Polytechnites

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Lustig haben wir uns über ihn gemacht. Manche sagten, wir waren verwandt, aber das störte mich weniger, weil auf einer Insel jeder mit jedem verwandt ist.

Er hatte Aschenbecher mit all seinen Fertigkeiten ausdrucken lassen. Ein Logo prangte drauf und dann kam es:

Elektroinstallationen, Bewässerungstechnik, trockene Feigen, Bestattungen

Ich bin ihm im Endeffekt so ähnlich. Mein neuestes Buch, meine Habilarbeit, im Schnitt von Logikgeschichte, Ideengeschichte, Metaphysik kam vor ein paar Tagen raus.


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We were laughing at him. Some said he was my relative. I didn’t care because in an island you’re almost everyone’s relative.

He had ashtrays with his logo printed. And with every business he made ends meet with:

Electrical installations, irrigations, dried figs, funerals.

I’m so similar to him. My monograph to secure me the venia legendi, i.e. the right to professorial teaching in Central Europe, is at the interface of logic history, the History of Ideas and Metaphysics and was released few days ago.

Ecclesia

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Unzählige Episoden sind über die Hagia Sophia oder einfach die Große Kirche (megale ekklesia) überliefert, wie die mittelalterlichen Quellen sie oft nannten: mal blutige, mal geschichtsträchtige, mal mystische. Darunter gibt’s eine philosophische, tradiert von Anna Komnena, einer Kaiserstochter und Chronistin des 11. Jahrhunderts. Der zu Folge verantwortete Johannes Italos, Vater des logischen Hexagons der Privation, Verfasser eines genialen Organon-Kommentars, dessen kritische Edition nur in wenigen Exemplaren weltweit existiert, schließlich Platoniker, er verantwortete, sage ich, über all diese Dinge – über was denn sonst? Im Grunde über die Rolle der Vernunft im Glauben. Und da er einen vernunftdurchfluteten Glauben vertrat, haben sie ihn in der Hagia Sophia am Ende seiner Ausführungen…

…geköpft?

(frohlockte, als ich erzählte, der Erfurter Professor für theoretische Philosophie)

Nein! Gefeuert als Lehrer der kaiserlichen Ausbildungsstätte.

Enttäuschung beim Publikum… Philosophiehistorisch gesehen kann man mit der Hagia Sophia wirklich nicht viel anfangen. Philosophisch schon. Die klaren Formen, die nüchternen aber grandiosen Farben… Philosophen zelebrieren sich in der Hagia Sophia.

Jetzt, fast ein Jahrhundert, nachdem Kemal Atatürk sie zum Museum bestimmt hat, beschloss der türkische Staat, in der Großen Kirche den Koran lesen zu lassen. Große Entrüstung usw.

Nicht bei Philosophen hoffentlich. Wir sind an zeitlosen Strukturen interessiert. Politisches Muskelspiel auf symbolischer Ebene bemerken wir nicht einmal.

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If you’re a lover of the history of philosophy, you’ll not find much to inspire you in the Hagia Sophia, the Great Church (megale ekklesia) of the medieval sources. Among stories full of blood, historians‘ ink or supernatural visions, the only thing you can find to be of some philosophical relevance is the condemnation of John Italos. The scribe and emperor’s daughter Anna Komnena recorded this 11th-century episode for posterity: John, the father of an hexagon of opposition that assumes two different types of negation, the author of an extraordinary commentary of the Organon – critically edited ninety years ago and circulating in very few hand-written copies – and a Platonic, was trialed in the Great Church and found to focus on reason more than on faith to be eventually…

…beheaded?

(that was the guess of the Erfurt professor of theoretical philosophy when I told him the story)

No!…Fired from his post as teacher at the emperor’s school of higher education.

Not very spectacular… But the building is spectacular, harmonious, it’s the best building that late ancient architecture has to offer. It’s inspiring to philosophers.

The inspiration will continue also after the Great Church is converted anew to a mosque in a few days and for a few weeks – almost one century after Kemal Atatürk turned it to a museum. But, frankly: so what? We’re philosophers, we love timeless structures, we fail to notice political symbolism.

Alexius Meinong und Jean-Paul Sartre im Nemanjidenreich

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Mütterlicherseits stamme ich aus dem griechisch-albanischen Grenzgebiet. Den dortigen Dialekt habe ich mich allerdings nie zu lernen angestrengt und zwar im Gegensatz zu meiner sehr guten Beherrschung des Inseldialekts meines Vaters. Der Grund dafür dürfte sein, dass sich das heutige Nordwestgriechisch auf unspektakuläre Weise vom Athener-Konstantinopler Standardneugriechisch phonetisch kaum unterscheidet – komischerweise, wenn man an die Abgeschiedenheit der Bergdörfer denkt – damit gar nicht archaisch klingt und auf der Ebene der Lexik mehr Lehnwörter aus dem Altslawischen enthält, als es antike, griechische Überbleibsel hinüberrettet. Ein neugriechischer Dialekt zwar, allerdings einer der viele Wörter mit Endungen auf -ovo, -ica und – ja – auch auf -išta enthält. Angefangen vom Dorfnamen Vristovo, wo ich mir als Kind düstere Gedanken machte, wie es sein kann, dass ein Ort mehr als siebzig Kilometer vom Meer entfernt sein kann, bis zum nahen Selišta, wo es buchstäblich nichts gab – nicht einmal Bäume – erinnerte die Lexik von Oma Aphrodite und Opa Epameinondas an das Reich des Zaren Dušan im 14. Jh., der uns wohl die slawischen Flur- und Dorfnamen hinterließ.

