Spooky minds

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Die Philosophie des Geistes ist nicht mein Metier und ich hatte auch nie die Ambition, irgendwas richtig Originelles dazu beizutragen. Im Gegensatz zur philosophischen Logik oder auch zur Religionsphilosophie ist sie ein für meinen Geschmack zu spekulativer Gegenstand mit mafiaähnlichen, polemisch argumentierenden Lobbys.

Das bedeutet nicht, dass ich keine Meinung zu den Problemen der Philosophie des Geistes hätte. Ich behaupte zwar, dass sie nicht besonders beeindruckend oder durch und durch fundiert ist, meine Meinung, aber sie ist wenigstens reflektiert und im Einklang mit meinem Leben.

Sie ist eine Art Monismus soft. Wir sind im Großen und Ganzen unser Leib, aber nicht alles Mentale ist auf den Leib reduzierbar. Wer wissen möchte, warum ich so denke, sollte am besten Aristoteles, Donald Davidson und Martha Nussbaum lesen.

Damit stelle ich meine orientalische Rechtgläubigkeit auf den Prüfstand. Nun bin ich orthodoxer Christ lediglich kurz vor und nach Ostern, aber in ein paar Sachen bin ich orthodox das ganze Jahr. Starke Formen des Dualismus wie etwa den von der Fegefeuerlehre vorausgesetzten halte ich für dubiose scholastische theologumena. Das Ende des Lebens von x ist das Ende der mentalen Prozesse von x.

Trotzdem denke ich, dass es dualistische Rechenschaften über unseren Geist gibt, die kohärent und vielleicht auch adäquat sind.

Pädagogische Maßnahmen vom Schulbesuch bis zur Theatervorstellung basieren etwa auf der Grundannahme, dass die Menschen zur Freiheit herangeführt werden können und zwar durch ihre Fähigkeit, sich selbst zu bilden, zu verändern, zu formen, zu finden – hier lasse ich den performativen Widerspruch des Lehrers als Anführers zur Freiheit außer Acht.

Mich selbst formen kann ich nur wenn ich ein Ich besitze oder wenigstens die Anlage dazu. Analytische Psychologen nennen diese „Es“ und zeichnen ein Bild davon, das weniger chiaro und mehr scuro ist.

Wer nicht als der Caravaggio, sondern als der Giotto der Psychopädagogik gelten will, der erzählt in platonischer oder steinerscher Manier, woher die von der Umgebung unabhängige Seele kommt. Die Ideen- oder die Reinkarnationslehre sind in dieser Hinsicht Säulen, die einen konsistenten pädagogischen Ansatz stützen.

Seit ein paar Wochen stelle ich in meiner waldorfpädagogischen Lektüre fest, wie nebensächlich die wissenschaftstheoretischen Probleme in diesem Kontext sind.


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Philosophy of mind has never been my cup of tea: too speculative, too many variables, and too mafia if you have something that you think is publishable…

The unpleasant sides of academic publishing notwithstanding, I do have my own views on the subject and they simmer down to a preference for a soft monism: matter matters but the mind is not wholly reducible. I mean, even in times I don’t necessarily affirm Eastern Orthodoxy – I’m Greek Orthodox mostly before and after Easter – I take death – Orthodox style – to be the end also of mental processes, the purgatory to be a dubious Roman-Catholic theologumenon. Nevertheless, I still think that the contents of our minds, even our emotions, can get independent of the consciousness that monitors them – Aristotle, Donald Davidson and Martha Nussbaum being here my heroes.

But as I read more and more Steiner’s pedagogical and anthropological writings – which I do on Mondays in the last weeks – I find that even spooky dualism has a point.

For, let’s say that your anthropology and understanding of education contains the quite reasonable premise that you can teach young people to be free, i.e. to be different than their parents (since you determine them to be free there’s a logical issue here, but let’s not get into it – at least not now). Freedom implies a nondeterministic description of the behaviour of the free – focusing on chance or on something the free curry with them independently of any environmental influences they receive. Psychoanalysts call this thing your subconscious and give a very dark picture of it.

Of course, you can avoid giving the psychoanalytic Caravaggio and try to brush some bright colours into the darkness. If you do so and find yourself speaking about the origin of what this nondeterminate thing in you is, you’ll be tempted to use a Platonic or a Hindu picture.

