ΜΟΥΣΙΚΗΝ ΠΟΙΕΙ ΚΑΙ ΕΡΓΑΖΟΥ

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Deutsch unmittelbar nach dieser zentralgriechischen Landschaft


Das Zitat im Titel war der Ratschlag einer Stimme in Sokrates‘ Traum in Platons Dialog Phaidon. Im Neugriechischen klingt es nach einer rhodisch oder zypriotisch angehauchten Aufforderung zu musizieren und zu arbeiten. Und gerade diese beiden Sachen sind schwer aus der Zeitmaschine heraus, in der ich seit letztem Donnerstag verweile, als ich meinen Vater verlor.

Vor allem schweben mir Sachen vor, die mir früher als machbar vorschwebten. Was für eine Naivität verbirgt doch der Blick auf unsere Vergangenheit! Wie enttäuschend es ist zu wissen, man habe „möglich“ mit „machbar“ verwechselt!

Ein Sinn fürs Neugriechische ist sehr oft irreführend, wenn der Kontext ein altgriechischer ist. Besser wäre der Rat der Stimme in Sokrates‘ schlafenden Ohren so zu verstehen:

Mach die Werke der Musen und strenge dich dabei an. 

Das erscheint wiederum machbar.


Enough with scrolling

The phrase quoted in the title was the advice of the voice in Socrates‘ dream according to Plato’s Phaedon. In Modern Greek, the phrase sounds like a (rather Cypriot or Rhodian) way to say: „Play the music and do your job“. But it is difficult to play music or do a job if your mind is in a time machine and rethinks grief, hopes, disappointment and old elaborate plans that seemed possible back then.

However, one’s feeling of modern Greek is a bad advisor if the phrase to translate is in Classical Greek. The voice said rather something to be properly understood as: „Do what the Muses stand for and take pains to do so“.

And this is something that can be done even in the time machine I got in after last Thursday when I lost my father.

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37° 51′ 30″ N, 23° 48′ 6″ E or: At the edge of Plato’s cave

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Wie jeder Leser von John Henry Wrights uraltem Artikel „The Origin of Plato’s Cave“ (Harvard Studies in Classical Philology, 17 (1906): 131-142) weiß ich seit meiner Studentenzeit, dass viele Forscher die Höhle, welche die Szenerie des legendären Gleichnisses zu Beginn des Buches VII von Platons Republik bildet, an einer Stelle orten, die ein paar Kilometer von meinem Athener Zuhause entfernt liegt. Generationen von philosophischen Philologen haben seit der Ausgrabung der Stelle Anfang des 20. Jahrhunderts Wrights Vermutung beherzigt und propagiert.

Besucht hatte ich die Gegend oft, ohne jemals über die Höhle zu stolpern. In einem Sinn war das jetzt ein Kategorienfehler: Über eine Höhle kann man nicht stolpern und gerade von dieser Höhle kann man nur verschluckt werden – mit wahrscheinlich fatalen Folgen. Es handelt sich um ein Loch, das, an kleinen Felsvorsprüngen vorbei, zunächst einmal zehn Meter tief in die Erde führt.

Unabhängig vom Kategorienfehler ist der Wanderweg zur Höhle nicht ausgeschildert. Interessiert daran, die Höhle zu finden, war ich darüber hinaus nie. Bei Platon gehe es ja nicht um echte geknebelte Menschen unter einem Felsvorsprung einer echten Höhle, sondern um ein Gleichnis: Gleichsam Höhlenbewohnern sollen wir Menschen in unseren Meinungen gefangen sein, sollen Schatten für echte Ware und für wahre Menschen halten. Auf eine echte Höhle, die Platon im Sinn gehabt haben soll, komme es nicht an.

Aber die Jahre vergehen und die Wanderungen meiner Familienangehörigen, die immer noch in der geschichtsträchtigen Gegend wohnen, werden mehr. Die Folge: Sie entdeckten die von mir lang verschmähte Höhle und wollten sie mit mir besuchen.

