Shakespearean Montague semantics

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Dass die Welt kompliziert ist, zeigt der Umstand allein, dass William Shakespeares und Francis Bacons Werke von zwei verschiedenen Personen geschrieben wurden – wo doch so viel dafür spricht, dass sie ein-und-derselbe Autor sein sollten.

Es geht noch weiter: Shakespeare soll nicht der Urheber der von Richard Montague entwickelten Semantik sein – aus dem eher zufälligen Grund, dass Montague gut drei Jahrhunderte nach Shakespeare lebte.

Dabei stammt folgendes Zitat von Shakespeare, nicht Montague:

Was ist Montague? Es ist weder Hand noch Fuß, weder Arm noch Gesicht noch irgendein anderer Teil, der zu einem Mann gehört. Oh, sei ein anderer Name! Was ist in einem Namen? Das, was wir Rose nennen, würde mit dem anderen Namen ebenso süß duften. Auch Romeo würde, hieße er nicht Romeo, seine teure Vollkommenheit behalten, die er ohne diesen Titel besitzt. Romeo, leg deinen Namen ab und statt deines Namens, der kein Teil von dir ist, nimm ganz mich selbst (Romeo und Julia, Akt 2, Szene 2)

2016-09-09-11-19-42

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The world is complicated. Why should Shakespeare’s and Francis Bacon’s works be authored by two distinct authors? People who have similar thoughts should be the same person in order to prevent us from confusing the authorship of their (similar!) ideas.

In the case of the parallels between Shakespeare and Richard Montague, the man who launched Montague semantics, the obvious reason to distinguish between the authors is that Montague lived more than three centuries after Shakespeare.

However, you have to read this very illuminating passage. It’s Shakespeare’s, consequently not Montague’s:

What’s Montague? It is nor hand, nor foot,. Nor arm, nor face, nor any other part belonging to a man. O, be some other name! What’s in a name? That which we call a rose by any other word would smell as sweet. So Romeo would, were he not Romeo called, retain that dear perfection which he owes without that title. Romeo, doff thy name, and for that name, which is no part of thee, take all myself. (Romeo and Juliet, act 2, scene 2)

 

Adventus passionis

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Ganz früh in der Beziehung dachten wir, meine Frau und ich, dass wir nach Griechenland ziehen. Dort arbeite ich an einer Uni – so der Plan weiter – und ein Haus brauchen wir sowieso nicht: Wir kaufen ein 36 Fuß langes Segelboot und leben im Hafen der Stadt, an deren Uni ich unterrichte und von Freitag bis Montag (Vorlesungszeit ist zwischen Dienstag und Donnerstag, hatten wir beschlossen) in anderen Häfen. Wenn Kinder kommen, kann das Ganze etwas anders aussehen, am Anfang jedenfalls.

Dass das Ding bereits daran scheitern würde, dass nicht alle griechischen Yachthäfen vernünftige Toiletten haben, daran haben wir nicht gedacht.

Das Schlimme ist nicht, dass sie daran glaubte – denn sie glaubte nicht wirklich daran. Schlimm ist, dass sie am Anfang glaubte, daran zu glauben. Noch schlmmer ist, dass ich glaubte, dass sie glaubte, daran zu glauben – obwohl es der richtige Glaube war.

Irgendwann kam die Ernüchterung: Wir glauben an ganz verschiedene Dinge. Das ist wiederum gar nicht schlimm. Du glaubst immer an etwas anderes als die andere Person. Schlimm ist, wenn du glaubst, ihr hättet denselben Glauben.

Gut, es gibt Paare, die stolz sind, ihre Differenzen zu bewältigen, aber deren Glaubensdifferenz sich bereits darauf beschränkt und dabei erschöpft, dass er glaubt, gelbe Paprikas wären die besten, sie allerdings glaubt, rote Paprikas wären die besten. In solchen Fällen ist wohl nichts vor Trivialität und Oberflächlichkeit zu retten, selbst wenn die Beziehung im Endeffekt hält. Nein, ich finde es gar nicht schlimm, dass meine Frau bereits früh vor Anker gehen wollte, als es klar wurde, dass kein achterlicher Wind kommt.