Wie Selišta in der Gegend meiner Mutter, so gibt es auch in der Gegend der Mutter meiner Kinder einen Fleck im Wald, wo es nichts gibt – nicht einmal Bäume. Lexenried ist eine frühneuzeitliche Rodung, daher auch der Name. Am Namen „Lexenried“ lässt sich erkennen, dass die Rodung früher an einer Grenze lag. Es lässt sich allerdings am deutschen Namen nicht erkennen, wofür die Rodung gemacht wurde. Das Kirchenslawische lässt dagegen einen einsehen: In Selišta war ein Dorf, ein selo, geplant – oder eines zerstört worden. Denn wie ich von diesem österreichischen Mediävisten erfuhr, deutet die Endung -išta auf einen Ort hin, wo das Fehlen von etwas Bestimmtem vorhanden ist. Eine „selišta“ ist ein Ort, wo es etwas gibt, nämlich kein Dorf (geplant? zerstört?), eine „crkvišta“ ein Ort, wo es etwas anderes gibt: keine Kirche usw.

In Selišta gab es natürlich auch keinen Hafen – die ominösen siebzig Kilometer… Aber vorhanden war dort das Fehlen des Dorfes, nicht des Hafens, deshalb sagt man ja „selišta„, „Dorflosigkeit“, und nicht etwa „lučišta“ – „Hafenlosigkeit“. Das zeigt, dass es natürliche Sprachen mit einer eingebetteten Präferenz für den Meinongianismus gibt, die ontologische Position, der zu Folge nichtexistente Gegenstände auf eine Art vorhanden sein können. Natursprachliche Präferenzen für den Meinongianismus sind heute im Sinn der Experimentalphilosophie mehr und mehr wichtig.

Ich denke an all das, weil ich erstens über Ostern im besagten Lexenried war, weil mir zweitens eine Rezension über Dale Jacquettes neuestes Buch auffiel, die mich neugierig machte, das Buch zu lesen. Sein Titel: Alexius Meinong, the Shepherd of Non-Being.

Zum Schluss ein Foto des sartrischen Nichts, das Lexenried ausmacht. Ich weiß, ein Foto des Nichts sollte etwas dunkler aussehen. Aber sogar ein Pariser Café, wo der erwartete Freund nicht auftaucht, verwandelt sich in das Nichts – so jedenfalls Sartre.

Ein Foto des Nichts kann der Leser nicht in jedem Blog antreffen.

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This is a picture of nothing. I know, my readers expect pictures of nothing to be dark. However, I have to remind you that Sartre said that even Paris cafés turn to nothingness if the friend you expect to see there doesn’t appear.

The nothing you see above is called Lexenried. It’s a foreset clearance situated near the place where my wife grew up. In a strongly dialectal Southern German, the name means: „forest clearance near the border“ – meaning some previous border that is irrelevant now.

Since I was a child I found forest clearances dull. One I still can remember of was near the village my grandma Aphrodite and my grandpa Epameinondas came from. It was also a border alright: the one between the Greek Republic and the Socialist Republic of Albania. The clearance was on our side – on whose else? I mean, we visited it sometimes – and it was called „selišta„, which is not Albanian – but you expected this – and it’s also not Greek.

I wasn’t interested in the peculiarities of the Northwest Greek dialect back then, when we visited the place. I was much more concerned about the unfathomable disaster of spending summer vacations at a place about 50 miles away from the next sea coast. In Greece, this is very random. Add that, as a son of a father from the islands I usually spent the summer just beside the seaside and only very rarely at „mom’s place“, to get the picture. As an aftermath I hated the Northwest Greek dialect as much as I was fluent in the island dialect – which, I have to say, I’m still. Dušan, the Serbian tzar of the 14the century, and his expanding kingdom have been the reasons that this phonetically only too unspectacular modern Greek dialect has so many Old Slavonic lexical loans. „Selišta“, the name of the aforementioned forest clearance, is one of them.

Now, this Austrian medieval-studies scholar tells me that, unlike the German „Lexenried“, in the Old Slavonic name „Selišta“, you can hear that the clearance was the place for or of a village, a selo, that was planned or destroyed. The ending -išta refers to a place where something is available: the nonexistence of a certain concrete thing. E.g. a „crkvišta“ is a place where a church either has to be built or was destroyed.