I don’t say that this picture has to be true. I just claim that incarnation or reincarnation can imply consistent stories under certain premises.

Modal predicate logic whose formalism coincides with the model


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Es gibt prima facie keine theoretischen Einwände gegen eine modale Prädikatenlogik, deren Formalismus mit ihrem Modell zusammenfällt.

Prima facie

Wenn das Modell allerdings die Straße ist, dieses ewige Sinnbild einer Realität, in der der kleine Mann mehr als unsere logischen, juridischen oder sonstigen Intuitionen das Sagen haben, sind adäquate Modelle – und ist damit ein korrekter Formalismus – unauffindbar. Nehmen wir z.B. das Foto oben: Die runden Schilder fungieren als deontische Operatoren, die Hinweise über Bewohner usw. als Quantoren, die Präsenz von Autos als Prädikation. Der Scopus der Operatoren wird mittels der Schilder und der Pfeile sehr genau abgesteckt. Es irritieren allerdings etwa als Konstanten verstandene Autos, denn es handelt sich bei der Straßenverkehrsordnung nicht nur um diese, sondern generell um Autos. Meint man deshalb, die Autos, die hier zu sehen sind, seien nur semantisch zu verstehen und an Stelle der auf der Straße im Sinne von Parkplatzsignierungen imaginierten Variablen, genügt ein Typ aus Bern – das Foto wurde nicht in Bern aufgenommen, ergo ist er kein Bewohner – der das Straßenbild zum Abbild einer Falschheit macht; wie gesagt, wenn Formalismus und Modell zusammenfallen.

Nicht nur lassen sich also Gebote auf keine Fakten zurückführen – das ist mindestens seit G.E. Moore bekannt – sondern, wenn die Welt als Sprache verstanden wird, erfüllen physische Gegenstände wie Autos von echten Menschen  nicht einmal die extensionalen Prädikate von Modalausdrücken. Oder wie soll man vorschreiben, nur Bewohner dürfen hier parken, wenn die einzigen sprachlichen Mittel, die man hat, wirkliche Gegenstände des intendierten Modells sind? Setzt man reelle Situationen in den deontischen Kontext ein, genügt der deontische Kontext der deontischen Intuition nicht.

Fazit: Wenn wir von Vorschriften sprechen, sind wir nicht von dieser Welt mindestens in dem Sinn, dass Modell und Formalismus nicht zusammenfallen können.

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Look at the picture above and try to see the traffic signs as modal operators and the cars as variables to fulfil the predicate „…stands here“. Prima facie there should be no difficulty with this, as there is none to see the indication below the traffic signs („Except residents with permission“) as a quantifier. The scope of the logical constants is neatly indicated by the use of arrows – what else do you need for a logical expression and for one that uses physical objects as elements of the formalism?

Prima facie nothing.

However, there’s a problem here. The picture is not taken in Bern. Alas, one of the cars in the picture is from Bern, which means that this guy is not a resident.

Well, you’ll say, then the modal formal expression that we read in the picture by my reading instructions, is false.

I would agree but that’s not the point. The point is that if you make the model coincide with the formalism you can’t depict reality and purely deontic expressions at the same time. Individuals like this car from Bern would fail to fulfil even the intended extensional predicates of the deontic expressions. How would you express the prescription that only residents are allowed to park in a system whose formal, linguistic means are real objects, real people, real situations? The instances of the deontic expressions would fail to grasp deontic intuitions.

I think that there’s a point here for a disparity between deontic language and reality. Deontic language is purely unworldly.

Selbstbeherrschung

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Nachdem ich den festen Entschluss gefasst hatte, keine Bücher zu kaufen, ging ich zum Flohmarkt. Frau und Kindern sagte ich, dass ich von der Festigkeit meines Entschlusses überzeugt war, insgeheim wünschte ich aber, über keine interessanten Bücher zu stolpern. „Und führe uns nicht in Versuchung“. Es kam anders.

Bocheńskis Zeitgenössische Denkmethoden waren der erste Stolperstein. Ich versuchte, mir einzureden, dass ich das Buch bereits hätte.