Als Student in München hatte ich eine Studentin kennengelernt, die mir sagte, sie fände es gut, wenn ich oder jeder eine Frau der eigenen Nationalität hätte – was ich zuletzt nicht machte. Das hatte mich in meinem geisteswissenschaftlichen Wesen gestört. Was treibt eine junge Frau, dachte ich, Geisteswissenschaften zu studieren, wenn sie Oma-Parolen als große Wahrheiten propagiert? Ich war beruhigt zu vermuten, eine schlechte Abiturnote war der einzige Grund.

Die Liebe, die sexuelle Liebe meine ich, hat sehr viel mit Differenz zu tun. „Ich suche den ruhigen Hafen“, „Ich suche jemanden mit derselben Nationalität“, „Ich suche jemanden mit demselben Glauben“, „Ich suche jemanden mit meiner Denkweise“ sind Sätze, die eventuell Asexualität ausdrücken. Ich habe die große Philosophiegeschichte hinter mir in dieser Feststellung. In Platons Symposion sind sich Sokrates und Aristophanes trotz ihrer verschiedenen Rechenschaften zum Thema sexuelle Liebe darüber einig, dass es das Anderssein ist, was wir dort suchen.

Jeder Begehrende begehrt nach dem, was noch nicht in seiner Gewalt steht und für ihn noch nicht vorhanden ist und was er nicht besitzt und was er nicht ist und wessen er ermangelt. Von dieser Art ist alles das, worauf Begierde und Liebe gerichtet sind (Platon, Symposion, 200e 2-5, Susemihls Übersetzung).

Kurz vor Weihnachten stehe ich auf der Bühne der RSS Basel als einer der Hirten in einem Weihnachtsspiel. In den Proben denke ich während der Anbetungsszene – versunken in Folklore und südostdeutscher Mundart – immer wieder daran, dass es der göttlichen Herkunft des Jesuskinds nicht entgegenstünde, wenn der Kleine im Rahmen eines leidenschaftlichen Crushs zwischen der frommen Maria und einem der Hirten entstanden wäre. Nicht unbedingt dem ungezügelten Rabauken, den ich verkörpere.

Aber warum auch nicht? Ich sähe keine theologischen Probleme, wenn der Fleisch gewordene Gott einer göttlichen Liebe im Sinne Platons entstammt.

Solange Josef nichts davon erfährt… 

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Before we got married my wife and I had plans to go to Greece. I would teach at a university there and we wouldn’t need to pay a rent because we’d buy a yacht (36 feet would be enough – so we thought) and live at the port of the city at whose university I would teach from Tuesday to Thursday and at other ports from Friday to Monday – I mean who goes to his office on Fridays and Mondays, isn’t it? We had thought about what we’d do when children came – that is, small adjustments of the plan were also provided – but we hadn’t thought about the toilets of Greek harbours.

The fact that she believed that the plan was viable is not that bad. The bad thing is that the believed later that she had believed it was viable – I mean, she never believed so… And what’s even worse is that there were times I believed that she believed that she had believed it was viable.

Not too late, we realised that we believed to different things. But this is not bad. We always believe to things different than the important other believes. What’s bad is to believe that ours beliefs are the same.

Well, there are these couples who think they can cope with difference and their only difference is that he thinks that yellow bell peppers are best while she thinks red bell peppers are best. You can be a hero of triviality and superficiality in many different ways… But I don’t think that it was a bad thing when my wife wanted to throw anchor and go ashore even before we bought the boat.

When I was still a student in Munich I had an acquaintance with a female fellow student who told me once that the best thing for me or anyone is to find someone from his or her own nation to marry. This hurt. Why does one person study humanities, I thought, when her only ambition is to propagate her granma’s stuff? A thought that comforted me was that the only reason were bad marks at school. I met my future wife years later. One of the many reasons I married her was that in our discussions she didn’t remind me of this other acquaintance.