In Selišta there was, of course, no port as well (50 miles, remember?). However, the nonexistence of a village is a much more indisputable fact there than the nonexistence of a port, therefore we speak of a „selišta„, the „nonexistence of a village“ instead of a „lučišta“ – the „nonexistence of a port“. As one sees, there are natural languages with an inherent preference for Meinongianism, the position in ontology according to which nonexistents in a way exist. From the point of view of experimental philosophy this is not an unimportant preference of natural languages – or, at least, of some of them.

Much more of a dictionary of Old Slavonic, my recommendation to read is Dale Jacquette’s newest book titled: Alexius Meinong, the Shepherd of Non-Being. For now you can read a discussion of it here .

 

Death and rationality

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Ein Brüsseler Attentäter soll befürchtet haben, seine Tage im Gefängnis zu beenden, womit für ihn klar war, utilitaristisch zu handeln, wenn er wenigstens ein paar Bürger Brüssels mit in den Tod reißen würde. Dabei verzichtete er auf einen Nutzen, der in seinen Augen offenbar weniger wert war, als der Gesamtnutzen davon, Europäer umzubringen: auf die Verlängerung seiner eigenen Existenz.

Ich halte Selbstmordattentäter sowieso für buchstäblich seelisch Kranke. Durch den Umstand, dass sie utilitaristisch argumentieren können, fühle ich mich nicht veranlasst, meine Meinung zu ändern. Denn ein Kosten-Nutzen-Argument in diesem Kontext („Wenn ich sowieso irgendwann sterbe, bevor ich dem Feind schade, soll ich lieber gleich sterben, indem ich immerhin dem Feind etwas schade“) setzt voraus, dass die eigene Existenz auf die utilitaristische Waagschale des Abwägens von Nutzen und Kosten gesetzt wird, um sich als akzeptabler Verlust zu erweisen. Der plumpe Utilitarismus erinnert mich an diese billige nordvietnamesische Kriegspropaganda, die besagte, dass es einen Vietcong-Soldaten gab, der eine Kanone der Gebirgsartillerie den Hang hinunter rollen sah und in das Achsenwerk sprang, um das Gerät mit seinem sich zerquetschenden Körper zu bremsen – und zu retten. „Billig“ nenne ich so etwas nicht, weil ich etwa nicht daran glaube, sondern weil der Akt allein jeden Grund obsolet macht, um für eine Sache zu kämpfen. Ein Kampf um – angenommen – Gutes, soll für das höchste Gut Sinn ergeben: für die eigene eudaimonia, das gottgefällige Leben in Würde, Kontemplation und Harmonie. Wenn ausgerechnet dieses Leben ein Mittel zu einem anderen Zweck ist, kann es selbstverständlich nicht der Zweck meines Handelns sein.

Das Gebot, jeden Menschen gleichzeitig als Selbstzweck („Zweck an sich selbst“) zu behandeln, bildet einen wichtigen Pfeiler der kantischen Ethik. Kant selber meinte, das gehe aus Konsistenzüberlegungen hervor: Sobald angenommen wird, dass ethische Maximen nach dem Vorbild von logischen Gesetzen allgemeingültig sein sollen, ginge das Selbstzweckgebot hervor. Es gibt viele Punkte, in denen ich Kant folgen kann, dieser ist kein solcher. Gewiss kann ein Selbstmordattentäter konsistenterweise jede Menschenexistenz dem Willen Gottes als weit unterlegen betrachten.

Vielmehr sehe ich die Forderung, in sich selber und in jedem Menschen einen Selbstzweck zu betrachten, in der aristotelischen eudaimonia verankert und in der imago-Dei-Theologie bekräftigt. Man darf die eigene Existenz gar nicht in die Waagschale der Kosten zum Gesamtnutzen der Menschheit oder einer Gruppe werfen, da gerade diese Existenz göttlich ist. Weniger christlich ausgedrückt: Sie ist das höchste Gut. Mehr aus einem richtigen Instinkt als Christen denn aus Vernunftgründen haben die Kreuzritter Selbstmordattentäter, die den eigenen Tod als unterm Strich geringen Verlust ansahen, wenn sie mindestens zwei Kreuzritter getötet hatten, „Assassinen“ genannt, was zwar heute in einigen europäischen Sprachen „Mörder“ bedeutet, ursprünglich aber „Haschischbesessene“ heißt. Wenn der Nutzen immer ein persönlicher und körperlich zu empfindender Nutzen ist (das ist aber eine christliche Prämisse), dann ist die Kosten-Nutzen-Rechnung unter der Annahme des Todes des Nutznießers Humbug und wohl nur unter Drogeneinfluss als OK empfunden – so ein sehr wahrscheinlicher Gedankengang hinter der sonderbaren Namensgebung.