Gewiss ist ein langes Kapitel über die axiomatische Methode in der mathematischen Logik heute, zu einer Zeit der absoluten Vorherrschaft von semantischen Kalkülen, nicht mehr modern. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen ist es sehr interessant, die Gedanken des großen Polen bereits in den 70er Jahren zu diesen beiden methodologischen Polen zu lesen.

Der zweite Stolperstein war ein mit der Schreibmaschine ins Reine geschriebenes Skriptum aus den Vorlesungen von Jürgen Habermas zur Theorie der Sozialisation im Sommersemester 1968 – mit Literaturempfehlungen. Habermas wird die Vorlesung fünf Jahre später wiederholt haben, denn die Innenseite des Kartonumschlags war von einem Frankfurter Studenten mit unleserlicher Unterschrift unter Angabe des Jahres 1973 signiert.

Zwischen dem schweizerischen Freiburg, wo Bocheński Professor war, und Frankfurt am Main, damals noch nicht unter Habermas‘ Stern aber egal, wandelt Johanna Spyris Heidi vom glücklichen Naturmädchen im Besitz des richtigen Denkens zum melancholischen aber erfolgreich sozialisierten Großstadtkind.

Heidis Route hin und zurück ist atemberaubend. Ich bin vorsichtshalber dazwischen und habe beide Bücher nicht gekauft.


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I promised my wife and to myself to save our money and then we went to the flea market. Secretly I wished – I was less stable than I professed to be – not to stumble upon interesting books. „And lead us not into temptation“. But, you know, this is the most unlikely part of the Lord’s Prayer to be fulfilled.

The first book I stumbled upon was Joseph Bocheński’s Contemporary Methods of Thinking. In an era of semantical calculi, it’s probably very outdated to have a long chapter on the importance of the axiomatic method in mathematical logic. Bocheński’s thoughts on the matter are, however, very important since he had a very early grasp of the bipolarity of axiomatic vs. semantical methods.

After the bipolarity stated by the Polish Dominican logician, the next temptation was a no-book. The young Jürgen Habermas delivered in the Spring Term of the year 1968 a series of lectures on the theory of socialisation. Some student or students still circulated a transcript of these lectures five years later, when Habermas probably repeated the subject. On the backside of the script cover you could read, or rather see an unreadable name and the year 1973.

Johanna Spyri’s Heidi is a person between the two extremes marked by Bocheński and Habermas. In possession of the right method of thought, she goes from the Swiss Alps, where Bocheński was a professor, to Frankfurt to be socialised as an urban girl. And back.

Heidi’s is a breath-taking way. I’m somewhere between its two ends and managed to persuade myself that I didn’t have to buy the books.

The two dogmas of contemporary historiography

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Das eine Dogma der zeitgenössischen Geschichtsschreibung besagt, dass  die historischen Ereignisse Konstrukte des Historikers sind.

OK, tun wir so, als ob wir diese Meinung teilen würden. Der letzte Weltkrieg? Eine Ansammlung von lose zusammenhängenden Zwischenfällen unter Verwendung militärischer Gewalt, deren Bedeutung als Ganzes vom Historiker in die Geschichte hineininterpretiert wird. Was hat schließlich Midway mit dem italienisch-griechischen Stellungskrieg in und um Südalbanien?

Das zweite Dogma heißt: Mythen zerstreuen. Aber wenn die historischen Ereignisse nur Konstrukte sind, was sollen die Kriterien sein, bestimmte Konstrukte – etwa Wilhelm Tell – als Mythen abzutun?

Die Frage ist nur rhetorisch: Es gibt keine.

Es ist schlimm, mit dem Werk eines Historikers bei der Hand, der Desorientierung anzubieten hat, Orientierung zu suchen…


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The first dogma of contemporary historiography says that historical events are construed by historians. Let’s pretend that we’re alright with this dogma.  The WWII? A loose connection of military conflicts that could be studied separately. What did the high-tech Midway Battle in the Pacific and the WWI-like Italian-Greek conflict in some Albanian mountains in the middle of nowhere have to do with each other? Nothing, right?
But then, there’s a second dogma: destroy myths.

However, what are the criteria to tell myths (say William Tell) from the remaining constructs of the historian? The question is rhetorical: there are no such criteria.

It’s so silly to try to find orientation with the help of a work of a modern historian who says that there is no orientation…

Sprache und Raum

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„Sprache und Raum“ klingt nach bad philosophy und ein Umzug ist, weiß Gott, kein Ansporn zum Philosophieren.