Love, and by this I mean sexual love, has much to do with difference. „I’m looking for a port of serenity“, „I’m looking for someone from my nation“, „I’m looking for somenone with the same beliefs“, „I’m looking for someone who thinks the way I do“ are possibly signs of asexuality. Big philosophy is my evidence for this. In Plato’s Symposium Socrates and Aristophanes agree in spite of their very diverse accounts of love that what we’re in search of when we exercise this game is anything but ourselves, anything but our own property.

All who feel desire, feel it for what is not provided or present; for something they have not or are not or lack and that sort of thing is the object of desire and love (Plato, Symposium, 200e 2-5, Harold N. Fowler’s translation).

Just before Christmas I’ll be one of the shepherds in a Christmas drama of Austrian folklore played in Basel Switzerland. During the rehearsals I’ve thought a couple of times that it wouldn’t contradict Christ’s divine origin to be the outcome of pious Mary’s crush with one of the shepherds. Not necessarily the punk I happen to play. But again, why not? I see no theological problems if Jesus is supposed to be godly in the sense Plato’s eros is godly.

As long as Joseph knows nothing about it…

Tell justice from injustice

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Wilhelm Tell ist par excellence das Beispiel schweizerischer Historiker dafür, dass Geschichte von Legendenbildung unterschieden werden soll. Dürrenmatt (Schweizer Geschichte, Zürich 1963, S. 28-9) widmet der geschichtsträchtigen aber mythischen Episode geradezu ein Vierhundertstel seines Opus Magnum. Reinhardt (Geschichte der Schweiz, München 2006, S. 6-10) zwar mehr, allerdings zum Thema Schiller und Tell-Legende.

Die Tell-Legende ist trotzdem lehrreich und geschichtsträchtig und zeugt von einer Absage an den Utilitarismus auf der moralischen Ebene – von einer, die ich mit gutem Recht, wie ich denke, als in den Grundfesten der Eidgenossenschaft eingeschrieben betrachte. Wenn ich mit dieser Behauptung Recht habe, steht dem Staatsgründungsmythos der Schweiz (die Verwendung des Wortes „Mythos“ möchte ich hier nicht wertend verstanden wissen) der Utilitarismus fern.

Gessler, der Landvogt und Strohmann der Habsburger, so steht es geschrieben und so wurde es gesungen, stellt den freiheitsliebenden Wilhelm Tell vor die Wahl, entweder bei der Hinrichtung seines Buben zuzusehen, oder wenigstens zu versuchen, einen Apfel auf dem Kopf des Kindes mit einem Pfeil zu treffen. Trifft Wilhelm, so wird das Kind befreit. Trifft er nicht, dann entweder tötet er sein Kind, das aber ohnehin hingerichtet worden wäre, allerdings im rühmlichen Versuch, es zu retten, oder er tötet es nicht und es wird vom Habsburger hingerichtet.

Es kann, denke ich, schwer eine spieltheoretische Analyse des Falls gemacht werden, bei der das Schießen auf den Apfel auf dem Kindeskopf kein Nash-Gleichgewicht des Spiels wäre. Denn egal was passiert: Wenn Wilhelm Tell schießt, bereut er keine Alternative (hätte er nicht geschossen, wäre das Kind sowieso ermordet) und für den Landvogt wird es wohl einen Unterschied gemacht haben, ob der aufmüpfige Schweizer auf sein Angebot eingeht oder nicht – sonst hätte er das Angebot von Anfang an nicht gemacht.

Aber warum wird dann in der Legende gerade dieses Angebot des Landvogts als unerhört, unmoralisch, niederträchtig hingestellt? Wäre es etwa besser, wenn der Landvogt das Kind sofort getötet hätte?