Mein Resultat aus der Ortsbegehung: Wären gefesselte Leute da unten gewesen, hätten sie mich nur als Schatten wahrgenommen, aber keine Chance gehabt, mich selber, mein Original, zu sehen. Platon hat das Augenmerk auf die Höhleninsassen gelenkt, diese Ignoranten, die bequemlichkeitshalber die Schatten dem Wahren vorziehen. Für ein paar Sekunden wurde ich dagegen das Wahre hinter dem Schatten. Etwas, was kein Schatten ist, bin ich ja auch dadurch, dass ich einen Schatten werfe.



Enough with scrolling

Since John Henry Wright’s stone-age paper  „The Origin of Plato’s Cave“ (Harvard Studies in Classical Philology, 17 (1906): 131-142) many philosophical philologists or philological philosophers identify the cave described by Plato in the opening of Republic VII with a hole in the earth, few miles from what is now my parents‘ place – and has been my place as a teenager.

The spot had been excavated some five years before Wright published his paper. Wright appears to have visited the cave and to have descended into it – archaeologists had probably temporarily bridged a gap that makes now the attempt to reach the ancient stairs extremely risky. It’s rather a hole in the earth, tells us Wright, that goes seventy feet deep and served since pre-classical times as a sanctuary.

I know the area well, mostly from excursions with parents, then with friends. But since I’ve known that there is something like a Book Seven of Plato’s Republic and that this is the place Plato most likely had in mind for the legendary simile in Book Seven, I never looked for the cave and never stumbled upon it. And this is so not only because you can only vanish in this hole before you stumble upon anything. I also considered the existence of a cave that would correspond to Plato’s description irrelevant. I mean, Plato’s simile is not about the cave itself. It’s about prisoners in a cave that is located in a way that the prisoners can’t look out (they’re held below a part of the stone that protrudes over their heads) but can see the shadows of those who are out of the cave and prefer it this way. Once released they realise that the light outside the cave is uncomfortably dazzling. You don’t need the scenery to imagine the scene!

But members of my family discovered the cave by their own and they said I had to visit it with them. After all these years I became more sympathetic towards the so-called realia of literary criticism, I suppose…

And there it was! My shadow! If you had climbed down the cave (and had survived doing so – the place is slippery) you’d have been able to see my shadow but you’d have failed to see me.

It felt comfortable to know that I’m the real thing, not a shadow of myself and I’m wondering how it happens to feel the opposite sometimes.

Spooky minds

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Die Philosophie des Geistes ist nicht mein Metier und ich hatte auch nie die Ambition, irgendwas richtig Originelles dazu beizutragen. Im Gegensatz zur philosophischen Logik oder auch zur Religionsphilosophie ist sie ein für meinen Geschmack zu spekulativer Gegenstand mit mafiaähnlichen, polemisch argumentierenden Lobbys.

Das bedeutet nicht, dass ich keine Meinung zu den Problemen der Philosophie des Geistes hätte. Ich behaupte zwar, dass sie nicht besonders beeindruckend oder durch und durch fundiert ist, meine Meinung, aber sie ist wenigstens reflektiert und im Einklang mit meinem Leben.

Sie ist eine Art Monismus soft. Wir sind im Großen und Ganzen unser Leib, aber nicht alles Mentale ist auf den Leib reduzierbar. Wer wissen möchte, warum ich so denke, sollte am besten Aristoteles, Donald Davidson und Martha Nussbaum lesen.

Damit stelle ich meine orientalische Rechtgläubigkeit auf den Prüfstand. Nun bin ich orthodoxer Christ lediglich kurz vor und nach Ostern, aber in ein paar Sachen bin ich orthodox das ganze Jahr. Starke Formen des Dualismus wie etwa den von der Fegefeuerlehre vorausgesetzten halte ich für dubiose scholastische theologumena. Das Ende des Lebens von x ist das Ende der mentalen Prozesse von x.

Trotzdem denke ich, dass es dualistische Rechenschaften über unseren Geist gibt, die kohärent und vielleicht auch adäquat sind.