Gerade feiern die Westkirchen Ostern und er ist nicht von der Hand zu weisen der Gedanke, dass Jesus auch sein irdisches Leben in eine Waagschale geworfen hat, „damit wir leben können“. Nun, es ist so: Jesus, der Mensch, hat gar nicht sterben wollen („Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber“). Und Jesus die göttliche Person war nie tot. Wäre Jesus nicht Gott gewesen und trotzdem den eigenen Tod am Kreuz bejahend, dann wäre er nicht nur kein Heiland mehr, sondern sogar ein fanatischer Selbstmörder und damit denjenigen Söhnen seiner südsyrischen Heimat ähnlich, die ich heute als Kranke betrachte. Unter der Bedingung, dass er nicht Gott wäre, könnte man Jesus nicht mehr achten. Denn es ist moralisch unstatthaft, nach dem Märtyrertod zu lechzen.

Nach den aristotelischen und thomistischen Grundlagen unserer Ethik jedenfalls.

Mein aufbauender Lektürevorschag angesichts der Brüsseler Anschläge und des Osterfestes ist kein religiöses Buch: Hans Joas, Die Sakralität der Person. Nehmt’s wahr im neuen Kontext! Lest es im neuen Kontext! Verbreitet es!

Assassin

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One of the Brussels suicide bombers is reported to have had worries about serving a life sentence, which made him conclude that killing others and himself would be preferable than dying some decades later without killing anyone. This is obviously a blunt utilitarian conclusion and one that evaluates the continuation of one’s own life as inferior compared to suicidally killing others.

I believe that suicide bombers are mentally ill – I mean literally mentally ill. The fact that they can support suicide bombings by means of a cost-benefit analysis doesn’t make them less ill. Utilitarian arguments to the effect of dying in order to cause damage to an enemy take for granted that one’s own existence is an acceptable toll to pay for achieving a desirable goal. However, who achieves the goal of you’re dead? Not yourself… This reminds me of that cheap Vietnamese propaganda about this Viet Cong soldier who is said to have stopped and rescued a large-calibre gun that rolled uncontrolled down the hill with his body – or with what remained of it… I call this „cheap“ not because I believe that the story isn’t true. I call it „cheap“ because I think that actions of this kind during fighting make fighting for any cause pointless and obsolete. If you fight to achieve a goal, this goal has to be compatible with your own eudaimonia, life in dignity, contemplation and harmony that God would have liked you to have. If of all things this life is only a means to achieve another goal, then your life is not the final end of your actions.

There is this Kantian commandment to never refrain from treating human beings as ends in themselves. Kant thought that since moral maxims are supposed to have the general validity of the laws of logic, this commandment follows straightforwardly. I endorse Kant’s views in quite a few cases but this is not such a case. A suicide bomber can consistently consider God’s will to be superior to his own existence.

I’d rather locate the desiderate to see in every person an end in itself as akin to Aristotle’s eudaimonia and as corroborated by the imago-Dei theology. Thou shalt not calculate benefits when your existence is one of the costs, because your existence is of divine origin. To express this idea in a less Christian way: your existence is the highest good.

It’s true, the crusaders were no Aristotelian intellectuals but it was a correct instinct that led them to name suicide murderers „assassins“, originally meaning: „hashish addicts“. An assassin thought that killing two of the enemies by getting killed yourself makes the loss of your own life acceptable. The benefit, however, that you get from your actions is a benefit you have to enjoy yourself (this being a Christian premise), which makes your cost-benefit analysis if your death is the cost, a stultifying contradiction, and one that could be the case only if you’re on drugs. This is a very likely story behind the name „assassin“.

Since the Western Churches celebrate Easter today, you probably can’t help thinking that Jesus was a person who calculated the benefits of our being able to live if He offered atonement – if He sacrificed Himself. But, of course, it is indisputable that Jesus, the man, wanted to avoid being sacrificed („Father, if it is possible, may this cup be taken from me“). And Jesus, the godly person, was never dead. If Jesus had been only a prophet who looked forward to being sacrificed, not only wouldn’t He have been our Saviour but He would have also been very similar to these people from His homeland in Southern Syria whom I take to be mad. If He were no God, Jesus wouldn’t be worthy to be admired because it’s morally wrong to crave for suffering martyrdom.

At least if you’re an Aristotelian or a Thomist.

My book recommendation after the Brussels bombings and the Easter day is not a religious reading: Hans Joas, The Sacredness of the Person. It has to be noticed in the new context. It has to be read under the new premises. It has to be propagated.

Non in missa adversus philosophos

 

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Ruth, die Kinder und ich waren am gestrigen Orthodoxiesonntag nicht in der orthodoxen Kirche. Gott weiß, bin ich kein regelmäßiger Kirchenbesucher, aber diesmal hatte ich mehr Gründe als Bequemlichkeit.

Die Sache ist so: Die orthodoxe Kirche feiert am ersten Fastensonntag die Wiedereinführung der Ikonen im 9. Jh., aber auch ihre Ablehnung von verschiedenen philosophischen Lehren, die zwischen dem 11. und dem 14. Kh. im Umlauf waren.