Die einzige mir jedenfalls plausibel erscheinende Antwort ist, dass es bei den in der Legende impliziten Vorstellungen nicht um spieltheoretische Optima geht. Die Schweiz, vielleicht jeder Staat, dessen Staatsgründung auf einen Freiheitskampf zurückgeht, entstand nicht auf der Grundlage von Kosten-Nutzen denken, sondern von einem nichtutilitaristischen Gerechtigkeitsverständnis her.


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Experts of Swiss history fear probably nothing more than giving the impression that they see William Tell as part of their job. Their discussion of the legend is always short, always with a big, red, fluorescent „CAUTION, YOU LEAVE THE REALM OF HISTORY“.

Such a pity… The story of the evil sheriff who represented the house of Habsburg and captured Tell’s son to announce to kill him unless the boy’s father, a freedom-loving enemy of the Habsburgs, would hit an apple with an arrow, NB an apple on top of the boy’s head, is a game-theoretical scenario that shows…

…well, more than the whole rest of the Swiss history – an interesting one – has to show.

I believe that shooting at the apple on the boy’s head is the Nash-equilibrium of every adequate game-theoretical reconstruction of the William-Tell story. It wouldn’t be rational for the father to regret not opting for any of the alternatives since these alternatives imply his boy’s death with absolute certainty while shooting at the apple provides at least some chances of survival. And for the sheriff it must make a difference to know that Tell accepts the challenge. Otherwise, why should he offer it?

But if this is so, i.e. if taking the sheriff’s offer is the rational-choice optimum, why is this very offer according to the traditional interpretation of the legend, considered to be immoral?

I have only one explanation for this: the story and with it the predominant understanding of justice in probably every state whose raison d‘ être is the struggle for freedom, is not utilitarian.

Migration

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Dass ich an Feigen- und Tamariskenbäumen vorbei von zu Hause zum Unterricht laufe, ist etwas, wovon ich seit der Zeit träumte, da mir eine griechische Karriere machbar erschien. Das Dreiland, wohlgemerkt eine immerhin mitteleuropäische Landschaft, schenkt mir etwas, was es nicht musste: Feigenbäume, Tamariskenbäume und Portulak im Garten. Manche werden von Überfremdung reden. Sie werden, von heiligem Zorn erfüllt, indisches Springkraut in den Auen entwurzeln.

Als klassisch gebildeter Zeitgenosse betrachte ich die Sache anders. Die Weinrebe kam mit den Römern hierher. Der Kastanienbaum, der Weizen, die wichtigsten floralen Symbole der Indisches-Springkraut-Ausreiß-Partie: Migranten. Gewiss auch Eindringlinge. Bloß, sind wir, die wir diese Präferenzen haben – und dabei rede ich nicht nur von mir, der ich offenbar ein Migrant bin – eher indigen oder bereits Produkte römischer Zivilisiertheit – und Invasion? Verhalten wir uns gegenüber Fremden nicht wie die Passagiere eines überfüllten Busses, die beim Einsteigen noch verlangten, reinkommen zu dürfen, bereits an der nächsten Haltestelle aber nach außen schreien: „Wir sind voll“? 

Meine Literaturempfehlung zum Thema Migration ist das Buch eines wichtigen Mannes, dessen Stern auch posthum hell leuchtet. Geschrieben wurde es vor 15 Jahren.

http://philpapers.org/rec/DUMOIA

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A walk from home to the class with fig trees and tamarisks around me is what I’ve been dreaming of for decades. I do have this opportunity, however my Swiss reality deviated from the dream that took place in Greece. Now, in the dream, Greece was not only a country of purslane in the gardens but also of traceable policies. One thing led to another and fig trees and tamarisks are migrants in the place I live now.

They’re not invasive, of course, and people speak of a threat only if a species is invasive. However, if you consider human preferences, fig trees and tamarisks, and vine and wheat before them, came to the region as an expression of a culture that was supposed to be superior, the Romans – NB an invasive nation. This shows that not everything that is thought to be an invasion continues to be considered one.