D.h. wenn man von der Philosophie kommt. Für unsere Umzugshelfer war das anders. Sie erklärten mir Einiges über die Fähigkeit, sich im Dreidimensionalen mit einer übergroßen Last so zu orientieren, dass die Last an keiner Stelle etwas berührt – und das heißt, obwohl man nicht sieht.

Wir unterhielten uns über dreidimensionales Tetris – beim Stapeln im LKW – und über Mehrsprachigkeit. Russisch war die lingua franca der Truppe, untereinander haben sie sich aber gelegentlich auf Armenisch oder Deutsch unterhalten. Niemand hat sich gewundert, als einer mich auf Griechisch ansprach; als eine Selbstverständlichkeit wurden meine serbischen Gespräche mit dem Belgrader Mitglied der Gruppe zur Kenntnis genommen.

Aber zurück zu den Gegenständen: Die Fähigkeit dieser Menschen einzusehen, was ich räumlich und sprachlich zusammenfasste („Im Keller habe ich noch ein paar Sachen, die mitkommen; andere lasst ihr allerdings, bitte, liegen“) hatte mit Mereologie zu tun, nicht mit Zermelo/Fraenkel, wo die Elementschaftsrelation klar gekennzeichnet sein muss. Denn die mitzukommenden Sachen habe ich nicht in eckigen Klammern gesetzt.

Der Nachteil dieses Ansatzes: die Mereologie ist immer regional und nicht axiomatisierbar. Es ist ein Talent zu verstehen, was Teil von was ist.

Echt talentierte Menschen!



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The connection between language and space has been associated in my life with bad philosophy. And, what’s more, with bad philosophy taught at the river Rhine.

Now I happen to come to the same river after decades to reflect on this connection – together with the workers who helped carry and put furniture together again.

A multilingual team, speaking Russian as lingua franca and other Slavic languages or ones spoken in the former Soviet Union plus German, they tried to explain to me the basics of carrying heavy cargo indoors, heavy cargo outdoors, heavy cargo in corridors, heavy cargo through doors. They wouldn’t admire my switching from Greek to German to Serbian as they wouldn’t hesitate to draw an analogy between their job and Tetris, between their job and maths.

And they wouldn’t face problems to understand commands like „Take from the basement all the stuff needed in the new house, leave the rest.“ If I had tagged the items to be carried across Germany, it would be Zermelo-Fraenkel they’d be using.

But most bulky things I hadn’t tagged. Clearly, if you’re this kind of customer you’re asking for mereologists. And mereologists they were!

Mereology is a talent, not a theory. To say the least, they were talented people.

Das Elend der akademischen Religionswissenschaft

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Es gibt Lieblingsrepliken in der Philosophie: Die Kritik der reinen Vernunft hat Kant selber mehrfach repliziert. Ein Trend kam sonach ins Rollen: „Kritik des einen“, „Kritik des anderen“ – sogar Wilhelm Busch verfasste eine Kritik des Herzens. „Das Elend des XY“ ist eine ebenfalls bekannte Nachahmung. Marx titulierte seine Kritik an Proudhon Das Elend der Philosophie und Popper konterte ein Jahrhundert später mit dem antimarxistischen Elend des Historizismus. Wenn ich mich des Klischees bediene und wegen des Elends der Religionswissenschaft aufrege, dann muss mir ein langatmiges Argument in Buchform vorschweben – könnte man denken – ja eines, das mich womöglich berühmt macht. Aber ich denke nicht so: Ein Blogeintrag ist mehr als genug. Man schießt nicht mit Maschinengewehren auf Schnaken. Denn erstens werden sie nicht getroffen und summen weiter, zweitens sind sie mit bescheideneren Mitteln durchaus zu bekämpfen.

Es geht mir in einem Sinn durchaus um Schusswaffen – vor allem um die frappierende Unfähigkeit des Personals teuer dotierter Institute für Religions- und Islamwissenschaft, sich über die Motive derer an die breite Öffentlichkeit zu wenden, die neuerdings den Kontinent in Angst und Schrecken versetzen.

Ausnahmen wie Bassam Tibi, der irgendwelche allgemeinverständlichen Analysen immerhin zu formulieren weiß, sind sozialwissenschaftlich alphabetisiert. Nicht so die Mehrheit.