Anathematisiert wurden gestern wie jedes Jahr an diesem Tag (ich beziehe mich dabei auf das Synodikon nach Guillards kritischer Ausgabe, Paris 1967)

Johannes Italos (11. Jh.), da er „die Realität der platonischen Ideen annahm“;

der Aristoteles-Kommentator Eustratios von Nizäa (11.-12. Jh.);

der Mathematiker und fideistischer Antithomist Barlaam von Seminara sowie Gregor Akindynos (14. Jh.), da sie meinten, eine Handlung könne zwar für Gott entweder eine wesentliche Eigenschaft oder Akzidens sein, aber da Gott keine Akzidenzien habe, dürfe nur Ersteres der Fall sein (die orthodoxe Theologie nimmt an, dass Gottes freie Handlungen weder zu Gottes Wesen gehören – wegen der Freiheit – noch seine Akzidenzien sein können);

die Thomas-Übersetzer Prochoros und Demetrios Kydones (14. Jh.).

An dem Tag sollen Philosophen, finde ich, der Messe fernbleiben. Mit der Familie in den Wald oder so. Es ist ja wie wenn die römisch-katholische Kirche die Pariser Verurteilungen von 1277 feiern würde. Nichts gegen den Palamismus der orthodoxen Kirche, aber Argumente werden mit Argumenten, nicht mit Anathemata bekämpft.

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Ruth, the kids and I didn’t go to the Orthodox church yesterday. God knows we attend Sunday services quite irregularly but yesterday there was a special reason for not attending. On the first Sunday of Great Lent the Orthodox Church celebrates the reintroduction of the icons in the 9th century. No issues there… And it also condemns several philosophical doctrines that were launched in Byzantium between the 11th and the 14th centuries. Big issues here…

And, yes, like in the last couple of centuries on this day, yesterday was the day (my reference is to the Synodikon in Guillard’s critical edition, Paris 1967) on which the anathema was proclaimed against

John Italos (11th c.) who „assumed the reality of Platonic ideas“;

Eustratios of Nicaea (11th-12th c. ) a commentator of Aristotle;

Barlaam of Seminara and Gregory Akindynos (14th c.) the former a fideist and an Antithomist and a mathematician, the latter a philosopher, both claiming that God’s actions are either essential or accidental properties of Him and therefore essential since God has no accidents (the Orthodox theology objected that free actions are not essential and cannot be accidents either since He has none);

Prochoros and Demetrios Kydones (14th c.), who translated Aquinas into Greek.

It’s not a church service for philosophers to attend. Go out for hiking, caving, sailing, anything… It’s as if the Roman-Catholic church had a mass to commemorate the condemnation of the year 1277!

I am sympathetic towards the Palamism of the Eastern Church, that’s not the point. But arguments against one’s viewpoint are to be refuted – in the best case, that is.

Refuted! Not anathematised!

Die Farbe Weiß und die Weisheit

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Folgende Stelle aus dem Klagelied des gerösteten Schwans aus dem Codex Latinus Monacensis 4660, 53v-54r (d.h. Carmina Burana, Nr. 130) ist dem Publikum aus Carl Orffs Komposition bekannt:

Olim lacus colueram,             Einst bewohnte ich die Seen,

olim pulcher exsisteram,       einst war ich schön,

dum cygnus ego fueram.       als ich ein Schwan war.

Miser! Miser!                           Wie unglücklich bin ich

Modo niger                              jetzt, da ich schwarz

Et ustus fortiter!                       und stark geröstet wurde!

 

Eram nive candidior,               Heller war ich als der Schnee,

quavis ave formosior;               feiner als jedweder Vogel;

modo sum corvo nigrior.           nun bin ich dunkler als eine Krähe.

Lehtonen (Fortuna, Money and the Sublunear World, Helsinki 1995, p. 19) meint, dass das Klagelied des gerösteten Schwans eine Parodie darstellt. Aber eine Parodie von was? Das einzige, woran ich denken kann, ist ein Paradebeispiel der traditionellen Logik: „Alle Schwäne sind weiß“. Dieser als allgemeine Prämisse oft benutzte Satz hat eine interessante Vorgeschichte. In der Topik 120b39-40 schreibt Aristoteles, dass die weiße Farbe Schwänen zwar notwendig zukommt, dass die Schwäne allerdings nicht ihrem innersten Wesen nach weiß sind. In der Ersten Analytik 38a32, sagt Aristoteles, dass ein Schwan zwingend (“ex anankes”) weiß ist, während ein weißer Mensch dagegen nur kontingenterweise weiß ist (“endechetai einai leukon”). Aristoteles denkt hier wohl an “Aithiopes” und “Indoi”, Beispiele, die auch sonst im corpus Aristotelicum vorkommen, während er natürlich nie einen australischen schwarzen Schwan gesehen hatte. Ich denke, dass wir es hier mit zwei verschiedenen Notwendigkeitsbegriffen bei Aristoteles zu tun haben. Es gibt die Notwendigkeit, die wahren allgemeinen Urteilen zukommt, die Notwendigkeit von empirischen Fakten ohne Ausnahmen etwa, und eine, die in einer Definition berücksichtigt wird. Menschen sind weder nach dem ersten noch nach dem zweiten Sinn von Notwendigkeit weiß. Schwäne aber, so behauptet jedenfalls Aristoteles, seien im ersten, nicht allerdings im zweiten Sinne weiß.