Many people here love wine rather than beer, white wheat bread rather than pumpernickel or any other rye bread, fig trees than fir trees in their gardens. Are they rather indigenous or rather, in terms of culture, descendants of the Roman invaders?

When I read about the topic identity and migration I often have this picture of the passenger of an overcrowded bus in mind who, few minutes ago, demanded to come in, but now, at the next bus stop, he is the first to yell to those outside that the bus is full.

The late Sir Michael Dummett is mostly remembered about his work in semantics and the theory of knowledge. Why not also for this?

http://philpapers.org/rec/DUMOIA

37° 51′ 30″ N, 23° 48′ 6″ E or: At the edge of Plato’s cave

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Wie jeder Leser von John Henry Wrights uraltem Artikel „The Origin of Plato’s Cave“ (Harvard Studies in Classical Philology, 17 (1906): 131-142) weiß ich seit meiner Studentenzeit, dass viele Forscher die Höhle, welche die Szenerie des legendären Gleichnisses zu Beginn des Buches VII von Platons Republik bildet, an einer Stelle orten, die ein paar Kilometer von meinem Athener Zuhause entfernt liegt. Generationen von philosophischen Philologen haben seit der Ausgrabung der Stelle Anfang des 20. Jahrhunderts Wrights Vermutung beherzigt und propagiert.

Besucht hatte ich die Gegend oft, ohne jemals über die Höhle zu stolpern. In einem Sinn war das jetzt ein Kategorienfehler: Über eine Höhle kann man nicht stolpern und gerade von dieser Höhle kann man nur verschluckt werden – mit wahrscheinlich fatalen Folgen. Es handelt sich um ein Loch, das, an kleinen Felsvorsprüngen vorbei, zunächst einmal zehn Meter tief in die Erde führt.

Unabhängig vom Kategorienfehler ist der Wanderweg zur Höhle nicht ausgeschildert. Interessiert daran, die Höhle zu finden, war ich darüber hinaus nie. Bei Platon gehe es ja nicht um echte geknebelte Menschen unter einem Felsvorsprung einer echten Höhle, sondern um ein Gleichnis: Gleichsam Höhlenbewohnern sollen wir Menschen in unseren Meinungen gefangen sein, sollen Schatten für echte Ware und für wahre Menschen halten. Auf eine echte Höhle, die Platon im Sinn gehabt haben soll, komme es nicht an.

Aber die Jahre vergehen und die Wanderungen meiner Familienangehörigen, die immer noch in der geschichtsträchtigen Gegend wohnen, werden mehr. Die Folge: Sie entdeckten die von mir lang verschmähte Höhle und wollten sie mit mir besuchen.

Mein Resultat aus der Ortsbegehung: Wären gefesselte Leute da unten gewesen, hätten sie mich nur als Schatten wahrgenommen, aber keine Chance gehabt, mich selber, mein Original, zu sehen. Platon hat das Augenmerk auf die Höhleninsassen gelenkt, diese Ignoranten, die bequemlichkeitshalber die Schatten dem Wahren vorziehen. Für ein paar Sekunden wurde ich dagegen das Wahre hinter dem Schatten. Etwas, was kein Schatten ist, bin ich ja auch dadurch, dass ich einen Schatten werfe.



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Since John Henry Wright’s stone-age paper  „The Origin of Plato’s Cave“ (Harvard Studies in Classical Philology, 17 (1906): 131-142) many philosophical philologists or philological philosophers identify the cave described by Plato in the opening of Republic VII with a hole in the earth, few miles from what is now my parents‘ place – and has been my place as a teenager.

The spot had been excavated some five years before Wright published his paper. Wright appears to have visited the cave and to have descended into it – archaeologists had probably temporarily bridged a gap that makes now the attempt to reach the ancient stairs extremely risky. It’s rather a hole in the earth, tells us Wright, that goes seventy feet deep and served since pre-classical times as a sanctuary.