Pädagogische Maßnahmen vom Schulbesuch bis zur Theatervorstellung basieren etwa auf der Grundannahme, dass die Menschen zur Freiheit herangeführt werden können und zwar durch ihre Fähigkeit, sich selbst zu bilden, zu verändern, zu formen, zu finden – hier lasse ich den performativen Widerspruch des Lehrers als Anführers zur Freiheit außer Acht.

Mich selbst formen kann ich nur wenn ich ein Ich besitze oder wenigstens die Anlage dazu. Analytische Psychologen nennen diese „Es“ und zeichnen ein Bild davon, das weniger chiaro und mehr scuro ist.

Wer nicht als der Caravaggio, sondern als der Giotto der Psychopädagogik gelten will, der erzählt in platonischer oder steinerscher Manier, woher die von der Umgebung unabhängige Seele kommt. Die Ideen- oder die Reinkarnationslehre sind in dieser Hinsicht Säulen, die einen konsistenten pädagogischen Ansatz stützen.

Seit ein paar Wochen stelle ich in meiner waldorfpädagogischen Lektüre fest, wie nebensächlich die wissenschaftstheoretischen Probleme in diesem Kontext sind.


Enough with scrolling

Philosophy of mind has never been my cup of tea: too speculative, too many variables, and too mafia if you have something that you think is publishable…

The unpleasant sides of academic publishing notwithstanding, I do have my own views on the subject and they simmer down to a preference for a soft monism: matter matters but the mind is not wholly reducible. I mean, even in times I don’t necessarily affirm Eastern Orthodoxy – I’m Greek Orthodox mostly before and after Easter – I take death – Orthodox style – to be the end also of mental processes, the purgatory to be a dubious Roman-Catholic theologumenon. Nevertheless, I still think that the contents of our minds, even our emotions, can get independent of the consciousness that monitors them – Aristotle, Donald Davidson and Martha Nussbaum being here my heroes.

But as I read more and more Steiner’s pedagogical and anthropological writings – which I do on Mondays in the last weeks – I find that even spooky dualism has a point.

For, let’s say that your anthropology and understanding of education contains the quite reasonable premise that you can teach young people to be free, i.e. to be different than their parents (since you determine them to be free there’s a logical issue here, but let’s not get into it – at least not now). Freedom implies a nondeterministic description of the behaviour of the free – focusing on chance or on something the free curry with them independently of any environmental influences they receive. Psychoanalysts call this thing your subconscious and give a very dark picture of it.

Of course, you can avoid giving the psychoanalytic Caravaggio and try to brush some bright colours into the darkness. If you do so and find yourself speaking about the origin of what this nondeterminate thing in you is, you’ll be tempted to use a Platonic or a Hindu picture.

I don’t say that this picture has to be true. I just claim that incarnation or reincarnation can imply consistent stories under certain premises.

If Meno’s slave had been a girl

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Als Einziges setzt Sokrates in Platons Menon 82b4 voraus, der pais, den ihm sein Gastgeber präsentieren soll, solle Griechisch können. Pais ist Griechisch für „Junge“ und „Mädchen“. Erst ein Artikel oder der Kontext machen die Bezeichnung geschlechtsspezifisch. Mit einer kleinen Änderung hätten wir also im Originaltext statt eines Jungen ein Mädchen. Statt eines jungen Sklaven wäre es eine junge Sklavin, mit deren Hilfe Sokrates demonstriert hätte, dass das Verständnis der Mathematik kein Lernen voraussetzt, sondern lediglich einfällt.

Sokrates‘ Argument wäre durch diese Änderung nicht beeinträchtigt.

Das waren meine Gedanken gestern, nachdem ich in einer Buchhandlung zwei Übungsbücher für Mathematik gesehen hatte: Textaufgaben für Jungs und Textaufgaben für Mädchen.

Beim Durchblättern der Bücher ist mir aufgefallen, dass das Buch für die Jungs mehr Textaufgaben mit Geld und Autos enthielt, das Buch für die Mädchen mehr Textaufgaben mit Ponys. Hier handelt es sich um naive Alltagspsychologie, die vom Verlag gekonnt für die Produktdiversifikation angewandt wird.