Der mittelalterliche Autor des Klagelieds des gerösteten Schwans verstand allerdings Aristoteles anders – d.h. wenn es überhaupt stimmt, dass er eine Parodie zum Paradebeispiel der traditionellen Logik „Alle Schwäne sind weiß“ schrieb, den er unzählige Male gehört haben muss, als er das Trivium studierte. Der Dichter versteht die Notwendigkeit im ersten und im zweiten Sinn als ein-und-dasselbe und zieht aus dem notwendigen Zukommen von weißer Farbe die Konsequenz, der Schwan müsste per definitionem weiß sein. Ergo, ein gerösteter Schwan ist kein Schwan mehr, sondern er war ein Schwan („cygnus fuerat“). Das erinnert an den Trugschluss, der heute als “No true Scotsman” bekannt ist: Schmecke einem kein Scotch, so sei man kein Schotte, sagt der eingefleischte schottische Patriot. Und wenn doch derjenige, dem kein Scotch schmeckt, Angus McManus heißt und in Edinburgh wohnt? Dann sei er kein echter Schotte. „Schotte“ wird umdefiniert, damit sich die Äußerung des eingefleischten schottischen Patrioten stets bestätigt. Ähnlich soll gelten: Ist der Vogel schwarz, dann ist er kein Schwan – jedenfalls kein echter. „Alle Schotten lieben Scotch“ und „Alle Schwäne sind weiß“ werden als analytische Wahrheiten genommen – von Aristoteles, so jedenfalls unser Dichter.

Zusätzlich deutet der Dichter an, Aristoteles würde keinen lebendigen schwarzen Schwan brauchen, um Weiß nicht als notwendige Eigenschaft von Schwänen zu betrachten. Ein gerösteter Schwan hätte genügt.

An das Klagelied des Schwanes dachte ich letztlich, als ich das Wochenende nicht sehr weit weg von Benediktbeuren verbrachte, wo der Codex Buranus wiederentdeckt wurde. Es hat geschneit und geschneit und geschneit. Schnee ist weiß und Weiß ist keine notwendige Eigenschaft von Schnee. Das liegt nicht daran, dass Weiß eine Farbe ist. Rot kommt dem Purpurfarbstoff notwendig zu. Im Gegensatz dazu ist es nun mal eine Tatsache, dass es nichtweißen Schnee gibt

Gibt es ihn wirklich? Das Alltagsdeutsch geht von einer anderen Vorstellung aus, wenn es für den verdreckten Schnee von “Matsch”, nicht von „Schnee“ spricht. Und doch spricht es von „gelbem Schnee“. Inkonsequent das Ganze, aber es scheint wenigstens im Deutschen zu gelten, dass schwarzer Schnee kein echter Schnee ist.

Das Klagelied des gerösteten Schwans ist, wie man sieht, sehr interessant für experimentalphilosophische Gedanken, insbesondere wenn es im Zusammenhang mit „No true Scotsman“ interpretiert wird.

Stimmt es zudem, dass der Dichter des Klagelieds Aristoteles, wie ich meine, auf eine bestimmte Art verstanden hat, dann hat diese Art, Aristoteles zu verstehen, interessante metaphysische Implikationen. Wenn sich etwas nicht ändert, dann sind alle seine Eigenschaften notwendige Eigenschaften. Notwendige Eigenschaften kommen allerdings per definitionem zu, so jedenfalls wenn die Aristoteles-Interpretation des Dichters stimmt. Aber wenn der Perdurantismus Recht hat, hat eine mereochronologische „Scheibe“ von mir unveränderte Eigenschaften, ja nur unveränderte Eigenschaften, die mir dann alle per definitionem zukommen.

Da aber laut thomistischer Theologie nur Gott das Wesen mit nur notwendigen Eigenschaften ist, das Wesen, das nur seine Essenz ist, muss der Perdurantismus falsch sein.

Ich habe keine mereochronologischen Scheiben. Vielleicht die Schneeflocken. Ich jedenfalls nicht.

Schnee

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The following citation from the Codex Latinus Monacensis 4660, 53v-54r (i.e. Carmina Burana, Nr. 130), belongs to the short list of the Carmina put in music by Carl Orff. My translation is rather free:

Olim lacus colueram,             Once upon a time I dwelt the lakes,

olim pulcher exsisteram,       once upon a time a handsome mate,

dum cygnus ego fueram.       at the time when I was a swan.