Was das Publikum in der aktuellen Lage braucht, sind keine volkskundlichen Diss à la Magma cum laude in post-etwas-Hinsicht, von denen ein Doktorvater und drei seiner Freunde befanden, sie zählen mehr als tausend international zitierte Fachpublikationen. Die breite Äffentlichkei braucht das, wozu die verwöhnten Burschen und Mädels der deutschen akademischen Religionswissenschaft außerstande sind: Analysen des Phänomens radikaler Islam im Sinne einer Theoriebildung!

Damit sind keine Infos zu diesem oder jenem Ritual, dieser oder jener heterodoxen Gruppe oder was-weiß-ich gebraucht, sondern Antworten auf die Fragen, auf die es ankommt: Ist die religiöse Radikalisierung grundsätzlich anders als eine sonstige ideologische Radikalisierung? Ich z.B. behaupte, dass das nicht der Fall ist. Ich habe empirische Beispiele dafür.

Die meisten kontinentaleuropäischen RWler betrachten solche Fragen als „phänomenologisch“ und das ist in ihrem Jargon etwas Schlechtes. Gleichzeitig konnten sie in den letzten Monaten nichts von Belang   zur Situation sagen – egal in welchem Jargon.

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If I leave Bassam Tibi aside, I can’t think of any continental religious-studies scholar who would make serious efforts to formulate something of some analytic merit to explain islamism, let alone able to inform the general public. By information I don’t mean descriptions of this or that ritual, thoughts on this or that side topic. I mean big issues like the question whether religiously motivated radicalism is inherently different from radicalism out of any other ideological motivation. I have empirical evidence that religion resembles in this respect to any other ideology but this is not my point here.

The point is that continental religious-studies scholars would call such issues „phenomenological“ – a pejorative term in their vocabulary – and would insist that their discipline should be post-something and form a denial to social science. The aftermath of this line of thought is their silence when it comes to the big issues. Or their repetition of predictable trivialities.

This is theoretical poverty. „The poverty of this-and-that“ is a mime, of course, and one set in motion by Marx’s Poverty of Philosophy – a criticism of Proudhon – to be replicated by Popper’s anti-Marxist Poverty of Historicism.

Since I use the mime to complain for the poverty of academic religionswissenschaft one could think that I have a critique (a critique of some kind – another mime) in bookish format in mind.

However, you don’t need longish arguments against the poverty of academic religious studies in the continent. They would be too much: like taking a machine gun and firing at flies. Flies don’t care about people with machine guns.

Neither do academics specialised in religion.

A peer reviewer’s algorithm

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Wer meint, etwas Neues sagen zu können, bejammert die Situation. Der Rest versucht nach Krämerseelenart kleine Karrierebausteine in Form von nichtssagenden und innerhalb von Wochen in Vergessenheit zu geratenden Aufsätzen aufeinander zu legen. Denn das ist das Einzige, was man bei diesem degenerierten Peer-Review-System machen kann. Jaakko Hintikka hat die meines Erachtens schönste Beschreibung der hässlichen Realität vor fast genau fünf Jahren in einer Email an den guten Freund und wichtigen Logiker Jean-Yves Beziau geliefert.

Meine Bücher lagern in Kisten, die Nächte vor einem Umzug sind öde. Denn wo notiere ich was mit dem Bleistift auf dem e-book? Auf dem Bildschirm etwa?

Da nun unsere Bleistifte bekanntlich klüger sind als wir, habe ich einen genommen und den Algorithmus des durchschnittlichen Zeitschriftengutachters formuliert. Gleich nach dem englischen Text ist er zu finden. Viel Spaß bei der Entdeckung eines Stücks einflussreicher Wissenschaftspolitik…

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It’s much deplored by at least those scholars who have something new to say: the peer-review system is degenerate. The soberest description of the sad situation was given to my mind almost exactly 5 years ago by Jaakko Hintikka as quoted by Jean-Yves Beziau – an important logician and a good friend – here following a personal communication between them.

Since my books are all in boxes and, until we arrive at our new home, I have only e-books to read (not really an option since I can’t use my pencil on the screen…) I spent my time last evening with formulating what apparently is the algorithm of a peer reviewer. Enjoy!

Peer reviewer's algorithm