it a good idea to entertain the thought that he’s a zombie, i.e. that he had no thoughts or actions that are not determined by his biology, dualists have been trying to counter-argue with the possibility of thoughts independent from one’s body. „If this is possible“, you hear them saying, „then determination by biology alone is, if nothing else, at least not necessary“. With other words, the mere possibility that ghosts exist makes the existence of zombies non necessary. And, of course, you can’t logically disprove that ghosts may exist independently from the organism, the machine that would normally host them, let alone in the machine.

Since 2013, I propagate a thought experiment to show that this is a bad argument against our zombieness. Disembodiment doesn’t mean the existence of disembodied persons. Aristotle claims in the Nicomachean Ethics that there is a sense in which a deceased person is said to be unlucky post mortem, i.e. disembodied but unlucky, when for example the ones she loves have to face hardships as a consequence of her actions when she was alive. But then, the unlucky dead is not a person. It is a thought experiment and an argument beyond the mainstream, which makes it less plausible to be published in an A-journal. I sent it to the Journal of Speculative Philosophy last Saturday evening. At about 9 pm.

Before lunch on Sunday, 15 hours later, I got a rejection by a guy named John J. Stuhr Ph.D. etc. With two peer reviews. I mean, I can manage to get my friends agree to read a text in 15 hours. But this doesn’t mean they read it. And definitely it doesn’t mean they wrote a report. Not at any time but definitely not in a weekend.

The reports were contradictory as reports often are. On one hand deploring that the newest article in my references was written in 2010, on the other urging to include the last 20 years‘ bibliography. Now, I don’t know what the last 20 years have to offer to the topic zombies, ghosts and what the ones mean to the others, but the most horrible task the reviewers want to set me at, follows from the following:

[In the paper] ‚thought experiments‘ seem to be substituted for empirical and broadly scientific approaches.

The truth is, I don’t know where I could get empirical data concerning ghosts and zombies, but, nope, I won’t go for this.


Der Unterschied zwischen „Recht“ und „recht“


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Wie eine Tautologie mutet sich der Schriftzug über dem Haupteingang des Amtsgerichts in Halle an der Saale an, der vorschreibt, die Rechtsprechung solle der Rechtsintuition entsprechen. Der Eindruck, dass es sich dabei um eine Tautologie handeln würde, ist natürlich bloß im Sinne eines Trugschlusses in dictione zu gewinnen. Ha! Als ob wir nicht wüssten, wie leicht es passieren kann, dass die Legalität nur dem Angreifer recht ist… Der Trugschluss entsteht im gesprochenen Deutsch wegen der Homophonie von „recht“ und „Recht“  bzw. ist im geschriebenen Deutsch nur in kapitalisierten Schriftzügen möglich. Die Äußerung „Das Recht muss recht bleiben“ – und zwar nicht kapitalisiert, so dass das zweite „recht“ nur mit Minuskeln geschrieben wird –  wäre differenzierter, nüchterner.

Dass das Hallenser Motto einerseits und die tautologische Äußerung: „Recht muss Recht bleiben“ andererseits homophon sind, behält immerhin die Funktion eines Augenzwinkers bei, was beweist, dass die juristische Sprache spielerisch sein kann.

εзεзεзεзεзεзεзεзεзε

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I believe that the English translation of the German inscription seen in Halle near Leipzig is „Justice must remain just“. The alternative translation „Justice must remain justice“ would insinuate that the appeal to nomology to correspond to prescriptions that are intuitively just, is tautological. This would be a German fallacy in dictione. Justice can be intuitively unjust.

Of course, there is a rhetorical point you make when you fallaciously insinuate that justice is a priori intuitively just. This shows that juridical language can be playful.

Tractatus 5.6

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Die Grenzen

seiner Sprache

liegen nicht

bei den Grenzen

seiner Haut

schreibt Wolfram Malte Fues in seiner Gedichtsammlung SkalpeSkalpelle (Allitera: München, 2016). Kathrin Wächter kommentiert mit der unten teilweise abgebildeten Zeichnung.

Unsere Welt ist jedenfalls umfangreicher als der Inhalt unserer Haut. Damit auch unsere Sprache. Es gibt keine Privatsprache.

Nichts ist privat. Alles ist öffentlich. Den Blicken ausgesetzt.

A propos privat: Haben die Wittgensteinianer unter den Lesern das Gefühl, dass der späte Wittgenstein im frühen enthalten ist?

kathrin-wachter

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The limits

of his language

are not near

the limits

of his skin

These are Wolfram Malte Fues’s verses from the poetry volume SkalpeSkalpelle (Allitera: Munich, 2016). The drawing above is Kathrin Wächter’s commentary to the obviously Wittgensteinian theme.

Having a capacity much greater than our skin, our language enables also our world to transgress the limits of our bodies. There is no private language.

Nothing is private. Everything is public. Everybody is watching.

Talking about privacy: Don’t Wittgenstein scholars of this post get the impression that the late Wittgenstein is contained into the Tractatus?

Polytechnites

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Lustig haben wir uns über ihn gemacht. Manche sagten, wir waren verwandt, aber das störte mich weniger, weil auf einer Insel jeder mit jedem verwandt ist.

Er hatte Aschenbecher mit all seinen Fertigkeiten ausdrucken lassen. Ein Logo prangte drauf und dann kam es:

Elektroinstallationen, Bewässerungstechnik, trockene Feigen, Bestattungen

Ich bin ihm im Endeffekt so ähnlich. Mein neuestes Buch, meine Habilarbeit, im Schnitt von Logikgeschichte, Ideengeschichte, Metaphysik kam vor ein paar Tagen raus.


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We were laughing at him. Some said he was my relative. I didn’t care because in an island you’re almost everyone’s relative.

He had ashtrays with his logo printed. And with every business he made ends meet with:

Electrical installations, irrigations, dried figs, funerals.

I’m so similar to him. My monograph to secure me the venia legendi, i.e. the right to professorial teaching in Central Europe, is at the interface of logic history, the History of Ideas and Metaphysics and was released few days ago.

September 2011, heading to Munich. Sad because I managed to miss our younger daughter’s first day at school. The last thing I’d read would be an article by this title…

First flight: from Bydgoszcz to Warsaw. Peter van Inwagen sits in front of me and lets me read the back then very recent issue of the New Yorker.

– So, what do you think?

asked Peter finally.

– A good introduction to Parfit for those who don’t want to read the books.

And a nice obituary in a way, I’d like to add now.

In the meanwhile I became a better father. Maybe.

And Parfit came to belong to the realm of ideas. Surely.

Here you are:

How To Be Good – The New Yorker

http://www.newyorker.com/magazine/2011/09/05/how-to-be-good