Miser! Miser!                           Alas, unlucky me!

Modo niger                              Now I am black

Et ustus fortiter!                       and strongly roasted!

 

Eram nive candidior,               I was brighter than snow,

quavis ave formosior;               nicer than any other bird;

modo sum corvo nigrior.           now I am darker than a raven.

Lehtonen (Fortuna, Money and the Sublunear World, Helsinki 1995, p. 19) understands the lament of the swan as an ironic parody. But a parody of what? The only thing I can think of is the very common example of traditional logic: „All swans are white“, often taken to be a general premise of a syllogism. The statement has a famous prehistory. In the Topics 120b39-40 Aristotle thought that whiteness, though a necessary quality of swans, does not belong to the essence of a swan. In Prior Analytics 38a32, Aristotle says that a swan is white necessarily (“ex anankes”), contrasting this to a human being who is contingently white (“endechetai einai leukon”), obviously with respect to the fact that there are human beings who are “Aithiopes” and “Indoi” – examples that occur here and there in the Aristotelian corpus. I believe that Aristotle has two different concepts of necessity in mind. The one is a concept of necessity that has the power of true general statements, the other is the necessity of the essential properties of an organism. For human beings it is neither in the first nor in the second sense necessary to be white. For swans, it is necessary to be white in the first sense, so Aristotle thought since he had never seen an Australian black swan, not however in the second.

The medieval author of the poem of the roasted swan, however, did not understand Aristotle in this manner – that is, if I’m correct to think that he is parodising the sentence “All swans are white” known to him from his time as a student of the trivium. The poet makes fun of Aristotle as insinuating that a roasted swan would not be a swan any more („cygnus fuerat“), in virtue of having lost its whiteness. An anti-Aristotelian joker, the poet uses an instance of the modern “No true Scotsman” fallacy: if you don’t like Scotch you’re not a true Scotsman even if your name is Angus McManus and you live in Edinburgh. And if the bird is black, it’s not a true swan. In other words he understands Aristotle to say that not only it’s necessary for a swan to be white but it’s also essential to it. He understands Aristotle as employing the „No true Scotsman“ fallacy and as saying in effect that „All swans are white“ is analytically true – anachronistically speaking.

Of course, Aristotle didn’t have to see a living nonwhite swan to be persuaded that whiteness is not a necessary property of swans. A roasted swan would be enough for this. And this is, I think, a further innuendo of the poem.

I thought about this old story since I spent the weekend in Bavaria, not far from the Benediktbeuren Abbey where the Codex Buranus was rediscovered, and it was snowing and snowing and snowing all these days. Snow is white and white is not essential to snow – or so I think. I mean, red is essential to red nail polish. But white is not essential to swans or snow.

However, colloquial German tends to use the word “Matsch” (≈ mud) for stained or tainted snow instead of the standard term “Schnee”. It does use the equivalent of „yellow snow“ though when it’s about the spot where a dog urinated on the snow. Not very consistent but it does entail that black snow is not snow.

But apart of being interesting as a starting point for experimental philosophy vis-à-vis the „No true Scotsman“ fallacy, the poem has interesting metaphysical implications also. During the time something doesn’t change, if perdurantism is true and every mereochronological slice of this something is an entity, all the properties of this entity are necessary. And if the poet’s joke is more than only a joke, every necessary property is essential to its bearer. But according to scholastic theology, it’s God who has only essential properties.

Which means that either this cannot be an accurate definition of God or perdurantism is false.

Aristottgenstein

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Eine wichtige Tendenz in der Didaktik des Faches philosophische Logik seit den 50ern lautet, dass die Syllogistik unnötig zur Einführung in die Logik ist. Das war unter dem Einfluss von Carnap und später Quine in der damaligen Bundesrepublik der Fall. Selbst Konstruktivisten hatten diesem Verständnis der aristotelischen Logik nichts entgegenzusetzen. Paul Lorenzen meinte 1958, in seinem bahnbrechenden Aufsatz „Logik und Agon“, ausgerechnet Aristoteles hätte aus der Logik als Zweikampf ein Solospiel gemacht. Ich frage mich, wie Lorenzen die Sophistischen Widerlegungen 11 verstand. Aber dazu später.

Nicht anders war der Trend im Osten. Horst Wessel und Johannes Dölling begrüßten ihn 1980 in der Deutschen Zeitschrift für Philosophie 12, S. 1522, in ihrem Artikel „Erfahrungen mit dem Lehrprogramm für das Lehrgebiet Logik“:

Seit dem Herbstsemester 1973 wird der Logikunterricht für Studenten der Grundstudienrichtung Marxistisch-leninistische Philosophie an den Universitäten der DDR … nach einem vom Minister für Hoch- und Fachschulwesen bestätigten verbindlichen Lehrprogramm durchgeführt. Dieses Programm wurde von Lehrkräften der Universitäten Berlin, Leipzig und Halle ausgearbeitet, die über langjährige Erfahrungen in der Logiklehre für Philosophiestudenten verfügen. Schon bei seiner Konzipierung kam es zu einem fruchtbaren Erfahrungsaustausch zwischen den Lehrenden … So waren sich alle Lehrkräfte darin einig, daß die Logik auch für Philosophiestudenten in ihrer modernen Gestalt gelehrt werden muß. Es wurde deshalb bewußt darauf verzichtet, einen Vorkurs über traditionelle Logik zu lehren.