Aber welcher Verlust auf einer epistemologischen Metaebene bei den Eltern, die auf den Gedanken kommen könnten, die Mathematik, eine Grundkapazität also, zu der alle Menschen ungeteilt Zugang haben, wäre so beschaffen, dass sie Mädchen anders mitgeteilt werden sollte als Jungen.

Und welcher Horror für das Geschlechterverständnis dieser Menschen…

g_slave_girl_dancing

Socrates‘ only demand towards Menon in Plato’s homonymous dialogue 82b4 is that the pais should speak Greek. Pais was the Greek word for „boy“ and „girl“, the disambiguation being given in the article or in the context. With a minimal alteration of the original text, Socrates would have shown with the help of a girl slave instead of a boy slave that mathematics requires reminiscence rather than learning.

The argument would be essentially the same.

These were my thoughts yesterday after I stumbled across these two books with mathematical problems in text form: Problems for Boys and Problems for Girls.

Browsing through them I noticed that the book for boys contained mostly problems with cars and money, the book for girls contained problems with ponies. What we have here is folk psychology which the publisher uses in order to diversify the product line.

But what a loss on an epistemological metalevel for those parents who come to think that mathematics, a basic capacity to which all rational beings have the same access, would require a different didactic approach depending on whether boys or girls are the audience.

And what a horror if you think of the views of such people on gender…

Ignorabimus

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Der halblateinische Satz stammt von David Hilbert, dem Mathematiker, der Anfang des 20. Jh. die Agenda der Mathematik diktieren wollte:

In der Mathematik gibt es kein Ignorabimus

Will sagen, in der Mathematik gibt es keine Probleme, die ungelöst bleiben werden, obwohl alles vorhandene Hintergrundwissen offen liegt.

Hilbert meinte, dass die Mathematik dem Alltagsgefühl entgegensteht, alles verfügbare Wissen erschlossen zu haben, ohne zu nützlichen Resultaten je kommen zu können. Dass sich aber selbst in der Mathematik ähnlich wie im Alltag verhalten kann, wissen wir seit Gödels Unvollständigkeitssatz: Mathematische Wahrheiten ohne Beweisverfahren gibt es genauso gut wie den Verlust von Socken ohne vernünftige Erklärung über ihren Verbleib. Zwar würde ein Platonist oder ein anachronistischer Hilbert-Revisionist meinen, dass die Mathematik und das Problem der einzelnen Socken nichts miteinander zu tun haben, da das Schicksal der verlorenen Socken nur auf Zufall beruht, während in der Mathematik nichts dem Zufall unterliegt.

Aber dass die unbewiesenen mathematischen Wahrheiten diese und keine anderen sind, ist in einem Sinn auch zufällig. Wenn es in einem Sinn notwendig wäre, dass die-und-die Wahrheiten nicht beweisbar sind, dann ließe sich anhand von anderen Wahrheiten erklären, dass diese zwar Wahrheiten sind, die aber ohne Beweis bleiben müssen. Infolge dessen hätte es somit eine Ableitung dieser Sätze gegeben, was gegen die Annahme ist, dass sie ohne Beweis sind.

Analog dazu gibt es keine Erklärung dafür, warum das Sockenmonster gerade diese Socken fraß.

Hilbert und Socken

The semi-Latin quote is typically associated with David Hilbert’s ambition to set the agenda of mathematics in the early 20th century:

In mathematics there is no ignorabimus

Hilbert trusted that in mathematics there will be no problems bound to remain unsolved after all background knowledge will have been available to us.

Mathematics was for Hilbert a discipline which opposed to the everyday experience of no useful results despite much knowledge. However, since Goedel’s incompleteness theorem we know that there are unproven mathematical truths just like there are unexplainably missing socks. A Platonist or an anachronistic Hilbert revisionist would say, of course, that mathematics and the problem of single socks are different since there is not a fate of a missing sock: socks are missing accidentally. In mathematics there is nothing accidental – at least so they would say.

Notice, however, that the fact that this and this are unproven mathematical truths is also accidental. If it were not, then there would be some mathematical truths which would explain why the unproven mathematical truths are truths but unproven. But this would, of course, be to prove them against the assumption that they are unproven.