I know the area well, mostly from excursions with parents, then with friends. But since I’ve known that there is something like a Book Seven of Plato’s Republic and that this is the place Plato most likely had in mind for the legendary simile in Book Seven, I never looked for the cave and never stumbled upon it. And this is so not only because you can only vanish in this hole before you stumble upon anything. I also considered the existence of a cave that would correspond to Plato’s description irrelevant. I mean, Plato’s simile is not about the cave itself. It’s about prisoners in a cave that is located in a way that the prisoners can’t look out (they’re held below a part of the stone that protrudes over their heads) but can see the shadows of those who are out of the cave and prefer it this way. Once released they realise that the light outside the cave is uncomfortably dazzling. You don’t need the scenery to imagine the scene!

But members of my family discovered the cave by their own and they said I had to visit it with them. After all these years I became more sympathetic towards the so-called realia of literary criticism, I suppose…

And there it was! My shadow! If you had climbed down the cave (and had survived doing so – the place is slippery) you’d have been able to see my shadow but you’d have failed to see me.

It felt comfortable to know that I’m the real thing, not a shadow of myself and I’m wondering how it happens to feel the opposite sometimes.

Scroll for English after this hermetic German: Ob wir aber über…

…Kultur und Selbstreferenz, oder aber über Philosophie in der Schule, oder aber über Molinismus, oder aber über Panentheismus reden, ist Hans Burkhardts Oberseminar immer noch am Leben, immer noch nahe Ober- und Unterammergau.

Dr. Ralph Cahn, Dr. Benjamin Andrae, Prof. Dr. Christoph Jäger, Dr. Ruben Schneider hielten die entsprechenden Vorträge respektive, Pater Raphael, unser Gastgeber in der Benediktinerabtei, hat uns vor Augen geführt, wofür all das, wenn überhaupt, gut ist; Ulrich Staudinger, der Philosophia-Verleger, hat Skeptizismus verbreitet; PD Dr. Dr. Christina Schneider und meine Wenigkeit haben organisiert.


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It was a great honour to listen to what Christoph Jäger had to say on John Martin Fischer’s thoughts on Molinism. It felt like family to listen to what Ralph Cahn has to say on self-referential pop-culture. Benjamin Andrae spread optimism with his thoughts on philosophy as a subject in high school. Ruben Schneider dissolved panentheism. Father Raphael, our Benedictine host at the Ettal Abbey in the Bavarian Alps, commented in a dedicated and unconventional manner. Ulrich Staudinger, the publisher and owner of Philosophia Verlag, took a critical stance. Christina Schneider and myself organised things.

Hans Burkhardt’s seminar is still there.

A new example of a privation-related category mistake?

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Eine gewöhnliche Quelle von Kategorienfehlern ist die Verwechslung von Negation und Privation. Deshalb sind Mauernaugen nicht zu vermissen, und das obwohl Mauern keine Augen haben. Bereits Aristoteles wusste, aufschlussreiche Beispiele in dieser Hinsicht zu erzählen.

Das nachfolgende Beispiel geht einen Schritt weiter, indem es zeigt, dass es größere und geringere Privationen gibt, die ebenfalls Quellen von Kategorienfehlern sein können.

Fragt der eine:

– Du liebst es, in See zu stechen. Jetzt, wo du kein Boot mehr hast, vermisst du es mehr, in kleinen Booten wie das linke zu fahren, oder in großen wie das rechte?

Antwortet der andere:

– Nichts vermisse ich so sehr, wie mit dem mittleren unterwegs zu sein. Die beiden, die du meinst, sind ja im Hafen.

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Since Aristotle, it is well established that mistaking negations to be privations can invite category mistakes. E.g. walls are not deprived of their eyes although they have no eyes.

The following example goes one step further: it urges that we may not mistake shallow privations to be deep privations. Imagine the following dialogue:

– Having no boat while loving to sail, are you more deeply deprived of sailing with the left or with the right one?

– Since they’re both in the port, I can be deeply deprived only of sailing with the middle.