Im Rückblick finde ich es ungerecht, dass die traditionelle Logik lange vernachlässigt blieb, da die moderne Logik die einzig wahre Form der Logik darstellen soll, aber ersterer gleichzeitig vorgeworfen wird, sie sei schuld an der Vorstellung, es gebe eine einzig wahre Logik a priori.

Gerade zu einer Zeit des Logikpluralismus muss, finde ich, immer wieder darauf hingewiesen werden, dass die mittelalterlichen obligationes und selbst Aristoteles‘ Bemerkungen in den Sophistischen Widerlegungen 11 dahingehend, dass die Syllogistikregeln in der Dialektik analog zu den Regeln eines sportlichen Wettkampfs zu verstehen sind, zeigen, dass die philosophische Grammatik im Sinn von Sprachspielen anstatt sub specie aeternitatis ihren Anfang in der traditionellen Logik hat. Dazu nur noch kurz eine Bemerkung: Warum verstehen wir das Bindeglied „Spiel“ in Wittgensteins „Sprachspiel“ als Sprachkontext und nicht etwa als Wettkampf, wie Aristoteles‘ „agon“ in den Sophistischen Widerlegungen 11? Gerade wenn ich an Wittgensteins Bezugnahmen auf das Schachspiel in den Philosophischen Bemerkungen denke, erscheint mir diese Deutung sehr plausibel.

Ich darf an dieser Stelle auf den 5. Kongress zum logischen Viereck hinweisen, der im November auf der Osterinsel und wie immer vom Freund Jean-Yves Beziau und dem Kreis um die Zeitschrift Logica Universalis veranstaltet wird: Logikern, die zu den wenigen gehören, die von der traditionellen Logik immer noch neue Einsichten gewinnen und das zu sagen wagen.

Aristogenstein

Enough with scrolling

Since the 50s, in Germany it has been an important tendency in the didactics of the subject „Logic for philosophers“ to disregard syllogistics. This was the case in the Federal Republic under Carnap’s and later Quine’s influence. Even constructivists failed to support Aristotle in this respect. Paul Lorenzen, in his pioneering 1958-paper „Logic and Agon“, claims that of all people Aristotle had made a dull game of solitaire out of logic as an exciting duel. I can’t explain how Lorenzen understood Sophistical Refutations 11. I’ll return to this immediately.

In East Germany things haven’t been otherwise. Horst Wessel and Johannes Dölling hailed the trend in 1980 in an article titled „Lessons to Learn from the Syllabus for the Subject Logic“ published in the Deutsche Zeitschrift für Philosophie 12. There, on page 1522, they say:

Ever since the winter of 1973, students majoring in Marxist-Leninist Philosophy at the universities of the GDR have been learning logic … according to a syllabus accredited by the minstery to be used at institutes of higher and technical education. This syllabus was elaborated by the teaching staff of the universities of Berlin, Leipzig and Halle, scholars with long-time experience in teaching logic for philosophy students. The knowledge transfer between the teaching staff member was fruitful already in the preperation of the syllabus… They all agreed to teach also philosophy students only modern logic. A preparatory course in traditional logic was explicitly discarded.

Looking back, I find it unjust for traditional logic to be ignored because modern logic is allegedly the only true form of logic, whereas it’s traditional logic which is found guilty of the idea that there is a unique, a priori true logic.

At a time of logical pluralism, I think that one cannot understate the importance of the medieval obligationes. Neither can the importance of Sophistical Refutations 11 be understated, where Aristotle maintains that the rules of syllogistic are analogous to the rules of a sports discipline. These two examples show that a philosophical grammar with a plethora of language games instead of one-and-only reason sub specie aeternitatis has been founded by Aristotle and the medieval logicians. One more brief note in this context: in Wittgenstein’s „language games“, is there a special reason to understand „games“ in terms of linguistic contexts instead of a competition, like Aristotle’s „agon“ has to be understood in Sophistical Refutations 11? When I think how extensively Wittgenstein dwells on chess in the Philosophical Remarks, I cannot help myself wondering about this.

But now, let me recommend you the reason that made me make these thoughts: the 5th Congress on the Square of Opposition in Easter Island to take place next November. As always, it’s being organised by Jean-Yves Beziau, a good friend, together with the circle around the journal Logica Universalis. These are logicians who are not afraid to get their inspiration from traditional logic – and to admit so.