Analogously, there is no explanation for the fact that, of all socks, the sock monster ate these-and-these.

Philosophische Kinder

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Kinder wollen nicht unbedingt gefördert werden. Sie wollen unbedingt geliebt werden.
Soviel haben sie mit den Erwachsenen gemeinsam.
Ich lese gerade eine Doktorarbeit, in der Platons „ewige Kinder“ (Timaios 22b) eine Rolle spielen.

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Children need new challenges half as badly as they need your love.
This is one of the few things they have in common with grownups.
I’m reading a PhD thesis in which Plato’s „ever staying children“ (Timaeus 22b) play an important role.

And the winner is…

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Pantelis Bassakos, ein Ricoeur-Schüler und ein großer Lehrer für mich in Sachen Argumentationstheorie hat mein Rätsel gelöst und die Antwort auf Facebook geschrieben. Der klassikerverdächtige Logiker, der mengentheoretischen Platonismus zu Ende denkt und ein Buch darüber vorbereitet, ist Ulrich Blau.

Der verwaiste Raum ist die alte philosophische Bibliothek im Hauptgebäude der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität.

Blau lässt Platon gegen Kant und Aristoteles antreten und hat gute Chancen, schon wieder etwas Großartiges zu produzieren: Wenn er keine Widerlegung des Intuitionismus (Kant) und des Finitismus (Aristoteles) in der Philosophie der Mathematik liefert, wird er wenigstens die Paradoxien des Platonismus dargelegt haben.

Kurze Zeit nach Blaus Vortrag letzten Freitag saß ich in einem Büro an einem Glühwein nippend und überlegte laut, dass es mein Kantianismus war, der mich schon immer wissen ließ, dass Stegmüller und seine Münchener Platoniker in ihrem Disput gegen die Erlanger Konstruktivisten keine endgültig schlagenden Argumente auf die Waage bringen könnten.

„Pass auf, du sitzt gerade auf Stegmüllers Stuhl“ wies mich Irina zurecht, die als Hausherrin im Büro wusste, wo ihr Mobiliar früher stand.

Rationalismus hin oder her stand ich auf, bevor ich meinen Gedanken zu Ende führte. Mein Gefühl ist, dass Kant und die Kantianer den Punktesieg in der Philosophie der Mathematik erreichen. Aber ich warte auch gerne bis ich Blaus Manuskript in den nächsten Tagen in die Hände bekomme.

Stegmüllers Lehr-Stuhl

This chair threatened to harm me. More or this scary story below.

Pantelis Bassakos, a Ricoeur-disciple and a great teacher in argumentation theory knew the answer to my question and wrote it in facebook. The logician who has the potential of being considered as a classic in the decades to come, draws the last consequences from a Platonism applied in set theory and writes a book on this topic, is Ulrich Blau.

The place is the old philosophical library at the Geschwister-Scholl-Square in Munich.

Blau sees the modern landscape of the philosophy of mathematics as a battlefield on which Platonism has to fight against Kant and Aristotle. I cannot see how Blau’s new book could be unimportant. Either the guy is going to refute intuitionism (Kant) and finitism (Aristotle) in the philosophy of mathematics, or, if he fails, he will have shown which paradoxes Platonism has to invite if one takes Plato too seriously.

Not long after Blau finished his presentation last Friday, I was drinking a hot wine punch in Irina’s office and was thinking loudly that my view concerning the arguments which Stegmüller and his Platonist pupils produced against the Erlangen constructivists was dictated by my deep Kantian beliefs. Stegmüller had no chance against then.

„Be careful, it’s Stegmüller’s armchair you’re sitting on“ said Irina suddenly. She definitely knows where the furniture of her office used to stand.

I’m a very rational person. However I stood up in order to conclude my thought. My impression is that Kant and the Kantians appear to achieve a point victory in the philosophy of mathematics. But this is only an impression. I don’t like high brows and weighty words. Give me some time until I’ve read Blau’s manuscript in the next weeks…